Renaissance des Gepäckträgers: Restrap Switch Rack und Tailfin Journey Pannier Rack im Test // Renaissance of the Rear Rack: Restrap Switch Rack and Tailfin Journey Rack Reviewed

Renaissance des Gepäckträgers: Restrap Switch Rack und Tailfin Journey Pannier Rack im Test

Hinweis: Restrap und Tailfin haben mir die Träger als auch Taschen für den Test zur Verfügung gestellt.

In meiner Bikeanalytics-Auswertung zum Trans Balkan Race 2026 ist mir eine Zahl aufgefallen, die ich so nicht erwartet habe: 41 Prozent der Teilnehmenden fahren mit einem Gepäckträger. Davon allein 23 Prozent mit einem Tailfin-System.

Noch deutlicher zeigt sich der Trend bei der Tour Divide 2026: Während 2023 noch etwa zwei Drittel der Starter mit einer Satteltasche unterwegs waren, hat sich das Bild seitdem komplett umgekehrt. Letztes Jahr fuhren laut Bikepacking.com bereits zwei Drittel mit einem Träger – und 2026 waren es bei einer Stichprobe von 100 Rädern bereits 77, die auf Träger oder Rack-Top-Systeme setzten.

Das Trans Balkan Race als auch die Tour Divide sind nun ja keine entspannten Fahrradurlaube, sondern echte Härtetests. Wer dort mit einem Träger antritt, hat das bewusst entschieden.

Und das finde ich interessant, denn noch vor ein paar Jahren war ein Gepäckträger beim Bikepacking fast ein Unding. Er stand für die „alte“ Zeit des traditionellen Radreisens und hatte offensichtlich keinen Platz in der modernen, minimalistischen Welt des neuen Bikepackings.

Das hieß: Taschen am Rahmen, Saddlebag hinten, Lenkerrolle vorne, alles nah am Rad mit Riemen befestigt, keine Träger.

Dabei war der Gepäckträger nie weg – er war nur nicht angesagt und hatte den Nimbus, zu klobig und nicht performant zu sein.

Was die neuen Träger von alten unterscheidet

Und für den traditionellen Gepäckträger stimmt das auch, denn er hat ein paar Nachteile:

1. Montage ohne Rahmen-Ösen: Klassische Träger wie Tubus brauchen M5/M6-Gewindeösen am Rahmen. Die haben Gravelbikes, moderne Hardtails oder Rennräder schlicht nicht – oder nur rudimentär. Die neuen Systeme montieren über die Steckachse und funktionieren damit an fast jedem modernen Rad.

2. Schnell ab und an: Ein Tubus bleibt am Rad, weil Montage und Demontage aufwendig sind. Tailfin, Restrap und Ortlieb Quick Rack sind in Sekunden abgehängt. Das macht sie alltagstauglich für Leute, die dasselbe Rad mal beladen, mal clean fahren wollen.

3. Gewichtsverteilung und Stabilität: Die Achsmontage leitet die Last direkt über die Hinterradachse in den Rahmen – gleichmäßiger und stabiler als über zwei kleine Gewindeösen. Das merkt man besonders im Gelände und bei höherem Gepäckgewicht.

4. Modularität und Ökosystem: Auch wenn nicht unbedingt ein Vorteil, aber Tubus ist ein Träger. Tailfin, Restrap und Co. sind Plattformen – mit aufeinander abgestimmten Taschen, Cages, Halterungen. Man baut sich daher sein System je nach Tour zusammen.

Tailfin: Der Anfang der Renaissance

Die Renaissance des Gepäckträgers für das Bikepacking begann 2017 mit Tailfin. Nick Broadbent aus Bristol hatte das Wackeln von Satteltaschen satt und entwickelte einen Träger, der über die Steckachse montiert wird, aerodynamisch ist und sich in Sekunden ab- und anbauen lässt. 2017 startete er ein Kickstarter-Projekt, das 300fach überzeichnet wurde. So groß war offensichtlich das Interesse an einer solchen Lösung.

Das Ergebnis war der Tailfin AeroPack, den ich 2023 getestet habe und von dessen Stabilität und Modularität ich beeindruckt war. Was Tailfin verändert hat: Ein Träger muss nicht permanent am Rad sein, nicht schwer sein und nicht wie ein Reise- oder Trekkingrad aussehen. Er kann schnell, aerodynamisch, modular und tauglich für Rennen sein.

