Mein nächstes Abenteuer: Trans Balkan Race 2024

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Mein nächstes Abenteuer: Trans Balkan Race 2024 / My next adventure: Trans Balkan Race 2024 // Picture: Tobias Köpplinger

Nur noch wenige Tage und dann stehe ich wieder mal am Start eines Bikepacking Ultra Rennens: diesmal ist es das Trans Balkan Race, welches 1.380 km durch Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro führt und am 31. Mai im slowenischen Sežana beginnt.

Und ich freue mich schon sehr darauf, denn es ist nicht einfach “nur” wieder ein Race, sondern es geht durch vier für mich neue, unbekannte Länder sowie durch neun Nationalparks und damit durch eine wunderschöne und beeindruckende Landschaft.

Nach dem Bohemian Border Bash Race im letzten Jahr, habe ich mir für dieses Jahr eine andere Strategie verordnet: mehr die Landschaft und die Fahrt genießen, weniger leer fahren, mehr auf mich achten.

Und damit werde ich ganz bestimmt ziemlich gut fahren. Ursprünglich habe ich 6 Tage für die Strecke geplant. Aber ich kenne die Gegend nicht und auch nicht alle Herausforderungen der Strecke und des zu erwartenden Wetters. Insgesamt habe ich bis zum 8. Juni Zeit (ich reise bereits am Morgen des 9. Juni wieder zurück). Damit stehen mir also maximal 9 Tage zur Verfügung. Das sollte reichen, selbst wenn etwas dazwischen kommen sollte.

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Das Trans Balkan Race ist noch relativ jung. 2022 wurde das Rennen zum ersten Mal ausgetragen und seit dem wollte ich es ebenfalls gerne fahren. Insgesamt 27.000 Höhenmeter sind auf den 1.380 km zu überwinden. Und ein Blick auf das Streckenprofil zeigt: das wird kein Pappenstiel. Im Gegenteil: es wird steil und herausfordernd. Und das ist gut so.

Und wie so oft, kommt auch hier das Beste zum Schluss: auf den letzten 340km überquert man nicht nur die Grenze von Bosnien-Herzegowina nach Montenegro, sondern muss auch 6.700 HM überwinden.

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Vom Profil her sieht das nach einem ewigen Auf- und Ab aus – ein guter Charaktertest, nachdem man schon 1.000 km und über 20.000 HM in den Beinen hat. Ich habe viel Respekt, aber auch richtig Lust drauf. Hoffentlich passt das Wetter, denn es geht hier auch auf über 1.900m hoch. 

Bikepacking Race Kategorien

Ich schaue mir in der Vorbereitung gerne das Verhältnis von Höhenmeter auf 100 km an. Daran lässt sich schon gut erkennen, was da auf einen zukommt. Und es lässt eine ungefähre Vergleichbarkeit zu anderen Bikepacking Races zu.

Das Trans Balkan Race hat eine Ratio von rund 2.000 HM auf 100 km (genauer gesagt 1.956m). Damit hat es auf dem Papier mehr Höhenmeter als das Bohemian Border Bash Race mit 1.846 HM auf 100 km, sollte aber von der Streckenanforderung vergleichbar sein.

Das Atlas Mountain Race kommt auf knapp 1.700 HM auf 100 km, das Silk Road Mountain Race auf 1.600 HM pro 100 km.

Natürlich hängt der Schwierigkeitsgrad auch von der Wegbeschaffenheit, dem Klima, dem Wetter, der Höhe oder der zur Verfügung stehenden Zeit ab.

So hat man beim BBBR nur 8 Tage insgesamt Zeit. Beim TBR stehen 10 Tage zur Verfügung. Das AMR gibt 9 Tage Zeit.

Damit ihr euch ein Bild machen könnt und vielleicht auch den ein oder anderen Race besser einordnen könnt, habe ich 20 Bikepacking Races (subjektiv ausgewählt) dahingehend eingewertet, welche Höhenmeter pro 100 km Ratio diese haben und wie sie sich in Länge und Höhenmeter unterscheiden.

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Man sieht im Kern 3 Kategorien: halbwegs moderate Races (in grün) mit bis zu 1.700 HM pro 100 km. Dann Races mit HM pro 100 km ab 1.800 bis 2.300 (in blau). Da geht es schon sehr zur Sache. Und dann die wirklichen Ultra Races unter den Höhenmetern, mit 3.000 bis mehr als 3.500 HM pro 100 km (in orange).

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Zur Info: Ich habe die Tour Divide hier mal mit ihren 4.400km und über 60.000 HM rausgenommen, da sie die Grafik sonst verzerrt.

