10.000 km mit dem Norwid Gotland – eine Bilanz nach 1,5 Jahren

Mein Norwid Gotland - fast 10.000 km alt.

Im Februar letzten Jahres habe ich mir ein neues Fahrrad gegönnt: ein Norwid Gotland Reiserad mit ein paar Anpassungen.

Monatelang habe ich zuvor recherchiert und überlegt und mich dann für die kleine Manufaktur in Neuendorf bei Elmshorn entschieden. Einmal, weil Norwid natürlich eine Instanz in Sachen Fahrradbau für die große Tour ist. Aber auch, weil Norwid nur 20 km von mir entfernt liegt.

Seit anderthalb Jahren radle ich nun also mit dem Gotland. Es das Rad, mit dem ich alles fahre, egal ob Tour oder ins Büro. Knapp 10.000 km ist es bislang gelaufen – ca. 7.000 km davon auf der fast täglichen Tour 42 km ins Büro und wieder zurück. Dabei geht es mehr über Wald- und Schotterwege, als auf Straßen. Das fordert natürlich das Material. Zeit also für eine Bilanz.

Mein Norwid auf dem Weg ins Büro

Mein Norwid auf dem Weg ins Büro

Die Entscheidung für das Norwid ist nach wie vor die richtige gewesen. Ich fahre immer wieder auch andere Fahrräder, aber wenn ich auf mein Norwid steige, dann fühle ich mich wie Zuhause. Ob mit oder ohne Gepäck – das Norwid macht einfach Spaß. Ich fahre ca. 90% der Strecken mit Gepäck, meist mit zwei Taschen hinten.

 

Gepäckträger und LowRider

Daher waren es auch der Gepäckträger und der LowRider, die die ersten Gebrauchsspuren bekamen. Die Rohre sind abgerieben, aber das stört nicht weiter. Ich habe die schlimmsten Stellen mit Gaffa-Tape überklebt. Der Tubus ist einfach robust und sitzt bombensicher. Das schaukelt sich nix auf. Beim LowRider war ich gespannt, wie es sich mit der Stabilität verhält. Beim Duo gibt es kein Überrollbügel, sondern er wird jeweils von beiden Seiten an der Gabel fixiert. Beim Fahren fällt aber nix auf. Das Gepäck sitzt fest und ebenfalls wackelfrei.

Der Tubus Duo LowRider mit Gebrauchsspuren

Der Tubus Duo LowRider mit Gebrauchsspuren

Was mich ein bisschen nervt ist allerdings die Befestigung der LowRider-Taschen am Duo. Irgendwie muss ich immer am unteren Fixierungshaken rumschrauben, damit dieser sich sicher über das LowRider-Rohr schiebt. Das empfand ich bei meinem alten SL-LowRider als einfacher.

Auch am Tubus Logo haben die Taschen ihre Spuren hinterlassen

Auch am Tubus Logo haben die Taschen ihre Spuren hinterlassen

Auf Tour mit kompletten Taschen-Six-Pack läuft das Norwid sehr ruhig und spurtreu. Allerdings muss man dabei auf den Luftdruck achten: als ich in Georgien die ersten Kilometer vom Flughafen nach Tiflis gefahren bin, fing bei Geschwindigkeiten höher 30 km/h das Rad an sich aufzuschaukeln. Das Vorderrad flatterte richtig und ich musste abbremsen. Dann habe ich die Taschen neu austariert, aber erst mit dem richtigen Luftdruck auf den Mondials war das Flattern vorbei. Daher fahre ich auf Tour meist mit 5 bis 5,5 Bar Druck vorne und hinten.

 

Rahmen und Lack

Wirklich kaputt gegangen ist bislang nichts. Der Rahmen hat seinen ersten Schlag nur durch den Flugzeugtransport nach Georgien bekommen. Dabei wurde die Vorderlampe soweit gegen den Rahmen gedrückt, dass dieser einen Lackschaden bekam und die Lampenhalterung etwas verbogen war. Den Lackschaden habe ich mit einem farbtreuen Aufkleber überklebt, die Lampe wieder gerade gebogen.

