Wie ihr wisst, werde ich am Atlas Mountain Race 2020 (AMR) teilnehmen. Dafür – und für alle weiteren Abenteuer – wollte ich mir ein neues Fahrrad aufbauen.

Neu, weil ich mit meinem bisherigen Rad zwar zufrieden war, aber es gerne etwas verändert hätte, damit es besser meinen Anforderungen genügt.

Eigentlich sollte es keine große Änderung geben, denn mein Plan war es, beim Bombtrack Beyond lediglich von Rahmengröße M auf Rahmengröße L zu wechseln. Und bei dieser Gelegenheit gleich auch eine Carbon-Gabel einzubauen. Was den Rahmenwechsel anging stand ich seit Frühjahr mit Bombtrack in Kontakt und ich sollte beim Modellwechsel auf 2020 die Möglichkeit haben, gleich einen neuen Beyond Rahmen in L kaufen zu können.

In der Zwischenzeit hatte ich mich beim AMR angemeldet, was das Projekt „Neues Rad“ zeitlich unter Druck setzte, wollte ich es noch aufbauen und ausgiebig fahren, bevor ich im Februar durch die Berge Marokkos heize.

 

Good bye Beyond, Hello Fargo!

Leider klappte es bei Bombtrack dann doch nicht mit einem neuen Rahmen. Schade eigentlich, aber so war ich nun gefordert, mich nach Alternativen umzuschauen. Und wenn ich jetzt ohnehin noch mal von vorne anfange, dann auch richtig.

Bevor ich mich damals für das Beyond entschieden hatte, stand ein anderes Rad ganz oben auf meiner Wunschliste: Das Salsa Fargo. Leider hatte das damalige Rahmenmodell eine ganz fürchterliche Farbe (lila), weshalb ich mich dann für das Beyond entschied.

Ein neues Rad für den AMR und alle neuen Abenteuer

Also schaute ich noch mal bei Salsa vorbei und war interessanterweise vom Cutthroat ziemlich angetan. Das ist ein Carbon-Bikepacking-Flitzer, der speziell für die Tour Divide gebaut wird und wurde und ein sportliches Bikepacking Rad ist. Das hat mir schon sehr gefallen, vor allem auch das neue 2020 Modell, welches einige Verbesserungen am Rahmen hat und zudem Gepäckträger und sogar Lowrider aufnehmen kann. (Das ist sonst bei Carbon-Rädern nicht unbedingt der Fall).

Durch den Modellwechsel kam es aber leider auch hier zu Lieferverzögerungen weshalb ich nochmal zurück auf Start ging.

Und dann sah ich es wieder: Das Salsa Fargo – den Klassiker der Bikepacking-Räder schlechthin. Das aktuelle Stahlrahmenset gibt es in elegantem Schwarz und als ich mir meine alten Notizen zum Rad noch mal durchlas, stellte ich fest, dass es mittlerweile alle meine Wünsche nach einem variableren Bikepacking-Rad ziemlich gut bedient.

 

Fünf Gründe für das Fargo

Die Rahmengröße:

Von der Geometrie her sind sich das Beyond und das Fargo schon recht ähnlich. Allerdings hat das Fargo gefühlt etwas mehr Slope als das Beyond, meint: Das Oberrohr fällt (gefühlt) steiler ab. Allerdings hat sich beim Vergleich der Rahmengeometrien eher gezeigt, dass Fargo und Beyond in Größe L ähnlich sind. Das Rahmenvergleichsprogramm hat aber nicht die korrekten Reach/Stack Werte ermittelt.

Rot ist Beyond, Grün ist Fargo @www.bikegeo.net/

Mit meiner Körpergröße von 183cm und einer Innenbeinlänge/Schrittlänge von 79cm bin ich oft zwischen Größe M und L bei den Rädern. Beim Beyond hatte ich Rahmengröße M, was beim Stack ok, aber von der Oberrohrlänge und vom Reach etwas zu kurz war. Dadurch hatte ich ab und zu auch mit Over-Toe Probleme. Das meint das Berühren des Vorderrades mit dem Fuß beim Fahren, vor allem bei Kurven. Zudem ist in der Größe M beim Beyond das Vorderrad nah beim Unterrohr (steilerer Lenkwinkel), sodass nur eine kleine Flasche am Unterrohr transportiert werden konnte, da diese sonst mit dem Vorderrad kollidiert wäre.

