Hinweis: Hartec und Tailfin haben mir die hier besprochenen Träger für den Test zur Verfügung gestellt.
Eine der ersten Taschen, die ich mir beim Einstieg ins Bikepacking zugelegt hatte, war die sogenannte Lenkerrolle. Je nach Ausführung ist das im Kern eine Art Packsack, der mittels Gurten vorne am Lenker angeschnallt wird.
Schnell merkte ich, dass diese Lenkerrolle zwar gut beim Fahren funktionierte und auch viel Gepäck aufnehmen konnte, aber die Montage, das abendliche Abnehmen und das morgendliche Dranmachen, waren doch schon recht umständlich.
Für mich war das neu, denn als Reiseradler kannte ich nur die Lenkertaschen, die man problemlos mit einer Klickbefestigung am Lenker an- und abmachen konnte.
Aber da es Trend war, musste es dafür ja gute Gründe geben. Zumal man damals (2018) noch damit argumentierte, dass die direkte Befestigung mit Riemen im Gelände besser wäre, als mechanische Befestigungen (wie bei klassischen Lenkertaschen), da diese brechen könnten. Das gleiche galt damals auch für den Gepäckträger, der dann entsprechend out war, obwohl er eigentlich oft Sinn machte und macht.
Ich bin dann zügig zu sogenannten Harness-Systemen gewechselt. Diese bestehen aus zwei Teilen: einem Holster, der am Lenker befestigt wird. Und einem Packsack, der im Holster befestigt wird (mittels Gurten). Das vereinfacht erheblich den Packsack zu bepacken und anschließend sicher wieder zu befestigen. Die Harness-Schale oder auch Holster genannt, wird zwar dennoch mit Riemen am Lenker und Steuerrohr befestigt, aber verbleibt dort und muss nicht immer demontiert werden.
Die Probleme: Kabelsalat und zu wenig Platz zum Reifen
Allerdings gibt es bei den Bikepacking Transportsystemen am Lenker meist zwei Herausforderungen:
- Je nach Montage kann die Frontrolle die Schalt- und Bremskabel knicken oder abdrücken. Daraus kann eine Fehlfunktion entstehen. Ich sage kann, da ich persönlich das noch nie erlebt habe und auch noch nie gesehen habe. Ich glaube eher, dass hier durch das Wegdrücken der Kabel der Eindruck entsteht, dass das auch diese beschädigen kann. Tatsächlich ist das aber vermutlich nicht der Fall. Falls ihr doch diese Erfahrung gemacht habt und dann tatsächlich Probleme beim Schalten oder Bremsen hatten, schreibt mir gerne oder kommentiert den Beitrag. Bei mir hat es nur den Lack am Steuerrohr abgerubbelt, was ärgerlich war, aber Abenteuer-Patina ist.
- Kleine Fahrerinnen und Fahrer haben bei ihren Rädern oft das Problem, dass ihre volle Lenkerrolle so tief hängt, dass sie am Vorderrad schleift, oder diesem sehr nahekommt. Und egal wie straff sie die Lenkerrolle am Lenker befestigen, so sinkt diese dann doch immer ab. Das betrifft oft auch Harness-Systeme, wo das Holster den Raum zum Vorderreifen zusätzlich verkürzt.

