Duell der Globetrotterreifen: Marathon Mondial vs. Travel Contact

Duell der Globetrotterreifen: Marathon Mondial vs. Travel Contact

In grauer Vorzeit, als ich noch ein junger Radreisender war, fuhr ich mit Corratec Diamond Grip und Diamond Slick durch die Welt. Das waren Reifen, die eine glatte Lauffläche hatten und der Grip hatte am Rand ein leichtes Profil. Im Prinzip wie die modernen Semislick Reifen, nur sehr viel einfacher.

Das war zwar ok, aber mit diesen Reifen gab es so viele Platten, dass mir in der Sahara irgendwann mal die Flicken ausgingen. Ich hatte damals nicht viel Geld und daher auch nicht in etwas teurere Reifen investiert. Aber ich war es leid mit den Pannen und hatte von „diesen Schwalbe“ gehört, die irgendwie nicht kaputtgehen sollen.

Der erste und der beste: Schwalbe Marathon XR

Mein erster „Schwalbe“ war dann der Marathon XR. Das ist der aus meiner Sicht beste Reifen, der je für Radreisen hergestellt wurde. Leider gibt es ihn nicht mehr. Auf ihn folgte der Marathon Extrem, den ich nicht so toll fand. Und so bin ich auch dann fix auf den Marathon Mondial gewechselt, der auf den Extreme folgte und sich vom Profil wieder am XR orientierte. Seitdem fahre ich die Evo-Faltversion des Mondial mit 50 und 55er Breite auf 26 Zoll (50-559 und 55-559). Und ich bin mehr als zufrieden mit diesen Reifen.

Der Schwalbe Marathon Mondial © pd-f.de

Ende letzten Jahres dann kontaktierte mich ein ehemaliger Arbeitskollege, der für Continental Produkt-Informationsmaterial macht. Er fragte mich, ob ich nicht ein Interview geben möchte, über Anforderungen und Erwartungen an Fahrradreifen bei Radtouren. Ja, gerne, bloß hatte ich noch nie Continental Reifen und fahre seit fast 20 Jahren mit Schwalbe Reifen durchs Land. Und so kamen wir auf die Idee, dass ich auf meiner Patagonien-Tour mal die Continental Travel Contact ausprobieren werde.

Der Continental Travel Contact © Continental.de

Wenn das mal kein Fehler ist! Never change a running system! Damit wirst Du nicht viel Spaß haben! Die halten nicht lange! Auf der Straße ok, aber niemals auf Schotter!

Diese Reaktionen bekam ich, nachdem ich von meinen Mondial auf die Travel Contact umgestiegen bin und darüber berichtete. Umso mehr war ich gespannt, wie die sich tatsächlich so machen.

Die Mondial waren schon mit mir auf Island, in Georgien, auf vielen Touren in Deutschland und im fast täglichen Stadtverkehr auf dem Weg ins Büro unterwegs. Die aktuellen Mondial hatte bereits 12.000 km runter und ich wollte ohnehin vor Patagonien einen neuen Satz aufziehen.

Gesagt getan und wenig später bekam ich von Conti einen Satz Reifen geschickt und nach der Montage ging es direkt los auf die Carretera Austral. Mit dieser hatte ich für die Contis gleich ein gutes Testgebiet: die fast 1.500 km, die sie hier unter Last und auf ordentlich Schotter gelaufen sind, kann man aus meiner Sicht aber verdoppeln, was die Beanspruchung angeht.

 

Der große Vergleich: Marathon Mondial vs. Travel Contact

Kann man beide Reifen eigentlich miteinander vergleichen? Ich finde schon, denn beide treten als DIE Bereifung für Globetrotter und für die große Tour um die Welt an. Da muss ein Vergleich also erlaubt sein.

Und auch in Sachen Verarbeitung sind beide Reifen gleich top. Ich betone das, da ich beim Schwalbe Tour Plus schon zweimal eine schlechte Verarbeitung hatte und sich nach nur wenigen Kilometern hinten der Mantel an der Lauffläche auflöste und der Pannenschutz sichtbar wurde.

Gute Verarbeitung meint auch das Achten auf eine gleichmäßige Verarbeitung des Reifens, ohne Unwucht. Und vor allem auch die Haltbarkeit der Seitenflächen, wo bei anderen Mänteln sich gerne auch mal die Karkasse auflöst, oder bei Drahtreifen vom „Trägerring“ ablöst.

 

Auf Augenhöhe: Profil, Pannenschutz und Gewicht

Was natürlich sofort auffällt ist die unterschiedliche Lauffläche. Der Mondial hat ein grobes Profil, was mehr Traktion auf Schotter und abseits der Straße verspricht.

Der Travel Contact ist ein Semislick, hat also hat eine glatte Lauffläche, dafür aber seitlich Profil, was eine gute Traktion auf der Straße verspricht und etwas Grip auf der Piste.

Beide Profile im Vergleich – der Mondial hat da aber schon 12.000 km mehr als der Travel Contact hinter sich

Wenn man die Laufflächen der beiden Mäntel anfasst, so merkt man, dass der Gummi beim Conti ordentlich dick ist, was vermutlich durch die Pannenschutzeinlage kommt und den kevlarverstärkten Safety System Breaker. Das ist ein hochfestes Nylongewebe, das dem Reifen mehr Lebensdauer verspricht. Insgesamt macht der Reifen einen sehr stabilen Eindruck und fühlt sich trotz 750g Gewicht leicht an. Besonders solide fühlen sich die Seitenflächen an, die von Conti mit DuraSkin verstärkt sind und so jeglichen Herausforderungen gewachsen sein sollen.

Der Travel Contact in Patagonien

Beim Mondial in der Faltversion wirkt die Karkasse etwas dünner, aber das Profil sehr stabil. Die Schwalbe Double Defense (High Density Guard + SnakeSkin) sorgt für ordentlich Pannensicherheit und tatsächlich habe ich mit den Mondial viele Jahre keine Platten mehr gehabt. Welchen Belastungen die Reifen aushalten, kann man sehr schön am Profil des Marathon nach ein paar tausend Kilometern sehen: kleine Steine, Scherbensplitter, Schnitte und Löcher kennzeichnen die Lauffläche. Vom Gewicht her wiegt der 50er Mondial etwas weniger als der Travel Contact: 740g bringt er auf die Waage und damit 10g weniger als der Conti.

Der Mondial – gekennzeichnet von tausenden Kilometern

Ein großer Unterschied ist, dass der Mondial auch als Faltversion erhältlich ist. Das ist schon mal ein Vorteil für einen Reisereifen, von dem man sich vielleicht gerne einen Ersatzmantel mitnimmt. Der Travel Contact hingegen ist in der 50er Größe nur als Drahtreifen verfügbar. (in der 47er Breite ist er als Faltversion erhältlich).

