32 Schlafsäcke bis 1.000g für Radreise und Bikepacking

32 Schlafsäcke bis 1.000g für Radreise und Bikepacking

Schon seit geraumer Zeit schaue ich nach einem neuen Schlafsack, der mehr meinen aktuellen Neigungen zum sportlichen Bikepacking entspricht.

Die Anforderungen: Leicht, warm, klein bzw. kompakt, Daune (RDS zertifiziert), unempfindlich gegenüber Nässe (Kondens), keinen Quilt.

Die Einsatzbereiche: 3 Jahreszeiten, leichte Minusgrade möglich, im Zelt und im Biwaksack, in heimischen Gefilden, verschiedenen Regionen weltweit und vor allem im Hochgebirge Kirgisistans.

Mit Leicht meine ich so um die 500-600g. Derzeit habe ich einen Cumulus Panyam 450, der 900g wiegt (individualisiert). Den hatte ich auch beim Atlas Mountain Race dabei, aber ich hätte es gerne leichter und kompakter, auch damit er besser in die Lenkerrolle passt.

Mit Warm meine ich, dass er mich mit einer Term A Rest NeoAir, einem Inlet aus Seide, im Zelt bis eine Außentemperatur von -10 Grad, im Biwaksack bis 0 Grad, warm hält. Natürlich hängt das individuelle Kälteempfinden immer auch noch von anderen Faktoren ab, wie körperliche Verfasstheit, Anstrengung, Ernährung, Müdigkeit, usw..

Mit relativ unempfindlich gegenüber Nässe meine ich: Die Argumente, dass bei Nässe Daune nicht mehr einsatzfähig ist, sind überholt, denn mit Pertex Außenmaterial und Hydrophoben Daunen und Imprägnierungen ist man auch bei feuchteren Bedingungen heutzutage sehr gut aufgestellt und muss nicht auf synthetische (und damit schwerere) Säcke zurückgreifen.

Warum keinen Quilt? Ich möchte gerne eine Kapuze haben, in die ich mich einmummeln kann. Und beim Biwakieren einen Schlafsack, der mich komplett wärmt, einen Reißverschluss hat, mit dem ich auch die Wärme regulieren kann und ich nicht auf eine extra Bekleidung am Oberkörper angewiesen bin.

Der Panyam 450 in Patagonien

 

32 Schlafsäcke für 3-Jahreszeiten

Also habe ich mich umgeschaut und eine ganze Reihe an Schlafsäcken gefunden, die mehr oder weniger meinen Anforderungen entsprechen. Und damit ihr auch was davon habt und diese Liste euch ggf. eine Hilfe bei der Recherche ist, habe ich die Auswahl erweitert und „meine“ Schlafsäcke in drei Gewichtsklassen sortiert: 0-600g, 600-800g und 800 bis 1.000g.

Hinweis: Einen Link zur kompletten Tabelle auf Google Docs findet ihr unten am Ende des Beitrags.

 

Schlafsäcke Gewichtsklasse bis 600g

Acht Schlafsäcke habe ich in dieser Kategorie gesammelt, wenn auch der RAB Mythic Ultra 360 mit 606g eigentlich nicht mehr dazugehört. Aber bei 6 Gramm bin ich mal nicht so, denn für dieses Gewicht gibt es Wärmeleistung satt: Ganze -2 bis -8 Grad bietet der RAB im Komfort bis Limit Bereich. Mehr kann nur der PHD, wobei ich hier nicht die Limit- und Maximal-Temperatur gefunden habe. Der PHD hat mit 1.000 cuin auch den höchsten Wert in dieser Liste. Preislich sind sich beide mit um die 600 Euro ähnlich, wobei der PHD fast 150g weniger auf die Waage bringt. Dafür kenne ich das Packmaß des RAB nicht.

Ebenso interessant ist natürlich der Western Mountaineering HighLite, der ein sehr gutes Gewicht (480g) zu einem sehr guten Preis (340 Euro) bietet. Ebenfalls hervorheben möchte ich den X-Lite 300 der polnischen Firma Cumulus. Dieses Modell habe ich individualisiert, das heißt noch Anpassungen an das Standard-Modell vorgenommen (Menge der Daunen, Reißverschluss, Stoff und Farbe). Der X-Lite hat eine ausreichende Komforttemperatur von 2 Grad und mit 514g Gewicht bei knapp 400 Euro auch ein gutes Gewicht/Preis Verhältnis.

