Mange hilsener fra Norge! Testfahrt mit der Kindernay XIV

Mange hilsener fra Norge! Testfahrt mit der Kindernay XIV // Test ride with the Kindernay XIV

Hinweis:

Mir wurde auf meinen Wunsch hin ein Testrad mit Kindernay Schaltung vom Pressedienst Fahrrad zur Verfügung gestellt. Ich stelle hier die Kindernay 14-Gang Nabenschaltung im Detail vor. Dabei hat mir der deutsche Kindernay Vertrieb trail.camp mit vielen Infos geholfen. Daher ist das Werbung.

Vor fast fünf Jahren war ich auf der Eurobike und habe dort auch den Stand eines mir damals unbekannten Unternehmens angeschaut, das eine neue Nabenschaltung vorgestellt hat: Kindernay.

Damals war die Welt noch fest in Rohloff Hand, die Pinion wurde so langsam eine Alternative für Getriebe-Fans und für eine weitere Nabenschaltung war da aus meiner Sicht nicht wirklich Bedarf. Aber das Konzept der Norweger fand ich schon interessant: eine Nabe, die man tauschen kann und somit von Rad zu Rad mitnehmen kann. Praktisch!

Kindernay ist ein norwegisches Unternehmen, dessen Wurzeln im Automobilbereich liegen, die sich aber mittlerweile auf High-End Nabenschaltungen fokussieren. Entwickelt und gefertigt wird in Europa. Übrigens: Kindernay ist der Name des Ururgroßvaters des Geschäftsführers Christian und somit auch eine Erinnerung an ihn.

Zur Eurobike in diesem Jahr haben sich die Norweger wieder “zurück”gemeldet und nicht nur eine 14 Gang-, sondern auch eine neue 7 Gang-Nabe im Angebot. Über den Pressedienst Fahrrad bekam ich die Möglichkeit, mir die Kindernay XIV näher anschauen und vor allem fahren zu können. Denn damals vor 5 Jahren war es nicht möglich, ein Testrad mit der Kindernay zu bekommen.

 

Das Set-Up

Verbaut ist die Kindernay an einem Velotraum Finder. Einem Rad, dass liebevoll mit allem was man für das Bikepacking im Gelände braucht, ausgestattet und ordentlich zugebaut wurde. Wer sich für das Velotraum Finder als Rad und Plattform interessiert, der findet hier meinen Bericht (damals noch mit Rohloff).

Die Kindernay wird am Testrad mit einem Riemen angetrieben. Das geht natürlich auch mit einer Kette. Für beides gibt es gute Gründe. Ich persönlich bin nicht vom Riemenantrieb im Bikepacking überzeugt und halte ihn dafür zu anfällig und wenig praktisch.

 

Praxis-Test: Erster Fahreindruck

Doch es geht um die Kindernay! Und hier muss ich sagen: Befreit diese Schaltung aus dem Test-Finder Set-Up, denn sie will raus, sie will schnell sein und ihre Kraft richtig entfalten können. Zumindest war das mein erster und bleibender Eindruck. Wie würde sich diese Schaltung an einem Allroad Bike fahren, dass mehr auf Performance getrimmt ist, wie an einem MTB, dass sich mehr auf Geschwindigkeit fokussiert?

Die Kindernay will spielen

Und da sind wir auch schon beim Thema: Die Kindernay arbeitet recht geschmeidig und lässt sich auch unter Last einfach mit den Schaltern rechts und links am Lenker schalten. Sie ist da aus meiner ersten Einschätzung auch leichter und direkter als die Rohloff.

Das Ganze wird hydraulisch erledigt und damit sind wir auch schon bei einem der großen Unterschiede zur Rohloff. Die Ansteuerung der Nabe erfolgt durch hydraulische Schalter und die Leitungen sind seitlich am Rad verlegt.

Hydraulische Ansteuerung

Nun kann man natürlich skeptisch sein, ob denn die Leitungen dicht halten. Hier verweise ich auf die Erfahrungen mit hydraulischen Scheibenbremsen, die sich mittlerweile auch am Reiserad durchgesetzt haben. Nostalgiker und Puristen werden aber sicherlich immer die mechanische Variante vorziehen.

Und bevor ihr vielleicht fragt: Ich habe seit 2017 eine Rohloff Nabenschaltung am Reiserad und bin mit ihr schon über 25.000 km gefahren. Und zum Vergleich bin ich sowohl das Rad mit Rohloff als auch das Rad mit Kindernay abwechselnd gefahren.

