Ein Gravelbike zum (sich) Verlieren: Testfahrt mit dem Focus Atlas 6.8

Ein Gravelbike zum (sich) Verlieren: Testfahrt mit dem Focus Atlas 6.8

Hinweis:

Focus hat mir auf meinen Wunsch hin das Atlas 6.8 für einen Test zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich und damit ist dieser Beitrag dann auch Werbung.

Ehrlicherweise hatte ich Focus nicht wirklich auf dem Schirm für Gravel- oder Bikepacking Fahrräder und eher unter Mountainbikes und Sonstiges abgespeichert. Doch dann haben die Stuttgarter, die unter der Derby Cycle Holding ihre Räder entwickeln und in Cloppenburg bauen lassen, mit dem Focus Atlas ihr erstes Gravelbike vorgestellt.

Focus Atlas Line-up

Atlas – ein ziemlich mächtiger Name für ein Fahrrad. Atlas ist ein Titan aus der griechischen Mythologie, der gezwungenermaßen das Himmelsgewölbe der (damals westlichen) Welt stützt. Aber Atlas ist auch der Name des ehemaligen Königs von Mauretanien, dessen Namen für den heute bekannten kartographischen Atlas steht. (Jetzt habt ihr wieder was gelernt!)

Und genau um beides geht es auch: die Welt vor der Haustür oder in weiten Fernen erkunden zu können – getragen vom Focus Atlas Adventure-Gravelbike und bereit, neue Wege zu entdecken.

Ich könnte jetzt schreiben, dass das Focus Atlas sich sowohl sportlich als auch gemütlich und tourenfreundlich fährt. Das man damit neue Rekorde im Wald und aus Asphalt aufstellen kann und noch schneller und agiler gravelt. Aber was sollt ihr dann damit anfangen?

Fahrräder für alles gibt es schon genug und mit vielen Rädern kann man auch alles gut fahren. Da ist es mal ganz angenehm, wenn sich ein Hersteller hinstellt und sagt:

Wir haben ein Fahrrad gebaut, das nicht dafür gemacht ist, „…Rennen zu gewinnen, Weltrekorde aufzustellen oder andere zu übertreffen. Es ist dafür gemacht, zu Verlieren – den Verstand, das Zeitgefühl, sich selbst. Es ist dafür da, in die Natur zu gehen, Abenteuer zu erleben, Leute zu treffen und einfach eine tolle Zeit zu haben.“

Es geht also um Entschleunigung, sich Zeit lassen zum Entdecken, das Fahren Geniessen – und das Rad ist nur das Werkzeug für diese Art Erlebnisse. Ein wunderbarer Kontrast in einer Zeit, die das Radfahren wieder für sich entdeckt, aber auch oft rein kompetetiv und leistungsorientiert interpretiert. Und das Focus Atlas ist das Rad zu diesem Kontrast.

 

Vorgestellt: Das Focus Atlas 6.8 Gravelbike im Detail

Im Zentrum steht da natürlich der Aluminium-Rahmen in für meinen Geschmack angenehm leichtem Grün. Der Rahmen ist sehr aufgeräumt, die Kabel sind, so oft es geht, innen verlegt. Er ist gut verarbeitet und wiegt 2.000g.

Das Atlas wird in Deutschland entwickelt, die Rahmen werden in Asien geschweißt und in Litauen lackiert und das Rad auch dort zusammengebaut.

Double Welding

Euch fallen vielleicht die Schweißnähte auf. Hierzu sagt Focus:

“Bei den Schweißnähten handelt es sich um das so genannte Double Welding. Dadurch wird der Übergang der Rohre smoother, was allerdings auch deutlich teurer als eine herkömmliche Schweißnaht ist. Double Welding sieht nicht nur besser aus, sondern verleiht dem Rahmen auch mehr Stabilität.”

Double Welding Sattelrohr

Mir gefällt, dass der Rahmen über genügend Ösen verfügt, um drei Flaschenhalter anbringen zu können. Fünf Ösen allein auf dem Unterrohr (3 oben, 2 unten), zwei am Sattelrohr und auch am Oberrohr befinden sich zwei Ösen, um Bolt-On Cockpit/Oberrohrtaschen entsprechend anzubauen. Zudem kann der Rahmen Schutzbleche und Gepäckträger aufnehmen.