Aufgrund einer Empfehlung habe ich mir auch den Sea to Summit Spark SP II angeschaut: Das ist ein nur 560g leichter Schlafsack (in der Größe bis 198) mit einer Komforttemperatur von 4 Grad. Er ist eher eng anliegend geschnitten, allerdings wurde in der neuen/aktuellen Version das Platzangebot etwas verbessert. Gewichtssparend ist auch sein ½ Reißverschluss. Mit einer Komforttemperatur von 4 Grad ist er für kühlere Nächte durchaus geeignet, aber ich würde mir hier schon etwas mehr Wärmeleistung wünschen. In der kleineren Größe bis 1,85m wiegt es nur knapp über 500g und selbst bei einer Größe bis 1,98m kommen nur 560g zusammen.

Wirklich überrascht haben mich die Schlafsäcke von Term A Rest. Mit dem Hyperion haben sie eine ganze Reihe an ultra-leicht Schlafsäcken im Angebot, die ich wirklich sehr interessant finde. Ich habe in meiner Liste den Hyperion 32 UL, aber schaut euch auch mal den Hyperion 0C UL an, der in Größe L nur 520g wiegt, allerdings „nur“ bis 0 Grad empfohlen ist.

Mein Tipp:

Müsste ich bei den Schlafsäcken dieser Gewichtsklasse eine Auswahl treffen, so würde ich vermutlich zwischen dem Term a Rest, ME Firefly, dem Cumulus X-Lite und dem Western Mountaineering HighLite wählen. Aus dieser Kategorie wird dann vermutlich auch mein neuer Schlafsack kommen.

 

Schlafsäcke Gewichtsklasse 600 bis 800g

Das ist die Kategorie mit der größten Auswahl. Neben den bekannten RAB, PHD und Cumulus sind in dieser Kategorie auch noch andere Marken vertreten: Carinthia, Millet, Robens und Mountain Hardware.

Carinthia ist ein heimisches Unternehmen, das vor allem Ausrüstung für Spezialeinheiten baut und hier einige Erfahrungen in der Herstellung und Entwicklung von Stoffen und Isolationskleidung hat. Der D 400 ist ein Daunenschlafsack mit einem Gewicht von 735g, der ein sehr gutes Wärmeangebot aufweist und dabei mit 17×16 ein sehr kleines Packmaß (komprimiert) hat. Und wer darauf Wert legt: Der D 400 ist Made in Europe.

Millet ist ja sicherlich auf der Bergsteigerszene bekannt. Sie stellen auch Schlafsäcke her und ich hatte mir mal vor einiger Zeit den Trilogy Edge angeschaut. Mit 670g ist er einer der leichteren in dieser Kategorie und für Schläger mit einer Größe bis zu 1,95m geeignet.

Der Robens Couloir 350 ist mit 795g an der oberen Gewichtsklassengrenze, aber er ist mit diesem Gewicht für Schläfer bis zu einer Körpergröße von 1,95m ausgelegt. Zudem hat er einen mittigen Reißverschluss, was durchaus eine interessante Lösung ist. Als einer der wenigen Schlafsäcke in meiner Liste hat er eine 95/5 Daunenverteilung, arbeitet dabei aber wiederum mit 700+ cuin Daunen. Dafür sollen es Frauen im Schlafsack bis 2 Grad komfortabel haben und Männer bis -4 Grad.

Der Mountain Hardware Phantom 30F sieht aus wie eine Expeditionsmumie, die sehr gut warmhält. 2 bis -4 Grad im Komfort- und Limitbereich sind völlig ok und 741g für Schläfer bis zu 1,98m sind ein gutes Gewicht/Leistungsangebot.

„Schau auch mal bei Big Agnes!“ – Ein guter Tipp, denn bislang habe ich die Amerikaner eher als Zelthersteller wahrgenommen. Aber sie haben auch einige Schlafsäcke im Angebot: Mit dem Flume und dem Torchlight UL 30 haben sie zwei Modelle, die es in meine Auswahl geschafft haben. Interessanterweise ist der Flume nicht nur 100g leichter als der Torchlight, sondern mit einer Komforttemperatur von -1 Grad auch wärmer. Beide Modelle setzen auf 850 cuin Daune und liegen auch preislich mit 300 bis 340 Euro ähnlich.