Allerdings lässt das keinen seriösen Vergleich zu, denn die Rohloff am Reiserad wird noch über Drehgriff bedient, die Kindernay über Lenkerschalthebel. Und die Performance einer Nabenschaltung kann man eigentlich nur über längere Zeit einwerten.

Der Twosie Schalter rechts

Ich bin die Kindernay vor allem im Gelände gefahren. Hier war ich überrascht vom leichtgängigen Schalten und der Schaltgeschwindigkeit. Auch die Rohloff schaltet fix, aber für meinen Geschmack weniger geschmeidig.

 

Kindernay im Detail (und was sie “besser” macht als Rohloff)

Nach den ersten Kilometern in der Praxis nun ein Blick auf die Details. Die Kindernay XIV verfügt über 14 Gänge und bietet einen Übersetzungsbereich von 543% (Rohloff 526%) und mit gleichmäßigen Gangabstufungen von 13,9% (Rohloff 13,6%). Ihre Entfaltung – je nach Größe des Kettenblatts – deckt somit alle Anforderungen einer Tour ab. Hinten arbeitet entweder ein 16t Ritzel (für Kette) oder ein Gates Ritzel, für diese die Kindernay kompatibel ist. Und vermutlich eher für eBiker interessant: die Kindernay hat ein Drehmoment von 160 Nm und damit nach eigenen Angaben den höchsten im Markt. Sie kann also mit starken Motoren gut umgehen.

Die Kindernay XIV // Foto: Kindernay

Am Testrad ist die Kindernay mit einem 30er Kettenblatt kombiniert. Das sorgt natürlich im Gelände für besonders viel Spielraum bei den Klettergängen. Im niedrigsten Gang ermöglicht die Kindernay so eine Entfaltung von 1,27m. Das ist schon sehr leicht. Im Vergleich dazu die Rohloff, die eine Entfaltung von 1,22m bietet, was in dieser Kombination zum Hinweis führt, dass das Drehmoment sehr hoch ist. Da kann man sich also abstrampeln.

Klick für mehr Details auf Ritzelrechner.de

Für eine besseren Vergleich habe ich im Ritzelrechner ein 36er Kettenblatt gewählt. Da hat die Kindernay bei den oberen Gängen mit 8,25m etwas mehr Entfaltung (Rohloff 7,68m). Ich hatte beim Testrad mit dem 30er oft auch im Gelände das Gefühl, dass im obersten Gang gerne noch mehr Entfaltung sein darf und würde an einem solchen Bikepacking-Rad die Kindernay vermutlich mit 32er oder 34er Kettenblatt fahren.

Klick für mehr Details auf Ritzelrechner.de

An meinem Norwid Reiserad ist die Rohloff noch mit einem Schnellspanner fixiert. Das ist heute natürlich etwas antiquiert und vernünftigerweise setzt Kindernay gleich direkt auf Steckachse. Und das im Unterschied zu Rohloff richtig, was bedeutet: es wird tatsächlich eine “echte” durchgängige Steckachse verwendet und nicht ein Adapter (A 12) wie ihn Rohloff verwendet. Für die Liebhaber von Schnellspannern bietet Kindernay aber seine XIV mit 135 x 10mm an.

Steckachse mit Kindernay

Beide Schaltungen arbeiten mit Planetengetrieben, allerdings setzen die Kindernay Macher bei der Kraftübertragung nicht auf Sperrklinken, sondern auf geradeverzahnte Kupplungen. Das ermöglicht einen geschmeidigeren, präziseren und schnelleren Schaltvorgang. In der Praxis merkt man das durchaus, wie ich oben beim Fahreindruck bereits beschrieben habe.

André Joffroy vom deutschen Kindernay Vertrieb trail.camp Distribution erläutert dazu:

“Der entscheidende Faktor ist der größere bündigere Kraftschluss der Kupplungen in der Kindernay, der die hohen Drehmomentübertragungen ermöglicht. Der Vorteil gegenüber Sperrklinken: Bei der Zahnscheibe/Kupplung, sind alle Zähne gleichzeitig im Eingriff. Damit erfolgt der Kraftschluss über die gesamte Fläche.”

Die Kindernay XIV kommt mit den Einbaubreiten 142mm, 148mm, 197mm x12mm und 135mm, 190mm x10mm.

Gibt es auch für Fatbikes – dann mit breiterem Käfig.

