Heute habe ich ein Rose für dich: Testfahrt mit dem Rose Backroad Gravelbike

Heute habe ich ein Rose für dich: Testfahrt mit dem Rose Backroad Gravelbike

Hinweis:

Das Testrad wurde mir auf meine Anfrage hin von Rose Bikes zur Verfügung gestellt. Damit ist das auch Werbung.

Zum ersten Mal ist mir das Rose Backroad 2018 beim Silk Road Mountain Race aufgefallen. Dort wurde es noch vor Marktstart für einen finalen Test durch die Berge Kirgisistans gefahren. Und nahezu gleichzeitig kam es im August 2018 offiziell in den Handel. Damit war Rose eine der ersten Marken, die das Thema Gravelbike nicht nur als Trend beobachteten, sondern mit dem Backroad auch ein Fahrrad entwickelt haben, das mindestens hierzulande eines der bekanntesten Gravelbikes werden sollte.

Auch wenn das Backroad Carbon für Rennen wie das Silk Road oder Atlas Mountain Race aus meiner Sicht nicht wirklich passend ist, so haben die Bocholter hier ein Gravelbike geschaffen, dass sehr vielseitig ist, mit Gelände abseits der Waldautobahn durchaus gut klarkommt und sich auch für den ein oder anderen Bikepacking Trip eignet.

Unser Backroad fühlt sich da wohl, wo ein klassisches Rennrad es schwierig hat. Es bietet dir die nötige Laufruhe und Sicherheit im Gelände – das ideale Geschoss für mehr Flexibilität in Sachen Streckenwahl.

Geschoss trifft es ganz gut, denn das Backroad Carbon ist ein sehr schnelles Fahrrad, egal auf welchem Untergrund. Am Anfang musste ich mich erst daran gewöhnen, schneller unterwegs zu sein und das vor allem in den Kurven. Jule von Jule Radelt hat das Backroad auch als „Schotter-Fräse“ bezeichnet, mit der man sehr viel Spaß haben kann. Und auch das kann ich so unterschreiben.

Und dass Graveln und Bikepacking vor allem auch Vielfalt bedeuten, kann man an der aktuellen Modellpalette sehen: Allein sieben Backroad Modelle in der Carbon Serie, sechs in der AL Version, drei in der Limited Version und zwei eGravel Modelle lassen kaum einen Wunsch offen.

Unterwegs mit dem Backroad Carbon

Ich habe für den Test das neue Rose Backroad Carbon mit der SRAM Rival eTap AXS XPLR 1X12 bekommen. Damit ist das Fahrrad mit der recht neuen elektronischen Rival 1 Rennrad-Schaltung von SRAM ausgestattet, die 12 Gänge schaltet. Die Rival ist mit der Shimano 105/(Ultegra) vergleichbar. XPLR bedeutet, dass hier die speziell für das Graveln entwickelten SRAM Komponenten verbaut wurden: ein Rival XPLR Schaltwerk für eine breitere XPLR Kassette mit 10-44 und eine XPLR Rival 1 Wide Kurbel mit 40er Kettenblatt.

 

Geometrie

Rose positioniert das Backroad als Fahrrad für die Langstrecke und Endurance:

Massig Komfort am Sattel und eine gravelspezifische Rahmen-Gabelgeometrie bieten perfektes Handling auf Straße, Schotter und im technischen Gelände. Nur dein Bierdurst kann dich stoppen.

Was seine Stack und Reach Werte angeht, so ist das Rose Backroad Carbon ein vergleichsweise sportlich-aggressives Gravelbike. Aber das sieht man nicht sofort. Die Stack/Reach Ratio beträgt 1,48, was auf eine sportliche Sitzhaltung schließen lässt. Ab einer Stack Reach Ratio von 1,55 spricht man von einer aufrechten/entspannteren Sitzhaltung, was vor allem bei Rädern für die Langstrecke interessant ist.