Wenn es richtig warm sein soll, dann kommt man in dieser Auswahl nicht an dem Sea to Summit Spark SP III und dem Cumulus X-Lite 400 vorbei. Der S2S hat eine Komforttemperatur von -2 Grad, der Cumulus von -1 Grad. Beim Gewicht schneidet mit 624g der Cumulus (individualisiert) besser ab als der S2S, auch weil der Cumulus bereits für eine Körpergröße von bis zu 1,96m ausgelegt ist und der S2S nur bis 1,83m geht (und die größere Version dann auch schwerer wäre). Zudem verwenden die Polen Daunen mit 900 cuin und die Australier 850 cuin. Der X-Lite 400 ist quasi die nächste Entwicklungsstufe des X-Lite 300 mit mehr Wärmepower, der in der Gewichtsklasse bis 600g mitspielt.

Mein Tipp:

In dieser Gewichtsklasse würde ich entweder den Cumulus X-Lite 400 oder den Big Agnes Flume nehmen.

 

 

Schlafsäcke Gewichtsklasse 800 bis 1.000g

Wenn es dann doch etwas mehr Gewicht sein darf: Bei klassischen Radreisen ist mir dann die Grammjägerei auch egal, weshalb es hier gerne etwas mehr wiegen darf und dafür vielleicht sogar etwas mehr Komfort geben kann. Diese Schlafsäcke hatte ich teilweise schon in der engeren Auswahl, als ich vor ein paar Jahren meinen aktuellen Cumulus gekauft habe. Damals hat der Panyam 450 (individualisiert) knapp das Rennen gegen den Yeti V.I.B. 400 gewonnen. Zum einen, weil ich die seinerzeit noch junge Marke Cumulus ausprobieren wollte und zum anderen, weil der Panyam einen sehr attraktiven Preis hatte.

Und so ist der Panyam 450 natürlich auch heute wieder in meiner Liste, wie auch gleich zwei weitere Modelle der Polen: der Panyam 600 und der Mysterious Traveller 500. Beides sind aber mit 970 und 885g eher „Schwergewichte“, die aber auch mit -6 Grad Komforttemperatur beim Panyam 600 mehr Wärme bringen, als unbedingt nötig ist. Das ist eher ein Schlafsack für radelnde Frostbeulen, weshalb er aber natürlich hier seine Berechtigung hat.

Alpkit ist eine Marke, die ich vor allem durch das Bikepacking kennen gelernt habe. Sie bieten viel Ausrüstung an und auch Fahrräder (Sonder Bikes). Und so haben sie auch mit dem SkyeHigh 500 und dem PipeDream 400 Schlafsäcke im Angebot, die durchaus einen Blick wert sind. Vor allem der PipeDream bietet Platz für 1,95m große Schläfer und das bei einer Komforttemperatur von -4 Grad und einem Gewicht von 865g. Der SkyeHigh ist nicht ganz so warm und mit 970g etwas schwerer (verwendet auch nur 650+ cuin Daunen), aber er ist mit 180 Euro ein echtes Schnäppchen.

Ein Klassiker, wenn mir auch etwas zu schwer, ist der Mountain Equipment Helium 400 Schlafsack. Aber er bietet einen vernünftigen Temperaturbereich, kostet mit 300 Euro nicht so viel und ist mit seinen 830g bei einer Schläfergröße von bis zu 1,85m auch nicht sooo schwer.

Der Schlafsack mit der höchsten Wärmeleistung in dieser Liste ist der Western Mountaineering UltraLite, der mit einer Komforttemperatur von -4 Grad lockt. Und das ganze bei nur 880g Gewicht und für Schläfer bis zu 2m Körpergröße. Allerdings kostet er mit 550 Euro auch relativ viel.

Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, der sollte sich den Vaude Rotstein 450 anschauen. Er ist mit 900g Gewicht etwas schwerer, hat aber ein interessantes Feature: Der Schlafsack lässt sich stufenlos in der Länge um 25-30m verstellen. Allerdings ist sein Packmaß mit 36×22 doch eher was für den klassischen Radreisenden mit viel Platz in der Tasche.