Daher würde ein Rahmen in Größe L besser zu meinen Bedingungen passen.

Und da hat Salsa einen klaren Vorteil gegenüber Bombtrack: Das Fargo ist verfügbar und konnte sofort geliefert werden.

 

Das Rahmenschloss:

Ein Schwachpunkt bei meinem Beyond ist ganz klar das Rahmenschloss. Ich ärgere mich im Nachhinein, dass ich das nicht konsequenter reklamiert habe. Denn bereits nach 200km ist mir damals am Bombtrack hinten der Rahmen aufgegangen, weil die 4 Schrauben, die das Rahmenschloss sichern sollten, rausgefallen waren.

Viel hilft viel 😉 Zusätzliche Sicherung mit Muttern und Sicherungslack

Ich habe dann das erneut verschraubt, allerdings mit wenig Erfolg, denn es ist wieder aufgegangen. Aus meiner Sicht ist das eine klare Fehlkonstruktion am Rahmen gewesen, die übrigens auch bei anderen Beyond 1 Besitzern auftrat. In meiner Not – ich wollte den Tuscany Trail fahren – habe ich dann eine eigene Lösung gefunden, die seitdem hält und erst letztens nach mehr als 3.000km wieder aufgegangen ist. Bombtrack hat das mittlerweile dadurch gelöst, dass sie nicht mehr Rahmenschlösser dort einbauen. Auch deshalb wollte ich einen neuen Rahmen haben. Und deshalb kann ich nicht mit dem Beyond den Atlas Mountain Race fahren. Das ist mir zu unsicher.

Auch das Fargo verfügt über ein Rahmenschloss und kann mit Riemenantrieb versehen werden. Allerdings ist hier die Konstruktion eine andere und zudem schon seit Jahren bewährt.

 

Das Alternator Dropout:

Salsa bietet mit dem Alternator Dropout ein variables Ausfallendes an, welches fast jede Art von Schaltung erlaubt. Ich habe das Standard Dropout für Kettenschaltung und Steckachse. Es ist sehr solide mit nur wenigen Schrauben befestigt.

Das Alternator Dropout

Der Clou: Es ist in der Horizontalen bis zu 1,7cm veränderbar. Dadurch kann ich die Länge der Kettenstrebe verstellen und so auch den Fahrstil des Rades verändern. Ich reguliere damit auch den Abstand zwischen Reifen und Sattelrohr und den Laufradabstand. Im Kern ist es aber auch für das Einstellen der Ketten- oder Riemenspannung gedacht und funktioniert sehr einfach.

 

Die Reifenbreite:

Das Beyond hat eine maximale Reifenbreite von 2.1 Zoll zugelassen. Ich bin zwar auch 2.2 Zoll breite Reifen gefahren, aber da hatte ich durchaus auch Berührungen mit dem Rahmen (hinten). Ich suche aber nach einem Rad, dass mir etwas mehr Spielraum bei der Breite der Reifen ermöglicht. Beim Fargo kann ich bei 29 Zoll bis zu 2.4 Zoll breite Reifen verwenden, was für meine aktuellen Bikepacking-Anforderungen durchaus reicht. Zudem kann ich bei Bedarf auch 27,5+ und 29+ Zoll Räder mit einer Breite von 3 Zoll verbauen. Ich weiß zwar noch nicht warum ich das machen soll, aber es besteht die Möglichkeit.

 

Gabel-Vielfalt:

Das Beyond gibt es mit der Beyond Stahlgabel. Und aktuell gibt es zum Beispiel keine Carbon-Gabel, die mit dem Beyond 1 Rahmen verbaut werden könnte. Bei Federgabeln sieht es ähnlich aus, auch wenn ich mir hier nicht ganz sicher bin.

Beim Fargo sieht das anders aus, denn das Rahmenset kommt bereits mit einer Carbon-Gabel mit vielen Ösen und es kann auch eine Federgabel aufnehmen.

 

Apropos Gewicht…

Ich bin ja eigentlich Stahl-Fan, wenn es um Räder geht. Aber gerade wenn man etwas sportiver unterwegs ist, kommt dieser Werkstoff dann doch an seine Grenzen, bzw. – besser formuliert – bekommt er Leichtbau-Konkurrenz. Also das Fargo ist schon ziemlich perfekt, wenn es doch nur etwas leichter sein könnte…

Und so trat Titan in mein Radler-Leben. Denn Salsa bietet neben einem Stahlrahmenmodell auch ein Titanrahmenmodell des Fargo an.