Die Renaissance der Front Racks: Stabilität trifft Ordnung
Doch dafür gibt es seit langer Zeit eine Lösung, die nun wieder populär wird: der sogenannte Bar Cage oder auch Front Rack genannt.
Das sind im Kern Bikepacking-taugliche Trägersysteme für den Lenker, die mechanisch mittels Klemmung am Lenker und manchmal auch Steuerrohr angebracht sind.
Sie sind eine Art mechanisches Harness-System und sollen einerseits dafür sorgen, dass sich Gepäck problemlos am Lenker transportieren und montieren lässt. Andererseits bewegen sie sich nicht und halten das Gepäck in Position, damit es nicht nach oben oder unten rutscht.
Weiterhin schaffen diese Träger Abstand vor dem Steuerrohr und drücken dadurch nicht auf die Kabel. Und moderne Front Rack Systeme erlauben zudem die Montage von Licht und Navi, was den Platz am Lenker entlastet und das Cockpit aufgeräumter werden lässt.
Einer der ersten Bar Cages dieser Art war die Salsa EXP Anything Cradle. Diese hatte Tobias beim Silk Road Mountain Race im Einsatz und hatte dort einen Packsack eingespannt. Der Träger hat sich sehr bewährt und lebt immer noch.
Dann gab es von Restrap den Bumber Bar Spacer, dessen einzige Aufgabe es war, die Lenkerrolle auf Abstand zu halten. Da wurde also nicht die Ursache des Problems bekämpft, sondern nur eine Behelfslösung gebaut.
Miss Grape hat dann den ILCOSO eingeführt, einen Bar Cage mit Quer-Rohr zur Montage von Licht und GPS. Den fand ich schon sehr gut.
Dann gab es aber auch Lösungen, die den klassischen Vorderradgepäckträger für das Bikepacking übersetzt haben (ich bin übrigens mit Vorderradgepäckträger von Leipzig nach Mumbai gefahren, wo er mir dann aber abgefallen ist): zum Beispiel den VIEWIT von Racktime, der am Gabelschaft montiert wird und eine Auflagefläche für Gepäck bietet. Oder der sehr schön designte und praktische M83 YAK Träger, der ebenfalls an Gabelkrone und -schaft montiert wird.

Und natürlich gibt es viele Vorderträger-Systeme, wie Pizzaracks, den Diamond Rack von Allygn oder die Veloorange Träger, die aber zusätzlich Ösen an der Gabel benötigen.
Als schließlich im letzten Jahr Tailfin den Bar Cage vorstellte und mir zeitgleich Simon von Hartec schrieb und mir sein Front Rack zuschickte, war mein Interesse für diese Art von Gepäcktransport am Lenker geweckt.
Vorab sei gesagt, dass man beide Träger, also Bar Cage von Tailfin und Front Rack von Hartec nicht wirklich vergleichen kann. Obwohl sie im gleichen Segment antreten, unterscheiden sie sich doch im Material und der Herangehensweise.
Was beide eint ist aber, dass sie ein Angebot an alle sind, die mit den oben genannten Herausforderungen zu kämpfen haben: aufwändige Bedienung, kleine Rahmengröße und Abstand zum Steuerrohr.
Hartec Front Rack Light: Ultraleichte Innovation aus dem 3D-Drucker

Simon hat mit Hartec eine kleine, aber feine Manufaktur aufgezogen, in der er mittels 3D Druck Front Racks baut. Aktuell bietet er zwei Modelle an: das Front Rack und das Front Rack Light.
Der Unterschied zwischen beiden besteht in der Befestigung am Fahrrad: Das klassische Front Rack wird an drei Punkten befestigt, das Front Rack Light nur an zwei.
Der Träger besteht aus Carbonfaser-verstärktem Kunststoff und zwei Alu-Rohren, an denen dann das Gepäck angeschnallt wird.

Ich habe mir die Light Version zum Test schicken lassen. Diese wird mit klassischen Lenkerschellen – erhältlich für 31,8 oder 35 mm Lenker – angebracht. Zudem sitzt unterhalb des Vorbau ein Querstück, dass das Abrutschen des Trägers nach unten/vorne verhindert.

Montage-Check: Filigranes Carbon und das 1-NM-Limit
Die Montage erfordert Fingerspitzengefühl, besonders beim Ansetzen der Schrauben im Gegengewinde. Man muss sich strikt an die Vorgabe von 1 NM halten; das Material ist hier auf minimales Gewicht und nicht auf maximale Überlastung beim Festschrauben ausgelegt. Ein zu beherzter Dreh führt unweigerlich zum Bruch der Aufnahme – eine Erfahrung, die ich beim ersten Testmodell leider selbst machen musste. (Sorry Simon!)

