Der Wandergeselle für jede Tour: Testfahrt mit dem Salsa Journeyman Claris 650

Test Salsa Journeyman
Das Salsa Journeyman: Ein Rad für alle Fälle und mit hohem Spaßfaktor

Hinweis:

Ich habe das Salsa Journeyman auf meine Anfrage hin von Cosmic Sports, dem Salsa Vertrieb in Deutschland, zum Testen bekommen. Vielen Dank an Daniel an dieser Stelle! Das ist also streng genommen Werbung. Nur damit ihr es wisst!

Ich muss es gleich vorwegnehmen: Das Salsa Journeyman (Wanderer/Geselle) ist eine Wucht. Selten hat es so viel Spaß gemacht, damit über die Pfade und Straßen zu brettern. Es geht ordentlich voran, ist sehr schnell, macht alles mit und empfiehlt sich aus meiner Sicht als Allrounder für alle, die nach einem Rad suchen, mit dem sie auf heimischen Tracks rumdüsen können, oder auf lange Abenteuer mit Gepäck aufbrechen möchten.

Damit ist eigentlich alles schon gesagt, aber natürlich widme ich mich noch den Details.

Test Salsa Journeyman

Mit dem Journeyman in Hamburg

Das Journeyman wurde von Salsa im letzten Jahr vorgestellt und je nach Blick auf das Rad mal als Gravelbike, mal als All-Road Bike und mal als Fun-Bike präsentiert. Tatsächlich ist es alles von jedem und das macht es so attraktiv.

Im Kern ist das Journeyman ein Allround-Konzept: daher bietet Salsa auch in insgesamt 8 Varianten an. Zur Verfügung stehen im Kern Modelle mit unterschiedlichster Schaltung und Ausstattung, Drop-Bar oder Flat-Bar, in 650B (27,5 Zoll) oder 700cc. Und egal in welcher Variante: ich kann das Rahmenset (wenn man es alleine bekommt) nur empfehlen, denn dieses lässt eigentlich keine Wünsche offen.

 

Der Rahmen

Das Journeyman kommt mit durchaus schickem Alu-Rahmen, der sich am „großen Bruder“ Warbird orientiert. Dazu gibt es eine Gabel ebenfalls aus Aluminium, die über alle nötigen Ösen verfügt, um Cargo-Cages, LowRider, Flaschenhalter oder Gepäckträger zu montieren.

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Der hochwertige Alu-Rahmen bietet alles, was man für eine kurze oder lange Tour braucht.

Der Rahmen an sich hat drei Ösenpaare für die Montage von Flaschenhaltern sowie am Oberrohr Ösen, um zum Beispiel Cockpit Taschen wie die Salsa EXP Toptube Bag mittel Schrauben zu montieren.

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Ösen für alle Fälle

Das Journeyman gibt es für 650B (27,5 Zoll) und 700cc. Bei den 650B können Reifen bis 2,1 Zoll verwendet werden, bei 700cc ist die maximale Breite mit 37mm angegeben.

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Kabelführung im Rahmeninneren

Ich bin das Journeyman in 650B und der Ausstattung mit Dropbar und Shimano Claris gefahren. Das war der Rahmen in der Farbe Dark-Olive, welche mir sehr gut gefallen hat. Zudem sind die Schalt- und Bremszüge innen verlegt, was nicht nur optisch gut aussieht, sondern auch noch einen guten Schutz bietet.

Innenverlegung am Tretlager

Die Ausstattung

Mein Testrad hatte eine etwas andere Ausstattung, als es das normale Journeyman mitbringt: so stammten Sattel, Lenker und Vorbau von Ritchey. Auch die Sattelstütze war eine andere: ich durfte mit der Cane Creek eeSilk fahren, die einen Federweg von 20mm bot und sehr angenehm war. Sie wiegt nur 295g und kostet allerdings auch so viel in Euro.

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Der Lenker am Testrad kommt von Ritchey

Die Standardausstattung ist aber nicht weniger gut: Vorbau und Lenker stammen von Salsa. Als Lenker kommt der Salsa Cowbell zum Einsatz, ein Flare Drop Bar, der sehr angenehm zu fahren ist und mit dem Beyond Lenker von Bombtrack vergleichbar ist. Die Sattelstütze ist ebenfalls von Salsa und der Sattel kommt von WTB (Volt Sport).

Geschaltet wird mit einer 2×8 Shimano Claris Schaltung. Das ist eine sehr solide Schaltung (im positiven Sinne) und sie verrichtete zuverlässig ihren Dienst. Geschaltet wird hier mit den Bremsgriffen, die für einen Schaltvorgang seitlich bewegt werden. Ich musste mich erstmal daran gewöhnen und haben am Anfang beim Schalten versehentlich gebremst. Aber mit etwas Übung bekommt man das gut hin.