Der Salsa Fargo Titan Rahmen mit Carbon Gabel @Salsacycles.com

Aber der Preis… Das ist schon eine Investition!

Doch dann fiel mir ein, dass ich bald 45 Jahre alt werde. Und so wie ich mir zum 40. Geburtstag das Norwid Gotland geschenkt habe, sollte es nun also das Fargo Titan sein. Happy Birthday, Happy Martin!

 

Mein neues Rad für alle Fälle: Das Salsa Fargo Ti

Das Fargo Ti Rahmenset besteht aus einem Rahmen mit dreifach-konifizierten Rohren und der Salsa Firestarter 110 Carbon Deluxe Gabel. Sie ist nicht nur leicht, sondern verfügt auch über alle nötigen und möglichen Ösen zur Befestigung von AnythingCages, Flaschenhaltern und Schutzblechen.

Die Salsa Firestarter Carbon Deluxe Gabel

Das Gewicht des Fargo Ti Rahmensets beträgt 2,8kg (2,1kg Rahmen + 700g Gabel in L). Das des Stahlrahmensets liegt bei 3,6kg (in L). Und das Gewicht des Bombtrack Beyond bei 4kg. Zum Vergleich: Das Salsa Cutthroat wiegt 2,4kg.

Das Fargo Ti kann natürlich auch eine Menge ab und hat ein Fahrer-Maximalgewicht von 140kg. Das werde ich in absehbarer Zeit nicht erreichen und es lässt auf ein höheres Systemgewicht schließen (Fahrer+Rad+Gepäck).

Hello Fargo!

 

Warum Titan und nicht Stahl?

Ehrlicherweise habe ich schon immer mal an Titan als Rahmenmaterial gedacht, das aber nie weiterverfolgt. Dabei liegen die Vorteile für Titan auf der Hand: Es ist härter als Stahl, rostet nicht, es ist leichter, steifer und stabiler, dabei aber nicht so hart wie Carbon oder Aluminium.

Oder wie es auf Spiegel Online zu lesen ist:

„Titan ist der beste Werkstoff für Fahrräder, wenn es um die spezifische Festigkeit und die Haltbarkeit geht”, sagt Oberingenieur Thomas Grund von der Technischen Universität Chemnitz.“ (Quelle)

 

Allerdings liegen die Kosten für einen Titan-Rahmen ungleich höher:

„(…)Während ein Kilo einfacher Stahl etwa 80 Cent kostet, und Aluminium 1,50 Euro, muss der Titan-Einkäufer für die gleiche Menge etwa 25 Euro hinlegen.“ (Quelle)

 

Um es aber auch deutlich zu sagen:

Muss es Titan sein? Nein. Darf es Titan sein? Unbedingt.

Mir gefallen die Optik, das Gewicht, die Widerstandsfähigkeit und das es nicht rostet. Und das ist es mir jetzt wert.

Eine schöne Übersicht zu den Eigenschaften von Titan im Vergleich zu anderen Rahmenmaterialien habe ich bei highendcycling.de gefunden:

@highendcycling.de

Weitere Hintergrundinfos zum Rahmenmaterial Titan findet ihr HIER und HIER.

 

Mein Salsa Fargo Ti im Aufbau

Wie ich bereits erläutert habe, gab es viele Gründe für die Neuanschaffung eines Rades. Das Fargo ist nicht N+1, sondern wird das Beyond ersetzen. Aktuell baue ich es für den Atlas Mountain Race auf, weshalb sich auch vor allem die Übersetzung und Bandbreite der Kassette erklären lassen. Anschließend ist es für weitere Bikepacking Races und normale Reisen gedacht.

Ich baue das Fargo als sogenanntes „Mullet“ Rad, oder auch VoKuHiLa-Rad auf: Ein DropBar Mountainbike mit dem Lenker und der Schaltung eines Rennrades und der Übersetzungs- und Reifenbreite eines Mountainbikes. Vorne kurz heißt in meinem Fall 32 Zähne und Hinten lang 11-50er Kassette. Das ganze bei einer 1×11 Schaltung.

