Durchgelesen: „Als Frau allein mit dem Fahrrad um die Welt“ von Dorothee Fleck

Buchcover "Als Frau alleine mit dem Fahrrad um die Welt" © Dorothee Fleck

Dorothee kenne ich nun schon länger über das Internet (wie das heute so ist) und sie war auch schon bei meinen Reiseradler-Interviews zu Gast. Seitdem stehen wir lose in Kontakt und als ich ihr Buch sah, bat ich sie um ein Rezensionsexemplar. Es interessierte mich einfach, wie ihre erste Radtour um die Welt war und was sie motiviert, solche Touren nicht nur einmal, sondern gleich zweimal zu fahren.

An dieser Stelle sage ich erstmal Danke an Dorothee, für die Möglichkeit nicht nur das Buch zu lesen, sondern auch unter meinen Lesern zu verlosen! Mehr dazu unten!

Eine Frau, die zweimal um die Welt geradelt ist und nun gerade in Afrika rumfährt, hat sicherlich viel zu erzählen. Und so war ich schon sehr gespannt, als ich ihr Buch „Als Frau allein mit dem Fahrrad um die Welt“ in der Post hatte.

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Der Anfang ist atemberaubend schnell: Dorothee kündigt ihren Job und steigt aufs Rad. Warum, sagt sie nicht explizit, aber diese Frage bleibt nicht lange, denn im Sauseschritt geht es textlich auf Tour und durch die ersten Länder. Man merkt, sie konnte es kaum erwarten, los zu fahren.

Und so ist das Buch anfangs deskriptiv, atemlos, getrieben. Sie radelt durch Südost-Europa in die Ukraine und weiter nach Russland. Und erst hier zieht so langsam im Buch eine Ruhe ein, eine Gelassenheit, die immer mehr Raum für die vielen Geschichten und Beobachtungen am Wegesrand zulässt.

Eigentlich beginnt Dorothees Reise bei 10.000 km. Ab hier bekommen ihre Erzählungen mehr Tiefe und ziehen einen durchaus in das Geschehen.

Dorothees Fahrrad in der Mongolei © www.dorothee-fleck.com

Dorothees Fahrrad in der Mongolei © www.dorothee-fleck.com

Jetzt ist sie in der Mongolei, ein Land, dessen Einsamkeit und Weite gleichermaßen beeindrucken und herausfordern kann. Die Hitze und die quälende Warterei auf das Visum für China zermürben Dorothee. Aber am Ende klappt es doch und auf dem Weg nach China „gönnt“ sie sich noch so viel Mongolei wie möglich.

„Manche Orte sollte man allein deswegen besuchen, weil es so guttut, wenn man sie wieder verlassen darf!“ – ein wirklich tolles Zitat. Das kommt zwar erst, als Dorothee in Indonesien ist, aber es passt eigentlich auch zu China, wo sie mitten in die Olympischen Spiele radelt. Das bedeutet viel Stress und viele Begleiter und durchaus auch mal Übernachtungshaft. Als ich gelesen habe, was Dorothee da alles mitmachen musste, hätte ich durchaus Verständnis dafür gehabt, wenn sie einfach das nächste Flugzeug raus aus China genommen hätte.

Aber sie kämpft sich durch und trifft immer wieder gute Menschen, die ihr helfen und sie beherbergen. Das finde ich ohnehin sehr beeindruckend, wie einfach Dorothee auf andere Menschen zugeht und schnell ihr Vertrauen gewinnt. Und damit natürlich auch viele tolle Erlebnisse hat.

Zu Gast bei einer tadjikischen Familie © www.dorothee-fleck.com

Zu Gast bei einer tadjikischen Familie © www.dorothee-fleck.com

888 Tage ist Dorothee insgesamt unterwegs und fährt dabei etwas mehr als 61.000 km durch 26 Länder. Und das Buch schafft es durchaus, diese Fülle an Erlebnissen rüber zu bringen.