Der Lackschaden an der Befestigung der Lampenhalterung wurde abgeklebt

Der Lackschaden an der Befestigung der Lampenhalterung wurde abgeklebt

Vor ein paar Wochen dann ist mir noch ein Radfahrer hinten reingefahren. Dabei ist der Schutzblechreflektor zerbrochen und das Schutzblech etwas verbogen worden. Aber auch das ist kein Drama.

Nicht schlimm: kaputter Reflektor

Nicht schlimm: kaputter Reflektor

Bremsen

Es war also vor allem der Verschleiß, von dem das Rad betroffen war. Besonders sind die Bremsen davon betroffen. Ich habe die Magura HS33 R. Die bremsen gut, aber so richtig überzeugend finde ich sie nicht.

Zuvor hatte ich Avid Single Digit 7 an meinem alten Reiserad. Hier waren die Einstellung und das Wechseln der Bremsgummis einfacher sowie die Bremswirkung besser. Zudem war der Verschleiß gefühlt weniger, als jetzt bei den HS33.

Die HS33 sind gute Bremsen, keine Frage. Aber aus meiner Sicht bremsen sie nicht so stark, wie ich das von den Avids her kenne. Die Maguras bremsen weicher und je nach Belag bei Nässe manchmal auch gar nicht richtig. Ich bin zwischendurch immer auch mal Scheibenbremsen gefahren. Aktuell bin ich mit XT-Scheibenbremsen unterwegs und bei Nässe ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wo die Scheiben gut bremsen, rutscht die HS33 mit roten Gummis nur durch und baut nicht wirklich einen Druckpunkt auf. Hat man sich an diese Art der Bremsleistung gewöhnt, dann geht es wieder.

Die HS33 R Bremsen

Die HS33 R Bremsen

Am meisten hat mich aber das Quietschen der Bremsen gestört. Das fing bereits mit den ersten Belägen an. Inzwischen habe ich da auch mit Werkstattunterstützung alles versucht, das in den Griff zu bekommen. Die Felgen wurden abgeschliffen, verschiedene Bremsgummis ausprobiert. Aber sobald es etwas feuchter ist, quietscht es. Das kenne ich natürlich auch von anderen Bremsen, aber ich habe es da immer wieder auch eingestellt bekommen. Bei den Avids habe ich die Gummis entsprechen angeschrägt, bei der Magura geht das nicht.

Vermutlich lag es aber oft an den abgefahrenen Belägen. Auf den bislang gefahrenen fast 10.000 km musste ich schon 5x die Beläge wechseln. Das ist natürlich dem Stadtverkehr und den sandigen Wegen geschuldet, die ich hauptsächlich fahre. Zweimal hatte ich die schwarzen Magura Bremsgummis drauf, einmal ein Komponentenmix-Gummi, zweimal die roten Magura Bremsgummis. Die roten Gummis haben einen höheren Abrieb an der Felge zur Folge. Beim Wechseln der Bremsgummis kann man dann manchmal die Alu-Splitter im Gummi sehen.

Nun muss ich demnächst wieder wechseln und werde jetzt wieder auf die schwarzen Original-Gummis gehen, die etwas schonender für die Felge sind, dafür aber bei Nässe nicht so gut wie die roten Gummis arbeiten.

Ich bin daher ernsthaft am Überlegen, doch bald auf Scheibenbremsen zu wechseln (Magura MT5 oder 7, bzw. Shimano XT). Das werde ich aber erst nach der Tour durch Patagonien machen.

Was ich ebenfalls als störend empfinde ist, dass ich zum Wechseln der Bremsgummis immer die Räder ausbauen und dabei die Luft ablassen muss. Das hat mit der 55er Breite der Reifen zu tun, die voll aufgepumpt nicht an den Bremskörpern vorbei kommen, selbst wenn ich eine Seite der Bremse ausgehängt habe.

 

Felge und Reifen

Die Ryde/Rigida Sputnik Felgen sind natürlich ebenfalls vom Verschleiß betroffen. Die Flanken sind schon vom Abrieb gezeichnet, aber noch ist es (aus meiner Sicht) nicht kritisch. Bis Ende des Jahres werde ich sie auf jeden Fall noch fahren und dann von Norwid mal inspizieren lassen. Sollte ein Wechsel nötig sein, überlege ich auf die Big Bull oder Andra 30 zu wechseln und dann schwarze, anstatt silberne Speichen zu nehmen.