Warum 11-50? In Marokko werde ich jeden Gang, der mir das Klettern erleichtert benötigen. Vor allem unter Race-Bedingungen, wenn man körperlich auch irgendwann erschöpft ist. In Kombination mit vorne 32 ergibt sich so eine durchaus berggängige Übersetzung, die aber natürlich unter normalen Bedingungen nicht nötig ist:

Entfaltungsdarstellung mit 32 / 11-50 @Ritzelrechner

 

Schaltung & Übersetzung

Da Road-Schaltungen nicht einfach so mit MTB-Schaltungen (ab 11fach) kombinierbar sind oder dann auch noch Kassetten von 11-50 schalten, braucht es ein Hilfsmittel, um das hinzubekommen.

Folgende Möglichkeiten standen mir zur Verfügung:

  • Aufbau mit elektronischer SRAM ASX Schaltung: Vorne Force und hinten Eagle (12fach). Leider sehr teuer.
  • Aufbau mit Shimano XT Schaltwerk (welches von „Haus aus“ 11-50 bewältigen kann) und vorne SRAM Rival (weil sie 1fach anbieten und ich die Art zu schalten mag). Dafür braucht es einen Übersetzer zwischen Road und MTB Schaltung und SRAM und Shimano. Machbar mit dem Jtek Shiftmate 9.
  • Aufbau mit 11-46 Sunrace Kassette und SRAM Rival Schaltwerk. Die sicherste Variante, da mit Rival vorne Markeneinheitlich und zudem kein Hilfsmittel wie Shiftmate oder Roadlink nötig.
  • Aufbau mit SRAM Rival Schaltwerk lang. Machbar mit dem Roadlink, mit dem dann auch eine Sunrace 11-50 geschaltet werden kann. (siehe Video).

Ich habe mich erstmal für den Aufbau mit Shimano XT (RD-8000) und Shiftmate 9 sowie einer Sunrace 11-50 Kassette entschieden. Die Wahl fiel auf die Sunrace, da diese in den Abstufungen aus meiner Sicht besser war. Die Sunrace schaltet 36-42-50 und somit etwas abgestufter als die Shimano Kassetten. Auch die Alternativ-Kassette 11-46 ist von Sunrace, da zum Beispiel die XT oben 32-37-46 schaltet und die Sunrace da mit 36-40-46 eine etwas bessere Abstufung hat.

Vorne 32, hinten 11-50 mit Shimano XT

Der Aufbau ging recht einfach, allerdings war die Schaltperformance der XT erstmal nicht so gut: Ich hatte Probleme die unteren Gänge (größere Kränze hinten) sauber geschaltet zu bekommen. Nachdem ich aber den Shiftmate 9 noch mal neu installiert habe (dort wird der Schaltzug über eine Rolle geführt und damit der Unterschied in den Schaltwegen von Road zu MTB Schaltungen ausgeglichen), klappte es wunderbar.

Der Jtek Shiftmate 9 als Übersetzer

Nun werde ich diese Kombination in der Praxis testen und dann entscheiden, ob ich so den Atlas Mountain Race fahren möchte. Alternativ würde ich auf SRAM Rival mit 11-50 und Roadlink oder 11-46 gehen.

Vorne habe ich eine Shimano XT Kurbel (FC-M8000 B1) mit einem 32er Kettenblatt verbaut. Diese läuft in einem XTR Tretlager. Der Grund für die XT Kurbel im Vergleich zu einer SRAM NX oder GX Kurbel ist, dass die XT Kurbel einmal auch für 2fach aufrüstbar ist und zum anderen mit einem Lochkreis von 94mm (SRAM 96mm) mehr Auswahl an Kettenblättern bietet.

XTR Lager mit Shimano XT Kurbel und 32er Tretkranz

Nach dem AMR möchte ich nämlich vorne auf 36 Zähne wechseln und hinten dann eventuell auf 11-40 oder 11-42, da ich unter normalen Tourbedingungen nicht diese enorme Untersetzung einer 11-50 oder gar 11-46 Kassette in Kombination mit einem 32er Tretblatt brauche.

Die Shimano Mix-Pedale: Klick und Plattform

 

Bremsen

Wie auch schon beim Bombtrack setze ich beim Fargo auf die aus meiner Sicht besten mechanischen Scheibenbremsen, die es momentan gibt: Die TRP Spyre. Diese bremsen nämlich beidseitig, anstatt nur einseitig wie die BB7 von Avid. Zudem kann ich beide Bremsbeläge einfach mit einem Inbusschlüssel individuell nachstellen.