Mein Tipp:

Wenn ich mich für einen in dieser Gewichtsklasse entscheiden müsste, würde ich tatsächlich wieder den Panyam 450 nehmen.

 

 

Fazit: Meine Auswahl

So, ich hoffe ich kann mit diesen gesammelten Daten und Modellen auch euch weiterhelfen, solltet ihr auf der Suche nach einem Schlafsack für Radreise oder Bikepacking sein. Wie gesagt gibt es noch viele andere Marken und Modelle. So gesehen ist das meine persönliche und subjektive Auswahl – versteht sie auch als solche.

 

Unter all den Schlafsäcken würde ich mich aktuell (vermutlich) für den Cumulus X-Lite 300 oder den Term A Rest Hyperion oder den Western Mountaneering HighLite entscheiden. Alle drei würden mich gut (im Zelt) in Kirgisistan durch die Berge bringen (sollte ich dort den Silk Road Mountain Race 2021 fahren) und gleichzeitig auch ein guter Schutz im Biwaksack in gemäßigteren Klimazonen sein. Mal sehen, ist ja noch etwas hin…

 

Die ganze Auswahl auf einen Blick

Hier findet ihr alle Schlafsäcke und deren Daten auf Google Docs (klick aufs Bild):

 

Hier noch ein paar (antizipierte) Hinweise und Informationen:

  • Nein, diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Ja, es gibt auch noch andere und viiiiel bessere Schlafsäcke.
  • Ja, manche Gewichtsangaben gelten nur bei bestimmten Ausführungsgrößen. Daher auch die maximale Körpergröße für das jeweilige Modell in der Liste. Ich bin 1,84m groß, weshalb ich meist nach einem für mich passenden Modell geschaut habe.
  • Ja, beim Radreisen kommt es nicht immer aufs Gewicht drauf an – mir ist es aber wichtig.
  • Ja, es muss Daune sein, da wärmer und leichter. Aber mit Responsible Down Standard (RDS) natürlich. Kunstfaser ist nix für meine Ansprüche. Und falls ihr euch informieren möchtet, findet ihr hier einen Beitrag zum Thema auf Utopia.de
  • Ja, es gibt auch viele europäische/heimische Hersteller und ich habe bestimmt auch Marken und Modelle vergessen (gerne in den Kommentaren darauf hinweisen).
  • Ja, es gibt von einigen Herstellern auch speziell für Frauen gefertigte Modelle. Diese sind meist wärmer oder im Schnitt noch mal anders. Ich habe diese hier nicht extra gekennzeichnet oder aufgelistet.
  • Ja, oft ist auch die Art der Daunenkammern beim Schlafsack entscheidend. Da gibt es technologisch Unterschiede. Diese habe ich nicht mit aufgeführt oder vermerkt. Hier findet ihr ein paar Infos zu den verschiedenen Kammer-Systemen und hier.
  • Nein, ich habe nicht die Daunenfüllmenge in Gramm mit aufgelistet, weil es aus meiner Sicht nicht weiter relevant ist, mi welcher Daunenmenge bestimmte Temperaturen erreicht werden.
  • Nein, ich habe nicht die Art der Daune aufgelistet. Ob Gänse oder Enten – Hauptsache warm.
  • Nein, man muss keine teuren Schlafsäcke kaufen. Aber manchmal kostet Handarbeit, Qualität und Fertigungstechnologie halt Geld.
  • Ja, du hast einen Schlafsack und brauchst keinen neuen. Dann kannst du ja was anderes lesen. Zum Beispiel was über Zelte.
  • Nein, ich werde von keiner der genannten Firmen bezahlt und mache hier versteckte Werbung.
  • Ja, die Angaben sind Herstellerangaben. Das ist hier nur eine Rechercheliste für einen ersten Überblick. Ob der jeweilige Schlafsack euch in Stoff und Passform zusagt oder nicht, müsst ihr dann eh im Praxistest entscheiden.

17 Comments

  • Alex sagt:

    Hey Martin,

    danke für deine “Mühe” bei der Recherche und Teilung deiner Ergebnisse. Habe mich beeindrucken/überzeugen lassen und ebenfalls den Highlite bestellt.