Old Man Mountain & Ortlieb: Die anderen Wege

Aber die Idee, einen Träger nicht über Rahmen-Ösen, sondern direkt über die Achse zu befestigen, ist älter als die meisten denken: 1996, 21 Jahre vor Tailfin, hat Channing Hammond einen Träger entwickelt, der an seinem Fully funktionierte. Daraufhin hat er Old Man Mountain gegründet und das Konzept über die Jahre weitergebaut. Zunächst für QR-Achsen, später zusammen mit dem Robert Axle Project auch für Steckachsen. In der Bikepacking-Szene sind OMM-Träger bis heute ein (beständiger) Geheimtipp geblieben. Bei der Tour Divide 2026 sind laut Bikepacking.com 13 von 100 Teilnehmenden mit OMM unterwegs.

Parallel zu Tailfin hat auch Ortlieb an einer neuen Gepäckträger-Lösung gearbeitet: dem QR-Rack. Ich finde diesen nach wie vor einen der besten Träger, die man bekommen kann. Aber Ortlieb hat sich nicht von der eher performance-orientierten Seite wie Tailfin dem Thema genähert, sondern mehr von der praktischen Fragen hat leiten lassen, die ein Träger konstruiert sein müsste, der sich einfach an- und abhängen lässt wie eine Ortlieb-Tasche.

Ich habe das QR-Rack damals auch ausführlich getestet und bin nach wie vor Nutzer dieses Trägers. Er ist kein Renntool wie Tailfin, sondern eher ein pragmatischer Allrounder: günstig, vielseitig, schnell. Und damit für viele genau das Richtige.

Er funktioniert sehr intuitiv und einfach. Die Verbindung zum Rahmen erfolgte damals nur über angeschraubte Bolzen. Mittlerweile gibt es auch eine Steckachsen-Befestigung, die das Gewicht von den Ösen auf die Achse verlagert. Komplementär dazu hat Ortlieb dann mit den Gravel-Packs auch die passenden Taschen gebaut, die sehr sicher am Träger anliegen und dadurch auch wenig seitliche Bewegung haben.

Warum gerade jetzt so viele Träger fahren

Aber was sind die Gründe, warum nun immer mehr wieder auf den Gepäckträger setzen?

Einer ist schlicht und ergreifend, dass der oft in Zusammenhang mit dem Bikepacking gepredigter Minimalismus nicht immer funktioniert – oder Sinn macht. Gerade längere Touren brauchen manchmal mehr Volumen. Wer mehrere Tage selbstversorgend unterwegs ist, stößt mit den klassischen Bikepacking-Taschen irgendwann an Grenzen – oder endet in Bastellösungen und Taschenkonstruktionen, die dann auch nicht mehr zielführend sind. Ein Träger hingegen schafft das nötige Volumen, ohne das Rad zum Lasttier zu machen. Und moderne Träger bewahren die notwendige Agilität im Gelände und bieten renngetestete Aerodynamik.

Dazu kommt das „Gravelbike-Problem“: Moderne Gravelbikes, aber auch Hardtails, haben oft keine klassischen Träger-Ösen – aber sie haben Steckachsen. Die neuen Achsmontage-Systeme sind für genau diese Räder gemacht und eröffnen damit neue Möglichkeiten.

Und dann ist da noch die Physik: Eine große, schwere Saddlebag hängt hinten und weit oben an Sattel und Sattelstütze. Das merkt man im Gelände und das unkontrollierte Schwingen einer „Arschrakete“ stört einfach. Ein Träger fixiert die Last starr über Achse und Sattelstütze und eliminiert dadurch die seitliche Bewegung, egal wie schwer die Ladung ist und wie ruppig das Gelände wird. Das Mehrgewicht eines Trägers wird daher gerne in Kauf genommen.

Ein Markt im Aufbruch

Und dass dies nun ein interessanter Trend geworden ist, zeigt sich auch daran, wer alles in diesem Markt einsteigt:

  • Tailfin ersetzt das 8 Jahre alte Aeropack durch gleich drei neue Modelle: das leichte und schnelle SpeedPack System, das CargoPack System, wenn es auf lange Tour geht und das neue Journey Pannier Rack, das sich für den Alltags- und Toureinsatz anbietet.
  • Restrap aus Leeds war bislang nur durch ihre Taschen bekannt. Mit dem Switch Rack haben sie ein erstes eigenes Träger-System vorgestellt, das direkt den Design & Innovation Award 2026 gewonnen hat.

