Bikeanalytics Silk Road Mountain Race 2025: Bike- & Gear-Trends im Überblick

Bikeanalytics Silk Road Mountain Race 2025: Bike- & Gear-Trends im Überblick
Bikeanalytics Silk Road Mountain Race 2025: Bike- & Gear-Trends im Überblick

Glaubt man dem Veranstalter Nelson, so ist diese 7. Ausgabe des legendären Silk Road Mountain Race die ursprünglichste und wildeste Edition seit der ersten Ausgabe. Fast 2.000 km und 30.000 Höhenmeter stehen auf der Agenda und die Teilnehmenden werden in noch mal abgelegenere und unbekannte Regionen Kirgistans geführt. Allein 730 Kilometer der Strecke sind komplett neu. Und als ein besonderes Schmankerl gibt es nun schon nach ein paar hundert Kilometern schon einen 30km langen Hike-a-Bike Abschnitt, für den laut Nelson die Fahrerinnen und Fahrer um die 24h brauchen werden.

Und es ist schon fast eine Tradition, dass ich mir jedes Jahr die Fahrräder und Ausrüstung der teilnehmenden für meine „Bikeanalytics“ Serie anschaue und auswerte.

Basis dafür sind wie immer die Artikel „Rigs of the Silk Road Mountain Race – Teil 1 & 2“ von Bikepacking.com.

132 Räder waren es diesmal – ganz schön viel Arbeit. Aber es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich dann doch einiges verändert. Insgesamt sind fast 240 Fahrerinnen und Fahrer beim Silk Road Mountain Race 2025 dabei – also sind hier um die 50% der Fahrräder repräsentiert.

Bevor wir starten: Ich wünsche allen Silk Road Teilnehmenden ein gutes und sicheres Rennen und vor allem viel Spaß und Erfolg!

Und wer sich für alle Bikeanalytics-Artikel interessiert, der findet HIER die Auswertungen der letzten Jahre von SRMR, AMR, TD, HMR und TBR.

Fahrradtypen & Rahmenmaterial

Schaut man auf den Fahrrad-Typ, so ist in diesem Jahr ganz deutlich, dass es sich um ein MTB-Race handelt. Es gibt noch ein paar Gravelbikes (ich habe hier auch die Salsa Cutthroat drunter gefasst), aber die absolute Mehrheit ist mit MTB oder Drop Bar MTBs unterwegs.

Beim Rahmenmaterial ist Carbon ungeschlagen vorne. Allerdings hat sich Titan Platz 2 von Stahl zurückerobert und führt mit einem Prozentpunkt.

Fahrwerk & Komponenten

Das Gelände in Kirgisistan ist mit einer Federung am besten zu bewältigen. 92% der Teilnehmenden sind mit einer Federgabel unterwegs, 2 Prozentpunkte mehr als noch im letzten Jahr. Ich bin 2021 das SRMR auch noch ohne Federgabel gefahren. 21% gehen hier gar nicht erst ein Risiko ein und fahren ein Fully. Im letzten Jahr waren es noch 18%.

Bleiben wir bei der Gabel: Rockshox ist hier am beliebtesten, gefolgt von Fox. Mit weitem Abstand dann DT Swiss und es gab auch ein paar Lefties im Starterfeld. Bei den Modellen kommt am meisten die Rockshox SID zum Einsatz, bei Fox sind es die 32er und 34er Modelle. Beim Federweg bevorzugen die meisten 120mm (moderner XC Standard), gefolgt von 100mm.

Bikepacking.com fragte sich schon, ob angesichts der Masse an Flatbar Bikes nun das Ende der Ära der Drop Bar Bikes bei solchen Events gekommen ist. Ganz abwegig ist diese Beobachtung nicht, da ja zumindest gefühlt viele wieder auf das Mountainbike zurückkommen, wenn es um die harten Sachen geht.

Im letzten Jahr sind 81% der Teilnehmenden mit Flatbar und 19% mit Drop Bar unterwegs gewesen. In diesem Jahr sind es 87% mit Flatbar und 13% mit Drop Bar Das ist schon ein deutlicher Unterschied. Ich persönlich bin immer noch sehr gerne mit Drop Bar unterwegs, auch weil es schonender für die Hände ist. Aber ich kann mein Fahrrad auch in ein Flatbar Hardtail umbauen, was ich dann vermutlich auch mal machen werde, sollte mal wieder ein Event anstehen, der ein MTB verlangt.