Carbon Gabel mit reichlich Ösen

Dazu kommt eine Carbon-Gabel mit jeweils drei Ösen pro Seite. Diese wiegt nur 475g, womit das Frame-Kit auf knapp 2,5kg Gesamtgewicht kommt. Die Zuladungsgrenze für die Gabel liegt bei 3kg pro Seite und ist damit aus meiner Sicht ausreichend für die meisten Bikepacking-Unternehmungen. Ein Pluspunkt der Gabel ist die integrierte Kabelführung. Damit kann das Kabel vom Nabendynamo aufgeräumt im Gabelinneren nach oben geführt werden. Und auch die Bremsleitung wird so verdeckt verbaut.

Focus C.I.S.

Das aufgeräumte Aussehen des Atlas kommt auch durch die interne Kabelführung gleich am Steuersatz. Hier wird ein Acros zusammen mit der Focus eigenen C.I.S. genannten Lösung verbaut, die es ermöglicht, die Kabel gleich vorne im Rahmen verschwinden zu lassen. C.I.S. steht für Cockpit Integration Solution und sorgt für einen optisch sehr aufgeräumten Rahmen und Kabelverlegung. Ich kann aber nicht sagen, wie es ist, wenn man die Bowdenzüge mal austauschen möchte.

Ich hab das Rad mal auf den Kopf gestellt, um euch die innenverlegten Kabel zu zeigen

Kommen wir zur Geometrie: diese bewegt sich beim Atlas irgendwie zwischen Crosser und Adventure-Gravelbike.

Verglichen mit den Klassikern unter den aktuellen Gravelbikes, weist das Atlas einen höheren Stack und längeren Reach auf. Man sitzt also weniger aufrecht auf dem Atlas, als beispielsweise auf dem Rose Backroad AL (-27mm Reach im Vergleich), dem Cube Nuroad EX (-21mm Reach im Vergleich), oder dem Cannondale Topstone Alloy 1 (-16mm Reach im Vergleich).

Vergleich Rahmengeometrie Atlas vs Backroad AL

Der mit 615mm (in Größe L) höhere Stack sorgt dann aber für etwas mehr Komfort bei längeren Touren.

Auch beim Radstand zeigt sich der Fokus des Atlas auf die Langstrecke: er ist mit 1072mm (Größe L) recht lang im Vergleich zu den anderen Gravelbike-Klassikern, was dem Rad – zusammen mit dem flachen Lenkwinkel – eine höhere Laufruhe beschert.

Vergleich Rahmengeometrien Atlas vs Topstone

Fahrspaß im Wald und auf Asphalt

In der Praxis ist das Fahrgefühl mit diesem Allround-Gravelbike vor allem eines: Angenehm unauffällig. Es hat ordentlich Vortrieb und auch abseits des Asphalts kann man mit ordentlich Speed das Land heizen. Wenn man denn überhaupt will. Denn mit dem Focus Atlas kann man vor allem eines: gemütlich schnell und spursicher durch das Land rollen.

Ich bin es bei Regen und trockenem Wetter gefahren, schnell auf Gravel und Straße, und habe es auch bei meinem „Berg-Training“ aka Hügelfahren an der Elbe genutzt. Es macht Spaß im Wald, als auch auf Asphalt und läuft dabei nicht unruhig und recht spurtreu. Auch auf Trails macht sich das Atlas gut, auch dank der kürzeren Kettenstrebe. Scharfe bzw. enge Kurven sind aber nicht sein Ding. Da hatte ich oft das Gefühl zu übersteuern.

Allerdings glaube ich, dass die Wahl der Serien-Bereifung verhindert, dass das ganze Potential des Atlas wirken kann. Dazu aber unten mehr.

Mit dem Atlas in Wald und Flur

Road Boost für eine bessere Performance

Besonders gut finde ich, dass das Focus Atlas auf den Road Boost Standard setzt. Ich bin überzeugter Boost-Fahrer am Fargo MTB und kann die höhere Rad-Stabilität, bessere Kettenlinie und dadurch auch bessere Performance und das mehr an Reifenbreite auch für Gravelbikes begrüßen. Focus bedient sich da des Road Boost von ihren eRoad Bikes mit 12x110mm Nabe vorne und 12x148mm hinten.