Beide – Tailfin und Restrap – stelle ich euch gleich noch im Detail vor.

  • Zudem hat sich auch Old Man Mountain breiter aufgestellt und bietet mit dem Elkhorn Rack eine Lösung von der Gabel bis zum Heck für alle Fahrrad-Typen.  
  • Und spätestens seitdem Topeak mit dem Zi:Rak einen eigenen (preiswerten) Träger vorgestellt hat, ist klar, dass dieser Trend kein Nischenphänomen mehr ist.

Im Test: Restrap Switch Rack

Kurz nachdem ich die Restrap Bikepacking Taschen getestet hatte, bekam ich die Nachricht, dass die Briten mit dem Switch Rack nun auch einen Gepäckträger anbieten.

Dieser ist aus Aluminium, wirkt sehr filigran, ist dennoch stabil und wird an einer extra mitgelieferten Steckachse und der Sattelstütze befestigt.

Im Gegensatz zu Ortlieb und Tailfin, wird der Restrap Träger rechts und links auf die Steckachse aufgeschraubt. Diese Art der Befestigung ist nicht ganz so schnell und unkompliziert, wie bei den Wettbewerbern, aber in der Praxis ist das dennoch einfach.

Und die Befestigungsschrauben bleiben auch fest, wenn es ruckelig wird. Ich hatte da erwartet, dass sie sich vielleicht bei zu viel Geländefahrt oder Kopfsteinpflaster lösen würden. Das war nicht der Fall.

Oben wird der Träger dann mittels Klettverschluss an der Sattelstütze befestigt. Diese sitzt auch fest und das einzige, was mich hier stört, ist, dass das Riemenende seitlich etwas absteht. Der Abstand von Sattelstütze zu hinterem Ende des Trägers wird mit 33cm angegeben.

Restrap bietet bei der Strebe, die zum Sattel führt, zwei Richtungen an, um den Träger entsprechend an die jeweiligen Rahmen anpassbar zu machen: entweder nach unten gebogen oder – gedreht – nach oben.

Der Switch Rack wiegt „nackt“ 402g – mit Steckachse inklusive Abstandhaltern 485g (selbst gewogen).

Er ist für alle Fahrradgrößen getestet, kann bei Reifenbreiten von bis zu 3 Zoll bei 29 Zoll verbaut werden und funktioniert mit den Einbaustandards Non-Boost und Boost, aber nicht mit Super-Boost. Allerdings eignet er sich nicht bei Rädern mit Hinterradfederung, und setzt eine Steckachse voraus.

Auf der oberen Seite befinden sich zwei Ösen, an die eine Trägerplatte – der sogenannte Switch Rack Cage – aufgeschraubt werden kann. Dieser wiegt 233g (selbstgewogen) und ist für die Aufnahme von Packsäcken gedacht, oder der Verwendung der Switch Top Pack.

Ich habe dort oben beispielsweise mein Zelt transportiert und dieses mit einem Gurt abgespannt. Die Ösen an der Trägerplatte bieten sich aber auch für die Verwendung von Voile Straps an.

Die Platte ist bis zu einem Gewicht von 5kg zugelassen und mit knapp 14cm breit und mit 29cm lang genug, um auch mal mehr Volumen transportieren zu können. Um den Cage auf den Switch Rack Bogen aufzusetzen, sind zwei Gummifüsse angebracht. Anschließend wird der Cage mit zwei Schrauben befestigt. Damit liegt er sicher und fest auf.

An den Seiten des Switch Rack befinden sich zudem vier Ösen (Lochabstand 64mm). Diese bieten sich entweder für die Montage von Flaschenhaltern oder Anything Cages an. Oder man schraubt hier die Restrap Adapter an, um dann Taschen oder auch Standard-Flaschenhalter zu montieren.

Man kann also leicht unterwegs sein und nur die Trägerplatte oben nehmen, oder nur die Seiten mittels Cages zu nutzen. Und gleichzeitig kann man aber auch in die volle Beladung gehen und oben als auch an den Seiten Gepäck transportieren.

Die totale Traglast des Switch Rack beträgt 30kg, verteilt auf 10kg pro Seite und 10kg oben.

