Bikeanalytics Silk Road Mountain Race 2026 – Bikes, Technik und ein Blick zurück // Silk Road Mountain Race 2026: Bikes in the Bikeanalytics Check
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Bikeanalytics Silk Road Mountain Race 2026: Bikes, Technik und ein Blick zurück

Mit 2.050km und 35.500 Höhenmeter ist das Silk Road Mountain Race in diesem Jahr die längste Ausgabe und hat auch die meisten Höhenmeter. Insgesamt 229 Teilnehmende haben sich an den Start gestellt, der in diesem Jahr wieder in Talas war.

Talas und mein SRMR

Und dieser Startort sorgt für viele Erinnerungen bei mir, denn 2021 haben Tobias und ich das SRMR gefinished und der Start war ebenfalls in Talas. Allerdings begann das Abenteuer damals in Bischkek mit einem Transport von Rädern und Fahrenden über 300km nach Westen.

Das hat nicht ganz so geklappt wie geplant und wir endeten erstmal ohne Räder und Ausrüstung auf einer Hochzeitsfeier, wurden anschließend in eine Art Hotel – eher ein Lost Place – umquartiert, bevor nachts um 3 Uhr die Räder ankamen und wir dann kurz nach 4 Uhr starteten.

Wie in den letzten Jahren, habe ich wieder eine Auswertung von Bikes und Ausrüstung gemacht, basierend auf den beiden umfangreichen Artikeln von Bikepacking.com „Rigs of SRMR 2026 – Part 1“ und „Rigs of SRMR 2026 – Part 2“.  

Diesmal habe ich etwas mehr Zeit gebraucht mit der Auswertung, auch weil ich Fahrradfahren war. Dafür gibt es hier aber auch nun nicht nur gewohnt tiefe Einblicke in Fahrradtechnik und Ausrüstung, sondern auch historische Einwertungen und Bezüge.

Streckenlänge und Höhenmeter im Vergleich

Das Silk Road Mountain Race ist Synonym für Entbehrungen, Herausforderungen, Leid und Freude und steht für eines der anspruchsvollsten Bikepacking Ultra Rennen der Welt.

Schaut man sich die SRMR Ausgaben seit 2018 an (2020 fiel wegen Corona aus), dann kann man die Entwicklung bei Streckenlänge und Höhenmetern gut sehen:

Was mal mit 1.700km und nur 26.000 Höhenmetern begann, ist heute mit über 2.000km und mehr als 35.000 Höhenmetern ein echter Brecher. Nelson Trees (der Race-Director) tut aber auch einiges dafür, um noch neue Ecken zu erschließen und den Track auch abwechslungsreich zu gestalten. In einem Land wie Kirgisistan kommen da dann halt auch schnell mal mehr Kilometer und Höhenmeter zusammen.

Teilnehmende und Scratch-Rate

Und auch die Entwicklung von Teilnehmendenzahlen und Scratch-Raten ist interessant: die Erstausgabe im Jahr 2018 zog 93 Menschen an, von denen dann 68% aufgeben mussten. Viele hatten das Rennen und die Bedingungen unterschätzt und auch das Wetter gab alles.

Viele erinnern sich sicherlich noch an den Schneesturm am Kegeti Pass, der dann auch im Film „Wild Horses“ so schön dokumentiert wurde.

Nach einem kurzen Drop pendelt sich die Scratch Rate bei ca. 45% ein und die Anzahl der Teilnehmenden ist im letzten und diesem Jahr deutlich auf über 200 gestiegen.

Die Daten habe ich übrigens von Dotwatcher.cc gezogen – dort kann man auch schön die historischen Aufzeichnungen und Listen der Fahrerinnen und Fahrer sehen.

Die Bikes und die Ausstattung

Nun aber zu den Fahrrädern des Silk Road Mountain Race und den Ausstattungen. Auch hier habe ich, wo es passend war, historische Vergleiche ziehen können, die sehr schön die Entwicklung aufzeigen.

Fahrradtyp und Federung

Beim Fahrradtyp wählt die Mehrheit natürlich das MTB. In diesem Jahr sind aber auch wieder mehr Monstergravel-Bikes am Start – die im Kern eigentlich auch MTBs sind, nur mit Dropbar.

Allerdings ist der Anteil der Fullies weiter gestiegen, auf nun 31%. Mit Federung sind 96% unterwegs.

Schaut man auf die historische Entwicklung, dann kann man sehen, wie schnell klar wurde, dass man ohne Federung in Kirgisistan nicht weit kommt, bzw. es wesentlich bequemer hat.

2019 waren nur 47% mit Federung, sind es heute fast 50 Prozentpunkte mehr. Und seit 2024 erfreut sich das Fully auch immer größerer Beliebtheit. Ich erfasse allerdings auch erst ab 2024 diese Kategorie.

Rahmenmaterial

Beim Rahmenmaterial setzt die Mehrheit nach wie vor auf Carbon. Diesmal aber gefolgt von Titan, das Stahl auf Platz 3 verdrängen konnte.