Focus sagt dazu:

„Die Road Boost Technologie sorgt für eine höhere Laufrad-Stabilität durch eine bessere Abstützung der Speichen. Durch die versetzte Kettenlinie können wir eine höhere Reifenfreiheit realisieren, ohne gleichzeitig die Kettenstreben unnötig lang zu machen.“

Aber, und das muss hier gesagt werden: durch den Road Boost Standard ist natürlich auch die Auswahl passender Laufräder etwas eingeschränkter, als für Gravelbikes mit normalem Standard. Allerdings erwarte ich, dass viele andere Hersteller auch bald auf den Boost Standard bei Gravelbikes wechseln werden, da dieser die genannten Vorteile bietet.

 

Räder & Reifen

Auf Instagram wurde es sofort entdeckt: am Testrad sind DT-Swiss Felgen und Naben verbaut, wohingegen das Build-Kit auf der Focus Website das Atlas 6.8 mit Novatec 25 Elite Naben und 622/25 Felgen ausgewiesen ist

Und wer sich heute ein Atlas kauft, der bekommt es auch mit den Novatec Komponenten. Denn:

„Aufgrund der aktuellen Verfügbarkeit wurden die ersten 100 Focus Atlas Räder mit DT-Swiss RR521 Felgen und DT-Swiss 370er Naben aufgebaut.“

Novatec gehört zu Messingschlager und hat sich auf Laufräder und Naben spezialisiert. Die beim Focus verbaute 25 Elite Laufräder kenne ich nicht und habe dazu auch nichts weiter an Informationen gefunden. Allerdings hat Novatec keinen schlechten Ruf, weshalb ich diese Laufräder als durchaus tauglich und angesichts des Gesamtpreis des Atlas als passend und belastbar beurteile.

Wenn die Felgenbelastbarkeit der Novatec ähnlich der der DT-Swiss RR521 ist, dann kann man von einem maximalen Systemgewicht von 120/130kg pro Felge ausgehen.

DT-Swiss und WTB Riddler am Testrad

Zudem wird der oder die Atlas Nutzer:in dann ohnehin mit einem zweiten Laufradsatz liebäugeln, denn das Atlas kann 700cc x 47mm Reifenbreite, als auch 650B mit bis zu 2,1 Zoll Reifenbreite vertragen.

Als Reifen hat das Focus den WTB Riddler 700cc x 45 verbaut. Das ist einerseits ein schön breiter Reifen, der im Gelände durchaus mehr Traktion geben kann. Leider macht er in der Praxis aus meiner Sicht keine gute Figur. Ich habe ihn mit unterschiedlichen Luftdrücken gefahren und er ist eigentlich nur auf Asphalt und leichtem Gravel passabel.

Profil WTB Riddler

Wenn es nass wird, kann man ihn komplett vergessen. Und selbst wenn es trocken ist, greift er oft nicht richtig. Ich habe im Gelände und auf Gravel kein sicheres Fahrgefühl gehabt. Bei höheren Geschwindigkeiten, die man mit dem Focus Atlas erfreulicherweise schnell erreicht, ist er unruhig und gleitet weg.

Ich behaupte daher, dass das Rad ohne den Riddler viel performanter sein kann und dort, wo es sich wohlfühlt, nämlich auf Schotterpisten und Waldautobahnen, viel mehr leisten könnte.

 

Schaltung & Bremsen

Geschaltet wird das Focus Atlas mit einer Mischung aus Shimano GRX800, 810 und 600. Die GRX ist eine sehr verlässliche und angenehme Schaltung, die völlig ausreicht und präzise arbeitet. Im Vergleich zur SRAM Apex oder Rival schaltet die Shimano etwas weicher. Bei SRAM rasten die Gänge etwas härter ein.

2×11 mit der Shimano GRX

Am Testrad war eine 2×11 GRX mit vorne 46/30er GRX600 Kurbel und hinten 11-34 Shimano 105 Kassette verbaut. Damit hat man am Berg eine Untersetzung von 30 zu 34, was ohne Gepäck und etwas trainiert durchaus ausreicht. Wenn es Bikepacking sein soll mit Gepäck und in die Berge geht, dann würde ich hier eine andere Übersetzung bevorzugen.