Der Stack, also der vertikale Abstand zwischen der Mitte des Tretlagers und dem oberen Ende des Steuerrohrs, beträgt beim Backroad Carbon 586mm. Der Reach, also der horizontale Abstand zwischen der Mitte des Tretlagers und dem oberen Ende des Steuerrohrs, misst 395mm.

Zum Verständnis:

  • Viel Stack und wenig Reach bedeuten: Der Rahmen ist etwas kürzer und man sitzt aufrechter.
  • Wenig Stack und viel Reach bedeuten: Der Rahmen ist länger und man sitzt gestreckter/sportlicher auf dem Rad.

Hinweis: Mein Testrad hatte die Rahmengröße 57 bei einer Körpergröße von 1,84m und einer Schrittlänge von 80cm.

Um das Rose Backroad Carbon in den Vergleich mit anderen Gravelbikes zu setzen, habe ich mir zuerst das Votec VRX angeschaut.

Das VRX hat im Vergleich etwas mehr Stack (+3mm) und weniger Reach (-11mm), was in einer aufrechteren Sitzposition mündet.
Das Backroad hat mit 434mm eine längere Kettenstrebe als das VRX mit 420mm, was dem Backroad mehr Laufruhe verschafft (die auch spürbar ist).

Den zweiten Vergleich mache ich mit dem Canyon Grizl, das übrigens von Jenny Tough gefahren und beworben wird.

Interessant ist hier, dass das Grizl mehr Stack (+19mm) und mehr Reach (+14mm) als das Backroad hat, bei gleicher Stack to Reach Ratio von 1,48. Beide Fahrräder sind sich sehr ähnlich und in ihrer Geometrie und Fahreigenschaften vermutlich vergleichbar.

Überrascht war ich vom Geo-Vergleich mit dem Cannondale Topstone, das mir als recht „aggressives“ Gravelbike mit eindeutigen Crosser-Genen in Erinnerung ist. Schaut man aber auf die Daten, so zeigt sich, dass das Topstone im Vergleich zum Backroad eine Langstrecken-Schaukel ist: die Stack to Reach Ratio liegt hier bei 1,55, was ein recht aufrechtes Sitzen bedeutet. Das Cannondale hat mit 610mm auch satte 24mm mehr Stack, als das Backroad.

Das Topstone hat dafür auch einen längeren „Vorlauf“ (ist sicherlich nicht das fachlich korrekte Wort dafür), also den Front-Center Abstand zwischen Tretlager und Vorderradachse, der mit 641mm ganze 24mm länger ist als beim Backroad. Das spiegelt sich auch im Wheelbase Maß wieder, das den horizontalen Abstand zwischen der Mitte der Punkte, an denen die Vorder- und Hinterreifen den Boden berühren, beschreibt. Dieses ist beim Topstone 26mm länger, als beim Backroad.

Zum Schluss noch ein vergleichender Blick auf das Specialized Diverge, welches ja eine ähnliche Bekanntheit und Status geniesst, wie das Backroad. Auch hier ist das Backroad die sportlichere Wahl, denn das Diverge setzt auf Langstrecke mit einem Stack von 610mm (+24mm im Vergleich zum Backroad) und einer Stack to Reach Ration von 1,56. Das Diverge ist also aufrechter.

Das Rose Backroad ist daher im Vergleich zu anderen Gravelbikes eher sportlicher ausgelegt und rein nach den Geo-Maßen nicht unbedingt für lange Fahrten (Endurance) gebaut. Aber keine Sorge: Mit dem Backroad kann man prima viele Tage am Stück unterwegs sein, ohne sich zu verbiegen. Es ist ein gutes Angebot an Rennradler*innen, die aufs Gravelbike wechseln möchten.

Wer das Rose Backroad etwas komfortabler haben möchte, der sollte sich die AL Version anschauen, die eine Stack to Reach Ratio von 1:57 hat und damit deutlich aufrechter ist. Der Stack ist 14mm länger und der Reach 12mm weniger.