Historisch betrachtet lag Carbon immer vorne und hat seine Dominanz weiter ausgebaut. Stahl und Titanrahmen haben sich immer in der Beliebtheit abgewechselt.

Federgabel und Federweg

Zurück zur Federung: die Mehrheit setzt bei der Federgabel auf Modelle von Rockshox, konkret die Rockshox SID. Dahinter dann Fox. Und seit letztem Jahr sieht man immer auch Gabeln von Manitou, die in diesem Jahr 3% ausmachen.

Beim Federweg teilt sich das Feld hauptsächlich in 100mm und 120mm Federweg, wobei 29% auf letztere setzen.

Cockpit: Lenker und Aerobars

Der hohe MTB Anteil hat natürlich auch mit dem 85% Anteil an geraden Lenkern zu tun. Dropbars kommen am Monstergravel vor, aber 78% fahren mit Aerobars/Aufliegern.

Historisch zeigt sich, dass Aerobars sich immer größerer Beliebtheit erfreuen und auch Sinn machen, was Entlastung und zusätzliche Montagemöglichkeiten für Gepäck angeht. Dropbars haben sich weiter zurückentwickelt, was aber an der Natur des Rennens liegt. Monstergravel – also die Kombi aus MTB und Dropbar – werden aber aus meiner Sicht noch etwas zulegen, da diese oft auch bequemer auf Langstrecke sind.

Stromversorgung: Nabendynamo vs. Powerbank

Ein wichtiges Thema ist natürlich die Stromversorgung unterwegs. Hier setzen 47% auf den Nabendynamo – der Rest fährt mit Powerbanks. 88% der verbauten Nabendynamos sind von SON. In diesem Jahr habe ich einen Seitenläuferdynamo von Pedalcell gesehen. Sehr interessant.

Historisch betrachtet, hat sich der Anteil von Nabendynamos immer weiter zurückentwickelt. Das kann auch daran liegen, dass Akku-Lampen mehr Leuchtkraft bieten und auch im Stand dauerhaft Licht geben.

Das Thema wurde aber nicht zuletzt mit der SON Ladelux Lampe geklärt, die als dynamobetriebene Lampe auch ein sehr gutes Standlicht hat. Aber vermutlich ist es auch immer eine Frage des Aufwands, ein Vorderrad auf Dynamo umzurüsten, mal von den Kosten und der möglichen Pannenanfälligkeit abgesehen. Aktuell steht es ungefähr 50/50, was den Einsatz von Nabendynamo vs. Powerbank angeht.

Schaltung: Sram gegen Shimano

Bei den Schaltungen gibt es eigentlich nur noch zwei Marken, die das Rennen unter sich ausmachen: Sram und Shimano. Ich habe nur sehr wenige alternative Marken gefunden – in diesem Jahr auch keine Pinion oder Rohloff (die hier auch keinen Sinn machen aus meiner Sicht).

Sram dominiert mit 56% vor Shimano mit 36%.  Historisch betrachtet war es aber bewegter, denn Shimano lag 2024 und 2025 nahezu gleich auf, bevor Sram in diesem Jahr wieder +20 Prozentpunkte Vorsprung hat.

Aus meiner Sicht liegt das an dem einfach sehr guten technischen Angebot seitens Sram, auch was elektronische Schaltungen angeht.

Der Anteil dieser elektronischen Schaltungen ist in diesem Jahr mit 41% auf einem Rekordhoch. Darunter sind auch die neuen elektronischen Schaltungen von Shimano. Die Mehrheit ist aber von Sram und vor allem die sehr robuste Sram Transmission hat einen Anteil von 28% im Feld. Bei den Modellen sind besonders die Sram GX und die Shimano XT beliebt.

Historisch betrachtet nimmt der Anteil an elektronischen Schaltungen immer weiter zu. Das hat auch viel mit der Zuverlässigkeit dieser Modelle zu tun und der Kompatibilität untereinander.

12-fach, 1-fach: der Antrieb

Die Antriebsfrage ist aktuell deutlich entschieden: 85% fahren 12fach und nur noch 5% mit 11fach Kassetten. Der hohe Anteil der 10-52er Kassetten zeigt die Dominanz von Sram, gefolgt von den 10-51er Kassetten von Shimano.

Historisch betrachtet hat sich 12fach dann schon sehr schnell durchgesetzt. Spätestens 2022 war das der neue Standard im Tian Shan.

Kettenblattgrößen

Wo es gebirgig wird, ist man gut beraten, auch das Kettenblatt entsprechend anzupassen. In der Anfangszeit der Mountain Races gab es noch Teilnehmende mit Gravelübersetzungen und 40er Kettenblättern. Das hat sich glücklicherweise nahezu überall herumgesprochen, dass das Quatsch ist. Die Mehrheit ist vorne mit einem 30er Blatt am Start, gefolgt von 32t.