 

Mineralöl statt Kabel

Ein weiterer Unterschied zur Rohloff ist die hydraulische Ansteuerung (Mineralöl). Diese erfolgt über das sogenannte HYSEQ, ein geschlossenes System aus Steuerungsbox (Actuator), Leitungen und Schalthebeln. Das HYSEQ gibt es als Twosie, also mit zwei Schalthebeln rechts und links am Lenker. Oder als Onesie, also mit einer Schalteinheit an einer Lenkerseite, der beide Hebel umfasst. Am Testrad war ich mit Twosie unterwegs, was sehr intuitiv war und dessen Funktionsweise ich bereits von elektronischen Schaltungen her kenne.

Hydraulische Ansteuerung

Die Rohloff kommt normalerweise mit Drehgriff. Es gibt aber bereits viele Tuning-Lösungen, die ebenfalls Lenkerschalter und sogar Lösungen für das Schalten mit Drop Bar, wie die Cinq Shift:R Road, die allerdings komisch aussehen und den Platz vor dem Lenker in Beschlag nehmen.

Für die Kindernay gibt es bislang nur die normalen Lenkerschalter. Drop Bar Fahrer müssen aber nicht unbedingt auf die Kindernay am Allroad Bike verzichten. Sie können den neuen Surly Corner Bar verwenden, der einem Drop Bar ähnlich die Aufnahme normaler Lenkerschalthebel erlaubt. Oder man arbeitet mit Paul Schellen, mit denen die Hebel auch an 31.8mm Lenkern passen.

Eine elektronische Ansteuerung und entsprechende Schalthebel/Taster wie bei der Rohloff E-14 gibt es (noch) nicht.

 

Nun bekommt der oder die ein oder andere von euch schon Schweißperlen, denn Hydraulik und Fahrrad ist ja durchaus ein Diskussionsthema. Bleibt das dicht? Halten die Leitungen? Muss ich immer ein Bleeding-Kit mitnehmen?

Ja, ja und nein, eher nicht. Es ist hier wie bei den Scheibenbremsen: Hydraulik ist mittlerweile auch am Fahrrad sehr erprobt und aus Sicht von Kindernay die optimale Lösung für die Schaltansteuerung. Sie funktioniert unter allen Verlegesituationen und funktioniert auch unter extremeren Temperaturen. Gefrorene Züge sollte es also damit nicht mehr geben, ebenso wie große Widerstände durch enge Knicke. Am Testrad sind die Leitungen aus meiner Sicht recht elegant an der Seite verlegt. Natürlich liegen sie dort recht prominent und anfällig für eventuelle Beschädigungen. Ich verweise bei dieser Sorge aber auf die entsprechenden Diskussionen zu hydraulischen Scheibenbremsen, wo das mittlerweile kein echtes Thema mehr ist.

Zugverlegung am Velotraum

Aber was, wenn es plötzlich beim HYSEQ oder der Nabe einen Ölverlust gibt? Falls das mal auftreten sollte, ist die Nabe über die Achse weiterhin schaltbar, müsste dafür aber ausgebaut werden (da die HYSEQ Einheit kein Öl mehr hat, oder zu wenig). Trotzdem kann die Nabe im dann jeweiligen Gang weitergefahren werden. Man bleibt also nicht liegen.

Ein Ölwechsel wird – wie auch bei der Rohloff – einmal im Jahr empfohlen: bei der HYSQ und bei der XIV Nabe. Sollte man beim Schalten ein schwammigeres Verhalten feststellen, muss man die Druckpunkte neu einstellen, was allerdings laut Kindernay in 10 Minuten erledigt sein soll. Das Prinzip ist ähnlich der von hydraulischen Scheibenbremsen.

 

Nabe wechsle dich!

SWAP System / Bild: Kindernay/Pressedienst Fahrrad

Was die Kindernay aber vor allem von der Rohloff unterscheidet ist die sogenannte SWAP Technologie. Konkret: die Nabe kann relativ einfach von Rad zu Rad mitgenommen werden. realisiert wird das durch die sogenannten Kindernay Cages (Käfige mit Flansch), in die die Nabe eingesetzt wird. Diese Käfige gibt es für 28, 32 und 36-Loch Felgen.

Die Kindernay Käfige / Bild: Kindernay

Laut André Joffroy dauert der Tausch etwa 10 Minuten:

“Achse raus, Laufrad gelöst, HYSEQ abziehen, Laufrad ausgebaut, 7 Schrauben lösen, Getriebe entnehmen. Dann der Umbau auf anderen Rahmen, oder anderes Laufrad, umgekehrtes Prozedere.”