Felgen sind stark beansprucht, aber noch gut

Felgen sind stark beansprucht, aber noch gut

Die Laufräder mit den Sputniks sind aber extrem gut. Ich beanspruche das Material schon sehr und dennoch gibt es keinerlei Schaden an den Rädern. Kein Schlag, keine defekte Speiche, kein Riss in der Felge.

norwid fazit_8

Felge noch mal näher

Nach den Bremsen und Felgen sind natürlich vor allem die Reifen betroffen: die Mondial Faltreifen sind wirklich sehr belastbar. Kaum Belastungs- oder Alterungsrisse und auch der Abrieb hält sich aus meiner Sicht noch in Grenzen. Natürlich ist das Profil vom täglichen Gebrauch gezeichnet.

Der Marathon Mondial ist wirklich ein Dauerrenner

Der Marathon Mondial ist wirklich ein Dauerrenner

Scherben, Nägel und scharfe Steine zerschneiden immer wieder den Gummi. Aber nie kritisch. Bislang hatte ich mit den Mondial einen Platten. Eine Scherbe hat sich durch den Reifen gebohrt. Die Mondial fahre ich noch auf jeden Fall bis Ende des Jahres und lasse sie dann bevor es nach Patagonien geht nochmal von Norwid begutachten.

 

Kette, Tretkranz und Ritzel

Kommen wir zum Antrieb: auch hier wütet der Verschleiß. Obwohl ich sehr oft mein Fahrrad und besonders den Antrieb reinige, habe ich nach 7.500 km eine neue KMC-Kette aufgezogen. Gleichzeitig habe ich das Rohloffritzel gedreht. Dabei meinte der Mechaniker, dass es schon sehr runtergefahren sei und demnächst gewechselt werden sollte. Der Tretkranz hat auch schon deutliche Gebrauchsspuren. Noch sind die Haifischzähne nicht bedenklich, aber auch hier ist der Abrieb schon deutlich. Ende des Jahres werde ich also hinteres Ritzel, Tretkrank und Kette tauschen.

Stark beansprucht: Kette und Ritzel

Stark beansprucht: Kette und Ritzel

Insgesamt komme ich so vermutlich auf ca. 500 Euro an Austauschkosten, die Ende des Jahres anfallen. Zwischendurch war ich gewillt, auf Riemenantrieb umzustellen. Allerdings liegen die Kosten dafür bei 1.250 Euro (Rahmen teilen, lackieren, Gates-Ritzel auf Rohloff bauen, neue Tretgarnitur, Riemen, etc.) und damit deutlich zu hoch.

Abnutzung an Tretkranz und Ritzel

Abnutzung an Tretkranz und Ritzel

Mit der Rohloff bin ich mehr als zufrieden. Nach wie vor schätze ich sie mehr, als eine Kettenschaltung. Es macht einfach Spaß mit ihr zu fahren. Nach 5.000 km habe ich das Öl gewechselt, was sehr einfach war. Sie schaltet präzise und der Drehgriff ist gut zu bedienen. Ich habe die Bowdenzüge bislang noch nicht nachgestellt. Das werde ich bei der großen Austauschaktion Ende des Jahres machen, falls es nötig ist und dabei auch noch mal das Öl tauschen.

 

Was gibt es sonst noch so?

Der Steuersatz arbeitet unauffällig. Die Stromversorgung über The Plug funktioniert, trotz korridierter USB-Schnittstelle.

Ein bisschen Rost kann nicht schaden ;-)

Ein bisschen Rost kann nicht schaden 😉

Der SON 28 Nabendynamo arbeitet zuverlässig, das Licht ebenfalls ohne Defekte. Anfänglich störten die Brems- und Schaltkabel etwas, denn die schoben den Schalter am Vorderlicht von An auf Aus beim Lenken. Mittlerweile habe ich eine Lampeneinstellung gefunden, die sehr gut passt und bei der sich Kabel und Lampe nicht mehr ins Gehege kommen. Die kabellose Stromaufnahme des Nabendynamos an der Gabel ist wirklich prima, erspart sie doch lästige Kabel an der Gabel.

