Powerakku für Unterwegs: der Znex Notstrøm im Test

Der Notstrøm ohne Zubehör

Immer mehr Reiseradler möchten nicht auf Smartphone, Navigationsgerät, Tablet, Laptop und natürlich Foto-Kamera und Actioncam verzichten. Dafür braucht man natürlich auch entsprechend Strom, gerade in abgelegenen Gebieten.

Einer meiner Rastplätze im Kaukasus - mit dem Notstrøm immer genug Saft für Smartphone & Co

Einer meiner Rastplätze im Kaukasus – mit dem Notstrøm immer genug Saft für Smartphone & Co

Forumslader, E-Werk, USB-Werk, Lightcharge oder The Plug: In den letzten Jahren haben sich mobile Stromversorger für unterwegs etabliert, die ihre Power aus dem Nabendynamo ziehen und mit denen man seine Geräte und Akkus laden kann. Ich benutze den Plug III und lade mit ihm während der Fahrt mein Smartphone. Aber machen wir uns nichts vor: das Laden von Geräten und Akkus über solche Lösungen dauert durchaus lange. Und man muss natürlich dabei fahren.

Mit dem Notstrøm durch Georgien

Mit dem Notstrøm durch Georgien

Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, unterwegs nicht auf Strom zu verzichten: Powerakkus, die in ihrer Leistungsfähigkeit immer besser geworden sind, können durchaus eine Alternative zur Versorgung über den Nabendynamo darstellen.

Über den Kommentar einer Leserin hier im Blog bin ich auf die Freiburger Firma Znex aufmerksam gemacht worden, die mit dem Notstrøm einen Outdoor Power Akku anbieten, der einen Radler durchaus einige Tage unabhängig von einer Stromquelle machen kann. Zudem soll er sehr widerstandsfähig gegenüber Wasser und Staub sein und verfügt daher über eine IP67 und IP68 Zertifizierung.

Hat am Rad alles mitgemacht: Stöße, Schläge, Dreck, Wasser, Schnee und Kälte

Hat am Rad alles mitgemacht: Stöße, Schläge, Dreck, Wasser, Schnee und Kälte

Das fand ich interessant und netterweise habe ich für meine Georgien-Radtour von Znex einen Notstrøm zum Testen bekommen.

Der Notstrøm mit Zubehör

Der Notstrøm mit Zubehör

Der Akku wirkt sehr hochwertig, was an dem edlen Flugzeugaluminium liegt. Der An- und Aus-Schalter ist stilvoll über der blauen LED-Anzeige integriert. Fünf Dioden zeigen hier den jeweils aktuellen Ladestand an, die in einem speziellen Tarnmodus aber auch ausgeschaltet werden können.

Der Notstrøm verfügt über eine Leistung von 10.000 mAh/36Wh, was durchaus für mehrere Ladezyklen ausreicht. Geladen wird der Akku über einen 5V/1,5A Micro-USB. An einer Steckdose war mein Akku nach ca. 1,5 bis 2 Stunden vollständig geladen, nachdem er vorher fast komplett leer war.

Der Micro-USB 5V/1,5A Eingang

Der Micro-USB 5V/1,5A Eingang

Seine Power gibt er über einen 5V/2,1A-Ausgang ab. Hier kommt das mitgelieferte Y-Kabel mit Netzstecker, Micro-USB-Stecker und USB-Kupplung zum Einsatz. Der wasserdichte Netzstecker kommt in den Ladeport des Notstrøm und wird mit einer Überwurfmutter extra fixiert. Nun kann man mit dem Y-Kabel entweder den Micro-USB-Stecker direkt ins Smartphone oder Tablet stecken, oder via USB-Kupplung andere USB-Stecker anschließen. Man kann über das Y-Kabel auch zwei Geräte gleichzeitig laden.

Der 5V/2,1A  Ausgang

Der 5V/2,1A Ausgang

Der Notstrøm ist für den Einsatz während der Fahrt am Rad gedacht. Daher wird er mittels einer Halterung am Rahmen befestigt, wie eine Luftpumpe. Diese Halterung kann zusätzlich unter einen Flaschenhalter montiert werden und nimmt den Akku auf. Zusätzlich wird dieser durch ein Klettband gesichert.