Der Wechsel soll einfach gehen / Bild: Kindernay

Die HYSEQ kann dafür einfach abgezogen werden. Das kann man sehr gut im Video hier sehen:

Ein weiterer Unterschied zur Rohloff sind die Bremsscheiben: bei der Kindernay XIV müssen spezielle Kindernay Scheiben verwendet werden, die auf die 7Loch Aufnahme passen. Diese gibt es in den Größen 173mm, 193mm und 216mm.

Die Kindernay Bremsscheiben

Das ist aus meiner Sicht ok, schränkt aber etwas ein. Bei der neuen Kindernay VII Nabe setzen die Norweger bereits auf die klassische 6 Loch Aufnahme und erlauben so den Einsatz von Drittanbieter Scheiben. Vielleicht kommt das ja auch mal bei der XIV – allerdings kann ich nicht einschätzen, ob das konstruktionsbedingt geht.

Der Reaction Mount

Der Bremskörper wird am sogenannten Reaction Mount montiert. Dieser ist bei der 14-Gang Kindernay im Lieferumfang dabei und mittels Adapter können FM, PM und IS Bremskörper angebaut werden.

Detail Reaction Mount

Und wer noch mit Felgenbremsen/V-Brakes fährt: Auch mit diesen kann die Kindernay gefahren werden, allerdings braucht es dafür laut André Joffroy von trail.camp einige Anpassungen:

“Statt der Bremsscheibe sollte ein Zwischenring verwendet werden, damit der einwandfreie Sitz der Nabe im SWAP gewährleistet wird. Zudem muss eine Drehmomentabstützung realisiert werden. Hier wird es aus dem 7-Gang Portfolio weitere Optionen geben.”

Grundsätzlich ist die Kindernay Nabe jedoch als Scheibenbremsnabe gedacht.

 

Kindernay: Leichter, aber teurer

Nabenschaltungen bringen immer auch den Nachteil Gewicht mit. Bei der Kindernay hat man diesbezüglich optimiert und bringt die XIV auf 1.400g. Hinzu kommen noch Schalter, Käfig und Leitungen, die nochmal etwa 550g auf die Waage bringen. Die neue 7-Gang Kindernay wiegt 1.200g.

Im Vergleich dazu wiegt die Rohloff CC 1.700g, die CC EX 1.800g und die CC DB 1.825g. Ohne Drehgriff und Kabel.

Die XIV in allen Teilen

Beim Preis liegt die Kindernay ebenfalls vorne: 1.500 Euro werden aktuell für die XIV fällig, inklusive aller benötigten Bauteile für die Montage. Das umfasst demnach Getriebe, SWAP-Käfig, Drehmomentabstützung, Ritzel (16t) und HYSEQ und die Bremsscheibe.

Die Rohloff liegt preislich aktuell zwischen 900 und 1.140 Euro – je nach Typ. Allerdings kommen hier noch zusätzliche Kosten für Tuning-Teile wie die Cinq Schalthebel oder die Rohbox hinzu.

 

Geräuschentwicklung

Ein Punkt, der laut Kindernay einen weiteren Unterschied zur Rohloff machen soll, ist die Lautstärke der Nabe. Diese soll sehr leise laufen und nicht die bei der Rohloff häufig angemerkten hohen Geräusche im 7. Gang (und manchmal höher) haben.

Das kann ich aktuell nicht verifizieren, da die Nabe, die ich zum Test fahre, erst noch eingefahren werden muss. Laut Kindernay braucht sie ca. 500km, bevor sich die Begleitgeräusche legen. Momentan ist die Nabe noch hörbar und klingt wie eine lautere 3-Gang Nabe, die bei der Fahrt wie eine Nähmaschine arbeitet.

Interessant für Bikepacking und Allroad Bikes

André Joffroy von trail.camp sagt dazu:

“Die Kindernay Nabe ist auf Performance optimiert. Da geht es um hohe Drehmomente, gute Kraftübertragung und einen leichten Lauf. Das geht zulasten der Geräuschdämpfung, weshalb Laufgeräusche bleiben.”

Meine Rohloff arbeitet nahezu lautlos, bis auf ein leichtes “Nadeln” und ist nur im Leerlauf stärker zu hören. Ich werde zudem versuchen ein Testrad zu bekommen, bei dem die Kindernay schon länger gelaufen ist und wo ich noch mal die finale Lautstärke checken kann.

Ich gehe aber davon aus, dass sie ähnlich der einer eingefahrenen Rohloff sein wird.

