10 für 2022: Beachtenswerte Allroad- & Reiseräder fürs neue Jahr

10 für 2022: Beachtenswerte Allroad- & Reiseräder fürs neue Jahr // 10 for 2022: Noteworthy Allroad & Touring Bikes for the New Year

Hinweis:

Ich nenne und beschreibe in diesem Beitrag Marken und Modelle. Und das kann damit also Werbung sein.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein paar Fahrradinspirationen für euch für 2022. Natürlich ist die Versorgungslage gerade angespannt und ehrlicherweise müssten wir auch mal die berühmte N+1 Regel angesichts von Überkonsum und Nachhaltigkeit überdenken.

Aber Träumen ist natürlich erlaubt und sicherlich sind viele von euch ohnehin auf der Suche nach dem ersten guten Rad oder einem würdigen Nachfolger eines viele Jahre lang genutzten Fahrrads.

Diesmal stelle ich euch 10 Fahrräder vor, die mir aufgefallen sind und die ich durchaus interessant für Sport, Radreise, Bikepacking Touren oder Gravel Fahrten finde. Natürlich alles subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Los geht es!

 

Curve GMX+

Curve ist ein australischer Fahrradhersteller, der sehr schöne und vor allem sehr durchdachte Räder unter anderem aus Titan fertigt. Beim Silk Road Mountain Race bin ich Justin begegnet, der ein Curve GMX+ gefahren ist.

@Bikepacking.com/Curve Cycling

Und das hat mir sehr gut gefallen: Eine sportliche Geometrie und viele Ösen für alle Fälle. Curve sagt über dieses Rad:

Es ist inspiriert von den unerschrockenen Overlander Touren der 1890er Jahre, die ohne Unterstützung unglaubliche Strecken durch das raue australische Outback zurücklegten.

Daher ist das Rad auf alle Eventualitäten ausgelegt und hat sehr viele Ösen, um Flaschen- und Taschenhalter zu montieren. Mir gefallen besonders die Ösen an den Ausfallenden und die seitlichen Ösen am Unterrohr, wo Flaschenhalter entsprechend angebracht werden können und so das Rahmendreieck frei bleibt.

Zudem hat es eine sehr große Reifenfreiheit und ein breit ausgelegter Flare Drop Bar bietet genug Handling und Stabilität. In Kirgisistan ist Justin das Curve GMX+ mit Walmer Bar und 2.6 breiten Reifen gefahren.

 

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Ein Beitrag geteilt von Justin Ashford (@justinpashford)

 

Rodeo Labs Flaanimal 5.0 & Traildonkey 3.1

Von der amerikanischen Marke Rodeo Labs kommen gleich zwei Räder, die ich für 2022 beachtenswert finde: das Flaanimal und das Trail Donkey.

Das Flaanimal ist ein Allroad-Bike, dessen Rahmen aus japanischem Stahl gefertigt wird. Die Gabel ist aus Carbon mit je 2 Ösen pro Seite und internem Kabelrouting für den Dynamo. Es ist ein echter Hingucker, vor allem in dezentem Schwarz. Und das es was kann, hat Jay Petervary gezeigt, der damit die Tour Divide gefahren ist.

@Rodeo Labs

Seit seiner Einführung im Jahr 2015 war das Flaanimal immer ein Fahrrad, bei dem es im Wesentlichen um Vielseitigkeit geht. Die Idee, dass der Besitzer selbst das Frameset interpretieren und es in sein Traum-Build verwandeln darf, ist von größter Bedeutung. Egal ob auf der Straße oder im Gelände, das Rahmenset soll sich stabil, effizient und schnell anfühlen, egal wo man es hinbringt.

Mit dem Flaanimal 5.0 gibt es bereits die fünfte Version dieses Rades, welches laut Hersteller die komfortabelste sein soll. Es kann bei 700cc Reifen mit 50mm Breite gefahren werden, oder mit 2,4 Zoll breiten Reifen bei 650B. Und wer keinen Stahl haben möchte, der kann sich die Titan-Version anschauen.

 

Das Traildonkey wiederum ist ein ausgewiesenes Adventure-Bike, das speziell für die großen Fahrten und raue Bedingungen entwickelt wurde. Es ist aber kein Drop Bar MTB oder ein reines Gravelbike, sondern ein durchaus gelungener Mix für die Bikepacking-Races dieser Welt.

@Rodeo Labs

Ursprünglich gebaut, um uns 2014 über Colorados Straßen und Trails zu bringen, hat sich das Traildonkey seither zu einem Bike entwickelt, das auf den höchsten Niveaus von Gravel-Rennen und Bikepacking auf der ganzen Welt erfolgreich ist – oder einfach nur zur Erkundung in heimischen Gefilden.