Ich habe es zweimal gelesen. Einmal wollte ich es nur überfliegen, habe mich dann aber festgelesen und es in einem Rutsch auf meinem Flug von Dallas nach London gelesen, obwohl ich eigentlich schlafen wollte.

Das zweite Mal habe ich es jetzt bei der Buchbesprechung gelesen. Und wieder neue Details entdeckt. Und so würde es auch beim dritten und vierten Mal sein.

So weiß ich immer noch nicht, ob ihr Südostasien wirklich gefallen hat? Sie ist froh, als sie endlich nach Vietnam radeln kann und aus China raus ist. Dann folgen Kambodscha, Thailand, Indonesien, Singapur – da ist die Stimmung schon nicht mehr so enthusiastisch.

So richtig Leben kommt wieder ins Buch, als es nach Australien geht. Allein dort fährt sie mehr als 20.000 km und dementsprechend nimmt der Kontinent auch einen großen Teil im Buch ein. Ich finde es gut beschrieben, wie wunderschön und ungeheuer anstrengend das Land ist.

Allerdings kommt hier etwas zum Tragen, was ich mir grundsätzlich für das Buch gewünscht hätte: mehr Bilder und etwas mehr Orientierung für den Leser. Gerade in Australien fährt sie scheinbar kreuz und quer durch das Land und ich habe mir immer mal eine Karte gewünscht, um zu wissen, wo genau sie gerade ist.

Auch mehr Fotos hätte ich gut gefunden. Oft beschreibt Dorothee Situationen und Landschaften, zeigt dann aber kein Foto davon. An anderen Stellen stehen die Bilder nicht in Zusammenhang mit dem Text. Ich glaube, dass mehr Fotos und/oder die richtigen Fotos an den passenden Stellen das Buch noch besser machen würden.

Dorothee vor ihrem Zelt © www.dorothee-fleck.com

Dorothee vor ihrem Zelt © www.dorothee-fleck.com

Nach 71 Seiten Australien fliegt Dorothee nach Südamerika, genauer gesagt nach Chile. Von dort geht es nach Norden durch Südamerika. Natürlich darf hier eine Durchquerung der Atacama-Wüste und die Überquerung des Salar de Uyuni Salzsees nicht fehlen. Nach Bolivien folgt Peru, wo es durchaus unsicher ist. Das kommt im Buch ganz gut rüber, aber auch, wie Dorothee sich da gut „durchmogelt“ und dann via Ecuador nach Kolumbien fährt.

Hier an der Karibik endet ihre Tour. Im Juli 2010 kehrt sie wieder nach Deutschland zurück. Dort trifft sie ihre Mutter wieder, deren schlechter Gesundheitszustand Dorothee die ganze Tour über immer wieder Sorgen gemacht hat. Ein Jahr nach Dorothees Rückkehr stirbt die Mutter. Einen Tag nach der Beerdigung lässt sich Dorothee ein neues Rad zusammenbauen und macht sich auf, zu ihrer zweiten Welttour.

„Als Frau allein mit dem Fahrrad um die Welt“ ist also ein Buch, das einen nicht nur auf Radtour durch die Welt nimmt, sondern auch zeigt, wie schwierig, herausfordernd und anstrengend, aber gleichzeitig glücklich machend und motivierend eine solche Tour ist. Es ist ein Buch, das man in einem Rutsch lesen kann, denn es fesselt schon. Und es ist ein Buch, in das man immer wieder hineinschaut, sich noch mal einzelne Kapitel näher durchliest. Mir hat es jedenfalls gefallen!

Und wer jetzt mehr über Dorothee und ihre Reisen erfahren möchte, der kann hier das Reiseradler-Interview mit ihr lesen.

 

Verlosung: Gewinne ein Buch-Exemplar!

So, nun seid ihr dran und könnt das Buch gewinnen!

Wohin geht eure nächste Tour?