Abrieb am Ergon GP-4 Griff

Abrieb am Ergon GP-4 Griff

Ganz unerwartet habe ich noch an den Lenkergriffen Abrieb festgestellt. Allerdings nur auf der rechten Seite, was auf meine eher rechtslastige Fahrweise zurückzuführen ist. Die Hörnchen haben natürlich Gebrauchsspuren.

Die üblichen Abnutzungsspuren an den Ergotec Hörnchen

Die üblichen Abnutzungsspuren an den Ergotec Hörnchen

Beim Sattel hatte ich am Anfang noch meinen alten Brooks B17 drauf. Allerdings ging dieser gar nicht, bzw. konnte ich nicht mit dem Sattel fahren. Immer wieder bekam ich durch ihn Taubheitsgefühle in einem Bein. Ich bin dann auf den SQLab 602 active umgestiegen und seitdem habe ich keine Probleme mehr.

Der SQLab 602 nach fast 10.000 km

Der SQLab 602 nach fast 10.000 km

Einzig wenn es feucht ist, dann quietschen die Radhosen beim Fahren durch die Reibung am Sattel. Sollte ich aber irgendwann einen neuen Sattel brauchen, dann werde ich mir vermutlich wieder Brooks anschauen. Rein faktisch und funktional gibt es aber keinerlei Gründe, die gegen den SQLab sprechen.

 

Fazit:

Nach fast 10.000 km auf dem Norwid Gotland gibt es nix zu meckern. Das Rad ist nach wie vor das Beste, was ich je hatte.

Macht immer noch Spaß: das Norwid Gotland

Macht immer noch Spaß: das Norwid Gotland

Abgesehen von dem zu erwartenden Verschleiß, gibt es keine Ausfälle. Einzig mit den HS33-Bremsen bin ich nicht so zufrieden. Hier würde ich mir etwas mehr Bremsleistung und weniger Gummiverschleiß wünschen. Ansonsten arbeiten aber auch die unauffällig und brauchen kaum Pflege.

Rahmen und Gabel sind sehr solide und alle Anbauteile sind auch nach 10.000 km nahezu uneingeschränkt einsatzbereit.

 

Habt ihr Fragen zum Rad oder zum Verschleiß, dann einfach in die Kommentare damit!

19 Comments

  • Gerhard sagt:

