Reifen fürs Bikepacking: Meine Praxiserfahrungen & auf was ich setze

Reifen fürs Bikepacking: Meine Praxiserfahrungen & auf was ich setze // Bild: Tobias Köpplinger

Fahrradreifen sind immer auch eine sehr individuelle Sache: Sieht man mal von Labormessungen ab, ist die Performance eines Fahrradreifens immer auch eine Frage des persönlichen Fahrstils, des Luftdrucks, der Belastung, der Art des bevorzugten Untergrundes und der eigenen Fahrsensibilität. Und so kommt es, dass der oder die eine mit dem gleichen Reifen völlig unterschiedliche Erfahrungen macht.

Ich bin mittlerweile ziemlich viele Reifen gefahren und habe so auch viele Erfahrungen sammeln können. Und diese gebe ich euch nun mal weiter. Dabei beziehe ich mich ausschließlich auf die von mir bei meinen Bikepacking Touren und Rennen gefahrenen 29 Zoll Reifen. Da ich ein MTB fahre, habe ich dementsprechend keine validen Erfahrungen mit Gravelreifen, auch wenn ich bereits einige an Testrädern fahren konnte.

Dennoch gibt es hier eine Empfehlung meinerseits – auch wenn diese nicht auf Langzeiterfahrung beruht, sondern auf Testzeiträume von 500km+ Fahrten: Aktuell kann ich sehr den Schwalbe G-One R und den Ritchey Speedmax empfehlen. Beide konnte ich fahren und war begeistert sowohl vom Grip im Gelände, als auch von der Pannensicherheit. Wenn ihr also ein Gravelbike fahrt, dann schaut euch beide gerne mal an.

Der Schwalbe G-One R am Böttcher Evolution

Wer bei Gravelreifen noch mehr Erfahrungswerte und eine Übersicht sucht, der wird vielleicht beim Testbericht des GrandFondo Magazin fündig, die 12 Reifenmodelle unter die Lupe genommen haben.

Hier soll es aber nun um folgende 29 Zoll Bikepacking/MTB Reifen gehen:

Ein wichtiger Hinweis vorab:

Ich gebe hier meine individuellen Erfahrungen mit diesen Reifen wieder und begründe meine Entscheidungen und Urteile. Diese basieren aber NICHT auf physikalischen oder technischen Daten und Messungen, sondern ausschließlich auf praktischer Erfahrung auf meinen Touren und Rennen und persönlicher Einschätzung.

Es geht doch nichts über persönliche Erfahrung

Ich bin alle genannten Reifen mit unterschiedlichen Luftdrücken zwischen 2,1 und 2,6 Bar gefahren. Auch um entsprechend unterschiedliches Rollverhalten auszuprobieren. Meine Strecken waren meist 60-70% Wald, Schotter, Trails, Steine, Gebirge, Wüste, Schnee, Nässe, Schlamm, Matsch. 30-40% Asphalt und Straße. Zu 50% mit Gepäck.

 

Reifen: Eine Begriffserklärung

Bevor wir in die Details starten, erstmal eine Begriffserklärung. Reifen sind heute voller Abkürzungen und Zahlen, deren Bedeutung selbst mir nicht immer klar ist. Jeder Hersteller kocht im wahrsten Sinn des Wortes seine eigene Reifensuppe, weshalb vor allem die Bezeichnungen der Gummimischungen immer markenabhängig sind. Ich nenne nur BlackChilli, 4 Compound, 3C MaxxSpeed und so weiter.

– ETRTO

Diese Abkürzung steht für European Tyre and Rim Technical Organisation und diese hat die aktuellen Reifen- und Felgengrößen definiert. „Früher“ haben wir ja einfach gesagt: 29 Zoll, 28 Zoll, 27,5 Zoll oder 26 Zoll. Und dann entsprechend die jeweilige Breite des Reifens in Zoll oder mm. Die ETRTO kombiniert diese Informationen in einer Angabe. Diese ist in xx-yyyy aufgebaut und gibt Auskunft über die Breite des Reifens und den Raddurchmesser. Zum Beispiel: 55-622. Das bedeutet, dass es sich um einen 55mm breiten Reifen mit einem Innendurchmesser von 622mm handelt. 622 ist in diesem Fall der Durchmesser eines 28/29 Zoll Rades. 584mm ist zum Beispiel das ERTRO Maß für 27,5 Zoll. Eine gute Übersicht zu Reifengrößen und Maßen findet ihr hier.

Auch für Felgen gibt es diese Angaben: Hier wird dann aber zuerst der Durchmesser und dann die Maulweite der Felge angegeben. Zum Beispiel 622-30. Das ist eine 28/29 Zoll Felge mit einer Innenbreite von 30mm.

Die ETRTO Maße finden sich auf den Reifenflanken und dazu sehr oft auch noch die Angaben in Zoll. Also zum Beispiel 29×2,2 Zoll / 54-622. Welcher Reifen bei euch passt, könnt ihr meist der Beschreibung des Hersteller entnehmen, die Auskunft über maximale Reifengrößen und -breiten geben.

Ich gebe meist die Größen noch in Zoll an. Also 29 Zoll Reifengröße mit 2,25 Zoll Breite, zum Beispiel.