Unter allen Lesern, die hier oder auf Facebook unter dem Post bis zum 26. November 2016/12 Uhr kommentieren, ziehe ich den oder die Gewinner/in des Buches „Als Frau allein mit dem Fahrrad um die Welt“.

 

Hinweis:

In diesem Beitrag verlinke ich auf Amazon und das Buchangebot dort. Mit dem Link nehme ich am Amazon Partnerprogramm teil. Das heißt, bei einem Kauf über diesen Link bekomme ich eine anteilige Provision. Davon finanziere ich meinen Webspace. In den letzten 9 Monaten habe ich damit 28 Euro verdient. Es ist also eher übersichtlich 😉   

14 Comments

  • Eugen sagt:

    Mein nächstes Ziel ist der Fränkischer Gebirgsweg.

  • Stephan sagt:

    Hallo Martin. Falls Du mal langeweile verspürst und nicht gerade an Deiner Webseite schreibst und eine weitere Lektüre suchst kann ich Dir „157 Plattfüße – 52.000 km im Fahrradsattel“ von Susann Kussagk und Sönke Bemmann empfehlen. Wünsche Dir im übrigen auch viel Spass auf der Carretera Austral. Werde Deine Tour bzw. den Bericht danach 100pro lesen. Bombastische Route.
    Ah ja – bevor ich es vergesse: Meine nächste (längere) Tour ist der Elberadweg. Geplant ist von Bad Schandau nach Hamburg.

  • Marcus sagt:

    Hallo Martin, meine nächste lange Tour (2017) wird der ehemaligen innerdeutschen Grenze von Süden nach Norden folgen.

    Viele Grüße, Marcus

  • Peter Pro sagt:

    in Planung: Georgien (hast Du ja selbst toll beschrieben!), Pamir Highway. Nach Kuba und SO Asien mal also kühlere Destinationen 😉

  • Christian L. sagt:

    Hallo Martin,
    ich komme gerade mit meiner Freundin vom WeltBlickeFestival (Essen) und wir haben uns u.a. „Rückenwind“ angeschaut…sie hat nun noch ganz viele Fragezeichen im Kopf bzgl. einer Radreise – Dieses Buch von Dorothee zum Nikolaus wäre da sehr spannend….wir planen August 17 loszuziehen gen Osten und hadern noch mit dem Verkehrsmittel 😉

  • Carex sagt:

    Mit den Kindern in der Schule wird es wohl nächstes Jahr wieder „nur“ in die Eifel gehen. Aber auf dem Sofa ist eine Weltumrundung momentan schon drin 😉

  • Sven sagt:

    Hallo,
    meine nächste Tour um die Haustür wird in die Fränkische Schweiz gehen. Aber generell plane ich gerade eine weitere Flusstour. Nach dem Rhein im letzten Jahr soll es nächstes Jahr von der Elbquelle in Tschechien bis an die Nordsee hochgehen 🙂

  • Rolf sagt:

    Wenn alles klappt geht’s im Frühjahr nach Israel.

  • Andreas sagt:

    Meine nächste Tour soll rund um den Bodensee führen.

  • Jürgen sagt:

    Kommendes Jahr sind zwei Touren geplant:
    Saar-Mosel-(Rhein)-Lahn ca, 700km
    Lüneburger Heide, ca 400km

  • Lars sagt:

    Meine nächste Tour geht entweder über Dänemark um Teile der Ostsee oder den Rhein entlang nach Süden. Das steht noch nicht fest.

  • Sascha sagt:

    Meine nächste Tour wird vermutlich in Skandinavien sein. Konkret: irgendwie Norwegen auf/ab.

    Schöne Grüße!

  • Hallo,

    vielen herzlichen Dank für die rege Teilnahme!

    Als Gewinnerin wurde Karin gezogen, die im nächsten Jahr in der Eifel anzutreffen sein wird!

    Dann bis zur nächsten Verlosung!
    Ich wünsche euch einen tollen Advent!

    Gruß,
    martin

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