Reiseradler Interview #41: Lena & Stefan von Alles-In-12-Taschen.de

Reiseradler Interview Lena und Stefan
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Zwei „Fischköppe“ auf großer Fahrt: Lena und Stefan kommen aus Hamburg (Stefan eigentlich aus Dresden, aber er lebt schon lange in Hamburg) und radeln mit ihren 12 Taschen derzeit durch die Welt. Beim Slacklinen haben sie sich kennengelernt und teilten ihre Leidenschaft für das Fahrradfahren. Und irgendwann kam der Plan, auch mal eine große Tour mit dem Rad zu machen. Vorher wurde die Radgemeinschaft und Ausrüstung auf kleinen Touren getestet, bevor es los nach Thailand ging. Das Ziel: der Tonsai Beach! Aber vorher gibt es noch einen Abstecher zum Reiseradler Interview…

Reiseradler Interview Lena und Stefan

Lena & Stefan © www.alles-in-12-taschen.de

Zum Warmwerden: Wie seid ihr zum Radreisen gekommen?

Wir waren schon bevor wir uns kennengelernt haben unabhängig voneinander sehr outdoor-affin und immer schon Individualreisende. Lena war auch lange Zeit bei den Pfadfindern aktiv. Wir hatten beide den Wunsch nochmal „rauszukommen“ – was und wohin war aber nie klar und so wirklich hatten wir auch lange Zeit nicht darüber gesprochen.

Die konkrete Idee mit dem Rad eine lange Tour zu starten kam uns, als wir den Vortrag eines Pärchens besucht hatten, die insgesamt 4 Jahre mit Rad und Tuktuk unterwegs waren. Darauf folgten weitere Besuche von ähnlichen Vorträgen und dabei wuchs der Wunsch in uns gemeinsam auch so etwas zu unternehmen.

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Zum Träumen: Wo wart ihr schon überall und wo müsst ihr unbedingt noch hin?

Wir haben schon diverse Reiseformen und Länder ausprobiert. Paddeln in Schweden, mit dem Auto durch Island, das Baltikum oder Israel, Wandern auf La Réunion, querfeldein über die Lofoten, Hüttentour in den Alpen. Auch mit dem Wohnmobil die Ostküste der USA entlang. Leben und arbeiten auf einer Hundeschlittenfarm in Lappland war auch schon dabei. Backpacken in Kanada, Thailand oder Japan runden das ganze ab.

Also auch ohne Rad hatten wir schon einiges auf der Weltkarte freigerubbelt. Jetzt, da noch so viele Länder dazu gekommen sind wissen wir gar nicht genau ob es noch etwas gibt, was uns so sehr anzieht, dass wir sagen würden „dort müssen wir unbedingt noch hin“.

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Unsere Reise hat uns bisher über Osteuropa, Türkei, Iran, die Stan Länder und über China nach Vietnam geführt. Es gibt kein spezielles Land oder keine Gegend, die wir ganz dringend noch gesehen haben müssen. Eher so das Gefühl, dass da draußen noch so viele spannende Dinge warten von denen man nicht glaubt, dass man sie tun kann. Durch Pakistan reisen beispielsweise. Wir haben nur positives über dieses Land gehört. Mongolei, Kasachstan und Russland klingen auch noch sehr spannend. Außerdem gibt es noch so wahnsinnig viel in Europa zu entdecken.

Zum Verstehen 1: Warum macht ihr diese Radreise und warum nach Thailand?

Mit dem Rad unterwegs zu sein ist für uns die perfekte Mischung. Wir sind schneller als zu Fuß und doch langsam genug um die Natur zu genießen, das Land und die Menschen kennenzulernen und außerdem ist es eine der günstigsten Formen zu reisen. Keine Miete für Auto, kein Benzin, keine bzw. kaum Zug- oder Bustickets. Nur deutlich mehr Essen als sonst.

Bei dieser Reiseform trifft wie sonst kaum das Sprichwort zu, dass der Weg das Ziel ist. Dennoch will man ja irgendwas vor Augen haben und auch gegenüber Familie und Freunden etwas sagen können, was nicht danach klingt als ob man nie wiederkommen würde. Für uns klang es einfach besser zu sagen, dass wir nach Thailand fahren als „Richtung Osten und dann mal sehen…“

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Stefan war schon mal in Thailand und dort hat ihm besonders Tonsai Beach gefallen. Die Vorstellung irgendwann mit dem Rad an den Anleger zu fahren, die Drahtesel in eines der Longtail Boote zu wuchten und dann tatsächlich an diesem Strand zu stehen ist einfach auch eine große Motivation.