– Compound

Compound heißt und meint die jeweilige Reifenmischung. Diese ist sehr oft geheim und geschütztes Wissen der Hersteller. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Mischungen. Ich habe mal gehört: je besser/individueller die Mischung, je teuerer der Reifen. Also Massen-Compounds kosten weniger, als Compounds, die aufwändiger und anwendungsorientierter gemischt sind. Maxxis hat zum Beispiel sein 3C, was heißt, dass hier 3 verschiedene Mischungen zur Anwendung kommen.

Bei Maxxis wird die 3C Lauffläche aus 3 verschiedenen Gummimischungen aus einem Stück geformt und nicht nachträglich aus zwei Streifen zusammengefügt.

Vittoria setzt noch einen drauf und spricht von 4 Compound:

Vittoria 4C besteht aus einem Beschichtungsverfahren, das die 4 verschiedenen Gummimischungen in einer Lauffläche vereint. Sowohl die Lauffläche besteht aus einer Basis- und Oberflächenschicht, als auch die Seitenbereiche bestehen aus einer Basis- und einer Oberflächenschicht.

Teravail sagt nur, dass sie einen Fast Compound verwenden und Wolfpack sagt ebenso wenig und nennt seine Mischungen nur Grip- und Allround Compound.

Alles klar? Bezeichnungen auf dem Maxxis Ikon

– TPI

Diese Abkürzung steht für Threads per Inch oder auf Deutsch Fäden pro Zoll. Das meint die Anzahl der in einer Reifenkarkasse verbauten Fäden. Aber Obacht: Hier gilt mal nicht „Viel hilft viel“, denn eine TPI von 60 heißt, dass 60 Fäden pro Inch verbaut sind, die meist robuster sind und eine Karkasse widerstandsfähiger machen, als beispielsweise 120 TPI. Da ist die Karkasse etwas formbarerer und weicher und geht mehr mit den Reifenbewegungen mit. Ich schaue ehrlicherweise nur am Rande nach den TPI Zahlen. Die Fäden sind oft aus Nylon und mein aktueller Reifenfavorit Mezcal hat beispielsweise eine TPI von 120. Die Sparwood eine TPI von 60, sollten also stabiler sein.

– TLR/TL/TNT

Diese Abkürzungen stehe im Kern für die Verwendung der Reifen Tubeless, also ohne Schlauch, dafür aber mit Dichtmilch. Ich bin überzeugter Tubeless Fahrer und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. TLR heißt Tubeless Ready. TL Tubeless. Und TNT ist eine Bezeichnung, die ich bei Vittoria gefunden habe. Sie steht für Tubes/Non Tubes, also sowohl mit Schlauch, als auch ohne fahrbar.

Mittlerweile dürften aber die meisten relevanten Reifen Tubeless Ready sein. Schaut aber sicherheitshalber dennoch immer mal nach. Ab und zu gibt es auch Hinweise auf die Art der Dichtmilch, die verwendet werden darf. So soll es zum Beispiel beim Maxxis Ikon (wenn ich mich richtig erinnere) problematisch sein, eine Dichtmilch mit Ammoniak zu verwenden. Diese kann den Reifen auf Dauer schädigen. Ob das alles so stimmt und noch relevant ist, weiß ich nicht.

Teravail zum Beispiel gibt auch noch Hinweise, mit welchen Dichtmilch Marken die Verwendung empfohlen wird:

Teravail hat alle Reifen auf Kompatibilität mit den Versiegelungsmitteln Finish Line, Orange Seal, Stans, Slime, Continental und Hutchinson getestet.

Ich nutze meist Schwalbe, Tune oder Stans. Die arbeiten ganz gut soweit. Meist sieht man erst wie gut, wenn man mal den Mantel wechseln muss. Auf Tour oder bei Rennen habe ich dann meist eine 60 oder 120ml Flasche Dichtmilch mit.

Tipp an dieser Stelle: Spart nicht an der Qualität des Tubeless Ventils. Das macht durchaus einen Unterschied. Ich habe bei allen hier vorgestellten Reifen nicht das Problem gehabt, dass diese Luft verloren haben und regelmäßig nachgepumpt werden mussten. Einige halten die Luft direkt und ohne Nachpumpen, wie der Vittoria und Sparwood. Die anderen brauchten ein, maximal zweimal Nachpumpen, bis dann alles gehalten hat.

– Hooked/Hookless Felgen

Das hat nicht direkt mit den Reifen zu tun, ist aber ein Hinweis wert: Es gibt Felgen (Alu) mit Hook, also einer Kante im Innenprofil, die dann den Reifen mit dessen Rand sichert. Beim Aufpumpen rutscht dann der Reifen laut und deutlich mit einem Plopp unter diese Kante und ist gegen das Abrutschen/Abheben während der Fahrt gesichert. Die Mehrheit dürfte noch Hooked Felgen fahren.

Aber es gibt auch viele Hookless Felgen, vor allem seit Carbon Felgen immer mehr im Kommen sind. Diese haben nicht mehr diese Kante im Innenprofil und der Mantel sichert sich sozusagen selbst über Luftdruck und Anpressung im Inneren. Dafür gelten dann bestimmte Werte, wie zum Beispiel der niedrigste Druck, der erlaubt ist und der höchste, den die Felge verträgt. Achtet also in diesem Fall bei der Reifenwahl auf die Einsatzfähigkeit dieser auch bei Hookless Felgen. Ich habe da meist noch mal nachgefragt, denn explizit ausgewiesen ist das selten.