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Das Schalten mit den Claris Griffen war etwas gewöhnungsbedürftig

Vorne arbeitet eine FSA Tempo Adventure Kurbel mit 30-46 Zähnen. Hinten ist eine 8fach 11-34 Sunrace Kassette dran. Auf den über 500 Testkilometern habe ich nicht mehr Gänge vermisst. Selbst an meinem steilen „Hausberg“ vom Falkensteiner Ufer an der Elbe hoch ins Hinterland hatte ich keine Probleme. Wer allerdings mit Gepäck unterwegs ist, sollte sich die Modelle mit 9fach Shimano Sora oder mit der 10fach SRAM Apex anschauen.

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Vorne FSA hinten Shimano

Natürlich arbeitet die Claris nicht so leicht und elegant wie hochwertigere Schaltungen und die Gangsprünge sind etwas größer, aber dafür ist sie präzise und meckert auch nicht besonders viel beim Schalten unter Last.

Die Claris ist die Shimano Road Einsteiger Gruppe. Salsa bietet das Journeyman aber auch mit einer Sora oder eine SRAM Apex an. Die Shimano Sora ist oberhalb der Claris angesiedelt und bietet 9 Gänge. Die Apex ist die 10fach Road Einsteiger-Schaltung von SRAM.

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Das 8er Ritzelpaket der Claris

Diese Vielfalt an Schaltungen (und Ausstattung) macht das Journeyman für viele Radler interessant und bietet sich für viele Einsatzmöglichkeiten an.

Und wer es ganz individuell haben will, der baut sich das Journeyman nach eigenem Gusto auf – allerdings habe ich bislang noch keinen Hinweis gefunden, dass man das Rahmenset allein kaufen kann.

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WTB Nano 27,5 Zoll am Journeyman

Bei den Laufrädern setzt Salsa auf WTB Felgen und Formula Naben. Diese haben noch Schnellspannerachsen und keine Steckachsen, was aber verschmerzbar ist. Gefahren wird auf den WTB Nano Reifen, die ich persönlich als sehr gut erachte.

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Promax Bremse hinten

Gebremst wird beim Claris 650B mit den mechanischen Promax Render Scheibenbremsen auf 160mm Bremsscheiben. Promax kannte ich vorher nicht, aber die Bremsen arbeiten zuverlässig und sind gut justierbar. Ich glaube aber, dass die nur einseitig bremsen und würde daher immer die TRP Spyre bevorzugen. Diese sind beispielsweise an der Apex Variante verbaut.

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Promax Bremse vorne

 

Fazit

Das Salsa Journeyman ist nicht nur ein klasse Rad, sondern auch ein gutes Rad-Konzept. Der hochwertige Alu-Rahmen bietet alles, was man für eine kurze oder lange Tour braucht. Und auch bei der Schaltung kann man nicht meckern: das ist serienmäßig nicht die höchste Ausstattungsklasse, aber es reicht selbst für ambitionierte Ausfahrten. Ich wäre mit dem Journeyman Apex oder Sora sofort und ohne Modifikationen den Tuscany Trail und auch meine Tour durch Ostafrika gefahren.

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Das Salsa Journeyman Claris 650 @salsacycles.com

Auf den 27,5 Zoll/650B Räder geht das Journeyman so richtig ab. Die Bezeichnung „Fun Bike“ stimmt hier wirklich, denn das Rad geht gut voran und macht auf Piste oder Straße richtig Spaß. Nur langsam fahren geht nicht!

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Sehr gute Bereifung serienmäßig @salsacycles.com

Die WTB Nano sind klasse auf Asphalt und Gravel – aus meiner Sicht die ideale Bereifung. Insgesamt lässt sich das Rad sehr gut handhaben und reagiert auch bei hohen Geschwindigkeiten und groben Untergrund präzise und sicher.

Und was kostet der Spaß?

Sehr wenig für soviel Bike! Das Journeyman Claris 650B kostet 999$/999€. In der Sora 700cc Variante legt man 1.150€ auf den Tisch und mit der Apex auf dem 700cc kostet das Journeyman 1.500€. In jedem Fall bleibt noch viel Budget für die Tour oder das ein oder andere Ausstattungsteil übrig.

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Der Cowbell Flare Drop Bar am Journeyman @salsacycles.com

Bitte nicht falsch verstehen: Bei diesen Preisen kann man sogar darüber nachdenken, das Journeyman in der Claris Variante zu kaufen und dann einen eigenen Aufbau mit anderer Schaltung und anderen Bremsen zu machen. Salsa gibt dafür noch den Hinweis, dass vorne bei 1fach Schaltung eine Kurbel mit maximal 46 Zähnen verbaut werden kann, bei 2fach 52/36 maximal und bei 3fach 53/39/30 maximal. Die Reifengrößen bei 700cc/29“ gehen von 1,26 bis 2 Zoll (32 bis 51mm). Bei der 27,5/650B Variante sind Reifenbreiten von 1,85 bis 2,2 Zoll empfohlen (47 bis 57mm).

Das Gewicht des Journeyman Claris 650B liegt bei 12,5 kg.

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Das Salsa Journeyman am Hamburger Hafen – Ich wollte es eigentlich nicht wieder zurückgeben

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