Zum Nachmachen: Welches Land könnt ihr empfehlen und warum?

Radreise ist ja nicht gleich Radreise. Für den kürzeren Trip innerhalb Europas können wir den Abschnitt des Donauradweges in Serbien bzw. das Land generell empfehlen. Menschen und Landschaft sind dort einfach wunderbar und hatten uns zum ersten Mal das Gefühl gegeben wirklich auf der Reise und weit weg zu sein. Das Wetter lud auch Mitte Mai schon zum Baden ein.

Trotz der aktuell politisch eher „schwierigen“ Situation können wir die Türkei uneingeschränkt empfehlen. Die Menschen haben ausnahmslos positiv auf uns reagiert. Teils freuten sie sich besonders darüber, dass wir als Deutsche gerade auch in diesen Zeiten ihr Land besuchen.

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Sowohl in den Städten als auch auf dem Land, auf der Straße, an der Tankstelle – überall wurden wir zum Tee eingeladen, wurden mit Kirschen beschenkt, wurden zu Übernachtungen eingeladen und sogar zum gemeinschaftlichen Ramadan-Abendessen in der Moschee mitgenommen.

Obwohl wir weder die Küste am Schwarzen Meer noch die Mittelmeer Küste gesehen haben, können wir sagen, dass landschaftlich wohl kein anderes Land unserer Tour so viel Abwechslung zu bieten hat wie die Türkei. Und gerade als Deutscher ist man an keine Visafrist gebunden und könnte fast ein halbes Jahr dort herumradeln.

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Für den Radler, der Herausforderung, Berge und Einsamkeit sucht, ist der Pamir-Highway in Tadschikistan genau das richtige. Die Landschaft dort ist abwechslungsreich, man fährt durch Schluchten, über hohe Pässe und auf kargen Plateaus. Man radelt durch kleine, ursprüngliche Dörfer und kann gegen schmales Geld bei den Einheimischen übernachten und dabei deren Lebensweise unmittelbar kennenlernen. Außerdem kann man hier auch wunderbare Plätze für das Zelt finden.

 

Zum Erfahren: Was hat euch am meisten unterwegs beeindruckt?

Für uns ist es besonders beeindruckend wie schnell sich die Welt um uns herum verändern kann. Mit dem Fahrrad dachten wir, ist man langsam genug um den Wandel von Landschaft und Menschen weniger abrupt wahrzunehmen als wenn man nach x Stunden Flug auf einem anderen Kontinent aussteigt.

Doch die Realität kann ganz anders aussehen. Im Iran war es ganz normal, dass Männer immer zuerst mit Stefan kommuniziert haben und nur wenige Meter hinter der Grenze bekommt Lena die Hand von einem Grenzbeamten gereicht.

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Man schaut dann ganz anders auf die Weltkarte. Man sieht diese großen zusammenhängenden Flächen mit irgendwelchen Linien dazwischen. Links und rechts dieser Linien werden die gleichen Tätigkeiten ganz anders ausgeführt. Man fragt sich dann, wie das zustande gekommen ist. Was hat irgendwann mal zu diesen krassen Unterschieden geführt? Warum können wenige Kilometer so einen Unterschied machen? Es sind doch alles Menschen mit den gleichen grundlegenden Bedürfnissen.

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Auf der anderen Seite sind es genau diese grundlegenden Bedürfnisse, die so viele hilfsbereite Menschen in allen Ländern bei uns erkannt haben. In allen Ländern gab es Menschen, die uns Essen geschenkt haben oder die uns für die Nacht ein Platz in ihrem Haus angeboten haben. Auch in Deutschland!
Besonders gern erinnern wir uns dabei an eine Übernachtung in einem Kloster in Ost-Tibet. Nach wenigen Minuten bot uns dort nämlich ein Mönch an in seinem Haus zu schlafen. Wir wurden zwar extrem zeitig durch Gebets-Gemurmel und Glöckchen geweckt, eine toller Einblick in dieses Leben war es aber allemal.