Sehr ausführlich und informativ ist das Thema auch in diesem Enjoy Your Bike Podcast erläutert:

 

Praxiserfahrung: Reifen-Bewertung im Detail

 

Maxxis Ikon 3C MaxxSpeed EXO TR / 2,2 Zoll

Bild: bike-components.de

Breite gemessen: 58mm
Höhe ab Felgenkante: k.a.
Gewicht: 645g
Preis: 47 Euro

Maxxis ist ein renommierter Hersteller von Reifen, die vor allem im Mountainbike Sport zum Einsatz kommen. Aber nicht nur da: So war der Maxxis Ikon das am meisten genutzte Reifenmodell beim Silk Road Mountain Race 2019. Und auch bei der Tour Divide 2021 und dem Silk Road 2022 war der Ikon das zweitbeliebteste Modell im Fahrer*innen Feld.

Ich habe mir die Ikon geholt, weil sie einfach zu montieren sind, gut mit viele Felgen-Modellen harmonieren und schnell sind. Und das kann ich soweit auch bestätigen. Ich hatte sie mir für mein Bombtrack Beyond gekauft, wo die Kombination von WTB Trail Boss und DT-Swiss Felge einfach unmöglich war. Der WTB-Reifen ging nur mit Gewalt runter oder drauf. In der Praxis völlig aussichtslos, da etwas zu reparieren.

Mit den WTB Trail Boss in der Toskana

Übrigens bin ich mit den WTB Trail Boss das Tuscany Trail ohne Panne gefahren (mit Schlauch) und sie waren grundsätzlich sehr gut im Gelände und nicht pannenanfällig. Aber ich habe keine validen Erfahrungswerte und Daten mehr von diesem Reifen. Daher ist er hier nicht mehr in der Auflistung. Das gleiche gilt für den WTB Nano, der aber sehr pannenanfällig war und wenig Grip bot.

Die Maxxis Ikon sind vor allem im Gelände recht schnell, laufen angenehm und haben auch bei Nässe guten Grip. Das Profil ist recht offen, was ein Zusetzen bei Matsch verringert und so den guten Grip gewährleistet. Das macht sie aber auch recht laut auf Asphalt, weshalb sich mit Ikon am Rad oft eine Klingel erübrigt.

Leider sind sie recht pannenanfällig: Ich war mit diesen Reifen auf meiner Tour durch Kenia und Tansania unterwegs, allerdings mit Schlauch. Bereits nach 500km hatte ich einen ersten Platten, gefolgt von 10 weiteren auf den nächsten Kilometern. Die Ikon sind vielleicht in sauberen Gelände gut, aber den Straßen und Pisten in Afrika waren sie nicht mal ansatzweise gewachsen. Ich habe mich dann mit Ersatzschläuchen und Flicken eingedeckt und bin bis Arusha in Tansania gefahren. Dort habe ich auf Tubeless umgerüstet.

Einer von vielen Platten in Kenia

Von da an lief es ganz ok, auch wenn ich oft nachpumpen musste, weil die Ikon nicht mehr richtig geschlossen haben. Zudem hat die Dichtmilch, oder vielmehr der Dicht-Slime, im Hinterrad durch den Dreck im Mantel einen Klumpen gebildet. Das war dann schon beim Beschleunigen spürbar – wie ein Schwungrad. Nach insgesamt 1.850 Kilometern habe ich die Ikon dann runter genommen. Sie waren etwas abgefahren, aber wären weitergelaufen, wenn sie nicht so pannenanfällig gewesen wären.

Tubeless Montage in Arusha

Eine zweite Chance gab ich den Maxxis Ikon dann am Salsa. Doch leider zeigte sich die hohe Pannenanfälligkeit erneut und bereits nach 80km hatte ich einen ersten Platten, den ich mit Maxalami flicken konnte. Es folgten weitere kleine Löcher und nach 1.800km habe ich dann die Ikon gegen die Teravail Sparwood ausgetauscht.

 

Teravail Sparwood Durable FC / 2,2 Zoll

Bild: r2-bike.com

Breite gemessen: 54mm
Höhe ab Felgenkante: 51mm
Gewicht: 881g
Preis: 65 Euro

Auf die Teravail Sparwood bin ich gekommen, da sie als Tour Divide Reifen angepriesen wurden und Bikepacking Influencer*innen diesen ebenfalls gut fanden. Also habe ich sie mir mal bestellt und als Ikon Nachfolger am Salsa aufgezogen.

Profil frischer Sparwood

Was ich sagen kann ist: sie sind schnell auf befestigten Wegen und leichtem Gravel. Doch wenn es etwas anspruchsvoller wird, sind sie aus meiner Sicht nicht angemessen. Sie rutschen sowohl bei Trockenheit, als auch bei Nässe. Sehr oft drehte das Hinterrad ohne erkennbaren Grund durch (mal von den 8.000 Watt Leistung von mir abgesehen). Das machte vor allem auch schnellere Kurvenfahrten zu einem unkalkulierbaren Erlebnis.