Hinzu kommt, dass es den Mondial auch in 55er Breite gibt. Der Travel Contact hört bei 50 auf. Das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil. Die 55er Schlappen fahren sich wie ein Panzer oder 29er, haben aber natürlich auch entsprechenden Rollwiderstand. Die 50er sind da etwas „filigraner“ und für eine Tour auch völlig ausreichend. Und wenn die Travel Contact mal durch sind, bleibe ich vermutlich bei der 50er Breite (obwohl ich noch einen neuen Satz 55er Mondial im Keller habe…).

 

Geschmacksfrage: Design und Maximaldruck

Was auch auffällt, ist die Farbgebung: der Mondial ist Schwarz (ohne Reflektionsband), der Conti hebt sich durch seine braunen Flanken ab (ebenfalls ohne Reflex). Also eine Geschmacksfrage. Ich finde das Braun durchaus schick am Rad, auch wenn es dann recht fix unter dem Dreck verschwindet.

Interessant ist, dass Schwalbe dem Mondial ein hohes Belastungsgewicht ausweist: angeblich hält der Mondial bis zu 130 kg Belastung aus (bei 50er Breite; 55er Breite geht bis 135 kg). Der Travel Contact hat laut Conti ein Belastungsgewicht von 95 kg bei 50er Breite.

Mit bis zu 5 Bar im Einsatz unterwegs – die Marathon Mondial

Was den Luftdruck angeht, musste ich mich umgewöhnen: ich fahre normalerweise meine Reifen auf Tour unter Last mit 4,5 bis 5 Bar Druck. Der Mondial macht das gut mit, denn er ist auf einen Druck von 2,5 bis 5 Bar ausgelegt. Und selbst mit dem 55er auf 19er Felgen hatte ich nie Probleme, Felgenrisse oder ähnliches.

Der Travel Contact braucht nicht so viel Druck: selbst unter Last reichen ihm 3 bis 4 Bar. Ich habe das natürlich ignoriert und auch die Contis in Patagonien erstmal mit 4,5 bis 5 Bar gefahren. Selbst auf Schotter und es war mir nicht zu hart.

Bei „nur“ 4 Bar war mir das Fahrgefühl zu schwammig, bzw. zu weich. Ich muss aber sagen, dass diese vermutlich mein sehr individuelles Problem ist und eher psychologischer Natur war. Ich habe den Druck dann aber doch noch auf 4 Bar reduziert und es lief genauso gut, bzw. hatte ich bei dem ganzen Gerüttel und Geschüttel in Patagonien ohnehin kein Gefühl mehr für den Reifendruck.

 

Reibungslos: die Montage

Ich höre immer wieder von Problemen beim Aufziehen von Reifen. Ich hatte noch nie schlechte Erfahrungen damit. Der Mondial als auch der Conti schlüpfen recht leicht auf die Felge und mit Reifenhebern funktioniert auch die restliche Montage sehr gut. Teilweise kann ich die Mondial auch ohne Reifenheber mit Schlauch auf die Felge drücken.

Beide Reifen passen sich gut der Felge an und sitzen nach Montage bombenfest.

 

Gefühlssache: Rollwiderstand und Traktion

Ehrlicherweise halte ich bei Tourenreifen die ganze Rollwiderstandsdiskussion für übertrieben. Klar rollen einige Reifen besser, als andere. Und klar, gibt es physikalische Fakten, die Vor- und Nachteile bestimmter Reifen zeigen. Aber mal ehrlich: merkt man das auf Tour wirklich? Und falls ja, wirkt sich das so sehr auf eine Tagesstrecke aus? Ich glaube eher nicht, bzw. mache ich mir darüber wenig Gedanken, denn bei der Wahl der richtigen Reifen für eine Radreise, rangiert der Rollwiderstand eher hinten. Hier geht es in erster Linie um Widerstandsfähigkeit, Pannenschutz und Belastbarkeit.

Reifen für die harte Tour

Natürlich hat der Mondial bei seinem Profil einen leichten Nachteil in Sachen Rollwiderstand gegenüber dem Semislick Conti. Auf Asphalt fällt das schon auf, auch was die Geräuschentwicklung angeht. Ich habe mich schon an das gleichmäßige Brummen des Mondial auf Asphalt gewöhnt und war überrascht, wie leise die Travel Contacts laufen. So konnte ich auf den guten Carretera Austral Abschnitten ordentlich Strecke machen und gut rollen.

Bei der Traktion war ich allerdings gespannt. Der Mondial wühlt sich zuverlässig fast jede Piste hoch und wieder runter und bietet auch bei Schlamm und Regensturm einen guten Halt auf Straße oder Schotter.

Beim Travel Contact war ich skeptisch – schließlich war da ja kein Profil, welches Halt hätte geben können. Umso mehr war ich überrascht, als ich bei strömendem Regen auf einer üblen Baustellen-Schotter-Schlamm-Piste bergauf kroch und der Reifen dennoch ordentlich Traktion bot und nicht durchrutschte. An schrägen Stellen gaben die seitlichen Profilnoppen den nötigen Halt. Hätte ich jetzt ehrlicherweise nicht gedacht.

Auch bei hoher Geschwindigkeit auf Schotterpiste und über Stock und Stein machten die Travel Contact ohne Probleme mit. Kein Wegrutschen, Durchdrehen oder Ausbrechen. Und nach den 1.500 km Patagonien (den 3.000 km also unter normalen Bedingungen) sehen die Reifen immer noch fast aus wie neu.

 

Kompromisslos: Pannenanfälligkeit

Eigentlich eine Kategorie, die es bei solchen Reifen nicht geben sollte. Schließlich verwenden beide Hersteller auf ihren Websites ziemlich viel Platz, um all die Technologien zu erklären und aufzuzeigen, die Pannen jeglicher Art verhindern und ausschließen.

Und ja, beide Modelle sind sehr pannensicher, wobei der Mondial aus meiner Sicht etwas mehr Pannensicherheit von Haus aus mitbringt, als der Travel Contact, der in der Conti-Pannenkategorie eine 4 bekommt (von insgesamt 6 Kategorien (??)). Der Mondial liegt bei Schwalbe in der Kategorie 6 von insgesamt 7.

Der Travel Contact von der Belastung gekennzeichnet

Schaue ich auf die eigene Statistik, so verzeichnet derzeit der letzte Mondial zwei Platten. Die gab es im Stadtverkehr nach 10.500 km und 12.000 km Laufzeit. Für mich immer auch ein Zeichen, dass es Zeit wird zu wechseln.