In diesem Jahr konnte ich auch etwas Besonderes feststellen: zum ersten Mal waren 100% der von mir erfassten Bikes mit 1fach Antrieb am Start. Historisch betrachtet gab es noch lange Zeit Teilnehmende, die auf den 2fach Antrieb vorne gesetzt haben. Aber wie ihr sehen könnt, hat dieser Anteil in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen und in diesem Jahr sind wir bei 100% 1fach.

Bei der Entwicklung der Kettenblattgrößen sieht man über die Jahre ein bewegtes Bild. Im Kern bleibt aber der Sweetspot von 30-32t.

Laufräder

Bei den Laufrädern ist der Anteil der 29 Zoll Größen auf 98% gestiegen. Ich habe nur ein Bike mit 700c und eines mit 27,5 Zoll gefunden.

Auch historisch betrachtet ist diese Entwicklung eindrucksvoll. Ich bin aber mal gespannt, wann wir die ersten 32 Zoll Bikes beim SRMR sehen werden.

Felgenmaterial

Bei der Materialwahl der Felge setzt die Mehrheit auf Carbon. In diesem Jahr waren 13% mit Alu-Felgen unterwegs.

Und auch hier kann man historisch sehr gut sehen, wie die Alu-Felgen mit der Zeit von den Carbon-Modellen abgelöst wurden.

Reifen: Marken und Modelle

Interessante Entwicklung bei den Reifen: Vittoria verteidigt seine Führung, aber mit Conti kommt nun ein Verfolger langsam heran, der in diesem Jahr vor allem mit dem neuen Dubnital Eindruck machte.

15% der Teilnehmenden montierten diesen am Rad. Interessant auch der Vittoria Barzo, der ebenfalls oft montiert wurde.

Historisch betrachtet kann man sehr schön sehen, wie Vittoria den Aufstieg hinlegt (dank Mezcal) und wie Maxxis an Bedeutung verliert. Seit 2024 konnte ich auch wieder vermehrt Conti erfassen und wie gesagt legen die mit dem Dubnital eine gute Entwicklung hin. Es würde mich nicht wundern, wenn wir hier weiteres Wachstum sehen.

Reifenbreite

Bei der Reifenbreite wählte die Mehrheit 2,4 Zoll. Mit 20 Prozentpunkten dahinter liegen die 2,2/2,25 Zoll und 2,3/2,35 Zoll Breiten.

Auch hier kann man historisch gut sehen, wie 2,4 Zoll sich durchsetzen, und die schmaleren Breiten an Bedeutung im Tian Shan verlieren.

Navigation

In diesem Jahr hat mich besonders gefreut, dass Bikepacking.com explizit auch die Navis abgefragt hat. In der Vergangenheit habe ich das nur mühselig und fragmentarisch aus den Angaben oder Bilder entnehmen können.

Besonders sticht diesmal hervor, dass der Coros Dura das GPS-Gerät der Wahl ist: 41% der Teilnehmenden nutzen ihn. Ebenso viele setzen auf Geräte von Garmin, 18% auf den Garmin 1040 (Solar). Wahoo liegt mit insgesamt 14% auf Platz 3 – Hammerhead hat nur 3%.

Taschen und Träger

Eine besondere Art der Dominanz ist bei den Packtaschen zu sehen: hier hat Tailfin in diesem Jahr die Konkurrenz weit hinter sich gelassen: 75% fahren mit Taschen der Briten und 51% aller Teilnehmenden sind mit den Tailfin Trägern unterwegs.

Apropos Träger: diese erfasse ich mittlerweile gesondert: insgesamt sind 70% der Teilnehmenden mit Gepäckträgern unterwegs. Eine überraschend hohe Quote.

Historisch betrachtet ist die Entwicklung bei den Packtaschen schon interessant: 2022 habe ich erstmals Tailfin erfasst, die damals mit 20% gestartet sind. Und dann kann man sehen, wie sie über die Jahre kontinuierlich Anteile ausgebaut haben. Im gleichen Zeitraum verlieren Apidura, Revelate und Ortlieb. Einzig Restrap gewinnt aktuell etwas.

Fahrradmarken

Bei den Fahrradmarken gibt es wenig Überraschungen: hier dominieren vor allem die großen Hersteller von Carbon-MTBs und Fullies.

Durchschnittsalter

Und zum Schluss noch ein Blick auf das Durchschnittsalter: das liegt in diesem Jahr bei 40,6 Jahren. Damit ist das Fahrerinnen- und Fahrerfeld in diesem und letztem Jahr wieder etwas älter geworden.


Das war es mit der Auswertung. Wenn ihr Fehler findet, dann gebt mir bitte Bescheid. Es sind jede Menge Daten und da kann schon mal eine Ungenauigkeit passieren. In jedem Fall hoffe ich, dass ihr es interessant fandet und es euch vielleicht auch bei der Vorbereitung auf das SRMR oder euren nächsten Bikepacking Trip hilft.

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