Diese geringe Klemmkraft reicht aber völlig aus und bietet sich damit auch für Carbon-Lenker an.
Dass mir beim ersten Versuch das Material riss, schreibe ich meiner eigenen Ungeduld zu – beim zweiten Mal war ich vorsichtiger, auch wenn das Material aufgrund der filigranen 3D-Druck-Struktur kaum Fehler verzeiht. Hier ist Simon als Entwickler sicher schon dabei, die Balance zwischen minimalem Materialeinsatz und maximaler Nutzerfreundlichkeit weiter zu optimieren.
Dafür sitzt der Träger aber sehr fest und bietet ordentlich Platz. Ich habe dort einen 12 L Ortlieb Packsack mit meinen Schlafklamotten transportiert. Die mitgelieferten Gurte halten das ganze sehr fest und das Anbringen und Abnehmen ist auch einfach. Die maximale Zuladung beträgt 4,5 kg.

Tipp: macht erst mit den Gurten eine Schlaufe, in der ihr dann den Packsack hängt. Anschließend festziehen. Und: die Gurten haben auf Höhe der Schnalle eine kleine Schlaufe auf der Rückseite. Diese sollte man über das obere Rohr ziehen. Damit sind die Riemen in ihrer Position fixiert. Ich habe das noch nicht so gemacht – wie man sieht.
Ein großer Vorteil ist die Anpassbarkeit: Die 330 mm langen Alu-Rohre lassen sich individuell kürzen. Das ist auch ratsam, denn in der Standardlänge bin ich bei meinem 46 cm Lenker in den Hoods ab und zu mit dem Daumen angestoßen. Wer hier zur Säge greift, kann das Rack perfekt auf seine Handhaltung und Taschenbreite maßschneidern – ein Feature, das starre Systeme oft nicht bieten.

Beachten sollte man: Je kürzer die Rohre, desto enger stehen die Gurte für den Packsack zusammen. Zudem verringert sich der Platz für den großartigen Accessory Adapter für Lampe und Navi – vor allem in der richtigen Stärke von 31,8mm. Mein Plädoyer: Es sollten immer zwei dieser Adapter im Lieferumfang sein!
Kleiner Hinweis für Shimano GRX Nutzende: Prüft, ob der Schalthebelweg durch das obere Rohr eingeschränkt wird und kürzt dieses gegebenenfalls.
Souverän im Gelände: Das Hartec Front Rack im Praxistest
Im praktischen Einsatz ist der Träger wunderbar: da bewegt sich nichts und die Gurte halten alles vorbildlich (auch wenn man mal nicht zu sorgfältig packt). Auf einem Overnighter war ich mit Leonie unterwegs. Sie fährt ein kleines Fahrrad und hatte lange nach einer Möglichkeit gesucht, vorne Gepäck am Lenker transportieren zu können.
Beim Hartec Front Rack ist sie fündig geworden, hat sich die Alu-Rohre noch etwas gekürzt und lobte sehr, dass dieser Träger hoch genug steht, damit nichts ihr Vorderrad berührt.

Das Hochstehen des Front Rack war auch bei mir der Fall. Ich fand das nicht schlecht, aber wer auf mehr Modularität steht, der sollte beachten, dass man den Front Rack nicht neigen kann. Manchmal ist das nötig, um eine breitere Frontrolle an den Lenker zu bekommen, die sonst nicht zwischen die Hoods gepasst hätte, oder zu eng an diesen anliegen würde.
Einmal montiert ist das Front Rack einfach unauffällig. Es ist keine Beeinträchtigung des Lenkverhaltens festzustellen. Es funktioniert einfach, hält absolut sicher und transportiert Gepäck am Lenker wie man es erwartet.
Es ist beeindruckend, was Simon hier in Eigenregie entwickelt hat. Das Front Rack ist kein anonymes Massenprodukt, sondern eine spezialisierte Lösung für alle, die das Besondere suchen und bereit sind, sich kurz mit der Technik auseinanderzusetzen.
Das Gewicht des Front Rack Light beträgt laut Hersteller 316g inklusive Gurte und Adapter. Ich habe selbst gewogen und bin auf 294g inklusive Gurte & Adapter und auf 264g ohne gekommen.
Und mit einem Preis von 80 Euro, gefertigt in Deutschland, ist das ehrlicherweise ein sehr attraktives Angebot.

