Alles für Radreise und Bikepacking 2026 – Auswertung Teil 2

Alles für Radreise und Bikepacking 2026 – Auswertung Teil 2

Willkommen zurück und im Teil 2 der Auswertung meiner Umfrage „Alles für Radreise & Bikepacking“ 2026!

Vor ein paar Wochen hatte ich euch viele Fragen rund um die Art, wie ihr mit dem Fahrrad reist, wie ihr unterwegs seid und auf welche Ausrüstung ihr dabei vertraut gestellt. Vielen Dank an alle, die geantwortet und ihr Wissen geteilt haben.

Die Ergebnisse dieser Umfrage sollen eine Orientierungshilfe für alle sein, die gerade ihre erste große Tour planen – oder die sich einfach mal informieren möchten, wie gerade so geradelt wird und was benutzt wird.

Die Auswertung erfolgt in zwei Teilen: der erste Teil dreht sich vor allem darum, wie wir auf Radreise oder Bikepacking Tour gehen, wie wir diese planen, welche Entfernungen wir dabei zurücklegen und wie viel Geld wir ausgeben.

Im zweiten Teil tauchen wir nun mehr ein in die konkrete Ausrüstung und sprechen über Zelte, Isomatten, Schlafsäcke und Kleidung.  

Los geht´s!

Weniger Gewicht, andere Taschen: So wird gepackt

Eine meiner Lieblingsfrage ist die nach dem Gewicht des Gepäcks, dass ihr auf Tour dabei habt. Dieses Thema wird ja oft heiß diskutiert und ist am Ende doch dann immer sehr individuell.

In diesem Jahr gab die Mehrheit an, 7-9 kg an Gepäck dabei zu haben. 22% sogar nur 5-7 kg. Im Vergleich zur letzten Umfrage ist eine Verschiebung hin zu weniger Gepäckgewicht festzustellen. Das kann aber auch damit zu tun haben, dass entweder viele minimalistischer Verreisen und/oder auch das Volumen und Gewicht der jeweiligen Ausrüstung über die Jahre auch immer besser/geringer wurde.

Das zeigt sich auch an der Art, wie ihr das Gepäck am Rad transportiert: hier fährt die Mehrheit von 72% (+17 PP im Vergleich zu 2023) mit Bikepacking-Taschen. 16% (-14 PP) ist mit klassischen Radtaschen unterwegs und auf den Mix aus beiden setzen 24% (-4 PP).

Oft sehe ich in Foren die Frage nach einem Rucksack auf Tour. Davon rät die Mehrheit der Befragten ab (-10 PP im Vergleich zu 2023). Allerdings ist es natürlich immer eine Option – gerade bei kürzeren Strecken oder den klassischen MTB Etappen. Ich persönlich trage öfter einen Trinkrucksack, der neben der Trinkblase dann auch noch meine Regensachen beinhaltet. So machen das auch 25% der Befragten (+18 PP im Vergleich zur letzten Umfrage).

Online-Kauf und Gebrauchtmarkt: Wo die Ausrüstung herkommt

Bevor wir weiter in die Ausrüstung gehen, die Frage danach, wo ihr diese kauft?

Die Mehrheit von 94% ist Online im Fachhandel unterwegs. Das sind massive +49 PP im Vergleich zur letzten Umfrage. Dahinter folgt der lokale Fachhandel (+22 PP). Einen Sprung von 20 PP machte auch der Gebrauchtkauf, was angesichts der teilweise recht hohen Preise auch Sinn macht.

Unter freiem Himmel: Zelt, Isomatte und Schlafsack

Nun lasst uns über Ausrüstung sprechen. Fangen wir mit Zelten an: die Mehrheit ist hier klassisch mit einem Kuppelzelt unterwegs; 15% nehmen das Bivy.

Da viele von uns alleine unterwegs sind, setzt die Mehrheit natürlich auf 1-Personenzelte. Das sind aber +16 PP mehr, also noch 2023.

Bei der Zeltmarke führt MSR, gefolgt von Decathlon. Vaude hat sich aus dem Top 5 Ranking verabschiedet, dafür kam Big Agnes rein. Naturehike macht einen Platz gut und ist diesmal in den Top 3.

Gefragt nach konkreten Zeltmodellen konnten die Hubba Hubba Modelle von MSR die meisten Stimmen sammeln, gefolgt von Big Agnes Copper Spur und dem Durston X Dome.

Wer sich eingehender mit Zelten beschäftigen möchte und hier auf der Suche ist, dem empfehle ich meinen aktuellen Beitrag „81 Ultra-leicht Zelte für Bikepacking & Radreise im Vergleich“.

Bei der Isomatte ist der klare Sieger die Thermo-Luftmatratze. Da hat sich über die Jahre nichts verändert. Lediglich die Hängematte verliert an Beliebtheit mit -3 PP.

Auch hier nach den Marken gefragt führt Therm-a-rest, gefolgt von Sea to Summit. Die Top 4 spiegeln schon den aktuellen Markt wieder, wobei dann noch kleine Player wie Big Agnes fehlen.