Die TRP Spyre wird hinten beim Fargo über eine extra Aufnahme angebracht

Die Montage der Bremsen ist denkbar einfach: Anschrauben, ausrichten, Bowdenzug rein und gut. Richtig eingestellt verzögern sie nicht nur gut, sondern bringen natürlich auch die Räder zur Blockade, wenn gewünscht.

Und wie immer bei Scheibenbremsen, müssen diese erstmal eingebremst werden, bevor sie ihre ganze Kraft entfalten. Ich fahre mit 160mm TRP Scheiben vorne und hinten, auf die ich mich bislang auch am Bombtrack mit Gepäck in jedem Gelände verlassen konnte.

Die TRP Spyre vorne an der Firestarter Carbon Gabel

Und weil natürlich die Frage kommt: Ich fahre keine hydraulischen Bremsen, da ich bei meiner Art zu Reisen und bei Veranstaltungen wie dem AMR lieber auf Lösungen setze, die ich auch in entlegenen Gegenden reparieren kann. Hydraulische Scheibenbremsen haben sicherlich ein noch besseres Bremsverhalten, aber ich setze lieber auf die mechanischen aus den genannten Gründen. Vielleicht wechsle ich irgendwann mal auf hydraulische, aber momentan ist das nicht geplant.

 

Laufräder & Reifen

Bei der Wahl der Laufräder habe ich diesmal auf die britischen Experten von HUNT gesetzt. Sie haben mit dem Mason x Hunt Search einen Laufradsatz im Angebot, der nur 2.165g wiegt und dabei 30mm breite Felgen (interne Weite) und SON Nabendynamo mitbringt. Er ist auf eine Reifenbreite von 2.25“ bis 2.8“ ausgelegt, natürlich Tubeless ready. Der SON und die HUNT Hinterradnabe bauen auf den Boost Standard auf, das heißt also 15x110mm MTB Boost Standard vorne und 12x148mm hinten.

Die Speichen sind aus Stahl und die sehr leichten Steckachsen aus 7075 T6 Aluminium.

Der Mason x Hunt Laufradsatz

Alternativ hätte ich mir einen LR-Satz mit DT-Swiss XM 481 Felge, Sapin Speichen, SON und DT-Swiss 240 HR-Nabe aufgebaut. Preislich war in diesem Fall das HUNT Angebot attraktiver und ich wollte mal was Neues ausprobieren.

Bei den Reifen habe ich diesmal für den AMR auf die Vittoria Mezcal in 2.25“ gesetzt. Diese ließen sich ohne Probleme aufziehen und hielten auch gleich dicht – Nachpumpen, wie es sonst bei Tubeless gerade am Anfang nötig ist, musste ich bislang noch nicht machen. Ich fahre die Mezcal mit 3 Bar Druck.

Vittoria Mezcal in 2.25 Zoll

Bislang bin ich WTB Trail Boss (auf dem Tuscany Trail), Maxxis Ikon und WTB Nano gefahren. Die Trail Boss sind im Gelände recht gut, aber es war ein echter Kampf diese auf oder von der Felge zu bekommen (DT-Swiss). Die Ikon sind leichter zu montieren, bieten eine gute Traktion im Gelände, laufen aber sehr laut. Nach 2.500km waren sie aber durch und die Häufigkeit von Löchern zwang mich zum Wechsel auf die Nano in 2.1“. Diese laufen vor allem auf Asphalt ruhig und schnell, im Gelände sind sie ok, könnten aber etwas mehr Traktion bieten. Ich fahre sie aktuell mit 2,8-3 Bar Druck am Bombtrack.

 

Lenker & Vorbau

Im September habe ich mir den neuen RideFarr Aero Gravel Lenker bestellt, der allerdings bis heute noch nicht geliefert werden konnte. Daher habe ich nun am Fargo meinen alten Bombtrack Beyond Flare Drop Bar in 46mm Breite installiert. Zum einen bin ich an ihn gewöhnt und finde ihn in Breite, Flare (22 Grad) und Drop (110mm) ideal. Zum anderen erlaubt er mir etwas mehr Platz für die Frontrolle. Das Fargo ist eigentlich auf den Salsa Woodchipper Lenker ausgelegt, der ist mir aber zu breit und hat zu viel Flare.