Auch die Kettenstrebe ist um 4mm verkürzt. Zudem ist das Sitzrohr 10mm kürzer und der Front-Center Abstand um die 5mm länger. Und im Gegensatz zur Carbon Variante kommen bei der AL Version normale runde Sattelstangen zum Einsatz.

 

Rahmen & Gabel

Das Backroad gibt es mit Carbon- und Alu-Rahmen. Die AL Version des Fahrrades wurde vor allem aus Kostenpunktgründen entwickelt, um so auch zu einem niedrigeren Preispunkt Angebote machen zu können. Zudem hat sie auch eine aufrechtere Geo. Mein Testrad gibt es für 3.800 Euro. Das Einstiegs-Backroad-AL Modell geht bei 2.000 Euro los.

Carbon Rahmen und Gabel

Das Testrad hat einen Carbon-Rahmen und Carbon-Gabel. Gebaut werden diese in Asien.
Beachtenswert ist das Gewicht: Der Rahmen wiegt laut Rose 1.020g und die Gabel nur 425g. Damit kommt das fertige Fahrrad auf ein Gewicht von nur 8,6kg laut Rose (8,8kg nachgewogen inklusive Pedale und Navi-Halter). Leider gibt es das Rahmen-Set nicht separat zu kaufen.

Ösen am Oberrohr

Für den Transport von Flaschen und Haltern bietet der Rahmen drei Sätze Ösen im Rahmendreieck und am Unterrohr. Zudem noch ein Paar auf dem Oberrohr, um beispielsweise eine Cockpit Tasche dort anschrauben zu können. Die Gabel hat an jeder Seite drei Ösen und ist damit für Anything Cages oder Fork Packs vorbereitet.

Schön gelöst ist die interne Kabelführung, sofern man diese mag. In jedem Fall sind dadurch der Rahmen und Lenkerbereich aufgeräumt. Und das bei Rose genannte D-Shape zieht sich durch das Rahmendesign durch, angefangen bei der flexenden Sattelstütze bis hin zum Steuersatz.

Schön aufgeräumtes Design

Auch in Sachen Reifenfreiheit ist das Rose sehr gut aufgestellt:

Rahmen und Gabel ermöglichen Reifenbreiten von bis zu 47 mm bei 700c und bis 50 mm bei 650b.

Ebenso gut finde ich die Protektoren am Unterrohr und auf der Kettenstrebe. Das ist gut mitgedacht und bei meinen Gelände-Fahrten mit dem Backroad habe ich sehr oft die Steine und Dreck an der Schutzplastik abprallen gehört. Der extra Schutz an der Kettenstrebe ist ebenfalls im Gelände sehr brauchbar, schlenkert die Kette dann doch ab und zu hoch und runter und knallt so nicht auf das Carbon und den Lack.

Die Protektoren am Unterrohr

Besonders ist die Federung beim Carbon-Rahmen: Die deltaförmigen Sattelstütze sitzt in einem runtergezogenen Sattelrohr (durch einen starken Gummi abgedeckt), welches zusätzlich Flex gibt, der durchaus spürbar ist.

Die Sattelstützenaussparung

So schön und elegant der Rahmen und Gabel gebaut sind, so sehr ist diese Art auch einschränkend. Denn durch die Verwendung proprietärer Teile, die wie D-Shape Sattelstütze oder Steuersatz, kann man nicht einfach umbauen oder ergänzen. Eine Dropper-Post ist dadurch bei den Carbon-Modellen des Backroad nicht möglich und auch vorne ist man auf den Rose Vorbau „festgelegt“, zumindest wenn es im Design bleiben soll.