    Frohe Ostern, frohes radeln, frohes biwakieren!

    Alex

    • Hallo Alex,

      Danke. Kannst dann ja mal schreiben wie der so ist und passt.

      Viele Grüße
      Martin

      • Alex sagt:

        Mach’ ich.

        Corona verzögert die Lieferung etwas. Ich dachte, Ostern könnte ich im Schlafsack überstehen. So wird es ein anderes “Experiment”: Biwaksack, Isomatte, Daunenklamotten. Mal schauen, was so geht. Mein ajungilak tyin winter mit gefühlten 35 Litern Packmaß würde mich zwar wahrscheinlich sogar auf dem Mond warmhalten, zum Bikepacking und Deutschland im April ist er aber leider nichts.

        Schöne Osterzeit!

        Alex

  • Jason L. sagt:

    Hi Martin,
    schade – Angaben einfach vom Hersteller übernommen und damit einen “Vergleich” erstellt, auch wichtige Angaben bezügl. Füllmenge fehlen.
    Hilfreich ist, wenn man sich den ein oder anderen Schlafsack mal genauers angeschaut hätte – gerade was Bezugsmaterialien, RVs, Abdeckungen, Füllung und auch Passformen/Breiten etc . betrifft.
    So irgendwie sinnlos.
    Grüße! Jason

    • Ach Jason, ich habe doch geschrieben wie und warum ich es gemacht habe.
      Es ist eine Übersicht und mein Rechercheergebnis. Wenn es dir nicht zusagt, dann tut mir das leid.
      Was die Füllmenge angeht: die ist eigentlich egal, denn am Ende zählt die Wärmeleistung. Kann ich aber gerne ergänzen.
      Und vielleicht hast du die Möglichkeit 30 Schlafsäcke zum Test zu bestellen und zu untersuchen – ich nicht.
      Man kann es natürlich auch verkopft angehen.

      Viele Grüße,
      martin

  • Also Martin,

    echt jetzt. Da bestellt man mal zack ein paar und schickt die die nix taugen wieder zurück und die anderen verkloppt man in der Bucht. Jetzt sei mal nicht so eine Pienze. Und hättste nicht auch gleich mal ein paar Säcke für kleine Körpermaße bestellen und testen können?

    Mann, Mann, Mann. Und überhaupt… Deine Tabellen, die gehen ja gar nicht. Da kann ich ja gar nix lesen!? Ausserdem gefallen mir von den meisten der hier vorgestellten Säcke die Farben nicht. Sind die lebensmittelecht? Ich nuckle ja nachts immer an den Kapuzen, da will man ja nicht so ein Giftzeug drinne haben….

    🙂

    Aber ansonsten finde ich die Übersicht gut. Die Quilts mag ich persönlich sehr, in Kombination mit einer gescheiten Matte. Wobei das gesparte Gewicht am Sack in meinem Fall durch die Matte kompensiert wird. Aber ich habs halt auch gerne bequem. Da ich meistens mit Mütze schlafe, kann ich auf die Kapuze gerne verzichten.

    Danke fürs Recherchieren!

    LG,
    Bernd

  • Udo Kewitsch sagt:

    Hallo Martin,

    alles richtig gemacht …. und wie so oft im Leben – Nörgler und bessere Trainer gibt es immer. Interessante Recherche, tolle Tipps und praxisnah. Weiter so 🙂 , Lg Udo / udokah.de

  • Hallo Martin,

    schöne Übersicht. Ich finde so etwas durchaus nützlich. Auch wenn es vermeintlich „nur“ eine Marktübersicht und kein eigener Test ist. Erstens steht es klar oben drüber und zweitens kann das schon mal hilfreicher sein, als so mancher „Vergleichstest“ zweifelhafter Güte oder zu geringem oder nicht passend zusammengestellten Testfeld. Am Ende muss man sich sowieso mehrere Quellen zusammen suchen. Und dabei hilft, wenn man eine schöne Startübersicht mit möglichen Optionen hat. Wie diese hier. 🙂

