Echt geflashed – der Kocher JetBoil Flash im Test

Der JetBoil Flash im Einsatz auf Island

Liebe Leute, den letzten Kocher, den ich auf Radtour benutzt habe, war ein alter Juwel Kocher aus DDR Produktion. Dieser begleitete Stephan und mich 1991 durch Europa.  Und war in jeder Hinsicht ein Erlebnis, denn immer wieder explodierte er vor sich hin oder macht gar nichts. Nach 1991 habe ich nie wieder einen Kocher unterwegs mitgenommen. Essen gibt es meist ohnehin überall und warmes Essen muss nicht jeden Tag sein. Ok, Kaffee oder Tee wäre sicherlich ab und zu ganz schön gewesen, aber wir sind ja nicht beim Kindergeburtstag.

Der JetBoil Flash

Der JetBoil Flash

Erst als ich mich mit der Reiseplanung zu meinem Trip nach Island beschäftigt habe, kam ich wieder auf das Kocherthema. Damals war meine Vorstellung von Island noch die eines wilden, einsamen und kargen Landes. Das ist es auch, allerdings ist die Versorgung mit Lebensmitteln ganz gut etabliert und eigentlich hätte ich keinen Kocher gebraucht. Aber nun, es gehört ja mit zu den schönsten Dingen vor einer Tour sich neuen Kram zu kaufen.

Also hab ich recherchiert und nach einer leichten und effizienten Lösung gesucht – und diese mit dem JetBoil Flash auch gefunden. Der Preis bewegt sich um die 100 Euro, was für mich schon recht hoch ist, aber wenn schon denn schon.

Der JetBoil Flash im Einsatz auf Island

Der JetBoil Flash im Einsatz auf Island

Und es sollte ein Gaskocher sein, einfach weil es nach meinen Recherchen für Island die beste Lösung war (und ist). Früher hatte ich mal mit dem MSR Dragonfly oder Whisperlite International geliebäugelt, aber ich brauchte ja nie einen Kocher für die Welt. Außerdem wollte ich nicht noch mehr Kram durchs Gelände schaukeln, nur weil ich mal einen Kaffee trinken möchte am Ende der Welt. Obwohl das natürlich mal ein Reiseziel sein könnte 😉

Nun also der JetBoil Flash. Mit seinen ca 500 Gramm ohne Kartusche ist er ein Leichtgewicht und hat mich auch in Sachen Leistung überzeugt. Sein „Topf“/Aufsatz bietet Platz für 1 Liter, aber es ist besser ihn nur mit ca 700 ml zu befüllen, da sonst alles beim Kochen nur rumspritzt.

Ich habe mir nur Wasser erhitzt. Für meine (fürchterliche) Tüten-Trekking-Nahrung, oder eben Kaffee oder Tee. Dabei erwies sich der Flash als sehr gut regulierbar, sehr effektiv – das Wasser kochte innerhalb sehr kurzer Zeit, und sehr praktisch, denn man kann anhand einer Verfärbung der Schutzhülle sehen, wenn das Wasser heiß ist. Ok, man hört es auch brodeln. Aber visuell ist auch prima.

Der Aufsatz lässt sich gut vom Kocherfuß entkoppeln und die Schutzkappe ermöglicht ein gutes Abgießen des Wassers. Dabei sollte man etwas aufpassen, da man sich schnell die Finger verbrennen kann, aber wer sich vor dem Kochen die Schlaufe am Topf anschaut, der sollte eigentlich damit ganz gut klar kommen.

Fürchterlich: Trekking-Nahrung unterwegs, aber einige Gerichte schmeckten schon - irgendwie

Fürchterlich: Trekking-Nahrung unterwegs, aber einige Gerichte schmeckten schon – irgendwie

Der Kocher an sich lässt sich durch einen Dreifuss sehr stabil aufstellen. Zudem schützt der kompakte Aufbau auch gut vor Wind. Ich hatte auf Island genug Wind, aber nie Probleme mit dem Kochen. Die Flamme wird mittels Pietzo-Zündung entfacht. Die machte keine Probleme und hält immer noch. Ich habe bislang nur von einem Fall gelesen, wo dieser Zündmechnaismus kaputt gegangen ist. Alternativ sollte man ja immer ein Feuerzeug dabei haben.

Der Brennerschutz am Fuß des Kochers lässt sich auch als Messbecher oder kleiner Trinkbecher verwenden.

Wer neben dem Aufsatz auch anderes Geschirr verwenden möchte, kann dies problemlos mit einem Adapteraufsatz (im Lieferumfang enthalten) machen. Ich hatte nicht die Gelegenheit dazu. Vielleicht kaufe ich mir mal eine leichten Topf oder Pfanne oder eine Kombi aus beidem und setze das dann ein.

Was für mich zudem ausschlaggebend war, ist seine kompakte Bauweise, die sehr platzsparend ist. Beim limitierten Platzangebot auf dem Rad durchaus ein Vorteil. Eine 100 ml Gaskartusche kann man problemlos innerhalb des Kochers verstauen. Ansonsten passen da alternativ noch Reinigungskram oder Müsliriegel rein.

Praktisch: an einigen Campingplätzen auf Island kann man sich mit "Free Stuff" Gaskartuschen eindecken.

Praktisch: an einigen Campingplätzen auf Island kann man sich mit „Free Stuff“ Gaskartuschen eindecken.

So, nun hab ich das Ding und muss sagen, dass es schon Spaß gemacht hat, mir was zu Kochen. Sei es ein Kaffee im wirklich einsamen Osten Islands, oder was zu essen am Abend, wenn ich keine Lust auf eine überfüllte Campingplatzküche hatte.

JetBoil 2

Der JetBoil Flash wird mich sicherlich auf den nächsten Trips begleiten – vielleicht nicht bei jeder Tour, aber ich bin echt angetan und überzeugt.

Wer sich in die Kocherdiskussionen stürzen möchte, der kann einen Blick in das Forum von Outdoorseiten.net werfen.

Und wer in der Gruppe unterwegs ist, für den bietet sich vielleicht der JetBoil Sumo an. Die Kollegen von Hikinggear.de haben ihn sich näher angeschaut: Klick

Hinweis
Alle Tests, die ich hier auf BiketourGlobal vorstelle, werden von mir subjektiv durchgeführt. Ich teste viele Produkte, die ich mir selber gekauft habe. Wenn mir Produkte für einen Test gestellt wurden, so mache ich dies im Text für den Leser klar und deutlich. Vor allem aber teste ich nur Produkte, die mich persönlich interessieren. Meine Bewertungen und Einschätzungen erfolgen unabhängig von einer Produktstellung. Ich stelle sowohl positive, als auch negative Eigenschaften dar. Dabei steht meine persönliche Meinung im Vordergrund, meine Begeisterung für das Produkt und meine Einschätzung, inwieweit dieses Produkt für einen Tour-Alltag tauglich ist.

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