Ich bin beim Bohemian Border Bash Race um die 5.000 HM auf 200 km pro Tag gefahren und beim Orbit mit Stephan 3.000 HM auf 100 km. Beides war schon herausfordernd. Aber mit dieser Erfahrung ordne ich diese Daten auch für mich ein.

Das Trans Balkan Race hat laut Komoot eine gute Mischung aus allen Untergründen:

  • Naturbelassen: 81,5 km
  • Loser Untergrund: 322 km
  • Kies: 328 km
  • Befestigter Weg: 188 km
  • Asphalt: 435 km

Wie das dann in der Realität aussieht, wird sich zeigen. Aber ich gehe von ein paar Erholungsmöglichkeiten auf Asphalt aus.

Besonderes Augenmerk sollte man allerdings auf die Minenfelder legen, auf die im Roadbook auch deutlich hingewiesen wird. Hier wird nach “Warnung vor Minen” und nach “High Danger” unterschieden. Eine Durchfahrung bei Nacht sollte man meiden (wird aber nicht immer möglich sein) und in jedem Fall sollte man auf dem Track bleiben und nicht abseits des Weges biwakieren oder Pause machen.

Vorbereitung

Seit dem Atlas Mountain Race 2020 trainiere ich regelmäßig und strukturiert 5-6x die Woche und habe somit eine sehr gute Grundfitness um solche Rennen zu bestreiten und dabei nicht nur auf Überleben zu fahren, sondern auch Spaß daran zu haben. Ich werde in den letzten Tagen jetzt vor dem Rennen nur noch ein paar kleine Intervall Einheiten machen und dem Körper etwas Ruhe geben.

Diesmal habe ich etwas mehr Energie in die mentale Vorbereitung gesteckt, denn wie oben beschrieben, möchte ich nicht die Fehler aus Böhmen wiederholen und dann körperlich entkräftet und mit wund-gefahrenem Hintern kurz vor dem Ziel aufgeben zu müssen.

Um mich intensiv mit der Strecke zu beschäftigen und mich vorzubereiten, habe ich auch wieder ein Roadbook gemacht. Zudem habe ich mir noch mal die Versorgungspunkte und die Informationen zu den Minengebieten ausgedruckt.

Via Komoot App checke ich unterwegs die nächsten Streckenabschnitte und ich habe mir außerdem die Tracks auf Google Maps übertragen und mir dort eine Dokumentation mit Versorgungspunkten und möglichen Unterkünften angelegt. Da kann ich dann unterwegs immer schauen, wo ich gerade bin und was vor mir liegt.

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Die Route auf Google Maps mit meinen POIs

Ich hoffe via Smartphone auch das Wetter im Blick haben zu können. In jedem Fall werde ich wieder die App “Epic Ride Weather” nutzen, die auf Basis des Tracks das zu erwartende Wetter angibt.

Fahrrad & Ausrüstung

Für das Trans Balkan Race habe ich mir ein Hardtail MTB aufgebaut. Alle Details dazu findet ihr hier. Das MTBs die oft bessere Wahl bei Rennen dieser Art sind, habt ihr vielleicht schon mitbekommen. In jedem Fall ist es etwas komfortabler im Gelände und ich habe aufgrund des großen Rahmendreiecks auch diesmal sehr viel Platz und Stauraum. Den werde ich nutzen, um unterwegs ausreichend Verpflegung mitnehmen zu können.

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Der Rahmen bietet zudem die Möglichkeit, an den Sattelstreben Flaschen transportieren zu können. Das lässt meine Gabel vorne frei und ich fühle mich wohler damit. Außer den Flaschen nehme ich noch einen Trinkrucksack mit einer 1,5L Trinkblase mit.

Bei den Packoptionen habe ich zuerst mit einer Tailfin Aeropack geplant, damit meine Front frei bleibt. Aber so richtig ging das nicht auf, was vor allem daran lag, dass es für das Nordest keine Achse gibt, an die das AeroPack geklemmt werden kann. Dafür kann man aber die Tailfin an entsprechenden Ösen festschrauben.

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Das erschien mir aber zu unsicher, auch weil ich davon ausgehe, dass im Gelände dann die Belastung der Schraubverbindung zum Rahmen sehr hoch ist und es eventuell zu Beschädigungen der Tailfin Streben kommen kann. Auch wenn es nicht wahrscheinlich ist, wollte ich doch das Risiko vermeiden und bin dann wieder zum bewährten System gewechselt, mit dem ich auch bei den anderen Rennen unterwegs war: Lenkerrolle und Satteltasche.

Neu ist diesmal aber die lange Cyclite Oberrohrtasche. Diese habe ich leicht modifiziert und Löcher für die Ösen eingefügt. Zudem habe ich den Strap am Ende der Tasche gegen einen Tailfin Strap aus Gummi getauscht. Der hält die Tasche noch stabiler.