    Ich hatte in Marokko den Sea to Summit Spark I mit. Für deinen Komfortbereich wäre er einen Ticken zu kühl. Für mich war der Bereich auf dem Papier perfekt, denn auch für mich sind Gewicht sehr hohe (schließlich bin ich selbst auch nicht schwer) und Packmaß höchste Priorität. Packmaß in diesem Fall sogar über alles. Ob’s jetzt 400 oder 600 g sind, die man mitnimmt, ist dann wichtig, aber auch nicht ausschlaggebend. Aber ob und wo man jetzt 2, 4 oder sogar 5 l Packvolumen herzaubern soll, das ist noch eine ganz andere Frage. Besonders wenn die Taschen nicht überhand nehmen sollen und die Fuhre gut zu händeln bleiben soll. Deswegen setze ich auf Multifunktionalität von Isolier-Bekleidung und Schlafsack. Warum kostbares (Daunen-) Gewicht und Volumen zweimal mitschleppen? Und des dann Nachts nicht benutzen? Ich meine damit Bekleidung, die man auch auf dem Rad in der Nacht oder den frühen Morgenstunden bzw. abends irgendwo an einem Checkpoint anzieht. D.h. meine Patagonia Micropuff-Jacket und meine Nanopants zählen sowohl als Rad-Bekleidung als auch zum Schlafsystem.

    Zurück zum Spark: Was ich bei all den Parametern von Schlafsäcken (Loft, Komfort- und Extremtemperatur, etc.) nicht auf dem Schirm hatte – und auch noch nirgendwo gelesen habe, ist die Atmungsaktivität des Schlafsackmaterials an sich. Nicht nur mir kam der Sea to Summit Spark sehr „schwitzig“ vor. Egal ob recht nackt, nur mit T-Shirt und Unterhose oder im vollen Ornat. Der hat nicht viel durchgelassen und war – unabhängig von der eigentlichen Umgebungstemperatur – damit unangenehm und führte damit zum Schwitzen und Auskühlen gleichermaßen. Ein Effekt, den ich von meinem zweiten Ultraleicht-Schlafsack, dem Mountain Equipment Helium Solo so noch nicht kannte.

    Erst auf Twitter (im Gegensatz zum Ultraleicht-Trekking-Forum) konnte mir jemand helfen. Bei solchen Ultraleicht Schlafsäcken wird anscheinend extrem feines Gewebe verwendet und dies sogar noch stark kalandriert (also quasi dicht-geschweisst), damit der leichte Stoff überhaupt die paar Daunen drin behält. Da ist die Grenze voll sehr fein zwischen leicht und funktional und zu dicht. Für mich ist sie beim Spark I jedenfalls überschritten.

    Langer Rede kurzer Sinn – bei Ultraleichtschlafsäcken scheint es nicht nur auf die Abmaße und Temperatur-Angaben anzukommen, sondern wie bei so vielen Dingen ist tatsächliches Ausprobieren anscheinend Pflicht.

    viele Grüße
    Torsten

  • Alex sagt:

    Top Kommentar!! Neue, auch von mir noch nicht bedachte Aspekte!

    Danke Torsten!

    P.S.:
    Habe gestern den Highlite bekommen und letzte Nacht natürlich bei 4C ausprobiert.
    Das Ding ist so leicht, dass es sich förmlich unnatürlich anfühlte. Samtweich geschmeidig … hat irgendwie nichts mit meinem bisherigem Schlafsack-Camping-Gefühl zu tun.
    Für nen Erfahrungsbericht natürlich zu früh. Ich schlafe mal noch ein paar Nächte drüber … ähhh … drin. Dann mehr!

    Grüße,

    Alex

  • Wo wir gerade so schön am parlieren sind. Ich schleppe ja tatsächlich noch eine Evazote-Unterlage mit, macht das noch jemand ausser mir? Die Idee war, eine leichtere Schlafmatte nutzen zu können. Das haut auch hin, nur ist Evazote nicht das, was man in ein kleines Volumen packen kann. Somit eher zum Camping als zum Bikepacking geeignet. Mich würde interessieren, ob die ein oder der andere eine Alternative dazu kennt. Und Tyvek ist keine Alternative. Eine Rettungsdecke auch nicht. Und sorry, wenn ich die Kommentarspalte kapere, aber hier bündelt sich jede Menge Expertenwissen. Und ich bin dann auch still, versprochen.

    🙂

  • Max sagt:

    Hallo Martin,
    eine schöne Übersicht hast du da erstellt.