Und es setzen immer mehr auf Aerobars: in diesem Jahr 74% und damit ganze 4 Prozentpunkte mehr als noch 2024.

Kaum Veränderung gab es beim Thema Nabendynamo: da setzen nach wie vor die Hälfte der Teilnehmenden auf die unabhängige Stromversorgung – allerdings vier Prozentpunkte weniger als noch 2024. Und SON bleibt an der Spitze, was die Dynamomarke angeht (+ 6 Prozentpunkte zu 2024). Das wird aus meiner Sicht auch so bleiben, da mit dem SON 29 hier bereits die nächste Generation am Start ist. Gefahren wird dieser aber noch nicht, zumindest was ich sehen konnte.

Antrieb & Schaltung

Bei den Schaltungen liefern sich nach wie vor SRAM und Shimano ein Kopf an Kopf Rennen. Aber ich habe auch drei Rohloff und vier Single Speed Antriebe im Feld gesehen. Mehr als zuvor. Und ein Bike fährt mit Pinion.

Interessanterweise ist der Anteil der elektronischen Schaltungen mit 26% gleichgeblieben. Aber in diesem Jahr gab es eine Di2 und eine neue Shimano drahtlose Di2. Das wird sich in den kommenden Jahren definitiv noch verändern und Shimano wird dann zum Wachstum des elektronischen Schaltungsanteils im Fahrenden-Feld beitragen.

Bei den Schaltungsmodellen bleibt wie im letzten Jahr die Shimano XT vor der SRAM GX. Allerdings verdoppelte sich der Anteil der SRAM Transmission Schaltungen von 7% im Jahr 2024 auf 16% in diesem Jahr.

Bei den Antrieben bleibt 12fach ganz klar vorne. Und damit auch die Kassetten mit 10-52 (SRAM) und 10-51 (Shimano).

Mit 97% ist fast das ganze Teilnehmenden Feld mit 1fach Antrieb unterwegs. Im letzten Jahr waren es noch 5 Prozentpunkte weniger.

Auch was die Tretkranzgröße angeht, gab es eine kleine Veränderung: in diesem Jahr ist die Mehrheit mit 32t vorne unterwegs, gefolgt von 30t und 34t. Im letzten Jahr lag 30t vorne. 34t erfreut sich steigender Beliebtheit und konnte sich von einem Prozentpunkt 2024 auf 11 in diesem Jahr hocharbeiten.

Laufräder & Reifen

Und auch bei den Laufradgrößen gibt es keine Diskussionen mehr: 29 Zoll hat sich mit 96% durchgesetzt (+5 Prozentpunkte zu 2024). Und auch beim Material bleibt Carbon die Wahl, wenn es drauf ankommt.

Ähnlich dominant – und das seit Jahren – ist die Reifenmarke Vittoria. 44% setzen auf die Italiener (+8 Prozentpunkte), gefolgt von den Amerikanern von Maxxis und den deutschen Brands Continental und Schwalbe. Rene Herse war noch im letzten Jahr mit 10% dabei und ist nun nicht mehr in den Top4-Brands dabei.

Vittoria verdankt vor allem seine Dominanz ihrem Top-Modell für diese Anforderungen, dem Mezcal. 40% der Teilnehmenden haben diese auf den Felgen (+5 Prozentpunkte zu 2024). Mit 9% schafft aber auch der neue Continental Dubnital Reifen einen guten Einstand. Ich bin sicher, dass wir ihn in den nächsten Jahren dann öfter sehen werden.

Beim Thema Reifenbreite gab es im letzten Jahr noch einen Gleichstand zwischen 2,35 Zoll und 2,25 Zoll. In diesem Jahr zieht der 2,35 Zoll davon und übernimmt mit 25% die Führung. Aber auch 2,4 Zoll ist in diesem Jahr sehr stark und schafft es mit 14% auf Platz 3.   