Zum Vergleich: das klassische Front Rack wiegt laut Hersteller 338g und kostet 85 Euro.
Schaut euch gerne den Front Rack von Hartec mal an. Simon ist sehr kommunikationsbereit und ihr könnt ihn alles fragen. In jedem Fall ist das ein Tipp von mir, wenn ihr auf der Suche nach einer Lösung für euren Gepäcktransport am Lenker seid.
Tailfin Bar Cage: Das Premium-System für maximale Modularität

Im Sommer 2025 stellte Tailfin mit dem Bar Cage einen Träger für den Lenker vor und positionierte diesen auch gleich – Tailfin typisch – im Premium Segment.
Ich hatte zuvor die Bar Bag getestet – eine Lenkerrolle, die an einen fest am Lenker montiertem Halter angeklickt wird. Der Bar Bag hat mir bereits sehr gut gefallen, allerdings ist er mit 817g dann doch recht schwer.
Umso mehr war ich neugierig auf den Bar Cage. Allerdings liefern die Briten hier nicht nur einfach einen Käfig, sondern ein Gesamtkonzept, bestehend auch Bar Cage, Packsack und Adapter für GPS und Lampe.
Der Cage ist aus einer Aluminium-Zink Legierung gefertigt, mit vielen Aussparungen und daher recht leicht. Er ist 240 mm breit und 120 mm hoch. Die Halterung für 31,8 mm und 35 mm Lenker ist Tailfin-typisch aus einer Aluminium-Magnesium-Silizium-Legierung und wird mittels Schraubklemmung am Lenker befestigt. Diese gewährleistet den nötigen Abstand zum Steuerohr und schafft ausreichend Platz für eventuelle Brems- oder Schaltkabel (50 mm).

Anschließend oder auch vorher wird dann der Cage mit zwei Schrauben an der Halterung montiert. Dabei kann man noch mal zusätzlich die Neigung und Position des Käfigs einstellen.
Einstellbarkeit: Den richtigen Winkel für jedes Setup finden
Hilfreich ist diese Verstellbarkeit des Käfigs, da man mit der Lenkerbefestigung flexibel auf andere Lenkersituationen reagieren kann. Ich habe die beiden Halter direkt rechts und links neben dem Vorbau angebracht. Sollte da aber zum Beispiel bereits ein Aerobar montiert sein, oder eine Lampen- oder Navi-Halterung, kann man die Halterungen einfach weiter auseinander platzieren. Der Cage verfügt über ein großzügiges Längsloch (32,5 mm), weshalb man ihn dann auch flexibel befestigen kann.

Man neigt dazu, die Bar Cages eher hochzustellen. Das ist aber in diesem Fall nicht zielführend, denn je tiefer er liegt/ausgerichtet ist, desto breiter kann die Packrolle sein.
Ich fahre einen 46 cm breiten Salsa Cowchipper Lenker mit Flare. Da nutze ich durch die entsprechende Ausrichtung des Cages den größeren Raum zwischen den äußeren Lenkerenden.
Allerdings ist bei meinem Fahrrad auch ausreichend Platz nach unten, sodass ich diese Neigung machen kann. Um die für sich passende Position zu finden, muss man etwas rumprobieren, wie es bei seiner jeweiligen Lenkerbreite und Rahmengröße/Abstand zum Vorderrad passt.

Zusammenfassend kann man sagen: die Tailfin-Befestigung sorgt dafür, dass die Klemmen am Lenker in der Breite und Neigung verstellt werden können. Und der Käfig an sich in seiner horizontalen Ausrichtung und Neigungswinkel verstellt werden kann.
Laut Tailfin kann der Bar Cage bis zu 6kg Last transportieren. Offroad wird ein Maximum von 3kg empfohlen.
Das Gewicht für Halterung und Cage beträgt laut Tailfin 277g. Ich habe 228g gewogen.
Die Bar Cage Bags: Durchdachte Packsäcke mit Klick-Sicherung
Etwas geneigt sollte der Cage aber in jedem Fall sein, denn die zugehörigen Packsäcke, Bar Cage Bags genannt, verfügen über eine Art Kunststoff-Klemme, die in den Cage oben eingehakt wird. Damit ist er bei der Fahrt noch mal zusätzlich gesichert. Aber hauptsächlich dient es dazu, dass man den Packsack bequem abspannen kann und ihn dabei nicht noch mit einer Hand festhalten muss. Das gefällt mir sehr.