Der Travel Contact hatte einen SnakeBite in Patagonien: einem größeren Stein konnte ich bergab nicht mehr ausweichen und hatte einen Durchschlag. Das hätte vermutlich auch ein Mondial nicht besser gemacht.

Hinzu kommt noch ein Platten im Stadtverkehr: ein Glasdorn hatte sich ins Hinterrad gebohrt. Eigentlich vermeidbar, so wie ich die zusätzliche Panneschutzeinlage bei Conti verstanden habe und das kevlarverstärkte Nylongewebe. Einen ähnlichen Glasdorn hatte ich aber auch im Mondial beim ersten Platten.

Insgesamt also 2:2, aber von der gesamten Spielzeit her betrachtet, Vorteil für den Schwalbe Marathon Mondial. Der Travel Contact muss noch ein bisschen laufen, bevor ich hier ein finales Urteil abgeben mag.

 

Unterschiedlich: Der Preis

Hier gibt es Unterschiede! Der Mondial ist teurer als der Travel Contact:

Die Schwalbe Marathon Mondial Evolution Double Defense® TravelStar 26″ Faltreifen mit 50 oder 55er Breite gibt es um die 35 Euro pro Stück.

Der Conti TravelContact 26“ mit 50er Breite und DuraSkin SafetySystem Breaker ist bereits ab 22 Euro pro Reifen erhältlich.

Der Continental Travel Contact nach 900 km auf der Carretera Austral

Fazit

Ach, irgendwie mag ich sie beide. Und ich würde jederzeit mit beiden Reifen-Modellen auf große Tour gehen.

Ich würde mal sagen:

Wer es etwas sportlicher mag und besser rollen möchte, der greift zum Travel Contact, ohne dabei aber auf Pistentauglichkeit verzichten zu müssen.

Wer es solide mag und keine Kompromisse eingehen möchte, dafür aber etwas Rollwiderstand in Kauf nimmt, der greift zum Marathon Mondial.

Höchste Pannensicherheit beim Marathon Mondial

Der einzige Unterschied, der aus meiner Sicht klar für den Mondial spricht, ist die Faltversion. So lässt sich einfacher auch Ersatz auf Tour mitnehmen. Aber vielleicht zieht da der Travel Contact noch nach.

Preislich nehmen sie sich jetzt nicht wirklich viel. Der Unterschied von 10 Euro ist sicherlich bei Schnäppchen-Angeboten wieder egalisiert.

ABER: Die Marathon Mondial kenne ich natürlich schon wesentlich länger und konnte sie daher auch länger „testen“. Über den Conti mit seinen paar Kilometern bin ich jetzt erstmal nur eingeschränkt auskunftsfähig. Vor allem was die Lebensdauer angeht, muss man noch mal sehen. Patagonien war ein echter Härtetest und da haben sich die Travel Contact sehr gut geschlagen.

Der Travel Contact nach ca 1.200 km in Patagonien

Aber ob sie die schon fast legendäre Lebensdauer der Mondial-Reifen, mit teilweise 20.000 km und mehr, erreichen, kann ich erst später sagen.

Ich fahre jetzt die Travel Contact noch solange es geht. Mal sehen wann das ist und welche Erfahrungen ich bis dahin noch mache.

 

Und nun möchte ich natürlich eure Meinungen und Erfahrungen wissen! Also her damit in die Kommentare…

 

Hinweis: Die Continental Travel Contact Reifen bekam ich ohne jegliche Verpflichtung. Sie wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt und man freue sich über Bilder des Reifens aus Patagonien. Mehr nicht. Dieser Vergleich hier und die Besprechung des Reifens erfolgen aufgrund meines eigenen Interesses an diesem und sind nicht gefordert oder vereinbart.

Danke an den Pressedienst Fahrrad für das schnelle Besorgen der Produktbilder vom Marathon Mondial. Und Danke an Continental für die Infos und das Produktbild.  

39 Comments

  • nico sagt:

    Wie war das noch gleich in Deinem FB-Stream? Nerds und Glaubenskrieg?! 😀

    Also zu den beiden Reifen kann ich leider nichts sagen. Auf meinen bisherigen Touren bin ich immer einen klassischen Schwalbe Marathon als Drahtversion in 28×1,50 gefahren. Dieser hält auf dem Vorderrad seit bestimmt 3000-4000 km problemlos. Ehrlich gesagt ist bis auf ein ein paar Schnitte im Profil kaum Verschleiß zu sehen. Auf meiner letzten Tour durch Skandinavien (Circum Kattegat) war der Hinterreifen nach Überquerung der Hardangervidda jedoch hinüber. Die Karkasse war rundherum aufgerissen. Vermutlich von der Walkbewegung bei voller Beladung wobei ich sicherlich nicht mit zu wenig Luftdruck gefahren bin (bin ein „ich guck das Fahrrad jeden Abend durch Typ“). Ein bisschen googeln ergab, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt und wohl die Marathon Reifen seltenst komplett abgefahren werden sondern vorher die Karkasse aufgibt.

    Eure/Deine Meinung würde mich dazu auch interessieren!

    Als nächsten Reifen werde ich den Schwalbe Mondial als Faltreifen in 28×1,75 oder 28×1,6 probieren (vorallem wie von Dir beschrieben aufgrund der besseren Verstaubarkeit). Aber wie bereits angedeutet, dass kann noch dauern, da der Kenda-Reifen, den ich in Gol (Norwegen) gekauft habe, nach 2000km auch keine Anzeichen von Verschleiß zeigt. 😉

    Zum Thema Traktion: Wenns im ersten Gang nicht mehr Vorwärts geht schiebe ich halt. 😀
    Grüße!

    nico

  • Gerhard sagt:

    Es liegt zwar schon zehn Jahre zurück, aber meine Erfahrungen mit dem Travel-Contact waren damals nicht die besten. Der Reifen wurde vom Hersteller seinerzeit vollmundig mit einer „Pannen-Garantie“ beworben. Wie auch immer die Garantie vom Hersteller gemeint war, zweimal löste sich die filigrane Seitenflanke vom Draht – trotz korrektem Luftdruck. Den ersten Reifen habe ich noch vom Händler ersetzt bekommen. Nach der zweiten Panne war ich es leid, mit einem unguten Gefühl fahren zu müssen, dass es auch mal im MiddleOfNowhere passieren kann. Ohne einen Glaubenskrieg anheizen zu wollen: Seit ich den schweren Marathon-Plus fahren, mache ich mir über Pannen keine Gedanken mehr.