Aber wie ich hierbei immer wieder feststelle: Die Hersteller fokussieren bei ihren Gravelbikes eher auf die Tagestourer:innen und leichte Bikepacker:innen und weniger auf diejenigen, die mit dem Rad für mehrere Tage in die Natur fahren wollen und dabei mit Gepäck auch durch unwegsameres und hügelig-bergiges Gelände fahren wollen.

Shimano 105 11-34 Kassette

Das fängt bei den Übersetzungen an, die eher den oder die Rennradfahrer:in für das Gravelbike ansprechen sollen und hört bei den Systemgewichten der Räder auf. Damit meine ich das maximal zulässige Gesamtgewicht des Rades, bestehend aus Fahrer:in + Ausrüstung + Fahrrad. Das liegt beim Focus Atlas leider nur bei 110kg. Daher ist das Atlas aus meiner Sicht ein Gravelbike für Fahrer:innen ohne Gepäck oder nur leichtem Gepäck, aber kein Rad für das Bikepacking, wenn man mehr als 80kg wiegt.

Die STI sind Shimano GRX600, das Schaltwerk ein GRX810 und auch der Umwerfer stammt aus der Top-Liga der GRX. Insgesamt ist die Komponentenwahl durchaus als wertig zu bezeichnen.

Shimano GRX600 Bremse

Gebremst wird mit Shimano GRX600 hydraulischen Scheibenbremsen auf 160mm Scheiben. Rahmen und Gabel des Focus Atlas können ohnehin nur bis zu 160mm große Scheiben verarbeiten. Das Bremsverhalten war GRX-bekannt recht gut. Vernünftiger Druckpunkt und sehr gute Performance. Ganz klar eine Bremse für alle Fälle, auch bei Nässe.

 

Lenker & Sattel

Am Atlas ist der Focus eigene JD RA85 bezeichnete Lenker verbaut, der ähnlich dem Ritchey Venture Max oben abgeflacht ist. Er hat ein nicht wirklich wahrnehmbaren Flare von 10 Grad und einen Drop von 116mm.

10 Grad Flare

Ich bin ihn meist oben gefahren, also an den Brems-/Schalthebeln und weniger im Unterlenker, da dieser dann für mich etwas zu tief lag. Ingesamt aber ein guter Lenker für den Start ins Gravelabenteuer.

Der Lenker am Atlas

Das gleiche gilt für den WTB SL8 Sattel. Der ist nicht zu hart und war angenehm, auch wenn ich mal härter reintreten musste. Da Sättel aber ohnehin immer individuelle Komponenten sind, kann ich hier nur sagen: der passt schon ganz gut für den Anfang.

 

Fazit Focus Atlas 6.8

Macht Spaß!

Ihr habt es sicherlich schon gemerkt: Das Focus Atlas gefällt mir allein schon deshalb, weil es nicht antritt, dich schneller, besser, performanter und was weiß ich zu machen.

Im Gegenteil: Focus bietet mit dem Atlas ein Rad für den Zeitgeist an und gibt dir alles was du brauchst, um Abenteuer abseits der Straße erleben zu können.

„Atlas steht für Abenteuer, für das Unentdeckte und gleichzeitig für Weite und Freiheit. Genau dieses Gefühl und diese Sehnsucht wollen wir mit dem Rad bei den Leuten wecken.“

Dazu passend kommt mit dem Focus Atlas 6.8 auch gleich eine schmale schwarze Oberrohrtasche, die nicht nur gut aussieht, sondern auch Platz genug für Werkzeug und Kleinkram bietet und am Oberrohr verschraubt ist.

Oberrohrtasche inklusive

Das Rahmen-Set und die Ausstattung des Rades sind hochwertig und der Preis mit 1.999 Euro völlig ok. Damit ist es ein ideales Rad für alle, die gerne das Graveln für sich entdecken möchten, ohne dabei sich gleich verschulden zu müssen.