Navigation & Gerätewahl

Ich finde es gut, dass nun auch die Navigationsgeräte abgefragt werden. Und da gab es eine Überraschung aus meiner Sicht: mit 20% feiert der Coros Dura einen starken Einstand und ist nun neben Garmin und Wahoo nicht mehr wegzudenken.

Interessanterweise scheint der Anteil der Wahoo abzunehmen und Garmin dominiert. Das war aus meiner Wahrnehmung mal anders. Ebenfalls überraschend ist, dass es der Hammerhead Karoo bis auf eine Nennung gar nicht in das Ranking geschafft hat.

Marken & Ausrüstung

Es ist zwar nicht ausschlaggebend, aber wenn wir auf die Fahrrad-Brands schauen, die am meisten im Feld gefahren werden, dann führt Specialized vor Canyon und Trek. Was mir aber immer gefällt, wenn ich die „Rigs of…“ Artikel durchlese, sind die Bikes der kleineren Marken und Manufakturen, Custom-Aufbauten und interessante Lösungen. Das inspiriert mich immer sehr.

Bei den Herstellern der Packtaschen, hat sich in diesem Jahr nun endgültig Tailfin an die Spitze gesetzt, gefolgt von Apidura. Beide Briten waren im letzten Jahr noch gleichauf. Nun führt Tailfin mit mehr als 40%. Wie im letzten Jahr verteidigt Ortlieb Platz 3 und büßt nur einen Prozentpunkt ein. Aber wenn es auf absolute Wasserdichtheit ankommt, dann sind die Taschen der Deutschen natürlich immer noch vorne dabei.

Neben Tailfin Taschen hat sich auch das Tailfin Aeropack einen festen Platz im Teilnehmenden Feld erkämpft: 33% setzen auf den eleganten Träger der Briten. Im letzten Jahr waren es noch 22%.

Teilnehmer:innen & Alter

Und zum Abschluss noch ein Blick auf das Durchschnittsalter: wer dachte, dass solche Events nur was für die jungen unter uns sind, der irrt. In diesem Jahr hat sich das Durchschnittsalter von 37,5 Jahren auf 41 erhöht. Ein Grund ist der hohe Anteil an 50+ Teilnehmenden – allein sieben Fahrer und Fahrerinnen sind 50 Jahre alt! Ich finde das motivierend!

Was ist euch an den diesjährigen Bikes und Ausstattungen aufgefallen? Wie seht ihr einige der hier beschriebenen Entwicklungen?

Hier findet ihr noch die Auswertung der SRMR Bikes vom letzten Jahr:

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4 Comments

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  1. says: Eva

    Danke für die tolle Übersicht! Eine Menge Arbeit! Gerade für mich als Einsteiger ist es eine tolle Orientierungshilfe. Was ich in Zukunft wahnsinnig spannend fände (und wo ich zurzeit am Recherchieren bin), ist auch die persönliche Ausrüstung der Fahrer, also vor allem die Wahl der Schuhe, SPD / Flats, BOA / Schuhbänder! Die Schlafsäcke, Shelter (Zelt? Bivibag? Tarp? Nichts?!)

    1. Hallo Eva,

      Diese Infos findest du meist auf den Instagram Profilen der Fahrer und Fahrerinnen. Oder in Podcasts. Ich kann das nicht erheben, da ich meine Daten von Bikepacking.com ziehe.

      Was ich aber sagen kann ist, dass die Schuhe wichtig sind, immer SPD oder Flatpadels und der Verschluss eher zweitrangig ist. Wichtiger ist die Eigenschaft damit gut im Gelände laufen zu können.
      Beim AMR ist Tarp eher unpraktisch, da wenig Aufstell/Abspannmöglichkeiten. Bivy ist eine Frage der Vorliebe und Zelt am besten Feeistehend. Wie gesagt: findest du alles bei den Leuten auf Insta oder du schreibst sie an.

      Viele Grüße
      Martin

  2. says: Alex

    „ allein sieben Fahrer und Fahrerinnen sind 50 Jahre alt! Ich finde das motivierend!“
    Das finde ich auch 🙂

    Warum wird der Mezcal so oft gefahren? Die Conti bzw. Schwalbe Reifen rollen doch mindestens genauso gut, wenn nicht besser. Ist es die Haltbarkeit oder einfach der Mythos des Mezcal im Ultracycling”?