    • Hallo Gerhard,

      10 Jahre sind ja schon allerhand 😉
      Mir ging es mit den Plus Reifen so: zweimal probiert, zweimal haben sie sich aufgelöst. Ich werden also nicht unbedingt die Marathon Plus noch mal fahren 😉

      Viele Grüße,
      martin

  • Robert sagt:

    Hallo Martin,

    vielen Dank für dein Bericht.

    Kannst du zu der Breite des Conti Reifen was schreiben, fällt er wirklich wie ein 50mm Reifen aus oder breite/dünner.

    Ich fahre aktuell den Top Contact 2 Winter Premium in 50mm – der fällt aber wie ein 46/47mm Reifen aus.

    Über eine Rückantowrt freue ich mich

    Viele Grüße
    Robert

    • Hallo Robert,

      also ich meine, der 50er fällt wie ein 50er aus 😉 Breiter oder dünner wären dann ja keine 50er mehr. Ich fürchte, mir fehlt dann der nötige Blick dafür, aber ich habe da kein Problem drin gesehen.

      Du siehst ja das Vergleichsbild vom 55er Mondial und dem 50er Conti. Ob der Conti jetzt im Vergleich eher ein 47er ist – keine Ahnung. Im vergleich zu meinem Marathon XR in 50 sind die Contis genauso breit.

      Viele Grüße,
      Martin

    • ElGato sagt:

      Hi,
      Ich bin eine Weile mal den Conti in 42 mm gefahren, das waren gemessen eher 35 mm.

      Hab ihn dann im Alltag gegen einen Schwalbe Marathon (weiß nicht welchen genau) getauscht weil der Conti einfach zu viele Pannen hatte.
      Was Gewicht und Komfort angeht war der Conto deutlich besser, aber im Alltag auf dem Weg zur Arbeit kann ich mir nicht alle 4 Wochen einen Platten leisten.
      Vielleicht ziehe ich die Conti für die Tour diesen Sommer wieder drauf, da stört mich eine Panne weniger. Die Schwalbe Reifen empfinde ich inzwischen als bretthart…

      Gruß ElGato

  • Tom sagt:

    Hallo Martin,

    ein fehlerhaft produzierter XR schaffte „nur“ 19000km, hatte dann ein Loch, Profil noch sehr gut. Meinen letzten XR habe ich nach über 21000km weggegeben (alles mit Gepäck und davon ca. 1500km Piste), weil ich vor einer 16monats-Reise prophylaktisch einen neuen Reifen aufziehen wollte. Er sah immer noch besser aus, als Dein oben abgebildeter Mondial nach 12000km und hätten wahrscheinlich noch einige tausend Kilometer geschafft. Die ganzen Schnitte im Gummi, allein schon durch Kiesel, wie auf deinem Foto, gab es beim XR garnicht.

    Mein Mondial hat sich nach 13000km völlig zerlegt – Risse, 10 und 7,5cm lang auf der Lauffläche – Foto: http://asien.tour-en-blog.de/page/2/#jp-carousel-998. Der Reifen wurde freundlicher Weise von Schwalbe kulant ausgetauscht – danke sehr -, aber auf dem Pamir Highway bekommt man nicht mal schnell Ersatz.

    Andere Reiseradler haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Glücklich, wer mit einem Mondial 10000km schafft, unglücklich, wer mit einem XR keine 20000km geschafft hat. Der Mondial hat lange nicht die Qualitäten des XR – kein Einzelfall – auch wenn Schwalbe in beiden Punkten das Gegenteil erklärt.

    Auch mit anderen Reifen der Marathon-Serie habe ich schlechte Erfahrungen bzgl. Haltbarkeit gemacht. In letzter Zeit habe ich mich mit etlichen Radfahrern darüber unterhalten, ALLE waren mindestens nicht vollends zufrieden. Viele denken, ich auch, Du auch (siehe Kommentare http://www.biketour-global.de/2017/01/01/postkarte-aus-patagonien/), ein Montagsreifen. Nein, nicht EIN Montagsreifen. Zudem habe ich in den letzten Jahren einige Schwalbe Reifen gesehen, die ab Werk Produktionsmängel hatten. Und ich bin kein Fahrradhändler, der jeden Tag dutzende Reifen in der Hand hat.
    Die letzten Kommentare geben es wieder – „zweimal probiert, zweimal haben sie sich aufgelöst“, und vor 10 Jahren sah das anders aus.

    Der Trend bei Schwalbe ist für mich, daß jedes neue Modell teurer und gleichzeitig weniger haltbar ist. Die Produktqualität ist zahlreich mangelhaft. Es drängt sich der Eindruck auf, daß Modellwechsel dem teureren Verkauf preiswerterer Reifen dienen.

    Das Ärgernis dabei ist folgendes: Schwalbe hat sich zurecht einen legendären Ruf aufgebaut. Nun wird sich darauf ausgeruht und Kasse gemacht. Marketing ist alles. Hauptsache mit Werbung omnipräsent sein und damit Qualität „vortäuschen“ und den Markt beherrschen (incl. „Tests“ in Magazinen, wo einfach der Werbetext übernommen wird). Jeder macht sich einen Schwalbe Reifen ans Reiserad, weil alle vor ihm es auch gemacht haben. Alle halten Ihren Rein- für einen Einzelfall.
    Wenn ich mir Deinen großartigen Artikel „DAS Reiserad 2016“ http://www.biketour-global.de/2016/09/04/das-reiserad-2016-teil-1-marke-rahmen-raeder-bremsen-sattel/ ansehe, frage ich mich, bei wie vielen, die sich für den Mondial entschieden haben, hat dieser gehalten, was Schwalbe vollmundig verspricht? Und wie viele sind damit 10000-20000km unterwegs? Nicht, daß ein Mondial der schlechteste Reifen wäre, aber ein paar tausend Kilometer schaffe ich mit einem Reifen, der ein Bruchteil des Mondial kostet (empf. Verkaufspreis in 50-559 falt 57,90€!)

    Mein Fazit: Ich würde davon ausgehen, daß kein Mondial 20000km mit Gepäck schafft. Vom Travel Contact hört man (noch keine eigene Erfahrung) von Laufleistungen über 20000km. Der Travel Contact ist prozentual deutlich preiswerter, rollt leichter und ist leichter, denn entgegen der Herstellerangabe von 740g wiegt mein Mondial 806g.

    So. Das wollte ich hier schon lange mal loswerden, habe mich aber gesträubt, so einen Überlänge-Mecker-Beitrag zu hinterlassen. Sorry. Nun bin ich auf weitere Meinungen gespannt.

    Beste Grüße
    Tom

    P.S.: Gibt‘s ein „Das Reiserad 2017“ oder erst später wieder?