    Hallo Martin,
    schönes Rad hast du da und es ist sehr schön von deinen Erfahrungen nach 10.000km zu lesen.
    Was mir sehr interessant vorkommt, sind deine Erfahrungen mit der Magura HS33 und der Vergleich zur Shimano XT Scheibenbremse. Das passt so gar nicht zu meinen persönlichen Erfahrungen. Ich fahre beide Varianten an meinem Rad. Die Shimano Scheibenbremsen im Sommer, und die Magura HS33 im Winter. Meine Erfahrung mit den höherwertigen Shimano Scheibenbremsen ist, dass sie nicht wintertauglich sind. Der Dreck und das Salz lassen regelmäßig die Kolben festgehen. Bei den günstigen Scheibenbremsen ohne Typ, ist mir das bis dato noch nicht passiert. Aber bei den XT und SLX Bremsen andauernd.
    Die Magura HS33 ist für mich der Urtyp einer Sorglosbremse. Super Bremswirkung und immer zuverlässig. Das erstmalige Einstellen ist zugegebenermaßen etwas frickelig. Zumindest wenn man wenig bis keine Erfahrung mit der HS33 hat. Mit der Zeit gibt sich das aber. Und Magura hat auf Youtube und ihrer Serviceseite ausgezeichnete Wartungsvideos.
    Und ich kann dir dagen dass man sehr wohl die Magura HS33 Bremsschuhe schräg einstellen kann, so daß das Quitschen normalerweise abgestellt wird. Man muss dazu den ganzen Bremskörper, aus dem der Bremsschuh ausfährt, etwas in seiner Lagerung drehen. Wenn man damit Probleme hat hilft einem ein Bremsschuhwinkeleinsteller ungemein. Der sorgt dafür dass der Einstellwinkel symmetrisch auf beiden Seiten gleich und der Abstand zur Felge korrekt eingestellt ist.
    Ich stelle bei mir einen deutlichen Unterschied zwischen den scharzen und den roten Bremsschuhen fest. Die roten haben stärkere Bremskraft. Im Trockenen nur etwas stärker, aber im Regen deutlich bessere Bremskraft. Allerdings hören sie sich „härter“ an und sie neigen mehr zum Quitschen. Was aber normalerweise durch Schrägstellen der Bremsbeläge abgestellt werden kann.
    Wenn man Probleme hat den Reifen ohne Luftablassen herauszubekommen ist die Felge zu schmal, bzw. ist der Reifen zu breit.
    Ein sorgfältiger Rahmenbauer der Erfahrung mit der Magura HS33 hat, sollte das im Vorgespräch abklären und entsprechende Empfehlungen für geeignete Felgen/Reifenkombinationen geben.
    Summa summarum hört es sich für mich an, als wenn die Felge dein Hauptproblem sein könnte. Die Kombination des Felgenmaterials mit den Magurabremsbelägen scheint nicht zu harmonisieren und sie scheint zu schmal zu sein.
    Allerdings wenn du auf eine scheibenbremse umsteigst, bin ich sehr gespannt auf deine Langzeit Erfahrungen damit.
    Es erscheint mir auch als wenn dein Reifendruck von 5 – 5,5 bar wesentlich zu hoch ist. Die Standardempfehlung ist dass der Reifen ca. 15% an Höhe bei Belastung in die Knie gehen sollten. Dafür gibt es als ersten Anhalt Reifebndrucktabellen. Suche dazu mal nach Reifendruck nach Berto im Internet.
    Nehmen wir mal an du wiegst 80kg, dein Rad 20kg und dein Gepäck 40kg. Dann ist dein Systemgewicht 140kg. Und nehmen wir an dass 65% davon auf dem Hinterrad lastet. Das sind dann ca. 90kg. Das verlangt bei einer Reifenbreite von 55mm nach ca. 3,8bar Luftdruck. Ist der Druck wesentlich höher hast du so gut wie keine Federwirkung durch den Reifen mehr und das Rad neigt zum Springen. Ausserdem ist der Rollwiderstand auf realen Strassen dadurch sogar höher, entgegen dem landläufigen Glauben dass er sinken sollte. Ganz zu scweigen von den Schotterstrassen auf denen du oft fährst.
    Das hört sich an als wenn da noch ein anderes Problem existiert. Das Steuerkopflager? Zuviel Gewicht auf dem Hinterrad? Sprich mal mit deinem Rahmenbauer was er dazu meint.

    Gruß, Gerhard

    • Hallo Gerhard,

      hab ich doch schon alles gemacht 😉

      Die Bremse ist schon korrekt eingestellt und quietscht halt. Da haben jetzt mittlerweile 3 Fachleute dran rumgebaut und unter anderem auch mal die Körper schräg gestellt.
      Sie bremst schon, ist halt aber nicht so wie ich es mir wünschen würde. Ich bin da aber auch verwöhnt und aus der Kategorie „Kurzer Bremsweg“ 😉 Ich hatte sonst immer sehr hart und sofort greifende Bremsen. Da ist die Magura nicht so. Die Scheibenbremsen habe ich meist an den Testrädern. Damit bin ich aber noch nicht im Winter gefahren und kann daher Deine Erfahrungen nicht teilen.

      Ich wundere mich eben nur, dass jeder die Magura so lobt, ich sie aber nicht sooo überragend finde. Aber klar: sie ist wartungsarm, ich mache kaum mehr was an ihr und sie bremst halt auch. Mehr sollte man vielleicht nicht von einer Bremse erwarten 😉

      Zum Reifendruck: Ich bin noch nie mit weniger als 4 Bar gefahren. 3,8 Bar auf dem Mondial hinten sind tödlich und das Rad neigt zum Durchschlagen. Ich habe aber auch nie 40 kg Gepäck dabei. Das ist zu viel. 5 Bar sind ok, wenn auch sehr hart. Aber auf Tour fahre ich nie unter 4 Bar. Manchmal sind die Mäntel nicht richtig gewuchtet und neigen daher zum Flattern. Aber wie gesagt habe ich es mit etwas mehr Reifendruck hinbekommen. Der Steuerkopf ist übrigens ebenfalls in Ordnung. Alles natürlich schon gecheckt.