Wer übrigens mehr über die Entstehungsgeschichte des Atlas und die Gedanken der Entwickler erfahren möchte, dem empfehle ich die entsprechende Podcast Folge bei GravelTIME:

Was mir am Focus Atlas nicht gut gefällt sind das Systemgewicht von nur 110kg, die Übersetzungsbandbreite der Schaltung und die serienmäßige Bereifung mit dem WTB Riddler. Die beiden letzteren sind sicherlich eine Geschmacksfrage, aber der erste Punkt nimmt dem Rad aus meiner Sicht einfach viele potentielle Kund:innen.

Aber – und auch das ist Zeitgeist: viele Graveler:innen sind nicht im Bikepacking-Modus unterwegs, präferieren ohnehin (sportliche) Tagestouren ohne Gepäck und falls mal ein Overnighter dazwischenkommt, verbringt man die Nacht dann eher im Hotel oder Hostel. Und das ist auch völlig in Ordnung so.

Bikepacking-Touren kann das Atlas natürlich und vielleicht werte ich das auch nur zu kritisch. Ist man allerdings leicht genug, dann passt das Focus Atlas prima mit Systemgewicht und dem Übersetzungsangebot der Schaltung für viele bepackte Abenteuer abseits der Straße.

Bereits für das (leichte) Gravelabenteuer

Das Gesamtgewicht des Rades wird mit 10,8kg ausgewiesen. Ich habe nachgewogen und 10,6kg ohne Pedale und mit Oberrohrtasche gemessen. Es ist also nicht besonders leicht, aber auch nicht zu schwer. Für ein Gravelbike genau richtig.

Und wer jetzt noch unschlüssig ist, der sollte sich diesen Film anschauen, wie herrlich man mit dem Focus Atlas hierzulande verloren gehen kann:

 

Übersicht Focus Atlas 6.8 Ausstattung Build-Kit

  • Rahmen: Aluminium, Steckachse, Road Boost 148x12mm, 160mm Disc Flat Mount, Interne Kabelführung
  • Gabel: Carbon, Steckachse, Road Boost 110x12mm, 160mm Disc Flat Mount, interne Kabelführung, 3 Ösen pro Seite, 3kg max Zuladung pro Seite.
  • Kurbel: Shimano GRX600, 46/30
  • Kassette: Shimano 105 11-34
  • Schalthebel: Shimano GRX600
  • Schaltung: Shimano GRX810 2×11
  • Umwerfer: Shimano GRX800
  • Schaltkörper: Shimano GRX800
  • Laufräder: 700cc Novatec 25 Elite mit 622/25 Felgen, Centerlock Bremsscheibenaufnahme
  • Reifenfreiheit: 700cc x 47mm / 650B bis 2.1 Zoll
  • Bremse: Shimano GRX600, Hydraulisch
  • Reifen: WTB Riddler 700cc x 45
  • Lenker: FOCUS JD RA85, Drop: 116mm, Reach: 74 mm, Flare: 10 Grad
  • Vorbau: FOCUS Aluminium, 31,8 mm, 6 Grad
  • Sattel: WTB SL8
  • Gewicht: 10,6kg, 2kg Rahmen, 475g Gabel
  • Preis: 1.999 Euro

 

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15 Comments

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  1. says: Alex

    Danke für deinen tollen und ausführlichen Bericht. Leider vermisse ich die Information zu deiner Größe/Schrittlänge und der gefahrenen Größe (L).

    Warst du mit der Größe zufrieden?

    Ich konnte bisher leider nur ein M(54) Probe fahren und habe die Vermutung, dass ein L(57) besser passen könnte.

  2. says: Thom

    @Martin

    Eine Vermutung bezüglich der Riddler-Pellen: Könnten das von Focus bestellte OEM-Versionen des Reifens sein? Gibt ihn da z.b. auch als günstigere “Comp”-Version, nicht tubelessfähig und dann Draht- statt Faltreifen. Als ein weiterer Grund für das schwammige Verhalten könnte außerdem die geringe Maulweite von 20mm der eingesetzten DT Swiss-Felgen bei 45er Reifenbreite herhalten. Kann mich aber freilich auch irren und die WTB sind bei Dir wirklich so Kacke?! 😛