    • Hallo Tom,

      großartig! solche Kommentare will ich sehen 😉 Klasse, dass Du Deine Erfahrungen hier reinschreibst. Ja, ich mag nicht beurteilen, ob Schwalbe sich ausruht. Ich versuche nur aus all den Erfahrungen ein Bild abzuleiten. Meinen letzten XR fahre ich gerade aktuell in Hamburg rum. Der macht viel Freude. Die Mondials hätten sicherlich noch 3.000 km gehalten, aber dann hätte ich sie runtergenommen. Beim TC muss ich ehrlicherweise mal abwarten. Da hört man ja immer auch Gegenteiliges. 20.000 km fände ich aber schon cool bei denen.

      Vielleicht haben neue Materialien und immer auch leichtere Bauweise dazu geführt, dass die Reifen nicht mehr so lange halten? Ich weiß gar nicht mehr, was der XR gewogen hat, aber ggf war hier noch anderes Material im Einsatz, als es heute am Mondial ist. Und nun gibt es ja schon den GT und GT360, mit dem Schwalbe trommelt. Mal sehen, wann und ob es ein neues Weltenbummlermodell geben wird. Bis dahin fahre ich den TC runter. 😉

      Vielen dank Dir noch mal für den Beitrag. Super!

      Und leider wird es 2017 kein „Das Reiserad“ geben. So viel verändert sich ja auch nicht innerhalb eines Jahres. Ich mache dann eine neue Umfrage vermutlich 2018.

      Gruß,
      martin

  • Den Mondial habe ich bisher nicht benutzt, nur den Plus und den Plus Tour, weil der Mondial weniger Punkte bei der Pannensicherheit hatte. Der Plus Tour hat mir bei der Kanada-Durchquerung ab km 3000 insgesamt 8 Reifenpannen der hinterhältigen Art beschert (Luft entweicht ganz langsam oder morgens habe ich plötzlich einen Platten). Die Ursache waren ultrafeine Stahldrahtreste von LKW Karkassen, die am Straßenrand unsichtbar zermalen lauern. Und die man auch nicht beim innen Entlangtasten bemerkt, weil sie sich erst bei Belastung wieder durchdrücken. Deswegen hatte ich ein paar mal zweimal am gleichen Tag einen Platten. Vorn hatte ich den einfachen Plus draufgezogen, ohne Panne. Gegen Ende habe ich den Reifen von hinten nach vorn gewechselt, dann lief er anstandslos noch über ein Jahr ohne weitere Panne. Aber Schwalbe hat mir nach Beschwerde kostenlos Ersatz geliefert.

  • Jan sagt:

    Ich habe Erfahrungen mit der Conti Travelcontact (37-622 und 47-622), Conti Wintercontact (42-622) und Speedride (42-622).

    Da ich ausser die sackschweren „plus“ Reifen kein Pannenschutz traue, montiere ich grundsätzlich das Proline Anti-Platt Zeugs zwischen Schlauch und Reifen.

    Der Travelcontact finde ich ein geiler Reifen mit genau das richtige Profil. Viel Gummi auf der Lauffläche und wenn der Reifen in weichen Boden einsinkt, greifen noch die Stollen. Bin der Reifen ca 6000km gefahren ohne Probleme und der hätte noch viele km mehr mitgemacht. Was mich aber bei den beiden Sätze Travelcontacts stört, ist dass sie viel schmaler ausfallen als angegeben. Der 42mm Version war nur 37mm breit, der 47mm Version immerhin noch 43mm. Das sind 5 bzw 4mm weniger als angegeben und bei der erstere glatt eine Größe weniger. Der Komfort bleibt dabei auf der Strecke, da man die Reifen deutlich härter aufpumpen muss als sonst und der Luftdruck muss auch viele penibler eingehalten werden als erwartet => Das „Fenster“ zwischen „zu hart“ und „Snake Bite“ ist recht klein.

    Die anderen beiden Reifen sind da auf der gleiche Felge deutlich besser: Der Wintercontact hat ziemlich genau 42mm, der Speedride 41mm. Der Wintercontact baut dabei nochmal deutlich höher als der Speedride, aber wenn’s passt, passt’s halt.

    Was alle 4 Sätze gemeinsam haben, ist dass alle Drahtreifen sind. Und alle gehen auch verflixt schwer auf die Felge. Ich hab dafür inzwischen extra ein Seifenspender im Fahrradkeller stehen und fange ohne Seife nichtmal mehr an: Felge innen und Reifen mit Seife einreiben, auf eine Seite aufziehen, Schlauch und AntiPlatt rein, andere Seite rein in der Felge. Dann zerren und ruckeln bis es einigermaßen gleich verteilt ist. Dann leicht aufpumpen, nochmal rumzerren, dann aufpumpen bis maximaldruck und hoffen, dass der Wulst sich bis dahin richtig in der Felge gesetzt hat. Irgendwo sitzt der Wulst immer zu tief und hat man eine Delle im Reifen, die man beim Fahren auch spürt. Mit Seife und maximaldruck ist der Wulst bei mir aber auch immer „brav“ irgendwann an der richtige Stelle geflutscht. Dann noch ne Weile stehen lassen und danach Druck ablassen bis 3-4 bar. Puh…ist keine 10minuten Sache.

    Wie gesagt, ich habe von alle Versionen der DRAHTversion. Ich vermute, mit der Faltversion ist es wohl besser, da in der Wulst kein störrischen Metalldraht verarbeitet ist.

    Das mit dem AntiPlatt habe ich auch von andere Benutzer der TravelContact gehört. Im Testlabor mögen sie gut abschneiden, aber wenn irgendwann etwas im Reifen steckt, arbeitet es sich früher oder später wohl durch.

    Grüße

    Jan

  • Jan sagt:

    Hi Martin,

    das freut mich für Dich 🙂

    Das mit den Pannenschutz möchte ich nicht direkt glauben, das entzieht sich irgendwie mein Logik. Aber jetzt fällt mir ein – evtl liegt es an der Felge, ich habe überall Andra 30 dran. Hast Du die auch oder eine andere?

    Gr, Jan

  • David sagt:

    Hallo Martin,

    vielen Dank für den schönen Review!
    Als langjähriger Marathon XR-Fahrer habe ich letztes Jahr für meine Island-Tour hinten einen Mondial aufgezogen und war generell eher enttäuscht von der Gesamtleistung.
    Im Gelände schlägt er sich wacker, aber auf der Straße kommt er mir noch schwerfälliger als der „Panzer“ XR vor, auch bei hohem Druck. Zudem habe ich sehr schlechte Erfahrung auf nasser Straße gemacht, da greift der Reifen für meinen Geschmack nicht richtig.
    Pannen hatte ich mit dem Mondial allerdings nur eine und die hätte zugegebenermaßen kein Reifen ausgehalten (5 cm lange Stahlklammer). Trotzdem finde ich es äußerst schade, dass der XR abgesetzt wurde.