Tailfin bietet 3 verschiedene Packsack-Größen an: 8L, 11L und 15L. Damit kann man je nach Wetterlage und Jahreszeit, Tourumfang und Länge auf die jeweiligen Bedürfnisse reagieren.
Die Bags sind an beiden Seiten offen und verfügen über einen Rollverschluss. Ich rolle jede Seite dreimal, damit sie auch bei Nässe dicht sind. Natürlich sind die Frontrollen – korrekt verschlossen – wasserdicht.

Die Bar Cage Bag wird oben am Cage eingehakt. Anschließend wird der Packsack mit Tailfin Straps, die durch den Cage geführt werden, abgespannt. Das ganze hält richtig fest und da wackelt nichts.

Als zusätzlichen mechanischen Schutz hat die Bag unten noch eine kleine Verstärkung, falls der Dreck vom Vorderrad zu agressiv wird, oder es doch mal zum Kontakt mit dem Reifen kommen sollte.
Für mein Sommer-Setup reicht mir der 8 Liter Packsack. Jetzt im Winter nutze ich die 11 Liter Variante. Die 15 Liter Version ist wirklich sehr groß und die würde ich eher am Flatbar sehen, da sie schon recht breit und hoch aufbaut und entsprechend Platz braucht.

Die Maße betragen laut Hersteller:
- Bar Cage Bag 8 Liter: minimal 360 mm, maximal 540 mm. Durchmesser: 135 mm. Gewicht: 222g
- Bar Cage Bag 11 Liter: minimal 370 mm, maximal 540 mm. Durchmesser: 165 mm. Gewicht: 255g / 244g selbst gewogen.
- Barg Cage Bag 15 Liter: minimal 380 mm, maximal 560 mm. Durchmesser: 180 mm. Gewicht: 285g
Die Gurte haben je nach Packsack Größe unterschiedliche Längen. Für die Variante M wiegen die Straps 80g.
Man kann den Bar Cage und die Bar Cage Bags separat kaufen, muss also nicht zwingend die Tailfin Taschen benutzen.
Zubehör-Mounts: Ein aufgeräumtes Cockpit trotz Vollausstattung
Passend zum Bar Cage bietet Tailfin zudem einen Computer-Mount und einen 22,2mm Mount an. Der Computer-Mount ist für Wahoo, Karoo, Coros oder Garmin passend – je nachdem wie man die Aufnahme dreht. Der Mount wird oben am Cage an den länglichen Schlitzen mittels Schraubklemmung angebracht. Die hält auch im Gelände sicher und fest.
Der 22.2mm Mount ist flexibel einsetzbar und auch dieser wird mittels Schraubklemmung am Cage montiert. Ich benutze ihn, um mein Licht dort anzubringen. Dafür muss ich aber mit Unterlegmaterial arbeiten, da meine Lichtklemmungen für 31,8mm Lenker ausgelegt sind. Hier würde ich mir wünschen, dass Tailfin auch einen entsprechend dickeren Mount noch mit anbieten würde.

Das Gewicht für den 22,2mm Halter liegt bei 26g (selbst gewogen). Der Navi-Mount wiegt 31g (selbst gewogen).
Ich bin den Tailfin Bar Cage mit dem 11L Packsack mittlerweile 400km auf verschiedenen Overnightern gefahren. Das ganze System sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch sehr bedienungsfreundlich, hält sehr sicher am Rad und ist vergleichsweise leicht. Der Bar Cage Bag lässt sich sehr gut packen und dank Ventil komprimieren. Die Sicherung am Cage ist sehr smart gedacht und stabil.
Dank der zusätzlichen Mounts kann ich Navi und Licht bequem anbringen und schaffe so Platz am Lenker. Auch die Flexibilität der Cage Mounts ist hier hilfreich und gibt neue Optionen am Lenker. Der durch den Cage entstandene Abstand zum Lenker ist sehr praktisch, kann ich nun mit dem Fingern ohne Problem oben um den Lenker greifen, so sonst die Schnallen für die Frontrolle sind. Es ist auch mehr Platz für Foodpouches.