D-Shape auch am Steuersatz

Zudem hat Carbon auch seine Nachteile: Mal von der momentanen Öko-Bilanz angesehen, sind Carbon-Sattelstützen oft bei Bikepacking Satteltaschen nicht empfohlen. Das hat vor allem mit der Vorsicht der Hersteller zu tun, die ungünstige Hebelkräfte oder Abnutzung befürchten und damit strukturelle Beschädigungen der Carbonfasern. Auch bei der Gabel gibt es Gewichtsbeschränkungen für die Aufnahme an den Ösen. Meist liegt diese bei ca. 3kg pro Seite. Das ist aber oft genug für Menschen, die ohnehin mit dem Backroad leichtbepackt auf Graveltravel-Tour unterwegs sind. Auch so ist ein Carbon-Rahmen immer empfindlicher und vor allem im groben Gelände sollte man daher etwas mehr aufpassen.

Backroad Carbon Gabel

Hinzu kommt, dass leider das Systemgewicht des Backroad – und zwar nicht nur bei der Carbon-, sondern auch bei der AL-Version – auf 110kg beschränkt ist. Das ist für leichtere Fahrer*innen kein Problem, die neben ihrem Körpergewicht auch noch etwas Gepäck hinzuladen können. Ich habe meist 9-12kg Gepäck dabei, dazu 3 Liter Wasser, wiege 84kg, dazu das Rad mit knapp 9kg und komme daher auf 108kg. Da ist kein Spielraum für zusätzliche Sachen, auch wenn die Systemgewichtsgrenze sicherlich noch +/-5% verträgt.

Übrigens beträgt das Durchschnittsgewicht eines Mannes in Deutschland ca. 85kg. Das der Frauen hierzulande ca. 71kg.

Daher ist aus meiner Sicht das Rose Backroad Carbon ein ideales Rad für performance-orientiertes Graveln und Bikepacking Tagestouren/Overnighter mit leichtem Gepäck. Alles andere ist sicherlich auch machbar, hängt aber stark vom Körpergewicht und Zuladung ab. In jedem Fall ist das Backroad Carbon aber auch mit Gepäck ein ziemlich agiler Flitzer, der nicht zurücksteckt und unglaublich viel Spaß macht.

Bikepacking mit dem Backroad

Was mir besonders gefällt, sind die Farben. Die sind einfach modern, frisch und passend. Das Testrad kam in Blue-Haze. Alternativ gibt es das Backroad auch in Evil Pepper Green.

Das Rose Backroad gibt es in den Größen 47, 50, 53, 55, 57, 59 und 62. Das sollte eine recht breite Körpervielfalt abdecken und so ein gutes Angebot für kleine und große Menschen sein.

 

Laufräder und Naben

Die Laufräder des Rose Backroad sind mir bislang positiv aufgefallen. Sie sind recht stabil und unterstützen durch das höhere Felgenprofil die flotte Fahrt. Die hauseigenen 28″/700cc G-Thirty Disc Gravel-Felgen haben ein mittelhohes Profil und eine Innenmaulweite von 25mm. Sie werden laut Rose von den Bocholtern selbst gefertigt.

Gute Laufräder

Die Naben sind eine gemeinsame Entwicklung von Rose und Newmen mit 28 Speichen, die eine Centerdisc Bremsscheiben-Aufnahme haben. Der Laufradsatz kostet um die 450 Euro (mit 24 Speichen), was recht preiswert ist.

Rose Nabe von Newmen

Bei den Reifen setzt Rose auf die WTB Raddler. Leider haben die bei mir so gar nicht funktioniert: nach nur 54km hatte ich bereits zwei Platten. Im Gelände arbeiten sie aber eigentlich ganz gut und sind bei trockenen Bedingungen und entsprechendem Druck gefahren auch sicher und spurtreu in den Kurven. Ich hatte dennoch oft den Eindruck, dass die Raddler nicht der Energie und Power des Backroad gewachsen sind und die Performance eher einschränken.