Das Traildonkey gibt es seit 2014 und wurde immer weiterentwickelt. Die nun verfügbare Version 3.1…

…wurde komplett neu gestaltet. Im Laufe der Jahre haben wir uns eine feste Meinung darüber gebildet, was ein großartiges Fahrrad ausmacht. Wir haben diese Ideen in dieses Rahmenset eingearbeitet. Ganz oben auf unserer Liste der Verbesserungen (…) stand eine größere Reifenfreiheit. Unser neuestes Donkey hat das in Hülle und Fülle. Auf Rodeo 650b Felgen (…) passt ein 2,25″ (57mm) Reifen.(…) Auf 700c Felgen passt ein 2.0″ (50mm) Reifen.

Besonders fällt der Carbon-Rahmen auf, dessen Unterrohr eckig geformt ist.

Das Traildonkey ist aus Toray T800-Carbon gefertigt, das für hohe Festigkeit und hohe Leistung im realen Einsatz sorgt. Jeder Rahmen wird in Taiwan von einem Fertigungspartner mit über 30 Jahren Erfahrung in der Herstellung von High-End-Carbon komplett von Hand gefertigt.

@Rodeo Labs

Was ich gut finde ist, dass sich Rodeo Labs beim TD3.1 für ein T47 Tretlager anstatt eines Pressfit zu entscheiden. Das ist nicht nur Nutzungsfreundlicher, sondern lässt auch Raum für interne Kabelführungen, wie zum Beispiel für eine Di2.

Mir gefällt, dass sich beide Rodeo Labs Räder nicht wirklich in eine gängige Fahrrad-Kategorie einordnen lassen und für mich exemplarisch für die Vielfalt der Allroad-Bikes stehen.

 

Portus Cycles GravKarl

Portus ist euch sicherlich als eine der deutschen Fahrrad- und Rahmenmanufakturen bekannt. Alex fertigt hier nicht nur eigene Fahrräder, sondern arbeitet auch für andere Hersteller in der Prototypen-Entwicklung.

@Portus Cycles

Mit dem GravKarl hat Portus ein untypisches Gravelbike im Angebot: Getriebeschaltung, Riemenantrieb, Federgabel? Ja, richtig gelesen. Das passt durchaus zusammen und ergibt ein sehr interessantes Rad für alle, die auf der Suche nach einem Gravelbike sind, das mal anders ist. Und das vor allem individuell an die Fahrer:innen angepasst werden kann.

Verbaut ist eine Pinion C1.12 und das Rad erlaubt bei 700c Laufradgröße eine Reifenbreite von maximal 50mm. Allerdings ist mit ca. 13kg das Gewicht etwas höher, als bei Gravelbikes vielleicht üblich. Aber ehrlicherweise ist das Gewicht des Fahrrades eher weniger relevant, wenn es um den Spaß im Wald und auf Asphalt geht.

 

Ridefarr Twin-T Cromo Frame-Kit Quantum Grey

Aus Südafrika kommt mein nächster Tipp und dieser ist im Kern ein doch recht auffälliges, wenn nicht sogar extravagantes Rahmenset: der Twin-T Cromo von Ridefarr.

Auf den ersten Blick sieht es wie ein BMX Rad aus und das auffällig geformte Oberrohr, sowie das doppelte Unterrohr sind echte Hingucker. Tatsächlich ist es ein 29 Zoll Mountainbike, welches sich zur Bikepacking-Maschine oder zum Gravel-Flitzer aufbauen lässt.

@Ridefarr

Diese Kombination aus Geometrie und Rahmenstandards bietet eine einzigartige Vielseitigkeit und Haltbarkeit, die dir die Freiheit gibt, sehr kreativ zu sein, wie du dein Rad spezifizieren und bauen kannst.

@Ridefarr

Der Rahmen ist für eine Federgabel von 100 bis 120mm Federung ausgelegt. Dafür hat sich Ridefarr mit dem Federgabelbauer Bright Racing Shocks zusammengetan, die eine entsprechende 120mm Federgabel für den Rahmen bauen. Zudem ist das Twin-T auf 1fach Schaltungen optimiert. Allerdings ist der Cromo Rahmen mit 3,26kg nicht besonders leicht. Aber auf jeden Fall fällt dieses Rad auf.