Mir ist ehrlicherweise schleierhaft, wie dieser Reifen eine Empfehlung für die Tour Divide sein kann.

Ich habe natürlich auch unterschiedliche Reifendrücke ausprobiert. Bei einem Druck zwischen 2 und 2,2 Bar waren sie ganz ok, aber die Kurvenunsicherheit blieb bestehen.

Einbau Teravail am Salsa Fargo

Nach 1.200km war es dann soweit und ich hatte einen Platten. Die Milch hat das Loch aber verschlossen. Nach weiteren 1.500km kam das zweite Loch, kurz darauf gefolgt von weiteren. Das war aber ok, denn die Reifen waren da schon recht stark abgefahren und wenn die Platten beginnen, ist es oft ein Zeichen für den notwendigen Austausch. Die Teravail Sparwood sind also knapp 3.000km mit nur zwei Platten gelaufen. Es ist allerdings auch sehr viel Material vorhanden, das sie recht widerstandsfähig macht und sich im recht hohen Gewicht von 881g zeigt. Dafür lassen sie sich gut reparieren. Das heißt: die Dichtwürste halten gut im Mantel und die Milch kann auch gut arbeiten bei kleineren Löchern.

Platten im Harz mit den Sparwoods

Ich bin die Teravail in der Vorbereitung auf das Silk Road Mountain Race gefahren und habe dabei auch Erfahrungen mit dem Schwalbe Aerothan sammeln können. Im Trainingsurlaub im Harz hat es den hinteren Teravail so beschädigt, dass die Milch als auch Dichtwurst nix machen konnten. Daher habe ich dann einen Aerothan Schlauch eingezogen. Ich habe entweder diese oder die Tubolito als Notfallersatz immer dabei.

Aerothan im Einsatz

Nun war ich gespannt, wie sich die hochgelobten Schwalbe Leicht-Schläuche so machen. Jedenfalls hatte ich bereits nach 80km das erste Loch im Aerothan. Mittlerweile habe ich die Aerothan ausmustern müssen, denn sie haben sehr oft Löcher bekommen und ich finde diese nicht immer. Es sind solch kleine Löcher, die sich auch nicht im Wasser feststellen lassen. Schade, zumal bei dem recht hohen Preis. Als Notfall-Schlauch völlig ok, aber auf mehr würde ich mich nicht bei den Aerothan verlassen.

Ein Sparwood fährt übrigens mit Schlauch immer noch am Bombtrack Fahrrad. Hat zwar regelmäßig Platten, aber wird als Stadtradreifen runtergefahren.

 

Continental RaceKing ProTection / 2,2 Zoll

Bild: bike-components.de

Breite gemessen: 53mm
Höhe ab Felgenkante: 54mm
Gewicht: 605g
Preis: 43 Euro

Im Rahmen meines Trainings bin ich 2020 auch ein paar Orbits gefahren. Das Rad kam vom Atlas Mountain Race und hatte Vittoria Mezcal Reifen drauf. Für die Orbits wollte ich aber schauen, ob ich schnellere Reifen finde. Meine Wahl fiel auf die Continental RaceKing mit der BlackChili Mischung, also gebaut in Deutschland.

Und tatsächlich macht der Reifen seinem Namen alle Ehre, denn er ist schon sehr schnell. Der Grip war im Trockenen ok, bei Nässe eher weniger und rutschig. Dafür hat das Gelände kaum Spuren im Profil hinterlassen und der Abrieb war recht gering. Soweit so gut. Aber ihr ahnt es schon: nach nur 400km hatte ich dann einen Platten. Leider war der Schnitt auf der Lauffläche so groß, dass auch die Milch es nicht dicht bekam. Und die Maxalami Würste rutschten immer wieder raus, sobald der Reifen bewegt wurde. Und einmal hatte ich so kleine Löcher, die aus welchen Gründen auch immer von der Dichtmilch nicht verschlossen wurden und zu klein für die Wurst waren, selbst für die 1,5mm starke.

RaceKing am Salsa

Bei der Gelegenheit als Info: Natürlich habe ich nicht gleich hohen Druck auf den Reifen gegeben, sondern Zeit gelassen, damit sich Milch und Wurst verbinden können. Und natürlich habe ich auch andere Methoden des Tubeless reparieren ausprobiert. Zum Beispiel die Notubes Darts. Die sind zwar fancy, aber oft bekommt man sie nicht in die Löcher rein. Dafür müssen sie nämlich groß genug sein. Und manchmal bricht einfach die Kunststoffspitze der Darts dabei ab. Oder ich bin einfach zu blöd. Ich probiere aber in Zukunft noch weitere Varianten aus, denn ich suche noch Alternativen zur Maxalami. Wenn ihr Tipps habt, die sich in der Praxis bewährt haben, dann gerne her damit.

Mein Orbit360 Fargo

Und natürlich probiere ich auch verschiedene Dichtmilch Varianten aus. Momentan Stans, Tune und Schwalbe (Schwalbe Milch wird von Stans produziert). Ich werde mir auch mal die Stans Race Milch anschauen, die recht große Flocken ausbildet und dadurch hoffentlich besser schließt.