 

Zum Leben: Ihr seid zu zweit unterwegs auf Tour – was sind eure „radelnden Beziehungstipps“?

Auf so einer Reise kommt es sehr viel öfter zu Situationen, die für beide Partner neu sind, die verunsichern und anstrengen. Oft kann dann keiner von beiden dem anderen gute Ratschläge geben oder ihn beruhigen, weil schlicht beide überfordert sind. Dabei kommt es dann schon mal vor, dass man sich gegenseitig hochschaukelt und aneinander gerät.

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Das kommt natürlich nicht ständig vor und ist eher die Ausnahme. Man muss sich dessen einfach bewusst sein und wissen, dass auch diese Momente vorbeigehen werden. Wenn sich die Wellen gelegt haben, sollte man dann allerdings auch darüber reden. Das gute ist, dass beim Radeln viel Zeit zum Nachdenken ist. Jeder kann erstmal eine Weile vor sich hin radeln und darüber nachdenken, was gerade passiert ist. Wichtig dabei ist vor allem über seine eigenen Fehler zu grübeln und zu ergründen, wie sich der Partner dabei gefühlt haben muss. Es ist dann auch Ok, wenn man eine Stunde oder länger schweigsam hintereinander herfährt. Eine Beziehung, die zusammen auf so eine Reise startet kann auch das aushalten.

Wichtig ist auch, dass jeder die Möglichkeiten nutzt auch einmal für sich zu sein. Lena genießt es zum Beispiel alleine über Märkte zu laufen. Die Reaktionen der Menschen sind einfach anders und eine willkommene Abwechslung zum Auftritt als Pärchen.

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Da Stefan eher der Frühaufsteher ist, geht er auch manchmal morgens auf die Straße und besorgt Frühstück. Selbst die kurzen Solo-Ausflüge tragen zu einer guten Mischung aus gemeinsamen Erlebnissen und dem „weißt du was mir grad passiert ist“-Geschichten bei.

Je nachdem welche Möglichkeiten sich bieten sollte das auch in größeren Dimensionen möglich sein. Wenn einer von beiden eine Woche Yoga-Kurs machen will, der andere aber lieber jedes Museum der Stadt anschaut, dann findet sich auch dafür eine Lösung. Ganz nach dem Sprichwort „Ich halte dich fest, indem ich dich loslasse“.

 

Zum Fahrrad: Stellt es uns bitte mal kurz vor: Welche Komponenten sind an euren Rädern dran?

Unsere Räder heißen Emil und Emma. Namensgeber für unsere Drahtesel sind tatsächlich zwei echte Esel mit denen wir mal wandern waren. Stefan fährt Emma, Lena ist auf Emil unterwegs.

Beide sind auf 26 Zoll Rädern auf der Straße und kommen aus dem Hause Böttcher, Modell Expedition. Wir haben uns für eine Nabenschaltung von Rohloff entschieden und sind bislang sehr zufrieden damit.

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Ansonsten haben wir noch folgendes:

Hydraulische Felgenbremsen Magura HS11
Scheinwerfer: Busch + Müller Lumotec IQ2 LUXOS U LED
Rücklicht: Busch + Müller Toplight brake plus LED
Nabendynamo: Shimano DH 3N80
Kurbelgarnitur: Truvativ Firex
Griffe: Ergon GP5 bzw. GP2
Sättel: Brooks Cambium
Lowrider: Tubus Tatra + Racktime Topit
Gepäckträger: Tubus Locc
Schloss: ABUS Granit X-Plus 54/160HB300 (viel zu schwer!)
Taschen: Ortlieb Back- und Frontroller, Ultimate 6 Lenkertasche, Rackpack 49L bzw, 31L

Emil fährt weiterhin mit einem Ständer von Hebi herum. Bei Emma musste inzwischen eine Selfmade-Lösung aus Besenstiel und Schlauchschellen her.

Zum Mitfühlen: Gab es Pannen unterwegs und falls ja, welche?

Wie beim alltäglichen Weg zur Arbeit, bleiben bei einer solchen Reise die Platten natürlich nicht aus und auch wir haben inzwischen einige (mysteriöse) davon zu verzeichnen. Und natürlich auch gerade dann, wenn man eine Grenze überquert oder morgens, wenn man eigentlich los möchte.