Der Preis für den Tailfin Bar Cage liegt bei 130 Euro. Die Bags belaufen sich auf 60 Euro (8L), 70 Euro (11L) und 80 Euro (15L).
Der GPS Mount kostet 25 Euro, der 22,2mm Mount 15 Euro.
Fazit: Welches System passt zu wem?
Egal ob Hartec oder Tailfin: Beide Systeme lösen die klassischen Probleme der wackeligen Lenkerrolle und schaffen Platz sowie Sicherheit am Cockpit. Dennoch richten sie sich an unterschiedliche Nutzertypen.
- Das Hartec Front Rack Light ist die clevere Manufaktur-Lösung. Es ist ideal für Fans von regionalem 3D-Druck und Preis-Leistungs-Optimierer, die eine leichte, feste Installation suchen und bei der Montage Fingerspitzengefühl mitbringen.
- Der Tailfin Bar Cage ist das High-End-System für Perfektionisten. Es bietet maximale Modularität und eine perfekte Integration der Taschen, was sich Tailfin allerdings auch bezahlen lässt.
Am Ende ist es eine Entscheidung zwischen puristischem Leichtbau und technischer Perfektion.

Wie sieht es bei euch im Cockpit aus? Seid ihr noch Fans der klassischen Lenkerrolle oder habt ihr den Schritt zu festen Trägersystemen wie dem Hartec oder Tailfin bereits gemacht? Mich interessiert besonders eure Erfahrung zum Thema Kabelsalat – hattet ihr da wirklich schon mal Defekte oder ist das eher ein theoretisches Problem?
Schreibt es mir gerne unten in die Kommentare. Ich bin gespannt, welche Lösungen sich bei euch auf Tour bewährt haben!

Seit einigen Jahren nutze ich den Topeak Frontloader und war/bin damit auch grundsätzlich zufrieden. Von Anfang an war es mir wichtig den Packsack unabhängig von der Halterung abnehmen/anbringen zu können. Desweiteren ist man dank des Harnisch nicht an einen Packsack gebunden und kann einfach jeden ‘einspannen’. Da ich immer mit Flatbar unterwegs bin, hatte ich auch noch nie Probleme mit Kabeln oder Leitungen. Diese werden zwar an eine andere Position gedrückt aber nie so stark das ich mir jemals über Probleme diesbezüglich Gedanken gemacht hätte. Allerdings lockern sich die Gurte am Lenker mit der Zeit, besonders wenn man offroad unterwegs ist, das System fängt an zu wackeln und bei größeren Packsäcken können diese dann auch mal am Reifen schleifen oder auf dem Schutzblech aufliegen. Außerdem kann der Packsack so den Lenker blockieren das man kein Frontlicht mehr nutzen kann außer man will den Packsack beleuchten :D.
Bisher bin ich mit den Einschränkungen zwar immer irgendwie klar gekommen, wollte aber vorallem immer ein halbwegs bezahlbares System (sorry, aber mehr als 100€ sind in meinen Augen komplett an der Realität vorbei) wo man ein Frontlicht montieren kann und welches nicht mit Gurten am Lenker befestigt wird und man immer noch die Freiheit über die Wahl der Packtaschen hat. Daher werde ich mir den Hartec Front Rack Light wohl mal genauer anschauen und ausprobieren auch wenn mir die ‘filigrane’ Befestigung auch wie meinem Vorredner bei öfterer De-/Montage nicht zu 100% standfest vorkommt.
Bisher nutze ich ein selbst gebautes Holster-System (hält den packsack sehr fest, auch im Gelände. Es ist aber super nervig, den Packsack anzubauen). Das Hartec-Rack ist interessant, allerdings schreckt es mich ab, dass es so fragil ist. Ein derartiges Rack würde ich am Gravelbike mehrmals im jahr dran- und abschrauben – das würde doch bei mir irgendwann schiefgehen.