Nach nur 1.000km habe ich die RaceKing dann wieder abgenommen. Sie waren zu pannenanfällig. Ein RaceKing fährt aber noch am Bombtrack im Stadtradmodus und mit Schlauch weiter. Die Abnutzung ist nach wie vor sehr gering. Ein guter Reifen eigentlich…

 

Wolfpack Speed / 2,25 Zoll

Bild: wolfpack-tires.com

Breite gemessen: 60mm
Höhe ab Felgenkante: 53mm
Gewicht: 590g
Preis: 40 Euro

Auf den Wolfpack Speed bin ich durch Jochen Böhringer aufmerksam geworden, der damit seit einiger Zeit fährt und unter anderem erfolgreich die Italy Divide absolviert hat. Auch das Feedback zum Reifen fand ich recht positiv und beschloss daher, diese mal auszuprobieren. Hinter Wolfpack steht Wolfgang Ahrenz, der als ein sehr guter Compounder gilt und schon für viele große Marken gearbeitet hat.

Und tatsächlich bin ich von den Wolfpack Speed begeistert: einen solche schnellen Reifen bei gleichzeitig hervorragendem Grip hatte ich noch nie. Im Trockenen Spitze, bei Nässe noch richtig gut. Und sie sind leicht: mit 590g im Feld der bisherigen Reifen einfach die leichtesten. Und sie lassen sich sehr gut und ohne Werkzeug aufziehen und schließen sofort dicht, selbst ohne Kompressor.

Wolfpack Speed am Fargo

Das Profil ist recht offen und gleichzeitig durch die Noppenhöhe und Positionierung nicht nur im Gelände, sondern auch auf der Straße schnell. Die Geräuschentwicklung ist schon hoch, aber nicht so sehr wie beim Maxxis Ikon.

Aber sind sie auch was Haltbarkeit und Pannensicherheit angeht spitze? Leider nicht wirklich. Nach 400km hatte ich einen großen Cut im Vorderreifen (wäre für alle Mäntel problematisch gewesen), der selbst durch 3 Würste nicht richtig zu verschließen war. Zudem sind diese durch das Bewegen während der Fahrt immer wieder rausgewandert. Und auch die Dichtmilch hat bei diesen Reifen gar nicht gewirkt. Da passierte einfach mal nichts. Ich musste dann den vorderen Mantel austauschen und werde den Cut mit einem Mantelflicken von innen dann flicken.

Drei Würste für kein Halleluja

Doch nach 1.200km war dann auch das Hinterrad dran: hier war es nur ein recht kleines Loch. Aber wieder wirkte die Dichtmilch nicht. Übrigens hatte ich vorne Schwalbe Milch und hinten Stans Milch drin. Das Loch war eigentlich minimal und sollte durch die Milch zugesetzt werden. Funktionierte aber leider nicht, warum auch immer. Das blubberte einfach so vor sich hin. Vielleicht gibt es einfach Gummimischungen, die das unterbinden? Wenn hier jemand Ahnung hat, gerne mal Bezug nehmen. Ich habe das auch an anderen Reifen beobachten können: bei manchen wirkt die Milch sehr gut und problemlos. Bei anderen gar nicht bis wenig.

Profil Speed

Und da ein Loch selten alleine kommt: ich habe das mit Maxalami repariert. Doch am nächsten Tag habe ich ebenfalls am Hinterrad mir gleich drei Löcher auf einmal eingefangen. Im Gelände auf einer Trail-Abfahrt. Die Löcher waren ebenfalls klein genug für die Milch, aber wieder ohne Effekt. So blieb mir nichts anderes übrig, als den Schlauch einzuziehen. Diesmal habe ich Tubolitos im Einsatz. Die sind soweit erstmal dicht, aber deren Ventil ist so empfindlich, dass es sehr leicht verbiegt. Das führte dann dazu, dass, obwohl ich wirklich vorsichtig beim Aufpumpen war, die Luft immer wieder über das defekte Ventil entwich. Ich habe das dann wieder gerade gebogen und so gefixt, aber das ist doch Mist, wenn man wirklich unterwegs ist und sich auf diese Schläuche verlässt. Zudem sind die Ventile der Tubolitos nicht für Pumpen mit einfachem Klemmkopf ausgelegt. Ich habe die Silca Tattico Pumpe benutzt und dort rutschte das Ventil immer wieder aus dem Pumpkopf. Da wäre vermutlich ein Schraubkopf wie bei der Lezyne Microfloor besser. Dieser Schraubkopf ist übrigens nicht bei den Aerothan angesagt. Da wiederum ist ein Klemmkopf besser. Ihr merkt es schon: so ganz ausgereift ist das alles noch nicht. Jedenfalls sind die Tubolito bislang erstmal dicht.

Speed am Fargo

Neben den Pannen musste ich aber einen hohen Abrieb feststellen. Bereits nach 700km war dieser deutlich fortgeschritten. Schade eigentlich, denn ich habe wirklich gehofft, eine schnellere und leichtere Alternative für meine Bikepacking-Touren und Races gefunden zu haben.