Unsere größte Panne haben wir mit Emma erlebt. Morgens in China, in der Taklamakan-Wüste als wir die Räder von unserem traumhaften Zeltplatz durch die Sanddünen zurück zur Straße schoben und zogen, mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass der Rahmen im Bereich der Sattelstütze gerissen war. Mitten im Nirgendwo, wo trampen unmöglich ist, da die Polizei diesen Abschnitt der Wüste streng kontrolliert.

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Die nächste Stadt 100km entfernt. Das hat uns einiges an Nerven gekostet. Aber dank einem freundlichen und hilfsbereiten Truckfahrer kam ca. 3 Stunden später die Polizei um uns einzusammeln. Die Beamten halfen uns sogar am nächsten Tag einen Schweißer zu finden um uns wieder fahrtüchtig zu machen. Bis jetzt hält die qualitativ durchaus fragwürdige, chinesische Schweißkunst – hoffen wir mal, dass das auch so bleibt. Ein kaputtes Tretlager haben wir in der Tschechei präventiv wechseln lassen.

Einen der Griffe von Emma hat uns ein Sturz gekostet, bei dem wir beide ineinander gefahren sind. Sich zu zweit an einem LKW den Berg hochziehen lassen, will halt gelernt sein…

Es gab also durchaus große Pannen. Doch es gab immer Lösungen. Letztendlich wäre es ja auch langweilig, wenn alles nach Plan läuft. Gerade beim Flicken der Löcher gab es auch oft lustige Momente mit den Einheimischen.

Gesundheitlich sind wir ziemlich gut verschont geblieben. Ein paar Magenprobleme und Erkältungen kann man irgendwie als Pannen zählen.

 

Zum Wissen: Euer ultimativer Tipp für das Reisen mit dem Fahrrad?

Macht eure Radreise wie ihr es wollt, wie sie euch am meisten Spaß macht. Es sind hundert andere Radler unterwegs und jeder macht es irgendwie anders. Es geht nicht darum mit den anderen mitzuhalten, egal ob beim Gewicht des Gepäcks, bei den Tageskilometern oder der Anzahl der durchquerten Länder.

Es ist egal ob ihr zeltet oder lieber im Hotel übernachtet. Es ist kein Wettstreit darum wer am meisten wild zeltet oder das wenigste Geld für Unterkünfte ausgibt. Es geht auch nicht darum zu zeigen, dass man der beste Outdoor-Koch der Welt ist oder immer die besten Suppenküchen und Restaurants der Gegend findet. Es sollte euch auch nicht ärgern, wenn ihr Teile mit dem Bus oder Zug fahren müsst oder wollt. Vergleicht euch nicht mit anderen.

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Leider sind Facebook, Instagram und Co. sehr gut dazu geeignet sich selbst in Frage zu stellen. Allzu schnell findet man sich nur noch auf Blogs und Youtube-Channels anderer Radler wieder und wird neidisch auf dies oder jenes.

Also wer sich dazu durchringen kann: Keine Social Media Kontakte mit anderen Radlern.
Wir haben das nicht geschafft 🙂

 

Zum Verstehen 2: Hat euch die Reise und das Radreisen verändert und wenn ja, wie?

Wir können von uns beiden jetzt nicht behaupten, dass wir viel gelassener, fröhlicher oder ähnliches durchs Leben gehen. Was auch daran liegen mag, dass wir uns jeden Tag sehen und daher Veränderungen nicht so stark wahrnehmen.

Wir wissen jetzt mehr über die Welt, haben viele andere Menschen kennengelernt. Vielleicht verstehen wir andere Verhaltensweisen jetzt besser, aber im Kern bleiben wir wohl die gleichen. Wir werden uns in Deutschland aber immer noch über bescheuerte Autofahrer aufregen, obwohl wir hundertfach schlimmeren Verkehr über Monate hinweg kennengelernt haben.

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Es wird uns auch immer noch ärgern, wenn sich jemand in einer Schlange vordrängelt, obwohl wir das unzählige Male hinnehmen mussten. Immer wieder kostet es uns ein bisschen Überwindung bei fremden Leuten nach Wasser oder einem Platz für unser Zelt zu fragen – das hat sich auch nach über 10 Monaten und hunderter solcher Situationen nicht geändert.