    Entsprechend war ich auf der Suche nach einer Alternative und werde nun zwei Wochen durch die Pyrenäen hinten einen Travel Contact (oder Contact Travel?) fahren. Rückmeldung gibt es dann im September 🙂

    Grüße
    David

  • Robert sagt:

    Hallo Martin, warum hast du den Conti TC getauscht? Ich frage mich auch, wie man nur einen 1kg Reifen wie den GT365 fahren kann!? Es gibt doch klasse alternative Reifen von Conti wie den Top Contact 2 oder Winter Premium 2 als Ganzjahresreifen! Die wiegen wesentlich weniger und haben den besseren Vectran Pannenschutz. Ich fahre beide abwechslend Sommer/Winter Einsatz und bin sehr zufrieden 🙂
    Gibt es schon Reifen Neuigkeiten zu der Eurobike jetzt im September?
    Viele Grüße
    Robert

    • Hallo Robert,

      der Grund für den GT 365 ist reine Neugierde 😉 Ich wollte den mal ausprobieren, da ich das Konzept eines Ganzjahresreifens spannend finde. Den Travel Contact habe ich gewechselt, weil er immer mehr Platten hatte. Die sind vermutlich nach ca 4.500 km auch runter. Und bevor ich mir wieder meine Mondial Evo Reifen aufziehe, hatte ich Lust, mal die GT 365 auszuprobieren.

      Du siehst, mir geht es gar nicht so sehr um Gewicht und Optimierung, sondern ums Ausprobieren. 😉 Ich fahre die GT 365 jetzt mal bis in den Frühling. Ich muss bislang sagen, dass sie schwer laufen (im vergleich zu den Travel Contact natürlich kein Wunder), aber einen verdammt guten Seitengrip haben und in den Kurven auch bei Nässe richtig gut laufen. Was die Pannensicherheit angeht vertraue ich mal Schwalbe. Bislang ist nix und ich fahre gerne bewusst durch Glas oder so, auch um es auszutesten.

      Der Top Contact 2 sieht gut aus. Den schaue ich mir dann mal an und vielleicht kommt er im kommenden Jahr dann zum Ausprobieren ans Rad. Für eine richtige Radtour werde ich aber nach wie vor entweder auf Mondial Falt oder den Travel Contact setzen. Nix anderes.

      Was die Eurobike angeht bin ich auch gespannt. Bislang habe ich noch nichts gehört, allerdings bin ich jetzt auch nicht so auf Reifen konzentriert. Mir ist da aber keine Neuheit aktuell aufgefallen. Und am Ende ist ein reifen etwas sehr individuelles, wie man ja auch an den ganzen Diskussionen merkt 😉

      Viele Grüße,
      martin

  • Daniel Pötschke sagt:

    Hallo Martin,

    danke für deinen schönen Blog. Ich fahre am Reiserad den Marathon Mondial in 55-559er Größe als Faltversion. Meines Wissens nach ist die Drahtreifenversion an den Reifenflanken anders gebaut und dort empfindlicher, also im Prinzip ein anderer Reifen.
    Jedenfalls hat der Hinterradreifen 21000 km durchgehalten. Lagunenroute, Carretera und ein paar Schotterabschnitte im Atlas waren als Härtetest dabei. Der Großteil war aber schon Asphalt. Nach etwa 7000 km hatte ich mal einen Platten durch einen großen Dorn, den auch die Pannenmilch in den Schläuchen nicht gedichtet bekommen hat. Aber ein paar Kilometer bis zum nächsten Zeltplatz habe ich auch so noch geschafft. Dann nach etwa 21000 km ein Platten. Da war an einer Stelle ein Riss in der Lauffläche, dem der Schlauch zum Opfer gefallen ist. Mit einem Mantelflicken bin ich damit noch gut 200 km weiter gekommen. Der finale Platten war dann vermutlich einfach nur ein durchgescheuerter Schlauch an der Kante des Mantelflickens. Da ich ohnehin noch einen Faltreifen 50-559 dabei hatte, habe ich den dann kurzerhand montiert. Der Hinterradreifen hat schon noch etwas Profil, ich werde ihn aber nicht mehr montieren.
    Und der Vorderradreifen hat nun fast 24000 km ohne Platten hinter sich.

  • Arne sagt:

    Ich bin den Conti Travel Contact, dessen nahezu baugleicher Vorgänger Goliath hieß, und dessen Nachfolger nun Contact Travel heißt, viele Jahre in 26×1,75 gefahren. Vornehmlich mit leichtem Gepäck in der Stadt, aber das bedeutet bei mir offensichtlich ähnliche Belastungen wie auf den Reisen anderer 😉
    Aufgrund dieser Erfahrungen finde deinen Vergleich mit einem Marathon gewagt. Denn der Travel Contact ist ein relativ leichter, geschmeidiger, glatter Reifen, der erfrischend leicht rollt, aber einen eher mäßigen Pannenschutz hat. Robust ist er schon, aber die üblichen Splitter bzw. der winterliche Split in der Stadt gehen nicht spurlos an ihm vorüber. Die Lauffläche ist immerhin so dünn, dass Splitter nicht stecken bleiben können, wie bei einem „Plus“-Reifen mit Kautschukeinlage, sondern entweder abgewehrt werden oder bis zum Schlauch durchstoßen.

    Letztendlich musste ich in der Stadt zu oft flicken und bin auf den schwereren, schwerfälligeren, aber zuverlässigeren Conti Touring Plus umgestiegen. Der ist mittlerweile auch schon wieder ein Auslaufmodell, vermutlich ist der City Plus sein Nachfolger.
    Ein neuer Travel Contact aus einer Reklamation steht noch bei mir im Keller, ich wollte ihn immer mal für den Sommer aufziehen, wo weniger Split rumliegt. Aber auch im Sommer hab ich keine Lust mehr auf unvorhersehbares Flicken. Da haben sich die Zeiten seit den „Plus“-Reifen tatsächlich ganz schön geändert.

  • Kemal sagt:

    Hallo Martin, ich bin besitzer eines Fischer ETH 1761 Pedelecs und möchte die „Kenda K935“ gerne gegen einen Allrounder austauschen. Wäre das von dir getestete Modell „MARATHON MONDIAL“ für mich empfehlenswert? Ich fahre hauptsächlich durch die Straße Kölns, möchte aber hin und wieder auf Schotterwegen oder Offroad fahren. Wäre dieser Reifen für einen Zwischendurchfahrer too much?