Ich habe für den Test die Switch Pannier in 5L und 10L mitliefern lassen. Diese Taschen sind sehr solide und werden mit einem Restrap-eigenem Adapter (Switch Multi-Mount) an dem Rack angebracht. Dieser Adapter ist eine Art Schlitten – der eine Teil ist an der Tasche fest verbaut, der andere wird am Rack angeschraubt.

Beide werden ineinander geschoben. Sobald das erfolgt ist, hält es auch. Allerdings ist es manchmal fummelig, beide Schlittenteile ineinander zu schieben. Da würde ich sagen, müsste Restrap noch mal ran und das noch einfacher machen.

Voll beladen wackeln die wasserdichten Taschen ein bisschen in sich, aber beim Fahren merkt man das nicht. Und überhaupt ist der Restrap Switch Rack unauffällig beim Fahren. Ich hätte auch erwartet, dass ich ihn im Gelände mehr merken würde, aber das war nicht der Fall.

Die Restrap Switch Pannier in 5L Größe wiegt 316g inkl. Mount (selbst gewogen) und die 10L kommt auf 520g (selbst gewogen).

Preislich liegt das Restrap Switch Rack (Direct Mount) bei 130 Euro.

Die Trägerplatte Switch Rack Cage kostet 54 Euro. Die Seitentaschen Switch Pannier liegen bei 78 Euro für die 5L-Variante und 96 Euro für die 10L (pro Tasche inkl. Adapter).

Fazit Restrap Switch Rack

Restrap ist ein renommierter und erfahrener Hersteller von Bikepacking-Taschen und Ausrüstung. Mit dem Switch Rack haben sie ein sehr interessantes System vorgestellt, das sich aus meiner Sicht aktuell eher an Bikepacking-Tourer richtet. Diese bekommen ein sehr modulares System an Taschen und Befestigungsmöglichkeiten, das kaum Wünsche offen lässt.

Die Befestigung an der Steckachse findet über eine Schraubverbindung statt. Diese zu lösen und zu befestigen, kostet aber minimal mehr Zeit als bei Klick-Systemen anderer Hersteller. Die Taschen sind wasserdicht und sehr robust. Die Befestigung über den Adapter könnte etwas einfacher gelöst sein und eventuell kann man auch das leichte Wackeln der Taschen dadurch reduzieren.

Interessant ist das Switch Rack aber auch für performance-orientierte Radfahrende: dafür kann man dann einfach nur die Trägerplatte verwenden, oder diese weg lassen und nur mit den seitlichen Ösen und entsprechenden Cages arbeiten.

Preislich ist das System allerdings nicht ganz günstig. Meine Testausrüstung, bestehend aus Träger, Cage, 5l und 10L Tasche kostet zusammen 358 Euro + Full Mount Adapter mit 20 Euro.

Im Test: Tailfin Journey Pannier Rack

Mit dem Journey Pannier Rack – das ich hier vorstelle – hat Tailfin nicht nur einen neuen Träger vorgestellt, sondern ändert damit auch sein Line-up grundlegend. Der alte AeroPack hat nun ausgedient und das neue Line-Up besteht aus vier Träger-Varianten:

  • Das CargoPack System, das eigentlich der Nachfolger der AeroPack ist und das mit 18L sehr viel Platz bietet. Die neue Cargo Tasche ist auch wirklich besser als die alte AeroPack. Der Rollverschluss ist nach wie vor geblieben, aber die Enden werden nun miteinander verklickt und nicht an der jeweiligen Unterseite rechts und links eingeklickt. Dann entfallen die beiden Querriemen und sind einem großen Riemen in der Mitte gewichen. Der verzurrt das Ganze nochmals und hilft bei der Kompression. Neu sind auch kleine Netztaschen rechts und links, in die dann zusätzlich noch Kram untergebracht werden kann. Außerdem ist nun auch ein Ventil verbaut, über das beim Packen Luft entweichen kann. Beim Aeropack übernahm ein seitlicher Reißverschluss diese Funktion.
  • Das SpeedPack System, mit der 10+3L Packtasche. Diese ist eine Neuentwicklung von Tailfin und hat ein Hauptfach und darüber eine Art Nebenfach als Gaze/Netz. Beladen wird die SpeedPack nur von hinten. Verschlossen wird sie mittels Rollverschluss und das Nebenfach mit einem Klickverschluss. Es richtet sich an die performance-orientierten Fahrerinnen und Fahrer, die nicht viel Platz brauchen und auf eine klassische Satteltasche mit all ihren Nachteilen verzichten möchten.
  • Das Carbon Pannier Rack, das die Rohversion des Tailfin Rack repräsentiert. Allerdings ist dieses für Road- und Gravelbikes und eher leichtes Gelände gedacht. An dieses Rack können dann je nach Ausführung die SpeedPack Bag oder die Cargo Bag angebracht werden. Aber auch Seitentaschen, beginnend bei den 5L Varianten bis zu den 22L Versionen. Die maximale Zuladung beträgt 27kg.
  • Das hier nun vorgestellte Journey Pannier Rack aus Aluminium, welches ein neues Angebot für den Alltag oder die längere Tour ist, wo man mal mehr mitnehmen möchte.