    @ Bud

    Deinen Schilderungen nach vermute ich das erwähnte Diamant-Trekkingrad hört auf den Namen “Elan”?! Falls dem so sei, dessen Rahmen ist baugleich mit der letzten Version des nicht mehr produzierten Trek Crossrip (Nachfolger: Checkpoint) mit ebenfalls zugelassenem Maximalgewicht von 136kg. Solltest Du also ein Gravelbike suchen, baue doch einfach Dein Elan um 😉 – Ich selbst fahre das Crossrip 3 seit zwei Jahren, gern auch schwer bepackt & weit – und so oft im Gelände wie nur irgend möglich. Selbst die Gabel lässt neben bzw. statt der Lowrider-Nutzung auch Transportkäfige zu – obwohl nur eine Öse je Gabelarm – ohne zu murren. Einzig die mögliche Reifenbreite limitiert etwas (hinten MAX. 40mm in 28 Zoll, vorne bis 47mm je nach Modell und gewünschter Schlammdurchlässigkeit).

    1. says: Thom

      Ich muß mich korrigieren: Gemeint war natürlich nicht das Elan von Diamant, sondern das Modell “Rubin SL” xD

  3. says: Wolfgang

    Ich finde Rad + Ausstattung sehr gelungen. Natürlich ist max. 110 kg jetzt nicht extrem hoch, bedeutet aber bei 80 kg Fahrer und 10,5 kg Fahrrad, dass man 19,5 kg Gepäck transportieren kann. Wenn wir längere Touren mit Vollausrüstung (Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kocher, Töpfe etc.) machen, kommen wir als Paar bei 14-16 kg pro Person raus. Und wenn es nicht gerade brachial über Stock und Stein geht, würde ich mir bei gesamt 120 kg auch keine Sorgen machen.
    Die GRX finde ich großartig, und die 800er-Gruppe ist Ultegra-Niveau, also aus meiner Sicht mehr als ausreichend für Normalfahrer. 600er entspricht Shimano 105, also immer noch sehr gut und zuverlässig. Verstehe auch nicht ganz das Mäkeln an der Übersetzung. 46/30 und 11-34 ist fast das maximale, was man bekommt. Viele andere Gravelbikes kommen (sofern überhaupt 2fach) mit Kompaktkurbel (50/34) und 11-30.
    Reifen sind vielleicht nicht toll, aber ohnehin Geschmackssache und sehr vom persönlichen Einsatzzweck abhängig und ausserdem schnell getauscht.
    Mir gefällt das Rad.

    1. Hallo Wolfgang,

      ja, das Rad gefällt mir auch.

      Grundsätzlich gefragt: Wenn man damit das ganze Jahr über fährt und Bikepacking macht, wären mir die 19kg zu wenig, zumal ja noch Wasser und Essen hinzukommen. Zumindest bei mir. Und zudem sollte man ja noch etwas Toleranz einbauen. Meine mit 115kg belastbaren HUNT Laufräder hat es zweimal zerissen. Einmal beim Atlas Mountain Race, wo ich auch rechnerisch in den 115kg geblieben bin, und dann ohne Gepäck bei Trainingsfahrten noch mal.

      Ich bemängle auch die Schaltungskapazität der meisten Gravelbikes, da diese aus meiner Sicht im Gelände mit Gepäck nicht ausreichend ist. Aber man kann natürlich schieben. Ich hatte das beim Tuscany Trail und habe daher dann die Schaltung umgebaut.

      Und ich habe Fragezeichen, warum Laufräder manchmal geringere Maximalgewichtszulassungen haben, als das Rad. Oder warum dann die Reifen problematisch sind. Der G-One Allround in 700×38 hat zum Beispiel nur ein Maximalgewicht von 100kg. Das ist halt nicht sinnvoll zusammengestellt, wenn es um Bikepacking gehen soll und nicht nur um Graveln.

