Die Drei an der Elbe: Auf Radtour mit meinen Söhnen

Unterwegs mit meinen Jungs entlang der Elbe

Ich fahre ja sehr gerne und sehr viel Fahrrad – aber das doch lieber alleine. Nur geht natürlich mein Radreise-Lebenswandel nicht spurlos an meiner Familie vorbei. Und auch wenn ich es nicht aktiv treibe, wurden meine beiden Jungs immer interessierter und wollten auch mal mit auf Tour.

In den letzten Jahren war ich dann mal mit dem einen, mal mit dem anderen meiner Söhne unterwegs. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und auch einen neuen Blick auf das Reisen mit dem Fahrrad gegeben.

Das erste Mal zu dritt unterwegs

In diesem Jahr war es dann soweit und zum ersten Mal wollten beide eine Tour mit mir zusammen machen. Eine tolle Idee!

Irgendwie hatte ich dann arbeitsbedingt ganz vergessen, das Pfingsten nun doch schon in ein paar Tagen war und ich hatte noch nicht mal einen Plan, wo wir langfahren sollten.

Es gibt einen schönen Spruch:

Beim Fahrradfahren geht es nicht ums Gewinnen, sondern darum Neues zu entdecken!

Auf Wunsch meiner Kinder sollte es also eine Tour werden, bei der es viel Zeit zum Entdecken, Spielen, Campen und Essen gibt und das Ganze mit etwas Radfahren verbunden werden sollte.

Die Landschaft an der Elbe ist durchaus sehenswert

Mit dem jüngsten (8) war ich das Jahr zuvor in Kollmar an der Elbe auf einem Campingplatz, der ihm sehr gefallen hat und den er nun seinem Bruder zeigen wollte. Sein Bruder (11) wollte was Neues sehen und einfach mal drei Tage unterwegs sein.

Die Route war dann schnell gefunden: Mit dem Zug bis nach Stade auf die andere Seite der Elbe (von mir ausgesehen) und dann in 30km Etappen entlang der Elbe nach Wischhafen, mit der Fähre nach Glückstadt, weiter nach Kollmar und zurück nach Halstenbek.

Stürmischer und regnerischer Start

Tag 1: Mit Iwan nach Westen

Die Wettervorhersage war auch ok, also konnte es losgehen. Irgendwie hat es sich das Wetter aber dann doch anders überlegt und so starteten wir mit dem Sturmtief Iwan und Regenschauern in Stade am Bahnhof. 15 Grad können bei diesem Wind auch recht kühl sein, weshalb wir alles anzogen, was wir dabei hatten.

Pause auch bei schlechtem Wetter

Glücklicherweise kam der Wind eher seitlich, weshalb wir mit geschickter Windschattentaktik doch ganz gut fahren konnten. Stade hat eine schöne Altstadt, die wir aber links liegen ließen, denn wir wollten nach der langen Bahnfahrt einfach radeln. Zudem drohten dunkle Wolken den nächsten Regen an. Der holte uns dann auch prompt ein, aber wir konnten uns auf einem Spielplatz mit Grillhütte unterstellen.

Spielplatz als Pausenort und Regenunterschlupf

Was für ein Tourauftakt, aber meine Jungs ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Hier und da eine Pause, was essen, trinken und weiter ging es. Die beiden kurvten nebeneinander quatschend die Elbe entlang und hatten sichtlich Spaß am Fahren, trotz der widrigen Bedingungen.

Stürmisch-schöner Norden

Schlechtes Wetter beim Radtouren formt bekanntlich den Charakter und so kämpften wir uns runter an die Elbe und dann immer weiter nach Westen zum durchaus empfehlenswerten Campingplatz Am Leuchtturm in Krautsand. Hier warteten das Ende des Regens, ein Spielplatz direkt am See und ein warmes Abendessen auf uns.

Das Ende des Regens

Tag 2: Sonnentag am Elbestrand

Am nächsten Morgen trieben uns Sonnenschein und Wärme aus dem Zelt. Im Vergleich zum Vortag wehte nur ein laues Lüftchen und wir erreichten bei bestem Wetter die Fähre nach Glückstadt.

Bei bestem Wetter die Elbe entlang

Die Überfahrt dauerte zwar nur 15 min, ist aber in jedem Fall ein Erlebnis. Allein wie sie im engen Hafenbecken in Glückstadt drehte und sich an den Anleger manövrierte.

Überfahrt nach Glückstadt

Bei Runterrollen von der Fähre hörte ich ein „Hallo Moschi!“ aus einer Gruppe von Radlern, die auf ihre Überfahrt nach Wischhafen warteten. Arne von Norwid war mal wieder auf einer seiner unzähligen Ausfahrten. Ich konnte nur kurz zurückwinken, musste ich doch mit den Jungs erstmal den sicheren Radweg erreichen.