      Zur Felge: das ist eine Sputnik und die ist gut. 19 mm Maulbreite reichen völlig. Es ist nur mein Wunsch gewesen, mit 55mm Mondial zu fahren. Damit habe ich halt die Probleme beim Ausbauen. Mit einem schmaleren Reifen wäre das auch anders. Vielleicht baue ich mir mal 50er ein, aber die 55er sind schon gut, vor allem wenn es holprig wird. (Und natürlich weiß ich, dass die reine Lehre eine solche Reifenbreite auf 19mm Maulbreite nicht zulässt. Aber die reine Lehre fährt nicht Fahrrad 😉 ).

      Viele Grüße,
      martin

  • Gerhard sagt:

    Hallo Martin,

    ja jeder empfindet Bremswirkung, und wie sie sich aufbaut, unterschiedlich.
    Bei mir stelle ich im Trocknen keine grossen Unterschiede fest zwischen der HS33 und der Scheibenbremse. Und im Nassen gibt es halt eine Gedenksekunde bei der HS33 bevor sie zubeisst. Aber dann ist die Bremspower auch wieder vergleichbar.

    Bezüglich des Luftdruckes solltest du wirklich mal weniger ausprobieren. Bei ca. 42mm reifenbreite wären 5bar ok. Aber bei den 55mm sind 5bar eigentlich Blödsinn. Auch 4bar wären tendenziell eher zu viel. Der notwendige Reifendruck geht bei zunehmender Reifenbreite signifikant zurück. Erfahrungswerte von schmäleren Reifen kann man da nicht einfach übernehmen. Aber am Ende entscheidet hier jeder selbst. Was der eine als zu hart empfindet betrachtet der andere als angemessen. Und wenn es bei deinem Rad auch noch eine beruhigende Wirkung auf das Pendeln hat, umso besser.
    Weiterhin dir viel Spass mit deinem Rad, und ich würde mich freuen wenn du weiterhin so ausführlich berichtest über deine Erfahrungen.

    Gruß, Gerhard

    • Hallo Gerhard,

      ich werde in jedem Fall mal eine andere Felge ausprobieren. So wie Du es vorgeschlagen hast. Vermutlich die Andra.
      Mal sehen, ob es sich dann anders bremst.

      Viele Grüße,
      martin

  • Daniela sagt:

    Lieber Martin,

    du hast da ein ganz tolles Rad. Den Mondial fahre ich seit Jahren und liebe ihn besonders auf den Schotterwegen auf dem Weg zur Arbeit.

    Hast du schon mal an eine Hope Scheibenbremse gedacht? Die Bremswirkung ist gigantisch und die Beläge halten ewig. Ich liebe sie .

    Quietschende Bremsen sind aber auch ein schönes Erkennungszeichen. Ich höre meinen Martin schon von weitem .

    Liebe Grüße

    Daniela

    • Klar kenn ich Hope. Ist halt eher eine Enduro-Bremse. Teurer als MT7, aber schöner, wenn auch schlechter in Bremsleistung.
      Druckpunkteinstellung aber ok. Aus meiner Sicht aber eher nix für das Reiserad, bzw Geschmacksfrage natürlich.

      Gruß,
      martin

  • Thomas Gruber sagt:

    Hallo Martin
    Nochmals vielen Dank für die schöne Postkarte von damals auf deiner Tour; )))
    Also fahre auch die HS33 und bis jetzt 5700km ohne Belag Wechsel !! Hab vielleicht noch 30% drauf… Das du sooft wechselst wundert mich ? !
    Die bremsleistung bei mir ist gigantisch. Bremse mit 2 Fingern und ganz leicht …. Würde ich voll rein ziehen ( ohne groß Kraft aufzuwenden ) gäbe es einen Überschlag ; ))) Also die Begeisterung der Nutzer minder HS 33 kann ich sehr gut nachvollziehen
    Liebe grüße aus Nürnberg
    Tommy

    • Hallo Thomas,

      fast 6.000 km finde ich einen guten Wert. So sollte es sein. Ich bremse nicht viel, aber vermutlich ist mein Abrieb etwas höher, da die Strecke sehr staubig/sandig ist und das Rad auch meist nach einer Fahrt wieder total verdreckt ist.