 

Vittoria Mezcal III TNT G2.0 XC-Trail / 2,25 Zoll

Bild: bike-components.de

Breite gemessen: 58mm
Höhe ab Felgenkante: 57mm
Gewicht: 735g
Preis: 52 Euro

Was auch immer ich ausprobiere: am Ende lande ich bei den Vittoria Mezcal Reifen. Diese sind nicht umsonst die am meisten eingesetzten Reifen beim Silk Road Mountain Race 2022, der Tour Divide 2021 und dem Atlas Mountain Race 2020.

Ich bin in Marokko als auch in Kirgisistan mit den Mezcal unterwegs gewesen und habe noch nie einen verlässlicheren, pannensicheren und widerstandsfähigeren Reifen gehabt. Warum ich eigentlich jemals andere ausprobiert habe? Das frage ich mich auch, aber verweise auch auf mein Credo: Ich habe lieber praktische Erfahrung, als nur eine theoretische Meinung.

Die Mezcal sind mit über 700g natürlich recht schwer, aber laufen dafür durchaus leicht. Sie lassen sich gut montieren und sind sofort dicht. Ein Nachpumpen ist oft nicht nötig. Zudem arbeitet die Dichtmilch sehr gut bei diesen Reifen.

In Marokko beim AMR 2020

Sie waren mit mir beim Atlas Mountain Race und ich hatte dort keine Panne. Nach dem 1.200km Rennen durch die marokkanischen Berge hatten sie auch nur geringe Abriebspuren und ich habe immer noch einen Mezcal Mantel aus dieser Zeit im Keller. Das ist bemerkenswert, denn die Strecke war sehr geröllig und technisch und hat unter anderem dazu geführt, dass meine Hinterradfelge auf beiden Seiten gebrochen ist. Insgesamt sind die Mezcal 4.000km ohne Panne gelaufen und hatten dann einen recht großen Cut durch ein Metallstück im Sand. Nach weiteren 1.500km (Insgesamt 5.500km) habe ich dann einen neuen Laufradsatz gekauft und mit diesem dann neue Reifen (Maxxis Ikon) aufgezogen.

Reparatur in Kirgisistan

Beim Wechseln konnte ich wieder mal feststellen, wie gut Tubeless ist: an der Innenseite des Mezcals konnte man die kleinen Dichtmilchklumpen sehen, die sich an kleinen Löchern festgesetzt haben und diese so verschlossen haben, ohne dass ich es bei der Fahrt bemerkt habe. Bei einem Schlauch hätte ich jedes Mal flicken müssen.

Auch in Kirgisistan hatte ich die Mezcal im Einsatz. Und auch hier haben sie sich mehr als bewährt: ein Reifen blieb komplett dicht, der andere hatte nach 400km zwei Cuts durch Steine, die ich aber mit Maxalami und Dichtmilch so gut reparieren konnte, dass der Mantel noch die weiteren 1.500km problemlos gehalten hat.

Haben 1.500km Silk Road Mountain Race gehalten

Und ich würde mal in Anspruch nehmen, dass die Belastungen dieser Races durchaus dem Doppelten, wenn nicht gar Dreifachen einer Alltagsnutzung entsprechen.

Der beschädigte Mantel musste dann aber zurück in Deutschland getauscht werden. Der vordere Mantel lebt immer noch und ist insgesamt 4.200km (inkl. SRMR) gelaufen. Jetzt liegt er im Keller und wird dann wieder verbaut. Sein Profil ist noch sehr gut, wenig abgefahren und der kann bestimmt noch 2.000km laufen. Mindestens.

Vittoria verbaut beim Mezcal in der Trail Version die TNT Karkasse, die besonders gegen Beschädigung an den Flanken wirkt. Und das 4C Compound, dessen Kombination aus vier Mischungen offensichtlich sehr gut arbeitet. Das macht ihn natürlich etwas schwerer, aber wenn es so gut ist, nehme ich das gerne in Kauf.

Pumpen im Tien-Shan

Egal ob im Trockenen oder bei Schnee, Eis und Regen – die Mezcal sind im wahrsten Sinne Allrounder, die eine sehr hohe Performance abliefern. Sie rollen dafür und für ihr Gewicht sehr gut und sind egal ob im Gelände oder auf Asphalt schnell. Und obwohl das Profil etwas dichter ist, setzen sie sich nicht schnell zu und vertragen auch ordentlich Schlamm und Peanut-Butter. Damit sind sie für meine Belange absolut die beste Wahl und ich werde so schnell keine weiteren Experimente machen. Obwohl: der Vittoria Barzo wäre auch noch eine Alternative, wenn es viel ins Gelände geht. Der war – wie ich sehen konnte – auch pannenfrei in Kirgisistan im Einsatz und auch beim Highland Trail 550.

Neuer Mezcal am Fargo

Ich fahre die Mezcal in 2,25 Zoll mit 2,2 bis 2,4 Bar. Tobias hatte die mit 2,35 Zoll im Einsatz in Kirgisistan und wir haben dort auch 2,6 Zoll breite Mezcal fahren und erfolgreich finishen gesehen. Sie lassen sich sehr gut reparieren, sprechen gut auf Dichtmilch an (Schwalbe und Stans bei mir) und lassen sich auch gut nähen, wenn die Flanke aufgerissen wird.