 

Fezzari Schafer

Auf den ersten Blick mag man denken: „Ist ja nur ein Gravelbike“. Aber wenn man mal genau hinschaut, entpuppt sich das Fezzari Shafer als ein durchaus versatiles Rad für das schnelle Fahren auf Schotter und Waldwegen als auch die sportlichere Bikepacking Tour.

@Fezzari

Das Shafer hat einen Carbon-Rahmen, der aus einem Stück „gezogen“ wurde. Mono Form nennt Fezzari das und es soll den Rahmen widerstandsfähiger machen.

Zudem spendieren die Radbauer aus Utah dem Shafer eine Reifenfreiheit von 50mm bei 700c und viele Ösen für Taschen- und Flaschenhalter. Und wer mag, der kann das Shafer auch mit einer Federgabel ausstatten.

Das Shafer wurde nach den Standards für Cross-Country-Mountainbikes maschinell getestet. Wir haben auch zusätzliche Tests durchgeführt, wie z. B. einen Heckaufpralltest, um sicherzustellen, dass der Rahmen die Erwartungen an die Haltbarkeit übertrifft. Viele verschiedene Rahmen und Rahmengrößen wurden Tausende von Kilometern unter allen möglichen Bedingungen getestet. Bei den Fahrtests hat das Shafer Podiumsplätze bei Gravel-Rennen in den USA und Tausende von Kilometern beim Bikepacking in Island bei Regen, Sand und Schlamm hinter sich gebracht.

 

Fara Cycling F/GR

Es bleibt sportlich und das F/GR der Norweger von Fara Cycling kombiniert eine aus meiner Sicht recht sportliche Geometrie mit den Möglichkeiten eines Adventurebikes.

@Faracycling

Fara kommt aus dem Alt-Norwegischen (At Fara) und bedeutet soviel wie „Reisen“ oder „Wagen“. Und damit ist der Anspruch und Einsatzbereich des F/GR schon recht gut beschrieben:

Das F/GR ist ein speziell entwickeltes Gravelbike, das dich zu den unglaublichsten Orten bringt. Extrem fähig, das raueste Gelände zu bewältigen, mit großer Reifenfreiheit, niedriger Standhöhe und Fara Cycling’s eigenem Integrated Bikepacking System.

Rahmen und Gabel sind aus Carbon, mit internem Kabelrouting. Das F/GR wiegt als Build Kit mit unter 10kg recht wenig und hat bei 700c mit 50mm eine erfreuliche Reifenfreiheit. Zudem verbauen die Norweger hier ein T47 Lager, was ich wie gesagt besser finde, als Pressfit.

Zum Integrierten Bikepacking System sagt Fara Cycling:

Wir haben uns mit dem branchenführenden Taschenhersteller Roswheel zusammengetan, dessen leichte und wasserdicht verschweißte Technologie wir mit einem Befestigungssystem von Fidlock kombiniert haben, das es uns ermöglicht, die Riemen komplett zu eliminieren und die Taschen dennoch schnell und einfach zu entfernen. Das Ergebnis ist ein Taschensystem, das sich in Sekundenschnelle anbringen und abnehmen lässt und perfekt zur Geometrie des F/GR-Rahmens passt.

 

Santos Gravelmaster

Die Niederländer sind ja schon länger im „Geschäft“ und vor allem durch ihre Reiseräder bekannt. Mit Santos kommt man problemlos um und durch die Welt.

@Santos Bikes

Mit dem Gravelmaster bietet Santos ein Gravelbike an, dass allerdings eigene Wege geht. So wird am Gravelmaster eine Rohloff Getriebenabe mit Riemenantrieb verbaut. Und damit das Schalten der Rohloff intuitiv und einfach geht, hat Santos die Gebla-Box verbaut und mit Campagnolo Road-Shiftern kombiniert. Dadurch entsteht ein sehr schön aufgeräumtes System.

@Santos Bikes

Der Rahmen des Gravelmaster ist Santos-typisch aus Aluminium und kann auch mit einer Lauf Federgabel kombiniert werden. Und wer mag, der kann auch einen Gepäckträger anbauen und so aus dem Gravelmaster auch ein sportliches Reiserad machen.

 

Diamant Villiger

Apropos Reiserad: Diamant überrascht mich immer wieder und hat mit dem Villiger ein recht interessantes Reiserad im Angebot.

@Diamantrad

Eine gute Reise-Geometrie, ein reisefreundliche 1×11 Schaltung, Marathon Mondial Reifen, Front- und Heckträger, Nabendynamo und Brooks Sattel – klassischer kann man kein Reiserad bauen. Und das ist gut so, denn das Villiger ist mit einem Preis von um die 1.500 Euro durchaus ein interessantes Angebot für alle, die ein gutes Reiserad suchen, aber auch noch Geld für die Reise an sich übrig haben wollen.