  • Klaus Hanus sagt:

    Hallo Martin,

    zuerst einmal Lob für die Seite.

    Nun folgende Frage: Ich fahre einen Schwalbe Marathon Plus Tour 42-622, der ist mir aber zu hart.

    Da ich jetzt mit meinem Sohn in 3 Tagen ein Teil der Via Claudia von Ehrwald nach Bozen fahren will, stellt sich die Frage nach geeignetem Reifen, evtl.breiter. Auf der Tour ist Wiesen, Feldwege, grober Schotter und Asphalt vorhanden, welcher Reifen wäre zu empfehlen.?

    Danke
    Viele Grüsse
    Klaus

    • Hallo Klaus,

      was heisst zu hart? Ich gehe mal davon aus, dass sich das Fahrverhalten bei Gepäck dann auch anders gibt. Ist es da immer noch zu hart? Ich würde halt den Plus Tour behalten, da der schon super ist und auch den von dir genannten Anforderungen zusagt.
      Zu einer anderen Breite: das hängt vor allem von deinem Rad ab. Was kann das denn an Breite verkraften/aufnehmen?

      Die Via Claudia ist ein Radwanderweg – da kannste im Zweifel auch mit einfachen Reifen fahren.

      Viele Grüße,
      martin

    • Paul sagt:

      Ich bin die Via Claudia über Asphalt, Schotter und Stein (Gardasee Ponale hoch) mit dem Marathon Supreme gefahren. Bester Reifen meiner Ansicht nach für Asphalt und Schotterwege und hat den kleinsten Rollwiderstand von allen.(www.bicyclerollingresistance.com)

      • Klaus sagt:

        Danke. Wie ist eigentlich der Fernpass im Bereich Biberwier Fernsteinschloss zu fahren. Die Aussagen hierzu sehr unterschiedlich. Mein Sohn ist ein leichter Heissporn und wenn ich weiss wo es schlecht zu fahren ist bzw zu gefährlich ( wegen Absturz) muss ich im Vorfeld ihn etwas einbremsen

  • Ard sagt:

    Hallo,

    ich habe es nun auch geschafft den Mondial zu verschleißen. Montiert ist der 42×622 als Drahtausführung auf einem Treckingrad mit Shimano 8G Freilauf.

    Montiert ist der Reifen seit 2012 und ich fahre im Schnitt 3000-3500km/a. Das meiste jedoch im Alltag da ich meine Familie zu ausgiebigen Touren nicht motivieren kann.

    Im Schnitt fahre ich ca. 25km/h und daher auch einen etwas höheren Luftdruck von ca. 5bar

    Als der Reifen noch neu waralso ca. 1/2 Jahr, habe ich mich mal abgelegt, weil das Vorderrad auf feuchtem schmierengen Asphalt den Gripp verloren hat. Da hatte der Schwalbe CityTouren Reifen der vorher drauf war deutlich mehr Reserven.

    Ansonsten ist auf groben Untergrund die Traktion ausreichend.

    Ich kann mich an zwei Pannen erinnern, jeweils einen Durchstich.

    1) Dicker Dorn
    2) Metalldraht (da hat sogar die Luft gehalten bis in den rausgezogen hatte)

    Das Profil hinten ist nun quasi nicht mehr vorhanden auf der Lauffläche, Vorne noch ca. 50%

    Ich habe die Tage aber einen Höhenschlage vernommen und bei genauerer Untersuchung gesehen, dass sich an der Stelle mit dem Schlag die Seitenflanke auflöst.

    Ich werde nun am Wochenende den Schwalbe Tour GT (also die Neuerscheinung 2018) montieren in 40×622 und hoffe mal auf mehr Nasshaftung. Den Mondi von vorne hebe ich mal auf und fahre den ggf. hinten noch auf

    Von den großen Touren mit Rad kann ich leider nur weiter träumen 😉

    Gruß

    Ard

  • Volker Beitzel sagt:

    Moin,
    Ich fahre den Travelcontact Set mehr als 20 Jahren, unter anderem auch auf Touren in Island und Patagonien auf Schotter und Asphalt. Für mich ist er ein gelungener Reifen für schnelles, leises Fahren auf Asphalt und guter Haftung auf Schotter.
    Gruss,
    Volker

  • Hi Martin,

    weißt Du was davon? Ich habe den Marathon Mondial in der 47-622 Variante gefahren (Faltreifen). Es scheint den nicht mehr zu geben in genau dieser Größe: https://www.schwalbe.com/de/tour-reader/marathon-mondial.html

    Der Drahtreifen soll laut meinem Radladen in Tübingen schlechter sein (kostet auch deutlich weniger).

    Was ist denn aus Deiner Sicht der Unterschied zwischen Draht und Falt?

    Ich frage mich, ob ich auf meinem VST-Rad auch eine Größe größer fahren kann… Also 50-622…

    Oder empfiehlst Du einen anderen Reifen? Den Continental? Fände es halt irgendwie auch cool einen Faltreifen zu haben, den ich immer dabei haben kann…

    Fragen über Fragen… Ich bin noch nicht so der Mega-Fahrrad-Material-Experte wie Du, vielleicht kannst Du helfen! Danke,

    Markus

    • Hallo Markus,

      man sagt, dass die Faltreifen stabiler und widerstandsfähiger als die Drahtversionen sein sollen. Oft haben sie einen besseren Flankenschutz. Es kommt halt darauf an, wo du mit dem Rad hinwillst und ob sich dann der Mehrpreis für den Faltreifen lohnt. Für normale Touren braucht es das nicht. Ich bin lange Drahtreifen gefahren, von Deutschland nach Indien zum Beispiel und hatte keine Probleme damit.

      Heute fahre ich Faltreifen, aber ich brauchte auch nie wirklich einen Ersatzmantel unterwegs. Und die Faltreifen nehmen natürlich auch ordentlich Platz weg, wenn man sie als Ersatz dabei hat. Ich brauchte wie geschrieben noch nie einen Ersatzreifen. Und in Europa brauchst du gar keinen Ersatz mitnehmen – da gibt es überall genug Nachschub. Zudem geht heutzutage bei vernünftigem Material eigentlich auch kaum was kaputt. Da muss man sich schon sehr anstrengen bzw fundamental was falsch machen.

      Welche maximale Reifenbreite/Größe du am Rad fahren kannst, kannst du beim Hersteller nachlesen. Das hat mit dem verfügbaren Platz am Rahmen zu tun. Ich nehme an du hast ein VSF Rad – VST kenne ich nicht. Welches Modell? Dann kannst du fix auf der Website die Freigaben checken.

      Viele Grüße,
      martin

  • Danke für Deine Infos!