      Viele Grüße,
      martin

      1. says: Wolfgang

        Lieber Martin,
        Maximallast bei Reifen ist pro Reifen! Die meisten Gravel-Reifen von Schwalbe haben 75 kg, Rennradreifen 70 kg (übrigens in 25-622 genauso wie bei 32-622, da ist also wahrscheinlich noch Toleranz eingearbeitet).
        Novatec 25 Elite habe ich nicht gefunden, sie haben aber Boost 29″ Laufräder im Programm (identisch?), Einsatzzweck: MTB, Enduro. Und eine Gewichtsfreigabe von 130 kg für Enduro ist halt schon was anderes, als für Tourenräder. Bei den meisten Defekten an Laufrädern vermute ich eher nicht optimalen Aufbau als Materialmangel.
        Bikepacking definiert wohl jeder etwas anders. Mit Teilnahme an Atlas/SilkRoad oder ähnlichen unsupported races gehörst Du wohl einer elitären Minderheit an, da gelten tatsächlich andere Regeln.
        Für mich bedeutet bikepacking eher leicht und schnell. Zu viel Gepäck in zu vielen Taschen, meist mit Rollverschluss, ist mir einfach zu lästig. Da finde ich Packtaschen deutlich praktischer. Sind letztes Jahr Superrandonee (allerdings 5 Tage) von München gefahren. Das waren etwa 600 km, 11.000 hm. Gepäck ca. 6 kg. Tag 4: Timmelsjoch + Kühtai, >3.200 hm, (kurzzeitig) bis 16%. Habe GRX 800 mit 48/31 + 11-32, ging problemlos (na ja, ich war am Limit, aber ich bin über 50, rauche und trinke, die Übersetzung war nicht das Problem;-)
        Wenn ich mich am Wochenende oder auch im Urlaub umsehe, scheint mir das Focus in puncto Austattung, Gewichtsfreigabe, Übersetzung für 98% der Leute völlig ausreichend.

        1. Hallo Wolfgang,

          Ja, mit den Reifen hast du Recht. Mein Denkfehler.

          Dann sehe ich das vermutlich zu kritisch mit den Übersetzungen und Systemgewichten.

          Ich fahre auch mit recht wenig Gepäck, käme da beim Focus aber an die Grenze.

          Aber was du schreibst bedeutet dann vermutlich, dass ich dann mehr trainieren muss, oder noch mehr Erfahrung sammeln muss. Auf Schotter im Gelände und Anstieg würde ich nämlich mit Gepäck bei deiner Übersetzung nicht viel Spaß haben.

          Viele Grüße
          Martin

          1. says: Wolfgang

            Hi Martin,
            sorry, so meinte ich das nicht.
            Du machst halt SEHR extreme Sachen, dafür ist es dann wohl nicht optimal. Für uns “Normal-Radler” finde ich das Rad ziemlich gelungen.
            Danke auch für Deine vielen tollen Berichte, Tests und inspirierenden Beiträge. Ich bin immer wieder gerne auf Deiner Seite, weil Du eben nicht jedes gestellte Produkt hochjubelst, sondern auch kritische Anmerkungen machst.
            Wünsche uns allen noch viele schöne Stunden auf tollen Touren!
            LG
            Wolfgang

  4. says: Bud

    Zuerst mal: der Rahmen hat keine einzige Öse!
    Dafür jede Menge Schraubgewinde, wo man was anschrauben kann.
    Ösen hast Du z.B. am Segelboot, wo Du ein Seil durchziehen und festzurren kannst.

    Zweitens: Das max. zulässige Gesamtgewicht von 110kg ist doch ein schlechter Scherz, oder?
    Sowas hat mein Cube Straßenrennrad mit dünnen Rädern und superleichtem Rahmen.
    Wenn Focus soviel Werbung für seine ultrastabilen Double Welding Rahmen macht und extra dicke Rohre nimmt und dazu noch Boost Laufräder für extra Stabilität bewirbt, dann hat das Rad irgendwo einen massiven Designfehler oder Ausstattungsfehler, den sie mit dem mickrigen zulässigen Gesamtgewicht vertuschen wollen.
    Wenn ich mit 89kg Eigengewicht plus Rad (11kg) plus 2 Wasserflaschen (je 1kg) schon auf 102kg komme, plus Ortlieb Satteltasche (1kg) plus Lenkerrolle (1kg) und etwas Werkzeug, dann bleibt mir neben leichtem Sommerschlafsack und Isomatte nur noch eine Dose Bier und eine Tüte Chips und ich bin beim max. zulässigen Gesamtgewicht. Für ein Zelt reicht’s dann nicht mehr.