      Gigantisch würde ich bei mir nicht sagen, aber es kann wirklich sein, dass ich hier einfach zu viel erwarte und jeder andere bei meinen Bremsen meint, dass es völlig ok ist und sehr gut bremst 😉

      Was die Wartung angeht bin ich völlig bei den Nutzern der HS33. Da braucht man nix mehr machen. Einmal eingestellt und gut.

      Viele Grüße,
      martin

  • Ute sagt:

    Vielen Dank für den ausführlichen Artikel. Insgesamt doch ein sehr solides Fahrrad. Für so ein Rad sind das ja nach so langer Zeit übliche Gebrauchsspuren.
    Mit besten Grüßen,
    Ute

  • René sagt:

    Hallo Martin,

    was ich wärmstens empfehlen kann ist der Chainglider. Damit kannst Du den Kettenverschleiss und auch die -wartung deutlich reduzieren. Ich muss meine Kette seit der Montage nur noch ein Mal jährlich ölen.

    Viele Grüße
    René

  • bike olli sagt:

    hallo martin,
    kurzer akustik-exkurs zum bremsenquietschen: töne entstehen, wenn etwas schwingt. in diesem fall nehmen die gabelholme die vibration der bremklotz/felge-kombi auf und verstärken sie, wie die saiten eines cello.
    abhilfe: du must den schwingkreis „stören“. probier dazu mal einen brake-booster. und schon ist ruhe im karton, äh, an der bremse. :-))

  • bike olli sagt:

    hallo martin,
    stimmt.
    an deiner hs33 passen ja nur die speziellen von magura.
    sind vielleicht eine idee zu dünn, so dass sie mitschwingen.
    mich nervt das gequietsche auch immer – denn nur lautlos fahren ist ooommmmhhhhhh.

  • gst sagt:

    Wie andere schon gesagt haben, der Luftdruck von 5 oder 5,5 bar bei 55er Reifen sind der Killer, Mountainbikes fahren bei dieser Breite vielleicht mit 1,5 bar. Ohne schweres Gepäck benutze ich grob bei 25mm 6bar, 32mm 5bar, 38mm 4bar, 42mm 3,5bar (auf rauher Strecke auch 2,5bar).

    • Hallo gst,
      ich habe kein Problem mit 5 Bar auf den 55ern oder 4,5 Bar auf den 50ern. Ich finde das auch nicht unbequem oder unangenehm. Mein Gepäck wiegt halt und von daher bevorzuge ich diese Art Druck. Ohne Gepäck fahre ich gerne mit 4 Bar oder 3,5 Bar. Ich sehe da jetzt aber auch kein Problem drin. ist halt kein Mountainbike 😉

  • gst sagt:

    Ergänzung. Probiere mal Compass 26″ x 2.3″ Rat Trap Pass Reifen bei 2 bis 2,5 bar, da wirst Du bei 84km täglichem Arbeitsweg echte Zeit einsparen und einen exzellenten Komfortgewinn haben.

    • Ich habe 42 km tägliche Strecke insgesamt 😉 Aber ich mag keine Slicks. Ich fahre ein Reiserad und das darf Profil haben. Und ich bin ja nicht auf der Flucht und die Sekunden, die ich theoretisch einspare, verliere ich eh an der nächsten Ampel wieder 😉

  • Hayo Hein sagt:

    Hallo
    Versuche mal die EBike Ketten von KMC .. halten bei mir an der Kettenschaltung (LX/XT 9fach) doppelt solange wie die Normalen .. meist um die 7000 km . Das mit dem Luftdruck kann ich nachvollziehen- ich fahre im Sommer den Supreme mit 5-5,5 Bar 26 Zoll.
    Im Winter ist der neue GT 365 von Schwalbe wohl toll ..fahren einige Kollegen von mir im Radladen . Viel Spaß auf den Touren.

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