Das Villiger hat einen Stahlrahmen und eine Aluminium Gabel und rollt auf 28″ Reifen mit 50mm breiten Reifen. Natürlich wirkt sich das auch aufs Gewicht aus: knapp 14kg werden hier angegeben, was aber für Räder dieser Art völlig ok ist. Das Systemgewicht liegt bei 140kg.

 

Kroemer Frames Green Lantern

From Frankfurt with Love: Eduard Krömer baut individuelle Räder aus Stahl und das mit viel Leidenschaft.

Hier ist jedes Fahrrad handgemacht und maßgefertigt – auch unsere Kompletträder.

Es gibt hier eigentlich nur Unikate, aber Krömer hat aktuell auch zwei Modelle als Kompletträder im Angebot: ein Gravelbike und ein Commuter. Die könnt ihr euch hier anschauen, aber ich finde das Unikat „Green Lantern“ viel interessanter.

@Krömer Frames

Es ist ein schönes Drop Bar Adventurebike mit viel Liebe für das Detail und genauso viel Ösen und Montagemöglichkeiten für Flaschen- und Gepäckhalter. Und farblich passenden mechanischen Scheibenbremsen von Paul. Und wer jetzt inspiriert ist, der sollte Eduard mal anrufen…

 

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß!

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8 Comments

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  1. says: Ole

    Scheint ha nur noch Geavel zu geben.
    Das Santos finde ich sehr interessant wegen der Rohbox – sagte ich schon das ich Drehschalter nicht mag 🙂 – aber für mich älteren Herrn vermutlich ist die Geometrie wahrscheinlich zu sportlich.
    Auch an niedrigeren Durchstieg würde ich langsam denken wollen…
    Schade dass diese Mode nicht 15Jahre früher kam.

  2. says: Christoph

    Moin Martin,

    zunächst einmal frohes Neues!
    Vielen Dank für die diesjährige Übersicht. Wie immer hoch interessant. Die Hobel von Krömer finde ich saustark!
    Hast du vielleicht noch eins, zwei Tipps für Reiseräder (bis 2.500€)? Mit dem Diamant hast du lediglich ein „klassisches“ Reiserad im Aufgebot – dein Augenmerk hat sich in de letzten 2-3 Jahren deutlich verändert ;-). Was hälst du von dem Contoura FE-14? Ist das eine interessante Zusammenstellung oder ist hier das Preis-Leistungsverhältnis nicht gerecht?

    Liebe Grüße
    Christoph aus Kiel

    1. Hallo Christoph,

      bei den klassischen Reiserädern tut sich ehrlicherweise nicht viel oder kaum was. Ich begrüße es sehr, dass sie nicht mehr nur 26″ sind, sondern auch 27,5 und 29. Du findest viele Reiseräder in den Fahrradvorstellungen der letzten Jahre: https://www.biketour-global.de/category/top-reiseraeder/

      Das von dir genannte Contoura ist halt ein klassisches Reiserad/Randonneur. Wird schon gut sein. Hartje steht ja durchaus für Qualität. Und wenn es dir gefällt und es deinen Anforderungen genügt, warum nicht? Preise kann ich nicht beurteilen, auch weil die Preise für Fahrräder und -teile ohnehin steigen.

      Viele Grüße,
      Martin

  3. says: Benjamin

    Tolle Auflistung, das sind mal keine Mainstream-räder sondern echt durchdachte individuelle Konzepte. Das Fairlight Secan 2.5 fehlt noch in der Liste.

  4. says: Markus

    Also die meisten sprechen mich überhaupt nicht an, das Curve ist ein sehr schönes Bike, die andern eher weniger. Aber gut das ist Geschmackssache, als langjähriger Santa Cruz Fahrer, kann ich mit deren neuen Design heute auch nix mehr anfangen. Würde ich ein Carbon Bike kaufen, wäre für mich das Parapera Anemos das Bike der Wahl.

  5. says: Jan

    Vielen Dank für diesen Artikel! Hat Spaß gemacht zu lesen!
    Das Fara, Kroemer und Curve sind meine Favoriten.
    Mach bitte weiter so, ich freue mich immer wieder Artikel von dir zu lesen!

  6. says: Mike

    Finde ich super, dass du auch außerhalb vom „Mainstream“ (nicht abwertend gemeint) eine Plattform stellst. Kannte keine einzige Marke davon, außer Diamant natürlich, und finde die Aufstellung sehr spannend und aufschlussreich.