Befestigung am Rahmen: einfach mit Klemme und Klettband

Befestigung am Rahmen: einfach mit Klemme und Klettband

Ich hatte zudem noch eine extra Gummi-Schutzhülle für den Notstrøm mitbekommen und hatte den Akku während meiner ganzen Georgien-Radreise immer am Rahmen dabei.

Befestigung am Rad und Anschluss an ein Smartphone

Befestigung am Rad und Anschluss an ein Smartphone

Egal ob Regen, Staub, Schnee, Matsch, Sonne oder starke Erschütterungen – der Notstrøm ist sehr hart im Nehmen (vibrations- und stoßfest nach US Militärnorm MIL-STD-810G) und funktioniert trotz herausfordernder Einsatzbedingungen tadellos.

Normalerweise dient der Notstrøm während der Fahrt als Stromversorger für Navigationsgerät, Lampe, Smartphone oder Actioncam. Dafür wird das Y-Kabel mit zusätzlichen Klettbändern am Rahmen fixiert und zum Lenker gelegt. Ich habe auf der letzten Radtour so mein Smartphone auf einem sehr bergigen Teilstück nach Kutaisi mit dem Notstrøm geladen, da der Plug bei der niedrigen Geschwindigkeit nicht genug Strom abgab.

Dank Schutzhülle unempfindlich gegen alles

Dank Schutzhülle unempfindlich gegen alles

Ansonsten habe ich den Power Akku sehr oft abends im Zelt zum Laden von Tablet, Actioncam, Smartphone und Kamera (Sony Alpha 6000) verwendet. Und obwohl meine Geräte oft weniger als 30% Akkustand hatten, konnte ich sie vollladen und der Notstrøm hatte immer noch Saft.

Laden unterwegs

Laden unterwegs

Den Outdoor-Akku kann man laut Znex auch über einen Nabendynamo laden, benötigt aber einen Umwandler, der auf 5V Strom wandelt. DAHER: bitte checkt vorher, ob das Laden des Powersticks mit eurem Nabendynamo und Umwandler (wie Plug, Lightcharge, Forumslader, etc) möglich ist. ( Danke an Oliver für den Hinweis. Er hat die Erfahrung gemacht, dass der Plug nicht den Notstrøm lädt. Ich habe das Laden des Notstrøm mit meinem Plug bis dato nicht getestet.) Dann dreht man ihn in seiner Halterung einfach um. Dabei muss man aber beachten, dass der Micro-USB-Port dann ohne Schutzkappe nicht Feuchtigkeit oder viel Staub und Dreck ausgesetzt werden sollte.

Fazit

Ich finde den Notstrøm sehr gut. Nicht nur weil er sehr wertig wirkt und eine sehr gute Leistung abliefert, sondern auch, weil er durchaus eine Alternative zur Stromversorgung via Nabendynamo oder Solarzellen darstellt. Aus meiner Sicht kommt man auf Radtour, auch in einsameren Gegenden, alle paar Tage an einer Steckdose vorbei und kann sich dann den Akku wieder schnell vollladen.

Smartphone, Tablet & Co lassen sich zügig mit dem Outdoor Akku auch während der Fahrt aufladen

Smartphone, Tablet & Co lassen sich zügig mit dem Outdoor Akku auch während der Fahrt aufladen

Wer sehr viele technische Geräte mitnimmt und viele Akkus zu laden hat, für den bietet sich der Outdoor-Akku von Znex durchaus als zusätzliche Stromquelle, neben einer Nabendynamo-Lösung, an. Besonders Liebhaber von Actioncams werden den Notstrøm lieben, denn bei Rollei, GoPro und Co. sind ja die Akkus meist nach einer Stunde Filmen schon wieder alle.

Für Touren in Europa würde ich nur noch auf den Outdoor Akku setzen und andere Lösungen abschrauben.

Und: der Notstrøm Powerstick lässt sich im Fall eines Falles auch gut zur Verteidigung einsetzen. Zumindest sieht es schon erheblich bedeutend aus, wenn man mit dem Ding in der Hand daher kommt. Einstellen sollte man sich vor allem an Flughäfen und bei Polizeikontrollen auf interessierte Nachfragen und Extrascans. Die Mitnahme des Akkus im Flugzeug im Handgepäck klappte aber problemlos (Lufthansa und LOT).