    Aktuell bin ich auf der Suche nach einem UL-Schlafsack mit sehr gutem P/L-Verhältnis und habe mir daher deine 0-600 g-Tabelle genauer angesehen.

    Zur Anpassung vom X-Lite 300 “individualisiert” hast du dir sicher einige Gedanken gemacht, nähere Angaben zu diesen wären daher top. Dein Link führt zu einer Konfiguration mit 370 g Daune, 1° Komfortbereich etc. und 489 € (passt also nicht zu den Werten in der Tabelle).

    Anmerkungen zum X-Lite:
    – Angabe zur Füllung “90/10” (laut Cumulus 100% Daune)
    – Individualpreis 404 € und Gewicht 514 g “Menge der Daunen, Reißverschluss, Stoff und Farbe” -> ohne Individualisierungen sind es “nur” 325 € / 465 g. Das könnte für viele durchaus interessant sein, zumal sich die Temperaturbereiche in deiner Tabelle auf die Standardwerte des Herstellers beziehen (mit zusätzlicher Daunenfüllung verändern sich diese etwas, Cumulus gibt dieses bei der Individualisierung an)

    Im direkten Vergleich zum WM HighLite schneidet der Cumulus X-Lite “Standard” deutlich besser ab, als mit den nicht weiter benannten Individualisierungen. Zumal die Standardwerte der beiden Schlafsäcke absolut vergleichbar sind – der Cumulus ist in allen Bereichen gleichwertig oder hat sogar die Nase vorn.

    Selbst mit dem einem stabileren Pertex Quantum 29 g Gewebe inkl. Wunschfarbe (außen), liegt der X-Lite bei nur 335 € / 487 g bzw. Pertex Quantum 29 g inkl. Wunschfarbe (innen + außen) werden es 345 € / 510 g.

    Der Sinn eines geänderten Reißverschlusses (re / li ist übrigens ohne Aufpreis möglich) und einer zusätzlichen Füllung erschließt sich (mir) in diesem Vergleich nicht, wenn du dich letztlich für den HighLite entschieden hast. Aber vielleicht übersehe ich auch einfach etwas.

    Besten Dank und frohes Radeln
    Max

    • Hallo Max,

      danke für die Hinweise. Ich habe mich noch für keinen Schlafsack entschieden. Bei Cumulus muss man beachten, dass diese ihre Temperaturbereiche oft etwas optimistischer angeben.

      Ich werde mich Ende des Jahres erst entscheiden. Bis dahin gibt es sicherlich neue Auswahl.

      Viele Grüße,
      Martin

  • Max sagt:

    Hallo Martin,

    beim Querlesen hatte ich aus den Kommentaren von Alex entnommen, dass du/ihr dich/euch für den HighLite entschieden hättest/hättet. Dann weiterhin viel Erfolg bei der Recherche.

    Dass der Temperaturbereich bei Cumulus optimistischer ist als bei anderen Herstellern, habe ich bisher noch nicht gelesen und bei meinem Quilt / Schlafsack auch nicht festgestellt. Hingegen empfand ich bspw. die angegebene Wärmeleistung beim ME (Helium 400 reg) deutlich zu optimistisch, weshalb er auch wieder gehen musste. Aber da empfindet vermutlich jeder anders.

    Freuen würde ich mich noch zu erfahren welche Individualisierungen du vorgenommen hast und was es mit der Füllung 90/10 auf sich hat. Liegt da ein Fehler vor oder habe ich etwas übersehen?

    VG

  • Thomas sagt:

    Hallo Martin,

    vielen Dank für die tolle Aufstellung! Sehr nützlich!

    Du erwähnst mehrfach, dass für dich Responsible Down Standard (RDS) eine Anforderung ist. Cumulus tuacht an verschiedenen Stellen in der Aufstellung und den Empfehlungen auf.

    Nun habe ich auf der Home Page von Cumulus aber keine diesbzgl. Hinweise gefunden, lediglich die eher verdächtige Aussage, man würde auf “ethisch vertretbare” Daunenerzeugung achten. In Foren habe ich auch mehrfach die (unbelegte) Aussage gefunden Cumulus würde Daunen aus Lebendrupf verwenden. Weißt du dazu mehr?

    Viele Grüße,
    Thomas

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