Die Gewichtsbeschränkung liegt beim Journey Pannier Rack mit Pannier Mounts bei insgesamt 32kg, was sehr großzügig ist. Pro Seite sind es 10kg und obendrauf können 12kg geladen werden.

Die Befestigung an der Steckachse (es bedarf einer Tailfin-Steckachse) erfolgt über den bekannten Klickverschluss, der auch noch mal überarbeitet wurde.

Und auch die Befestigung an der Sattelstütze wurde noch mal angefasst und verbessert. Ich fand die alte aber auch schon völlig ok.

Mit im Testumfang ist das Schutzblech (muss extra gekauft werden; 20 Euro), welches beim Journey Pannier Rack hinten angeschraubt wird. Damit liefert Tailfin optional einen Wetterschutz mit, der tatsächlich gut funktioniert. Ich bin damit durch das Hamburger Schlamm- und nasse Sommerwetter gefahren und bin trocken und sauber geblieben.

Aber damit nicht genug: Tailfin bietet auch Mounts zur Befestigung eines Rücklichts mit und hat mit dem Cateye Nano (Mount + Licht für 60 Euro) auch gleich eines im Angebot, das einfach installiert werden kann. Damit ist man schon gut gerüstet für die Stadtfahrt oder die Überlandfahrt auf Tour.

Das Journey Pannier Rack in meinem Test hat rechts und links die Befestigungsstege (Pannier Mounts) für die Tailfin Taschen und zudem an jeder Seite noch Ösen für Flaschenhalter oder Cages. Wer mag, kann es aber auch ohne die Pannier Mounts kaufen und setzt dann nur die Rack-Taschen oben ein und montiert sich seitlich Cages. Dann liegt aber die maximale Gewichtsbegrenzung bei 22kg.

Das Rack an sich wiegt laut Tailfin 740g – ich habe 815g, inklusive Schutzblech und Rücklichtadapter gewogen.  

Oben bietet das Rack bereits eine Auflagefläche, auf die man mittels Straps schon einen Packsack befestigen kann. Wer das nicht mag, der kann einfach die Cargo Bag oder die SpeedPack Bag über das Tailfin Klick System aufsetzen.

Dafür wird die Tasche zur Sattelstütze hin mittels eines Kunststoffhakens in den Träger eingerastet und hinten klicken die Tailfin Pins aus Metal rechts und links in die jeweiligen Schrauben ein. Fertig.

Hinzu kommt, dass das Rack auch an Fullies montiert werden kann, denn es schwenkt mit der Hinterradfederung mit.

Und wie der Name auch sagt, kann man am Journey Pannier Rack natürlich auch seitlich Taschen montieren. Neben den Mini Panniers mit 5L und 10L Volumen, bietet Tailfin auch Pannier Bags mit 16L und 22L Volumen an.

Ich habe für den Test die 16L Versionen bestellt. Allerdings hat Tailfin die Taschen für die rechte Seite zweimal geliefert, weshalb ich keine Testfahrt mit Seitentaschen auf beiden Seiten machen konnte.

Die 22L Tasche wiegt laut Tailfin 780g, die 16L Variante 564g. Ich habe bei dieser ein Gewicht von 600g gewogen.

Und weil wir gerade dabei sind:

  • Die 18L CargoPack Rack Top Bag wiegt 688g (selbst gewogen).
  • Die 10+3L SpeedPack Rack Top Bag wiegt 470g (selbst gewogen).