    Wer kauft denn so einen Mist? Das Rad ist doch für den Einsatzzweck als Bikepacking völlig nutzlos. Das kann man doch nicht mit Tagestouristen und Credit Card Touring kaschieren. Und nicht bei EUR 2000,- für das Dingens.
    Ich denke, Focus verheimlicht da irgendwas entscheidendes. Schau ich mir den Rahmen und die Räder an, dann ist es mit meinem Diamant Trekkingrad vergleichbar und das packt locker 136+ kg Gesamtgewicht.
    Bitte frag’ da mal bei Focus nach.

    1. Hallo Bud,

      Ich habe natürlich mit Focus gesprochen. Solche Maximalgewichte sind nicht ungewöhnlich – es fragt nur keiner nach. Das Rose Backroad liegt bei 115/120kg, das Cube Nuroad bei 115kg, das Canyon Grail bei 120kg. Das Topstone hat erfreuliche 150kg.

      Also: es verbirgt niemand irgendwas – es fragt nur kaum jemand vor lauter Gravel-Enthusiasmus nach 😉

      Bzgl Ösen: https://www.fahrradmonteur.de/Öse

      Viele Grüße
      Martin

  5. says: Niels Sander

    Toller Testbericht, wie immer lesenswert! Eine Frage: Woran liegt es, dass das Systemgewicht des Rades bei 110 kg liegen soll, dagegen 120/130 kg pro Felge/Laufrad möglich sind? Ist der Rahmen so empfindlich?
    Viele Grüße – Niels

    1. Hallo Niels,

      die Felgen sind ja vom Rahmen unabhängige Bauteile und haben eigene Maximalgewichte. Das muss also nix heissen.
      Beispiel: mein Salsa Fargo kann bis zu 140kg ab. Meine HUNT Felgen damals nur 115kg.

      Beim Focus ist es andersherum: da können die Felgen mehr ab, als der Rahmen. Woran das genau liegt, weiß ich nicht. Vermutlich am Material.

      Viele Grüße,
      martin

      1. says: Niels Sander

        Moin Martin,

        danke für die Erläuterung. Die Differenzen bei Gewichtsangaben bei vielen Rädern finde ich schon putzig. Klingt ja auch bei Bud an. Aktuell fahre ich das Cannondale Topstone Alu Ultegra, das mit 150 kg Belastbarkeit verkauft wurde und mich gleich nach der zweiten Fahrt durch die Heide das Hinterrad kostete: Felgenrisse an drei Speichenaufnahmen! Hernach geguckt: Die WTB Laufräder waren nur für 100 kg ausgelegt, was bei meinem Gewicht von 95 kg plus Packing sicher erreicht wurde. Immerhin hat Cannondale mir gleich ein neues Laufrad geschickt, obwohl ich mir dann doch schon vorher gute DT swiss gekauft hatte.
        Wäre mal interessant, wie diese Spezifikationen bei einzelnen Herstellern nicht so ganz stimmig sind.

        VGNiels

        1. Hallo Niels,

          ja, ich bin auch schon am Überlegen, ob ich das mal aufarbeite.
          Meine Vermutung: das Thema Gravel ist bei den Herstellern als reines Sportrad-Thema platziert. das heißt, man hat eine lifestylig-romantische Vorstellung, wie Menschen auf Schotter in die Sonne radeln. Und dafür baut man dann die Räder.

          Und nun kam noch dieses Bikepacking dazu, was gerade auch gerne gemacht wird. Das überfordert dann erneut die Hersteller, denn sie haben entweder keine Vorstellung von Bikepacking oder sich damit nicht richtig beschäftigt. Fehlende Praxiserfahrung würde ich das nennen. Was aber egal ist, da die Räder ja gekauft werden. Auch, weil eben die Mehrheit lieber Bikepacking auf Instagram macht und nicht in Echt. Dann würde sich das schnell herausstellen, dass oft die Kombination aus Rad, Felgen, Übersetzung einfach nicht reichen, bzw. optimiert werden müssten.

          Ich schau mir das mal an.

          Viele Grüße,
          martin