 

Übersicht Praxiserfahrung Reifen

Modell
(alles Faltreifen)
Breite in Zoll Breite
gemessen
Höhe ab Felgenkante Kilometer bis erste Panne Laufleistung
gesamt
Gewicht Preis
Maxxis Ikon 3C MaxxSpeed EXO TR 2,2″ 58mm k.a. 80 & 500km 1.850km 645g 47 Euro
Teravail Sparwood Durable FC 2,2″ 54mm 51mm 1.200km > 3.000km 881g 65 Euro
Continental RaceKing ProTection 2,2″ 53mm 54mm 400km 1.000km 605g 43 Euro
Wolfpack Speed 2,25″ 60mm 53mm 400 & 1.200km  1.300km 590g 40 Euro
Vittoria Mezcal III TNT G2.0 XC-Trail 2,25″ 58mm 57mm 400 & 4.000km > 5.000km 735g 52 Euro

 

Und nun…

… bin ich natürlich auch auf eure Erfahrungen gespannt, die ihr vielleicht mit den gleichen Reifen habt sammeln können. Natürlich gibt es noch andere Reifenmodell und Marken. Könnt ihr gerne ergänzen und darauf hinweisen, wenn ihr praktische und relevante Erfahrungen damit habt.

Und ja: Rene Herse Fleecer Ridge ist bestimmt ein wunderbarerer Reifen. Aber fast 100 Euro pro Reifen auch bei vermutlich leicht höherer Lebensdauer als so manch anderer Reifen (Mezcal ausgenommen) kann ich für mich nicht vertreten. Zumal wenn ihr euch anschaut, wie oft Sofiane seine Reifen hat reparieren müssen bei der Tour Divide oder dem Silk Road Mountain Race, wo er nach meiner Info diese im Einsatz hatte.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass es in Zukunft wie bei den Autos oder Motorrädern läuft: schlauchlose Reifen (auch fürs Gelände), die nicht so pannenanfällig sind und einfach jahrelang laufen. Aber vermutlich ist das technisch (noch) nicht möglich. Wer hier Ahnung hat (aus der Praxis, nicht aus dem Internet), kann gerne Bezug nehmen. Würde mich wirklich mal interessieren, was wir hier noch erwarten dürfen und warum bestimmte Sachen einfach noch nicht gehen. Aber immerhin scheint ja nun langsam das Thema Recycling zu funktionieren. Hoffen wir also, dass die Schwalbe Recycling Anstrengungen sich durchsetzen und Standard sowie Verpflichtung im Markt werden.

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7 Comments

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  1. says: Jan

    Hi Martin und danke für die interessante Story!

    Ich fahre vorne den Schwalbe Thunder Burt seit ca. 1400km ohne Panne bzw. die Dichtmilch kittet die Löcher gut. Es überrascht mich etwas da der Thunder Burt eher leicht ist und nicht als pannensicherer Reifen bekannt ist. Zudem ist er nach meinem Gefühl sehr schnell.
    Hinten fahre ich seit ca. 800km den Rene Herse Fleecer Ridge in der Standard Ausführung. Sehr teuer mit ca. 75€. Aber fährt sich schon sehr geil! Schnell, sehr leise, pannensicher bis jetzt und unglaublich komfortabel! Komfortabel in dem Sinne dass die Flanken wohl weicher sind wie übliche Reifen und mehr Dämpfung zulassen. Über die Haltbarkeit kann ich noch nichts sagen.
    Diese Kombi hatte ich z.B. beim diesjährigen Albtraum gefahren und hatte immer ein gutes Gefühl damit :-).

    Den Conti Race King Protection hatte ich auch schon einige tausend Kilometer gefahren und bei mir war er tatsächlich sehr pannensicher. Bei Trockenheit ein guter aber lauter Reifen, bei Nässe hatte ich ihn nicht gerne…

    Ich freue mich schon auf deinen nächsten Text. Mach weiter so!
    Grüße,
    Jan

  2. says: Volker

    Den Ikon fahre ich nun mit Gepäck seit gut 4000 km 60/40 offroad/road und keine Probleme, im Gegenteil. Der Rutland Durable von Teravail hatte da schon erheblichen Abrieb und musste nach 5000 weg, da hatte ich alle zwei Tage Undichtigkeiten und mein ganzes Rad war voller Dichtmilch. Der Ikon lässt sich gut montieren, ist aber nicht auf Anhieb so dicht wie der Teravail. Der kostet aber in der Tan Version einiges. Hatte vor einigen Monaten als es den kaum noch gab zur Reserve einen hingelegt, der hat knapp 70 EUR gekostet, mit dem fahre ich jetzt einen zweiten Versuch. Denke auch, dass Reifen scheinbar sehr unterschiedlich ausfallen, was man an unseren sehr unterschiedlichen Erfahrungen sehen kann.

  3. says: Robert

    Irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass es zu Reifen nur ganz bedingt verallgemeinerbare Erfahrungen gibt. 1 Beispiel aus eigener Anschauung: Den Conti RaceKing (27.5, 50mm) fahre ich am Hinterrad seit über 4000(!)km ohne eine einzige Panne. Und ja, ich fahre auch mit Gepäck, Singletrail, ganzjährig usw. Glück? Keine Ahnung. Ist mir auch egal, ich schwöre auf die Dinger. Vorn ist ein Schwalbe G-One Bite montiert – OK, aber Begeisterung macht sich bei mir nicht breit (hoher Rollwiderstand).