Und ebenfalls neu beim Journey Rack ist, dass es auch kompatibel mit Taschen anderer Hersteller ist, wie zum Beispiel Ortlieb.

Fazit Tailfin Journey Pannier Rack

In der Praxis ist Tailfin wie gewohnt auf einem anderen Level. Die Verarbeitung des Trägers und der Taschen, die Art der Befestigung und das Design sind aus meiner Sicht das aktuelle Nonplusultra.

Beladen sind der Träger und die Taschen nicht zu merken. Also gar nicht. Ich bin mehr als 20 Jahre Reiseradler mit Gepäckträgern gewesen und habe ein sehr gutes Gefühl für Gepäckträger und Taschen entwickelt. Den Ortliebträger mit Taschen als auch den Restrap Träger merke ich – wenn auch nicht stark. Aber Tailfin ist nahezu unauffällig.

Ich hatte an der Seite meinen Laptop und Klamotten und oben in der Cargo Bag noch weitere Sachen fürs Büro geladen. Und damit ging es durch den Wald und auf Asphalt und man merkt nichts.

Nach wie vor sage ich: wer Bikepacking intensiver betreibt, vielleicht auch bei Races antritt und bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, der sollte sich Tailfin anschauen. Die Briten sind ganz klar im Premium-Segment angesiedelt. Die Preise sind höher als beim Wettbewerb und manchmal auch das Gewicht, was an der Materialqualität und Verarbeitung liegt.

Viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen von Ultra-Rennen setzen dennoch auf Tailfin, weil die starre Fixierung keinerlei Bewegung des Gepäcks zulässt, was vor allem im Gelände ein Vorteil ist. Zudem ist die Aerodynamik nicht zu unterschätzen und neben der hochwertigen Verarbeitung wird auch das schnelle An- und Abbauen geschätzt. Und das Gesamtsystem, das modular den Wechsel von ultraleichtem Racing zu vollbeladenem Biketouring erlaubt – bei gleicher Performance.

Die maximale Reifenbreite beim Journey Pannier Rack liegt mit 29″ bei 2,6 Zoll. Das gilt für Standard- und Boost-Steckachsen. Mit neuen Dropouts, die Tailfin in Kürze anbieten will, soll die Reifenfreiheit mit 29“ auf 3,25 Zoll steigen. Wenn das Schutzblech montiert ist, beschränkt sich die Reifenbreite bei 29“ auf maximal 2,25 Zoll.

Preislich wird das Journey Pannier Rack auf der Tailfin Website ab 155 Euro ausgewiesen. Das ist das Rack mit Frame Mount. Mit den Pannier Mounts und der Steckachse wie beim Testmodell bin ich schon bei 240 Euro. Und mit Schutzblech und Cateye Licht und Mount bei 320 Euro.

Die 16L Pannier Bag kostet 125 Euro pro Stück, die CargoBag 240 Euro und die SpeedPack Bag 200 Euro.

Damit kostet mein Testset zwischen 770 und 810 Euro.

Restrap oder Tailfin – für wen was?

Beide Träger sind qualitativ hochwertig, lösen dasselbe Problem auf unterschiedliche Weise und sprechen aus meiner Sicht aber leicht unterschiedliche Zielgruppen an.

Das Restrap Switch Rack ist günstiger im Einstieg, klar durchdacht und für Leute gemacht, die ein modulares System für mehrtägige Touren suchen. Wer nur den Träger mit Cage oben braucht, kommt mit unter 200 Euro hin. Die Schraubverbindung an der Steckachse ist kein wirklicher Nachteil – sie sitzt fest und hält. Was Restrap noch nachbessern sollte, ist die Befestigung der Panniers über den Schlitten-Adapter. Und: Das Switch-Ökosystem ist noch jung. Wer auf Taschen anderer Hersteller angewiesen ist, hat weniger Optionen.

Das Tailfin Journey Pannier Rack kostet mehr, wiegt auch etwas mehr, bietet dafür aber das ausgefeiltere Gesamtsystem. Der Klickverschluss an der Steckachse ist schneller als die Schraubverbindung von Restrap, das Rack lässt sich zusammenfalten, und es ist kompatibel mit Taschen anderer Hersteller, wie zum Beispiel Ortlieb. Wer Racing-Ambitionen hat oder das Rack täglich ab- und anbaut, wird den Unterschied merken. Und wer ein Fully fährt findet bei Tailfin den kompatiblen Träger.