Das beliebteste Modell ist die TAR Neoair Xlite. Ich besitze auch noch die TAR Uberlite, die aber wohl aus dem Programm genommen wurde. Die Xlite nehme ich aufgrund ihres hervorragenden R-Werts im Winter – die Uberlite im Sommer.

Eine große Rolle spielt natürlich auch der Schlafsack. Da wird ganz klar der Daunenschlafsack bevorzugt (+9 PP). Kunstfaser verliert -13 PP.

Bei den Marken liegen Cumulus und Sea to Summit sehr nah beieinander, gefolgt von Mountain Equipment.

Das spiegelt sich auch in den beliebtesten Modellen wider: der StS Spark liegt vorne (ist aber auch ein guter Schlafsack) und Cumulus holt gleich 3 Platzierungen in den Top 5.

Unterwegs kochen und die passende Bekleidung

Das Lager ist also eingerichtet, nun geht es um das Essen: 37% von euch kochen auf Tour. Das sind aber -9 PP weniger als noch vor ein paar Jahren. Gas ist dabei nach wie vor die beliebteste Treibstoffart.

Bei den Marken führen nach wie vor Primus, MSR und Trangia. Neu in diesem Jahr ist BRS, die mit ihrem kompakten 3000t Kocher glänzen.

Bei den konkreten Modellen ist dieser daher auch dabei. Angeführt wird die Liste aber von Soto und MSR.

Vom Kocher zur Hose: da hat sich mittlerweile die Bib, also die Radhose mit Polster, deutlich durchgesetzt. Alle anderen drei Optionen verlieren in ihren PP im Vergleich zu 2023 deutlich.

Gefragt nach der Hosen-Marke führt nach wie vor Gore, gefolgt von Assos und Neueinsteiger in diesem Ranking: Rapha.

Wie bei der Hose, so auch beim Trikot: klassische Radtrikots werden immer beliebter und werden von der Mehrheit auf Tour getragen.

Schlechtes Wetter gibt es nicht – nur schlechte Ausrüstung. Und gefragt nach den besten Marken für gute Wetterjacken, empfiehlt die Mehrheit Gore, gefolgt von Vaude und Decathlon.

Gefragt nach konkreten Modell-Empfehlungen  führt die leider nicht mehr produzierte Gore Shakedry Jacke vor der Patagonia Torrent Shell und der Gore Endure.

Und auch eine Regenhose ist wichtig: hier wurden von euch vor allem die Marken Vaude und Gore empfohlen. Ich habe die lange Gore Regenhose (C3) und die finde ich prima.

Wichtig für mich und immer dabei: Gamaschen. Sie sind nicht nur Nässeschutz, sondern auch wärmende Isolierung (vor allem im Winter), wenn es mal wieder kälter ist. Die Mehrheit von euch verzichtet darauf. Wenn aber Gamaschen, dann empfehlt ihr Vaude und Grip Grab.

Bei der Schuhwahl setzt die Mehrheit von 80% auf Radschuhe. Das sind +18 PP im Vergleich zur letzten Umfrage.

Die Radschuhe sind aber auch in den letzten Jahren immer besser geworden und bestimmte Modelle sind auch wandertauglich und für Hike-a-Bike oder dem kurzen Ausflug durch den Ort optimiert.

Sicherheit auf Tour: Helm und Erste Hilfe

Mit 92% fahren die allermeisten von euch mit Helm. Das sind noch mal +9 PP mehr als 2023. Ich finde das gut.

Und neu in diesem Jahr war meine Frage nach einem Notfall-Kit: erfreuliche 76% von euch haben Erste Hilfe immer an Bord.

Das war die Auswertung Teil 2!

Ich hoffe ihr fandet es interessant und ihr konntet ein paar Informationen und Impulse daraus ziehen.

Schreibt gerne eure Anmerkungen und Ergänzungen in die Kommentare.

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3 Kommentare

  1. Bei den Radschuhen hätte mich tatsächlich mal der Unterschied zwischen Klick und Flat Schuhe interessiert. Auch wäre es interessant gewesen, wie weit Tubeless oder E-Schaltungen verbreitet sind.

    Was mich aber aktuell am meisten interessieren würde, warum Anhänger in D so wenig verbreitet sind. Liegt es an der Bahn oder am Handling oder welche Gründe gibt es dafür. Ich bin gerade auf einer Bike and Work Tour, und habe bedingt u.a. durch Laptop 16 kg Gewicht dabei. Und damit bin ich über dem Systemgewicht der Laufräder. Und eigentlich wollte ich noch mobile Monitore (Blackview) mitnehmen.

    Deswegen bin ich am überlegen, mir einen Anhänger zu zulegen. Vielleicht mag ja der ein oder andere mal hier seine Erfahrungen teilen.

    Schöne Grüße
    Jürgen

    PS: Danke Martin für die Eindrücke

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