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In der Oberrohrtasche transportiere ich vorne Essen und mein Multitool. Hinten Ersatz-Akku für die Schaltung, Powerbank mit Kabeln, Taschentücher.

Die Full Frame Tasche ist von 7 Roads aus der Ukraine und ich habe mir diese zweiteilige Tasche extra für das Nordest nähen lassen. Sie bietet sehr viel Platz und ist auch nicht voll bepackt. Ich habe dadurch viel Reserveplatz, um unterwegs ausreichend Verpflegung zu bunkern und längere Strecken ohne Resupply zu überbrücken.

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Im oberen Bereich der Tasche befinden sich neben Gels und Riegeln ein kleiner Rucksack, meine Stirnlampe, Weste, Wasserfilter, kleines Messer und kleines Multitool (Zange) und die zweite Powerbank mit Ladekopf und Dokumenten sowie der Geldbörse. In der unteren Tasche ist dann Kettenwachs, Dichtmilch, zwei Notfall Schläuche, leichtes Fahrradschloss und die Apotheke.

Das Werkzeug mit Ersatz-Bremsbelägen ist wie immer in der Dose am Unterrohr.

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Vorne am Lenker ist in der Revelate Designs Pronghorn mein Schlafset mit Schlafsack (Cumulus X-Lite 200), Isomatte (TAR Uberlite), Ersatz-Bib, Waschzeug und Daunenjacke. Zudem habe ich am Lenker noch zwei Food Pouches von Revelate. Ob beide dann am Ende auch mit ins Rennen gehen, weiß ich noch nicht.

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Hinten ist dann die Restrap Race Satteltasche. Dieses Harness System ist wie auch die Pronghorn vorne sehr leicht. In der Satteltasche transportiere ich den OR Helium Biwaksack, Handschuhe, eine kurze Regenhose, Gamaschen und Beinlinge. Auch hier ist noch Platz übrig.

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Insgesamt ist alles sehr locker gepackt und bietet damit wie schon geschrieben noch Stauraum für unterwegs. Nachgewogen liege ich bei 19,5-20 kg ohne Wasser und inklusive Fahrrad und 1 kg Gels&Riegel.

Hier könnt ihr das Rennen verfolgen

Natürlich gibt es wieder Dotwatching und ihr könnt das Rennen auf MapProgress verfolgen: https://transbalkanrace2024.maprogress.com/

Ich habe (vermutlich) die Cap Nummer 31 und meinen Dot findet ihr unter diesem Link: https://transbalkanrace2024.maprogress.com/?n=31

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Aktuelle Infos von unterwegs

Seit einigen Jahren habe ich auch eine WhatsApp Gruppe eingerichtet, in der ich über Blog- und Podcast-Updates informiere. In dieser Gruppe melde ich mich auch von unterwegs  mit ein paar Eindrücken und Infos.

Der Gruppe könnt ihr einfach über diesen Link beitreten (und genauso leicht wieder austreten).

Ab und zu werde ich sicherlich auch auf Instagram was posten. Hier findet ihr mich unter @biketourglobal.

Grundsätzlich lohnt es sich dort auch den Hashtags #TBR2024 und #transbalkanrace zu folgen, um auch die Updates der anderen zu sehen.

Dann drückt mir die Daumen, dass es mit der Anreise klappt. Die Deutsche Bahn hat mich wieder mal im Stich gelassen, sodass ich kurzfristig umplanen musste. Aber wird schon…

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6 Comments

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  1. says: Tom

    Viel Erfolg und Spaß beim Rennen. Ich drück die Daumen, dass der Hintern diesmal heil bleibt! 😉

    PS: als Backup und für’s Anlegen von POIs zur Strecke eignet sich Locus Map (Android) super. Alles komplett offline und über OpenAndroMaps auch gutes Kartenmaterial.

  2. says: Christian

    Moin,
    man kann auch übervorsichtig sein, aber wenn man eh noch Platz hat, würde ein Ersatzreifen nicht auch vielleicht Sinn machen? Mein Wochenende auf dem Rad war am vergangenen Wochenende wegen eines zerstörten Reifens fast schon nach 30km zu Ende.
    Gruss und viel Glück, ich werde den Dot verfolgen.
    Christian

  3. says: Carsten

    Die POI mit Strecke in GMaps zu kopieren ist super! Hab ich für ne längere Tour auch schon gemacht.

    Viel Spaß und gutes Wetter!

  4. says: Roland

    Mega, was eine akribische Vorbereitung!!! Was mich inspiriert und ich kopiere ist die Übertragung auf Google Maps mit den Poi!! Wünsche dir viel Erfolg, Wetter und viel Abenteuer!!