Das Fargo Titan mit Beyond Lenker

Ans Bombtrack habe ich nun den neuen FSA Adventure Drop Bar gebaut, der etwas weniger Drop und Flare hat, als der Beyond. Es ist mehr ein Gravellenker, als ein Adventure-MTB Lenker.

Als Vorbau setze ich auf den Salsa Guide mit 80mm Länge und 6 Grad Neigung. Dieser ist auch am Fargo Built-Set verbaut und schien mir passend. Alternativ hätte ich einen Ritchey Comp oder einen Thomson Vorbau verbaut.

 

Sattel & Sattelstütze

Beim Sattel habe ich diesmal – wie auch am Norwid Reiserad – auf einen SQ-Lab Sattel gesetzt. Nachdem ich den Abstand meiner Sitzknochen gemessen habe, fahre ich nun einen SQ-Lab 611 Ergowave. Der muss nun eingefahren werden, soll aber ein ziemlich angenehmer Sattel für die Langstrecke sein.

Als Sattelstütze verwende ich diesmal die RaceFace Chester. Sie ist auf eine härtere Beanspruchung ausgelegt und ich fand sie einfach interessant. Mir war aber wichtig, dass die Stütze keinen Setback hat, also keine Krümmung im Kopfbereich der Stütze, durch die die Klemmung des Sattel sonst nach hinten rückt.

 

Licht

Am Fargo werde ich auch ein festes Vorderlicht verbauen. Ich habe mich für das B&M IQ-X entschieden, dass bis zu 100 Lux liefern soll und damit im Rahmen der StVO ordentlich Licht liefert. Ich hatte auch noch die 800W Supernova und die Exposure Revo in der Auswahl, habe mich dann aber für die legale Variante entschieden.

Der IQ-X

Hinten verrichtet ein NiteRider TL 5.0 batteriebetriebenes Rücklicht seinen Dienst. Das hat bis zu 100h Laufzeit und wird so mich durch Marokko und den täglichen Straßenverkehr blinken.

Einen Dynamolader habe ich diesmal nicht verbaut. Der Grund ist, dass ich in all den Jahren nur sehr selten den Dynamolader benutzt habe. In Marokko werde ich eher selten ausreichend Geschwindigkeit aufbringen können, um wirklich relevant laden zu können. Zudem hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass ich sehr gut mit zwei geladenen 10.000 mAh Powerbanks sehr lange durchkomme. Es besteht also kein Grund für einen Lader.

 

Die ersten Kilometer mit dem Fargo…

Natürlich muss es gerade jetzt Sturm geben und ergiebigen Regen, der noch die kommenden Wochen durchhalten wird. Aber ich habe ein kleines Wetterfenster genutzt und bin mit dem Salsa los, in den Wald, mal richtig heizen und testen.

Nach den ersten 30km kann ich sagen: Es sitzt wie angegossen! Ich fahre etwas aufrechter als beim Bombtrack – vielleicht ändere ich das noch und gehe vorne etwas tiefer. Man sieht ja auf den Bildern, dass Sattel und Lenker auf gleicher Höhe sind. Aber ich sitze sehr angenehm und kann so gut auf das Gelände reagieren und auch Druck auf die Pedale geben, wenn es sein muss. Der Sattel ist ebenfalls perfekt bislang (wobei man nach 30km nichts dazu sagen kann und sollte), und ich sitze hart, aber herzlich.

Gleich mal im Schlamm spielen fahren…

Die Schaltung macht was sie soll, die Bremsen brauchen noch ein bisschen zum Einbremsen und der Matsch und Dreck haben schon mal alles gegeben: Trotz der Schutzbleche war ich bis zu den Oberschenkeln eingesaut, was vermutlich an meiner wilden Fahrt durch den Waldschlamm lag. Sehr angenehm waren auch die breiteren Mezcal Reifen. Gerade bei dem feucht-rutschigen Untergrund hatten sie eine gute Traktion und Federung.

Jetzt werde ich erstmal trotz schlechtem Wetter die Kilometer mit dem neuen Rad abspulen und freue mich darauf, bald die Schutzbleche wieder abzunehmen. Ohne sieht es einfach besser aus 🙂

 

Habt ihr Fragen zum Rad oder Tipps? Dann gerne her damit!