In Glückstadt pausierten wir erstmal am Stadthafen bei Fischbrötchen und Pommes. Frisch gestärkt ging es dann wieder auf den Elberadweg, der hier mit sehr schönem Blick auf den Strand und den Fluss aufwarten konnte.

Es war schon beeindruckend, wenn ein riesiges Containerschiff Richtung Nordsee vorbeischipperte. Der Wind stand gut und so erreichten wir am frühen Nachmittag den Zeltplatz in Kollmar.

Containerriese auf der Elbe

Dieser familiengeführte Platz hat einen kleinen Spielplatz und  – noch viel besser – Schafe direkt am Deich, die man mit Brotresten füttern konnte.

Zum Essen fuhren wir zum Hafen in Kollmar, wo neben einem recht schönen Strand auch ein paar Essensbuden und eine Eisdiele warteten. So genossen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Tag 3: Nur die Regenharten kommen nach Hause

Am nächsten Morgen weckte uns der Regen. Ich mag es ja, wenn der Regen auf das Zeltdach tröpfelt, aber diesmal fand ich es eher nicht so toll. Das Regenradar sagte noch 2 Stunden Regen voraus und so organisierte ich Frühstück im großen Zelt und packe unsere Sachen soweit zusammen.

Es wurde nass

In einer Regenpause packten wir schnell die Räder und fuhren los. Das Wetter würde schon besser werden. Und tatsächlich: es wurde wärmer und es hörte auf zu gießen.

Sachen packen

Die Strecke zurück nach Halstenbek hatte ich so gelegt, dass wir nur wenige Hauptstraßen fahren mussten und dafür noch viel vom schönen Land direkt vor unserer Haustür mitbekamen.

Nur die Harten kommen nach Hause

Am frühen Nachmittag waren wir dann wieder Zuhause. Knapp 100km sind es dann doch noch geworden. In jedem Fall aber eine tolle Tour mit meinen Söhnen, die auch für mich erholsam und unterhaltsam war.

Durch das Hinterland nach Halstenbek

Und im August trauen wir uns dann das nächste Level zu nehmen: Eine Tour mit der ganzen Familie auf Fünen in Dänemark. Ich werde berichten…

Es hat Spaß gemacht!

6 Comments

  • Björn sagt:

    Moin,

    schön, dass deine beiden Bock aufs Radeln haben und Ihr euch vom Wetter nicht habt unterkriegen lassen.

    Mein Lieblingsbild: Stürmisch schöner Norden 🙂

    Grüße

  • Stefan sagt:

    Hallo Martin.

    Nette kleine Tour für meinen Geschmack! Ich bin neugieriger Beginner im Radreisen u überlege sie so oder ähnlich nachzufahren. Womit planst du deine Touren? Hast du dort ein paar Tipps für mich? Komoot ist glaube ich ganz gut, nur ich wüsste nicht wie ich die gps auf mein etrex30 bekomme( wenn überhaupt möglich )

    Schonmal vielen Dank im Voraus

    Greetz Stefan aus HH

    • Hallo Stefan,

      Ich plane mit Komoot. Und wenn die Route fertig ist, dann gibt es da die Funktion „GPX File runterladen“ (oder so).
      Das GPX File ziehe ich dann einfach auf das Garmin. Das schließe ich an den Laptop an und daas GPX File kommt in den Ordner GPX. Dann ist er als Track verfügbar und aufrufbar. Aber nicht routingfähig, normaler Track halt.

      Viele Grüße,
      martin

  • V. sagt:

    Für Elberadler kann ich folgenden Blog empfehlen:

    https://elbradler.blogspot.com/2016/02/von-cuxhaven-nach-otterndorf.html

    Der Vorteil von Elbe (und vielen anderen Fluss-Radwegen) ist, dass man offline z.B. mit BikeLine-Karten wunderbar durchkommt. Die Beschilderung ist meistens recht gut – mit einigen Ausnahmen und z.T. erheblichen Regionalen Unterschieden. Deshalb nutze ich zusätzlich eine der vielen kostenlosen Handy-Apps zum Tracking.

  • Mandy sagt:

    Hallo Martin, schöne Tour und sehr schöner Beitrag.
    Infos zum Elberadweg gibt es übrigens auch bei uns: http://www.elberadweg.de

    Viele Grüße
    Mandy vom Elberadweg-Team

  • Harry sagt:

    Bin gerade bei der Planung einer kurzen Campingtour mit unserem Lütten (8,5 Jahre alt) über diesen und einen älteren Blogbeitrag gestolpert. Genau die gleichen Fragen bewegen mich auch – wie lang, wie weit, was an Gepäck kann es selbst befördern ??? Die erste Tour war mit 18 & 15 km Etappen als Einstieg okay. Zum Ende seiner Sommerferien werden es auch noch mal zwei Radeltage in dieser Größenordnung. Wir freuen uns schon auf unser Enkel-Opa-Wochenende.

    LG aus dem Ruhrpott
    Harry

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