    Aber was machst Du denn, wenn ein Reifen mal kaputt ist?

    Mir ist nämlich der Marathon Mondial irgendwie kaputt gegangen nach vielleicht 2.000 Kilometer. Über sehr groben Schotter bis Gestein bin ich dort auf dem Rennsteigradweg gefahren. Er ist nicht ganz platt, aber hat einen Schlag weg. Man merkt es, wenn man fährt…

    Ah, sorry, ja VSF Fahrradmanaufaktur TX1000. Ich habe bisher eben die 47er gefahren und wenn es die jetzt nicht mehr gibt, überlege ich auf 50er umzusteigen. Oder gehen dann gar 42-622 auch?

    Danke für den Tipp, auf der Homepage steht es!
    https://www.fahrradmanufaktur.de/de/pdfs/pdf_vsf/rahmengeometrien/vsf-fahrradmanufaktur-2017-geometriedaten.pdf

    Anscheinend soll das gehen. Ich hoffe, dass das dann auch klappt.

    • Hallo Markus,

      mir ist noch nie ein Reifen kaputt gegangen.

      Was meinst du mit nicht ganz platt? Ein kaputter Reifen ist meist zerrissen. Einen Schlag weg meint dann er eiert? Oft ist es eine Frage von richtigem Reifendruck.
      Viele Mäntel – gerade die Faltmäntel – sind nicht ganz rund und da muss man immer ein bisschen nachhelfen.

      Schmaler als 47 kannste fahren, breiter muss VSF sagen. Aber 50 sollten gehen, zumal die 50er von Schwalbe meist schmaler sind und die 47 auch nicht 47 sondern vielleicht 45 breit waren.

      Viele Grüße,
      martin

    • Oliver K. sagt:

      vsf verbaut sehr enge Schutzbleche. Bei einem 50er-Mantel brauchst du ein 53er-Blech. Das wird hinten evt. noch passen, vorne musst du dann aber vermutlich was an den Seiten zur Gabel hin abmachen, womit du dort eine Sollbruchstelle schaffst. Prüfe das lieber, bevor du die 50er holst. Mein Händler hat mir deshalb vehement von den 50ern abgeraten.

  • Hi Martin,

    ja, er eiert etwas, aber man kann schon noch damit fahren. Ein Fahrradladenmensch hat mir gesagt, dass ich den auswechseln soll, er ist im Gewebe an der Seite etwas lädiert. Allerdings sehe ich das nicht so richtig.

    Sehr gut aufgepumpt ist er.

    Die ersten beiden Mondial, die ich hatte waren ca. nach 8.000-9.000 Kilometern jeweils abgefahren und hatten kein Profil mehr. Habe ich auch daran gemerkt, dass ich einen Platten hatte.

    Mmh, und jetzt ist die Schwierigkeit der Entscheidung: Soll ich mir einen 42er oder einen 50er holen… 😉 Was würdest Du empfehlen?

    Fahrradgrüße,
    Markus

  • Ok, dann probier ich mal breiter! Ich fahr beides, aber lieber sicher, falls nochmal so ein Rennsteigradweg mir über den Weg läuft. 🙂

    Danke auf jeden Fall, Dein Blog ist sehr, sehr gut!

  • Joachim sagt:

    Moin!

    wie ist denn deine Meinung zum Reifen von Continental zum heutigen Zeitpunkt?
    Färste den noch und wenn ja, wie hat er sich geschlagen?

    • Hallo,

      Ich fahre ihn nicht mehr. Er war ok für die Carretera, aber nach 2.500 km habe ich ihn gewechselt.

      Ich fahre aktuell einen GT365 zum Testen. Auf Tour mit dem Reiserad würde ich wieder auf den Mondial Evo gehen.

      Viele Grüße
      Martin

  • Oliver K. sagt:

    Ich fahre den Mondial Evo seit drei Jahren in Berlin, auf Touren rund um Berlin und auf Reisen. Asphalt, Schotter, alles ist dabei. Der Reifen schluckt alles und kommt zuverlässig durch. Ich bin zudem mit 140Kg Systemgewicht unterwegs… Nach mehr als 5.000 Kilometern sieht man ihm das langsam aber auch an. 10.000 schafft er sicher. Im Gegensatz zu den üblichen unplattbaren Reifen ist er angenehm weich und bequem. Die normalen Marathon Plus-Reifen empfinde ich als sehr hart.

    Aber: Es gibt den Mondial Evo nicht mehr in 47-622. Auch in 2019 nicht. Damit hat man bei Schwalbe nur noch die Auswahl zwischen verschiedenen harten und 1Kg schweren Varianten oder schaut bei Conti nach, wo man beim Contact II oder Travel Plus ankommt (und damit diesem tollen Blogpost). Beide sind im Profil deutlich anders. Momentan bin ich noch etwas ratlos, ob der Contact II mit Vectran für die üblichen Touren mit 50% Asphalt und 50% Schotter/Wald/Kopfsteinpflaster geeignet ist oder zu wenig Profil bietet. Ich wäre gerne schneller unterwegs als momentan mit dem Mondial, brauche aber auch einen guten Grip auf den Schotterpisten und den Dirt Roads, die sich in Deutschland Radinfrastruktur nennen, sowie auf Asphaltabfahrten.

    Gibt es hier Fahrer, die den Contact II auf solchem Untergrund gefahren sind?

    Der Travel Plus mit mehr Gedöns am Rand wiegt leider gleich 250 Gramm mehr als der Contact II…

    • Jochen sagt:

      Von der Schwalbe-Produktpolitik bin ich auch zunehmend enttäuscht.
      Bin zwar kein Tourenfahrer, pendle allerdings ganzjährig mit dem Rad zur Arbeit. Suche seit einiger Zeit nach Ersatz für meinen Marathon Racer Evo Faltreifen, mit dem ich hochzufrieden bin. Geringes Gewicht, rollt wie der Teufel und bietet angesichts dessen einen wirklich guten Pannenschutz. Doch leider gibt es den inzwischen nur noch als Drahtversion mit schlechterem Pannenschutz.

      Habe kurz mit dem Gedanken gespielt, mir den Mondial als „Winterreifen“ zuzulegen und für den Sommer vielleicht den Supreme. Allerdings möchte ich Schwalbe ungern für ihre Produktpolitik belohnen, schon gar nicht doppelt.

      Den T-Serv von Panaracer hätte ich schon längst mal ausprobiert, wenn der nicht so schwer zu bekommen und/oder teuer wäre.

      Bei Conti schaue ich auch immer mal wieder, finde die Modelle dann aber am Ende oft zu schwer oder es mangelt am Pannenschutz – auf dem Papier zumindest.

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