WTB Raddler am Rose

Werksseitig wird das Backroad mit Schlauch ausgeliefert. Ich würde euch aber empfehlen schnell auf Tubeless umzubauen. Dafür müsst ihr aber richtiges Dichtband einbauen, denn bei den Laufrädern ist das Felgeninnere nur leicht abgeklebt. Und ich würde dann so schnell als möglich auf andere Reifen wechseln, wie zum Beispiel die Schwalbe G-One Bite oder R.

Nach 50km gleich zwei Löcher

Was mir durch die Platten aufgefallen ist: die Felgenfarbschicht ist sehr empfindlich. So entstehen beim Abheben des Reifens mit Hebern Spuren an der Felge. Zudem hinterlassen Steine an den Felgen schnell ihre Spuren. Mich stört das nicht, aber wer mehr nach Äußerlichkeiten geht, sollte das wissen.

 

Schaltung & Bremsen

Das Testrad ist neu in der Backroad Modell-Reihe und hat die SRAM Rival eTap AXS XPLR 1X12 verbaut.

SRAM Rival AXS

Das Backroad Rival eTap AXS XPLR 1×12 verkörpert Gravel-Action pur. Zwischen neuen, unbekannten Terrains und heimischen Trails bezwingst du mit diesem Gravel Bike alle Wege abseits der Straße und machst kein Halt vor steilen Anstiegen.

Die Schaltung besteht aus einem 40er Kranz vorne und hinten einer 10-44er Kassette. Besonders hat mir erstmal die feine Gangabstufung in den höheren Gängen der Rival gefallen: 10, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 24, 28, 32, 38, 44.

SRAM Rival AXS am Backroad

Das macht es ganz angenehm auf Veränderungen zu reagieren und bietet mit leichtem Gepäck auch genug Gestaltungsspielraum im Gelände und wenn es mal steiler werden sollte. Die Kassette gibt es in zwei Varianten: einmal mit dem größeren Ritzel aus Alu, einmal aus Stahl. Der Unterschied liegt im Gewicht von 373g zu 412g.

Die 10-44er Kassette

Die Übersetzung von 40 auf 44 bietet eine leichte Untersetzung (toller Satz!). Das reicht ohne Gepäck oder mit leichtem Gepäck auch für Steigungen bis 12/13%. Ich bin mit dem Rad Steigungen auf Asphalt bis 15% hoch gefahren, was gut ging. Kommt allerdings noch Gepäck hinzu, kann es doch recht schnell eng werden und schieben ist angesagt. Die Gravelschaltungen sind eben nicht wirklich auf Bikepacking ausgelegt, sondern „nur“ aufs Graveln. Etwas Erleichterung kann man bekommen, wenn man vorne von 40 auf ein 38er Blatt wechselt. Weniger ist aber laut SRAM bei der Rival XPLR Kurbel nicht möglich.

Fand ich richtig gut: SRAM Rival XPLR AXS

Leichtes Bikepacking ist also machbar. Geht es in anspruchsvolleres Gelände mit mehr Gepäck, ist da bald Ende. Wer auch unter diesen Bedingungen nicht auf ein Backroad verzichten möchte, der sollte sich das Classified Modell oder die 2×11 Varianten mit GRX anschauen.

Ich war natürlich auf die Performance der neuen SRAM Rival AXS gespannt. Wie zu erwarten schaltet sie sehr präzise und auch unter Last zuverlässig. Das macht einfach Spaß und ist sehr einfach einzurichten und zu justieren. Ich selber bin mittlerweile auf die elektronische Schaltung von SRAM gewechselt und kombiniere eine Road mit einer MTB Schaltung an meinem Endurance MTB.

SRAM Rival Bremse

Die Rival Bremsen mussten erstmal eingebremst werden, haben dann aber einen sehr guten Job gemacht. Sie lassen sich gut dosieren und haben auch bei leichter Nässe mit den 160er Scheiben gut gearbeitet. Und das ohne Schleifen oder Quietschen.