Aber ja, diese Reise hat uns stark geprägt und wahrscheinlich werden uns Veränderungen erst deutlich werden, wenn wir zurück sind. Zurück im „normalen“ Alltag. Zurück aus dem dauernden Ausnahmezustand, wenn wir uns wieder in unserem alten Umfeld befinden. Einiges werden wir selbst merken und anderes fällt mit Sicherheit den anderen eher auf als uns.

 

Zum Nachdenken: Was ist schwerer: Losfahren oder Wiederkommen?

Bisher sind wir ja „nur“ Losgefahren und noch nicht wieder daheim. Wir kommen aber nicht umhin uns unterwegs, vor allem seit dem Jahreswechsel, gedanklich mit dem Wiederkommen zu beschäftigen. Rein sachlich gesehen ist das Losfahren natürlich deutlich schwerer. Man macht sich irgendwie, trotz aller Planungen, auf ins Ungewisse. Zudem gibt es doch viele Dinge um die man sich kümmern muss.

Impfungen, Ausrüstung, Route, Versicherungen, Kündigung von Job und Wohnung und vieles, vieles mehr. Das ist nicht in zwei Tagen getan und nimmt viel Zeit in Anspruch., Spaß macht es nicht. Nicht zuletzt muss man natürlich noch der Familie und Freunden davon erzählen. Diese wird man für lange Zeit nicht sehen – das ist auch alles anderes als einfach. Man wird Geburtstage, Hochzeiten, Geburten und viele andere Momente verpassen. Also auch auf emotionaler Ebene ist das Losfahren erstmal eine sehr schwere Sache.

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Beim Wiederkommen gibt es auch einige Dinge, um die man sich kümmern muss, aber man kommt in bekannte Strukturen und in sein gewohntes Umfeld zurück, was vieles leichter macht. Auf der Gefühlsebene aber stellen wir uns das Wiederkommen ebenfalls schwer vor.

Das große Abenteuer ist plötzlich vorbei. War es das jetzt schon? Sind wir nicht eben erst gestartet? Beginnt jetzt wieder der “normale” Alltag? Solche Fragen werden wir uns wohl stellen und vermutlich keine Antwort finden. Wir müssen uns um Jobs kümmern und uns darüber klar werden, wie es weiter gehen soll.

 

Zum Abschluss: Was ist als nächstes geplant?

Unser ursprüngliches Ziel Tonsai Beach in Thailand ist mittlerweile zu einem Zwischenstopp geworden. Wir können unsere Zeit auf den Rädern nun um ein halbes Jahr verlängern, was uns die Möglichkeit gibt über Südostasien hinaus zu fahren.

Aus dieser Möglichkeit ist inzwischen folgender Plan entstanden: Wir fahren über Malaysia bis nach Singapur und begeben uns dort an Bord eines Containerschiffes. Ende Juni werden wir dann 18 Tage auf hoher See verbringen und schließlich in Griechenland anlegen. Von dort soll es dann mit dem Rad wieder Richtung Heimat gehen.

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Die geplante Route führt durch Mazedonien, Albanien, Kosovo, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Slowenien bis nach Italien. Von dort gilt es dann die Alpen zu überqueren, wobei der genaue Pfad noch gefunden werden muss.

Zum Schluss wollen wir dann noch Deutschland auf diversen Radwegen von Süd nach Nord durchqueren. Anfang Oktober wollen wir unsere Reise dann beenden – dort wo sie anfing und wie sie anfing. Auf dem Rad in Hamburg. Ansonsten haben wir noch keine konkreten Pläne was nach der Tour passieren wird. Ob wir irgendwann wieder auf große Fahrt gehen, wissen wir noch nicht. Für uns ist es aber vorstellbar etwas Ähnliches noch einmal zu unternehmen – das geht auch noch mit Ü50.

Auf jeden Fall aber wird es weitere Urlaube geben, die ähnlich geartet sind. Vielleicht fahren wir irgendwann mal den Karakorum Highway, oder einfach 2 Wochen durch die Mongolei. Die Welt steht uns sozusagen offen.

 

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