    Uneingeschränkt für alle empfehlen kann ich lediglich die Ventile von Reserve Fillmore. Sind zwar pervers teuer, aber dafür ein echter Gamechanger, was Aufpumpen, Luft ablassen, Dichtmilch einfüllen u.a. anbelangt.

  4. says: Torsten

    Hallo Martin, schöner Artikel.

    Kann nur was zu den Maxxis Ikon beitragen (ok, und zu den Schwalbe G-One R). Die Maxxis sind die einzigen 29er, die ich in aktueller Zeit gefahren bin und noch fahre. Sie halten einfach immer noch, obgleich ich sie auch schon im Atlas Mountain Race gefahren bin.

    Kann bestätigen: zumindest auf meine DT Swiss MTB-Felgen lassen sie sich problemlos auf- und abmontieren. Sie sind sehr gut auf trockenem Hardpack aber auch leidlich losem Untergrund. Nicht unbedingt vom Profil und Grip für übergangszeit-feuchte Mittelgebirgs-Waldwege optimal, wenn diese eher bindig-lehmig oder gar schlammig sein sollten.

    Stans Race Dichtmilch regelt (bleibt aber nicht so lange frisch). Beim Abmontieren nach dem AMR habe ich aus beiden Reifen je 2-3 fette Kakteendornen rausgezogen, die ich von Innen entdeckt habe. Wurde problemlos abgedichtet. Fahre sie nach Re-Montage noch immer. Insofern kann ich auch nicht bestätigen, dass Ammoniak-haltige Milch sie irgendwie besonders in Mitleidenschaft ziehen würde.

    Wenn man bicyclerollingresistance.com und anderen Erfahrungsberichten glaubt, sollten die Mezcal aber sogar besser / schneller rollen als die Ikon. Insofern für dich aber noch ein weiteres Argument für diese.

    Ich habe seit letztem Herbst die Wolfpack-Reifen bei mir liegen und erhoffe mir da eine sehr spürbare Verbesserung des Rollwiderstands. Der sich ohne Vergleichsmöglichkeit bei den Maxxis Ikon überhaupt nicht negativ bemerkbar macht – man / ich rollt gut und angenehm damit. Aber das heisst beim Rollwiderstand noch gar nichts. Und wenn ich mir deine und meine Pannenhistorie so anschaue (so viel ich halt über deine Social Media mitbekomme), dann werden mir die Wolfpack sicher auch gute Dienste leisten. 🙂

    Für ein SRMR oder eine Tour Divide würde ich aber als nächstes nach den Wolfpack (wenn ich denn mal zum montieren komme wenn ich entscheide, die Ikon nun genug runtergefahren zu haben) dann auch mal die Mezcal ausprobieren.

    Zum Schwalbe G-One R noch kurz: Ein super Reifen. Rollt wirklich gut, bietet guten Grip in einer weiten Untergrundbandbreite und gibt gutes Kurvenzutrauen, auch auf Asphalt (mag die ganze Riege der Reifen mit betonten Schulter-Stollen nicht, gerade auf Asphalt nicht – da lobe ich mir einen Reifen wie den G-One R mit einem gleichmäßigen Profil und schön ausgebildeten Querprofil).

    viele Grüße
    Torsten

  5. says: Philip

    Die Enorme Haltbarkeit der Blackchilli Mischung von Conti kann ich von zwei Reifen (Mudking und Baron) bestätigen.
    Mezcal fahre ich auch an Gravel und MTB bei Events und werde diese auch beim Bohemia Divide in einem Monat benutzen.
    Eine sehr gute Mischung muss auch WTB bei den Venture 50 benutzen, meine sind nach ca. 4500km hinten nur leicht abgefahren und vorne wenig merklich
    Viele Grüße

    1. says: Volker

      Mit den Venture 50 habe ich wiederum keine guten Erfahrungen. Rollen sehr gut Insbesondere auch auf sandigen Böden, sind halt sehr leicht gebaut. Bin die allerdings noch mit Schläuchen gefahren, zwei Platten auf 2000 km und dann hatte der eine ein richtiges Loch in der Karkasse, habe den von innen angeklebt und nach vorne gepackt, dann lief er nochmal 1000

  6. says: Aleks

    Zu den Mänteln kann ich nichts sagen (kein Mountainbike, fahre G-One Bite und bin damit sehr zufrieden), aber ich habe mit Tubolitos so schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich als Ersatzschlauch wieder nen Butylschlauch für 6 Euro dabei habe.
    Wenn Tubolitos Luft verlieren, dann nach meiner Erfahrung sofort komplett, keine Schleicher, selbst bei winzigen Löchern, und die Flicken brauchen ne halbe Stunde zum Trocknen – die spinnen, die Römer.

    Auf meiner Schwalbe-Dichtmilchflasche (Doc Blue) steht, dass die von Stans produziert ist. Die Pulle ist auch die gleiche, riecht auch gleich, fühlt sich genau so an. Die Vermutung liegt nahe, dass da das gleiche drin ist (zumindest bei der klassischen; die flockige, die man nicht durchs Ventil einfüllen soll, ist was anderes).