 

Lenker, Sattel & Co.

Beim Lenker setzt Rose auf bewährte Qualität und verbaut an der Rival AXS Version den Ritchey Venture Max Comp in 40er Breite, der diese charakteristische Welle im Unterlenker hat.

Die Ritchey Welle

Ich liebe diese Welle, denn die Hände können dort gut „einrasten“ und das Rad lässt sich so auch im Gelände sicher steuern. Ich persönlich hätte einen breiteren Lenker genommen, aber das ist ja individuell. Vielleicht kann man Rose hier im Kaufprozess fragen, ob die Anpassung der Lenkerbreite möglich ist.

Venture Max Comp

Der Vorbau ist das oben schon angesprochene Rose Modell, genannt Square, aus Alu mit 6 Grad Neigung/Steigung. Dieser passt sich in der Form dem D-Shape des Steuersatz an und hat vorne auch gleich Öffnungen für die Installation eines GPS-Halters (Rose Stem Mount Vorbauhalter).

Square Vorbau

Ich konnte auf der Rose Website den Vorbau nicht finden und kann daher auch nicht sagen, ob es diesen auch in anderen Maßen und Neigungen gibt.

D-Shape Sattelstütze

Ebenfalls schon thematisiert ist die D-Shape Sattelstütze, die 400mm lang ist, aus Carbon besteht und einen Offset von 8mm hat. Befestigt wird die Stütze übrigens mit einer Klemmschraube seitlich im Rahmen. Das ist optisch recht schön gelöst. Beim Sattel setzt Rose auf den WTB Silverado. Der ist unauffällig und hat mir ganz gut gepasst, selbst auf langer Fahrt.

 

Fazit & Einordnung in Martins Allroad Bike Kategorisierung

Wie ihr wisst, habe ich eine Allroad-Bike Kategorisierung entwickelt, in die ich alle Fahrräder, die ich teste, einordne und so etwas mehr Übersichtlichkeit schaffe.

Das ist nicht einfach, auch weil die Vielfalt an Typen, Anwendungen, Kategorisierungen und Trendbezeichnungen es nahezu unmöglich machen, das mal zu strukturieren. Ich habe es dennoch mal probiert. Dabei habe ich unter dem Oberbegriff Allroad-Bike drei Kategorien gebildet, die sich aber natürlich überschneiden und so auch Gemeinsamkeiten haben:

Einordnung Allroad-Bikes
  • Performance & Race: Einige der Fahrräder kommen aus dem Rennrad-/Crosserbereich und/oder sind von dort inspiriert. Vor allem Rennradfahrer, die auf den Schotter wechseln, finden Gefallen an diesen sehr sportlichen Rädern, die vor allem für den kompetitiven Einsatz gedacht sind.

 

  • Freizeit & Alltag: Hier sehe ich die Räder, die das Sportliche und das Entspannte miteinander verbinden und mit denen man fast überall hinfahren kann, ohne sich viele Gedanken zu machen. Ja, hier sprechen wir vor allem über das klassische Gravelbike als ein prima Angebot an alle, die sich keine Gedanken mehr über den Untergrund machen wollen, sondern einfach nur fahren möchten.

 

  • Travel & Abenteuer: Ja, auch das tägliche Pendeln zur Arbeit kann Abenteuer sein, aber in dieser Kategorie sehe ich alle Räder, die sich für nahezu alle Terrains eignen, deren Wurzeln eher im MTB liegen und die Off-Road, Bikepacking und Bike Travel in allen Spielarten möglich machen.

 

Aus meiner Sicht kann das Rose Backroad Carbon fast alles gut und ist vielseitig einsetzbar. Seine echten Stärken sehe ich aber mehr im Performance Bereich und mit den oben genannten Einschränkungen auch bei Travel & Adventure.