 

Fazit

Die Kindernay XIV 14-Gang Nabe ist die High-End Nabenschaltung und richtet sich an Tourenfahrer:innen, (E-)MTBler:innen und an Adventure-/Bikepackingg-Fans. Dafür bringt sie mit 543% eine breite Übersetzung für alle Gelände mit, hat ein sehr hohes Drehmoment, lässt sich leicht und performance-orientiert schalten und hat ein vergleichsweise niedriges Gewicht.

Kindernay XIV

Kindernay vergleicht die XIV gerne mit einer Sportwagenschaltung, die man jetzt eben am Fahrrad fährt. Das kann ich durchaus nachvollziehen, denn die Schaltperformance ist dank hydraulischen Schaltern schon ordentlich.

Mit ihrem SWAP System, der hydraulischen Ansteuerung, der echten Steckachse und dem geringeren Gewicht ist die Kindernay XIV durchaus attraktiv für alle, die keine Lust mehr auf Kettenschaltungen haben und nicht auf Schaltperformance verzichten wollen.

Preislich ist das natürlich eine Investition. Vor allem, wenn man zwei Systeme aufbaut, beispielsweise einen Laufradsatz mit 700cc und 27,5 Zoll. Dann braucht es das zusätzliche Investment in ein zweites Set HYSEQ, Schalter, Käfig und Bremsscheiben. Dafür kann man dann aber beliebig zwischen den Laufrädern wechseln und nur eine Nabe benutzen.

Was für mich deutlich wurde:

Die Kindernay ist als Nabenschaltung nicht ein “Rohloff-Versuch”. Sie ist vielmehr ein ernstzunehmender Konkurrent mit einer eindrucksvollen Schaltperformance, der vor allem bei performance-orientierten Fahrer:innen auf Interesse treffen wird.

Das ist begrüßenswert, bringt es doch etwas Konkurrenz und damit hoffentlich auch Bewegung in den Markt, der vielleicht zu weiteren Innovationen und eventuell auch niedrigeren Preisen führt.

Wer Hydraulik am Fahrrad nicht über den Weg traut, oder Zweifel hat, dass diese auch bei längeren Touren durch Gegenden ohne Infrastruktur durchhält, der sollte weiterhin Rohloff fahren. Ich bin mir sicher, dass es bald auch Reiseradler:innen und Bikepacker:innen gibt, die mit der Kindernay auch extreme Touren bewältigen.

Der Vertrieb in Deutschland erfolgt über trail.camp Distribution. Hier könnt ihr direkt bestellen und auch die entsprechenden Laufräder bauen lassen. Und im Service Fall gibt es hier auch Unterstützung.

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4 Comments

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  1. says: Matthias

    Klar, bei einem zweiten *Fahrrad* kommst du da nicht drumherum – aber das kann man ja mit einer Rohloff in Prinzip auch machen, falls die Radgröße die selbe ist. Nur bei einem zweiten LRS am *selben* Rad ist der Cage ziemlich cool, den da brauchst du wirklich nur einen zweiten Cage und sonst nix. Und zusätzlich klappt es in dem Fall, dass man zwei Räder mit unterschiedlichen Laufradgrößen hat.

  2. says: Matthias

    Das hab ich nicht verstanden:
    “… das zusätzliche Investment in ein zweites Set HYSEQ, Schalter, Käfig und Bremsscheiben” für einen zweiten LRS.
    Warum? Die Bremssscheibe geht mit ab, wenn man die Nabe zwischen den Käfigen wechselt, oder? Dann kann ich die doch ans zweite Laufrad zusammen mit der Nabe wieder festmachen? Und das HYSEQ bleibt ja eh am Rad. Oder was übersehe ich da?

    1. Hallo Matthias,

      du brauchst ja am zweiten Rad genau das gleiche System, also auch eine zweite HYSEC Einheit und alles. Du wechselst ja “nur” die Nabe. Bei deren Demontage muss du laut Kindernay auch die Bremsscheibe abbauen. Aber natürlich kannst du die Bremsscheibe dann am anderen rad wieder dran schrauben, wenn die gleiche Größe dort gefahren werden kann.

      Viele Grüße,
      martin

  3. says: Andreas Wenzel

    Danke für den spannenden Bericht.Vielleicht spornt die Entwicklung der Kindernay Rohloff zu einer Renoverung seiner Nabe an. Bisher bin ich mit meiner Rohloff natürlich auch sehr zufrieden !