Ich würde daher sagen: Restrap eher für die Tour, Tailfin für alles – wenn das Budget es zulässt.

Vielleicht bringt Restrap bald auch Switch Rack Race Taschen raus und vielleicht auch einen überarbeiteten Adapter – das wäre sicherlich noch mal einen Blick aus Racing-Perspektive wert.

Vergleichstabelle Bikepacking Racks

Brand/ModelWeightMaterialGross maximum weightPannier EcosystemPrice
Ortlieb Quick Rack Light440gAluminium20kgOrtlieb pannier & 3rd party100 Euro
Ortlieb Quick Rack580gAluminium20kgOrtlieb pannier & 3rd party105 Euro
Ortlieb Quick Rack L605gAluminium20kgOrtlieb pannier & 3rd party115 Euro
Restrap Switch Rack402gAluminium30kgRestrap Switch Pannier130 Euro
Tailfin Journey Pannier Rack with Pannier Mounts740gAluminium32kgTailfin Mini Pannier & Pannier bags; 3rd party bags like Ortlieb 240 Euro
Tailfin Journey Pannier Rack without Pannier Mounts580gAluminium22kgTailfin CargoPack Bag, SpeedPack Bag155 Euro (Frame Mount only)
Tailfin Carbon Pannier Rack with Pannier mounts/ with Fast Release Dropouts395gCarbon27kgTailfin Mini Pannier & Pannier bags470 Euro
Tailfin Carbon Pannier Rack without Pannier mounts/ with Fast Release Dropouts317gCarbon27kgTailfin CargoPack Bag, SpeedPack Bag395 Euro

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4 Kommentare

  1. Moin Martin, die zulässigen Gewichtsangaben beim Tailfin sollte man mit Vorsicht genießen, mir ist nach 8000km der Alu-Tailfin oben am Bogen gebrochen, kam wohl auch häufiger vor. Aber Kundenservice dafür extrem gut, und Austausch unproblematisch (innerhalb der 5 Jahresfrist).
    Liebe Grüße

  2. Hallo Martin,

    sehr informativer Artikel. Ich war auch schon immer Befürworter von Trägern auch wenn es manchem Arschraketenfahrer uncool erscheinen mag.

    Was mich in diesem Zusammenhang aber etwas stört, ist die Tatsache, dass sich die Fahrradhersteller nicht auf einen einheitlichen Standard für Steckachsen einigen können. Da grassiert doch ziemlicher Wildwuchs.

    Dafür können die Hersteller der Gepäckträger nichts. Aber wie haben die das denn gelöst?

    Bei einem Ausbau des Hinterrades im Pannenfall muß dann auch immer der Träger mit abmontiert werden, wenn der auf der Achse sitzt. Oder täusche ich mich da?

    Viele Grüße
    Heiko

    1. Hallo Heiko,

      ja, aber daher gibt es ja die Klick-Systeme. Die Träger klickst du schnell von der Steckachse an oder ab. Oder schraubst sie – wie bei Restrap. Das geht sehr schnell.

      Viele Grüße,
      martin

  3. Hallo Martin
    Ich bin wie immer begeistert.

    Ich hab mich damals für den ortlib qr entschieden weil man dort halt schnell die Taschen ran und ab bekommt auf dem weg zur arbeit top.

    Geht es weit und lang hab ich an meinem anderen rad das Focus adventure rack verbaut.
    Es lässt sich zwar mit Schrauben abnehmen aber ich liebe es.

    Die Sache mit der „arschrackete“ kann ich nur bejahen.
    Das gewackel nervt ohne ende. Wie mir ein Kollege erst gesagt hat ob mit oder ohne Taschen egal ob Straße oder loser Untergrund er lässt mich Berg ab immer vor den ich bin da immer schnell, und grad da merkt man jede Bewegung.

    Daher keine Satteltaschen mehr alles so fest wie möglich. Ohne wackeln macht es einfach mehr Spaß.
    Und sinnvoll lässt sich die Satteltaschen auch nicht beladen, selbst meine nur 10l Version hat gehangen.

    Aber wie gesagt der bericht war wie immer toll ich überlege mir mal ob ich den ortlieb tausche beim adventure rack werde ich aber bleiben. Zu viele und zu gute Erfahrung gemacht.

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