Das Rose Backroad Carbon ist ein sehr schnelles und agiles Fahrrad. Mit den richtigen Reifen kann es aus meiner Sicht noch mehr Potential entfalten, bzw. auf die Straße oder den Schotter bringen. Das Backroad Carbon ist ein interessantes Gravelbike für Rennradler*innen, die so Gravelluft schnuppern können, ohne auf das Rennrad-Feeling verzichten zu müssen. Für Mountainbiker*innen ist es ein interessanter Kandidat, wenn es mal ein schnelleres Rad braucht, das auch im Gelände nicht gleich versagt.

Das Rose Backroad Carbon

Sollte ich mir mal ein Gravelbike kaufen, dann wäre das Backroad Carbon definitiv auf meiner Prio-Liste. Ich bin das Rad insgesamt über 500km gefahren, dabei auch 280km am Stück und habe es sehr viel über Schotter und Waldboden getrieben. Das alles hat es sehr gut mitgemacht und ich habe mich recht schnell auf dem Fahrrad sehr wohl gefühlt.

Auch für das Bikepacking eignet sich das Backroad Carbon natürlich. Einzig das Systemgewicht von 110kg beschränkt hier etwas die Radreiselust. In jedem Fall kann man mit dem Rose Backroad so einige Orbits erkunden und dabei bei Bedarf auch Rekordzeiten aufstellen.

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10 Comments

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  1. says: Alejandro Zarza Aguado

    Danke für den Test! Gibt Rose etwas an bezüglich Zuladung der Gabel? Für Front Rack oder Anything Cages?

    Merci!

    1. Nein, aber an Carbon Gabel sollte man ohnehin keine Racks anbauen. Auch wenn es geht. Eher Cages. Ich gehe von einer max Beladung von 3kg pro Seite aus, was aber auch beim Bikepacking reicht. Das Backroad ist kein Bikepacking Rad in diesem Sinne, sondern eher ein Gravel Flitzer, mit dem man auch leichtes Bikepacking machen kann.

      Viele Grüße
      Martin

  2. says: Björn

    Moin,

    kann es sein, dass die Geometriedaten des Votec VRX nicht aktuell sind? Der Link führt zum „neuen“ VRX, doch die Geometriedaten stammen wohl von einem 2017er Modell. Das aktuelle VRX ist in L (57cm) mit einem Stack von 616mm (-4mm) und Reach von 391mm (+30mm) angegeben.

    LG
    Björn

      1. says: Björn

        Ja, habe ich gesehen. Ich habe bei meiner letzten Kaufentscheidung auf die Seite bike-stats.de zurückgegriffen und festgestellt, dass die dort hinterlegten Daten nicht zwingend die richtigen sind. In dem Fall waren auch Daten der genannten Modelle Backroad und VRX nicht richtig.

        Von daher wohl ganz gut, den auf diesen Seiten präsentierten Ergebnissen zumindest nicht blind zu vertrauen und nochmal auf die Herstellerseite zu gucken, ob die Angaben passen. Zumal wenn wirklich der Online-Kauf eines Rades davon abhängt.

        LG
        Björn

  3. says: Ole

    Spannender Test.
    Besonders da ich bei gleicher Körpergröße 10cm längere Beine habe.
    So erscheinen mir viele Gravelbikes eher als Streckbank…
    Dabei wäre die Elektrovariante des Rose sonst mal einen Versuch für mich Wert…

  4. says: Buddy

    Das Rose Backroad in Carbon und Alu sind angeblich zwei total unterschiedliche Bikes wie ich im Rose Store erfahren habe.
    Carbon mehr racing orientiert und gestreckt und das Alu für komfortables Bikepacking und lange Touren.

    1. says: Tom

      Ich fahre sowohl das Carbon, habe aber zum Vergleich auch das AL-Modell meiner Frau. Da sieht man deutlich, dass Materialbedingt die AL-Version eine aufrechtere Sitzposition hat (beide Räder haben gleiche Rahmengrösse!).