Video Notstrøm Testbericht

Weitere Testberichte über den Notstrøm

Wer sich unabhängig von meinem Testbericht noch über den Outdoor-Akku informieren möchte, findet hier weitere Einschätzungen anderer Reiseradler und Magazine:

Geräte-Daten

Name: Notstrøm Outdoor-Akku

Material: Flugzeugaluminium HA III

Schutzklassen: IP67, IP 68 auch beim Laden von Geräten, Vibrationsfest nach US-Standard
MIL-STD-810G

Gewicht: 291 Gramm

Leistung: 10.000 mAh/36Wh mit Panasonic Zellen

Eingang: Micro-USB 5V/1,5A mit IP67

Ausgang: 5V/2,1A mit IP68

Arbeitstemperatur: -15°C bis +60°C

Verbindung: Wasserdichtes Y-Kabel mit Micro-USB Ladekabel und USB-Kupplung

Befestigung: Glasfaserverstärkte Fahrradhalterung (Klemme) und Velcro-Klettband

Preis: ca. 90 Euro

Hinweis
Alle Tests, die ich hier auf BiketourGlobal vorstelle, werden von mir subjektiv durchgeführt. Ich teste viele Produkte, die ich mir selber gekauft habe. Wenn mir Produkte für einen Test gestellt wurden, so mache ich dies im Text für den Leser klar und deutlich. Vor allem aber teste ich nur Produkte, die mich persönlich interessieren. Meine Bewertungen und Einschätzungen erfolgen unabhängig von einer Produktstellung. Ich stelle sowohl positive, als auch negative Eigenschaften dar. Dabei steht meine persönliche Meinung im Vordergrund, meine Begeisterung für das Produkt und meine Einschätzung, inwieweit dieses Produkt für einen Tour-Alltag tauglich ist.

Hinweis 2: Nach Fertigstellung und Veröffentlichung des Testberichtes, hat Znex sich entschlossen, mit den in Georgien benutzen Notstrøm Akku für die eigene Nutzung zu überlassen. Darüber freue ich mich natürlich. Auswirkungen auf diesen Test hat und hatte es aber nicht.

Bilder

5 Comments

  • Martin sagt:

    Hallo,

    ich benutze auch verschiedene Akkus. Aufladen mit dem Plug III dauert sehr lange. Ist auch eine Milchmädchenrechnung. 😉 PLUG III schafft 5 V, 500 mA max also 10 Std. fahren = 5 Ah. Das dauert.
    Ich habe zusätzlich noch ein zusammenklappbares Solarpanel dabei. Aber auch noch nicht das Wahre.
    Mit dem Forumslader schafft man mehr. Damit lade ich Akkus (4 x 3,3V 3 Ah) auf. Den Son dazu habe ich in einem 16″ Laufrad des Bobyak. Der lädt schon wenn ich aufsteige. 😉
    Martin

  • Oliver sagt:

    Servus Martin,

    Du schreibst in Deinem Test, Du würdest den Znex Notstrom über den Plug III laden. Ich habe auch beides an meinem Rad installiert aber aufladen des Nostrom über den Plug III geht nicht. Auch schaffe ich es nicht mein Telefon (Sony Xperia Z3 Compact) über den Plug III zu laden. Bei beiden Geräten moduliert der Plug III (die Diode beim Plug III geht an und aus und an und aus …). Dazu schreibt mir der Hersteller des Plug III das der Plug III nur 500 mA zur Verfügung stellt und die genannten Geräte 2000 mA anfordern und das würde mit dem Plug nicht gehen. Wie also geht das bei Dir?

    Gruss
    Oliver

    • BiketourGlobal sagt:

      Hallo Oliver,

      guter Hinweis. Der Plug ist so eine Sache: Mein Navi lädt er zum Beispiel nicht richtig, nur mit Highspeed. Mein Smartphone hingegen völlig ohne Probleme. Habe ein Samsung Note 4.

      Den Notström kannst du mit einem uUmwandler der auf 5V Spannung regelt da auch drüber laden. Siehe dazu die Seite und Infos von Notström.

      Ich persönlich lade den Notstrøm nicht über den Plug, da ich nicht so viel Strom brauche und eine Ladung im Notström + Die leichte Ladung des Smartphone via Plug meist reichen.

      Ich tendiere inzwischen mehr zum Forumslader, muss mir den aber noch genauer anschauen.

      Viele Grüße,
      Martin

  • -Yarkoo- sagt:

    Danke für den ausführlichen Bericht/Test der PowerAkku kommt auf meine Must Have Liste.

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