Verlockende Koreanerin: die Samsung NX20 Systemkamera im „Test“

Die NX20 - als Pressebild / Copyrights Samsung
Die NX20 - als Pressebild / Copyrights Samsung

Was steht hier gleich ausführlich? 

(tl:dr): Martin hat mit der NX20 eine Samsung Systemkamera getestet und überlegt nun, ob er seiner Nikon untreu wird. Die Samsung kann vieles, hält aber nicht lange durch. Die Nikon ist eine Bank und hat einen langen Atem. Martin erzählt was die Samsung alles kann und was nicht und ist am Ende dennoch ratlos, welche der beiden nun mit nach Island darf. 

Wer hier einen Fotoprofi erwartet, der ausführlich testet, ist falsch. Wer hier einen Foto-Amateur erwartet, der aus einer normalen Anwendersicht berichtet und nicht alles so genau nimmt, der ist hier richtig. 

Du kannst aber Martin helfen, indem Du das liest und ihm dann sagst, was Du tun würdest (und wenn hier Fehler stehen, bitte ihm melden!).

NX20 und D90 - welche soll mit nach Island?

NX20 und D90 – welche soll mit nach Island?

Welche Kamera soll mit nach Island?…

…diese Frage beschäftigt mich gerade. Und das aus einer Luxussituation heraus: Beruflich bin ich unter anderem auch für Samsung tätig und netterweise würden mir die Kollegen von Samsung Digital Imaging auch eine Kamera mit nach Island geben. Das heißt für mich: meine Nikon D90 oder die Samsung NX20 – wer darf mit nach Norden?

Die Samsung Kamera ist eine sogenannte Systemkamera. Also im Gegensatz zur Spiegelreflex eine ohne Spiegel arbeitende digitale Kamera, bei der genauso wie bei digitalen Spiegelreflexkameras Objektive gewechselt werden können. Die NX20 hat noch (find ich gut) einen integrierten Sucher. Ich betone das, weil die Systemkameras immer mehr/bzw eigentlich darauf verzichten und auf den Blick via Monitor setzen. Diesen gibt es hier auch. Schön groß, schwenkbar und ganz gut in der Feindarstellung. (So richtig toll wird es aber mit der neuen Samsung NX300, aber das gehört nicht hierher 😉 ).

Die NX20 - als Pressebild / Copyrights Samsung

Die NX20 – als Pressebild / Copyrights Samsung

Um es gleich zu sagen: die NX20 macht Spaß. Sie bietet mit ihren 20 Megapixeln auch eine ganze Reihe von Funktionen, mit denen man ziemlich viel mit den Bildern und beim Bilder machen ausprobieren kann. Einer meiner Favoriten ist der Fisheye Effekt. Braucht zwar niemand wirklich, man kann es ohnehin nur sehr wenig einsetzen, aber es ist schon interessant zu sehen, wie ein Lagerfeuer oder ein Sonnenuntergang sich da noch mal anders zeigen.

Vor allem: sie hat Wifi! Und nicht nur einfach so, sondern hier wird unter Wifi eine ganze Reihe von Möglichkeiten verstanden: so kann ich mein Bild direkt in der Cloud speichern (hier via Microsoft Skydrive), es per Mail verschicken oder in sozialen Netzwerken teilen. Das ist von daher prima, weil man so auch von unterwegs bei einem kostenlosen Wifi seine Bilder nicht nur auf der SD-Karte, sondern eben auch in der Cloud sichern kann. Zudem kann man dann auch hierüber sein Smartphone über eine App als Fernbedienung für die Kamera nutzen, wobei man dann die Kamera auch als Monitor für den Kamerablick nutzen kann.

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Ich habe die NX20 zwei Wochen gehabt. Mit dabei zwei Objektive: 18-55mm und 50-200mm. Beides keine Kracher, im Gegenteil. Wenn sie denn mit nach Island kommt, dann würde ich das 18-200mm Reisezoom von Samsung mitnehmen. Hat noch im Vergleich die besseren Bewertungen. Aber was die Objektive angeht, bin ich mit meiner D90 und dem Sigma 28-200mm besser bedient. Als Normalsterblicher sieht man aber die Detailschwächen der Objektive eigentlich nicht, aber wie das halt so ist: man KÖNNTE sie ja sehen und daher auch gleich vermeiden 😉

Das was früher die „Automatik“ Funktion war (und es auch heute noch normalerweise ist), heißt bei der NX20 „Smart“. Hier – auch das ist ein ganz interessantes Feature – wählt die Kamera automatisch aufgrund irgendeiner Kalkulation die richtige Einstellung für das Bild, das ich machen möchte. Es wird da irgendwie das Motiv, das Licht etc analysiert und mir daraufhin die richtige Einstellung aus einer Reihe von Motivprogrammen geliefert. Finde ich ganz nett, denn auch die Bilder waren meist dann genau richtig.

Die NX20 - als Pressebild / Copyrights Samsung

Die NX20 – als Pressebild / Copyrights Samsung

Was ich ebenfalls sehr cool finde ist in der „Manuell-Funktion“, dass sich auf dem Monitor sofort zeigt, was die von mir gewählten Werte mit dem Bild machen. Das hilft ungemein bei der Gestaltung des Bildes. Und mir als manchmal Zeit/Blende Idioten auch direkt zu sehen, was ich hier anrichte 😉

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Unschlagbar ist die NX im Gewicht. Meine D90 mit Sigma 28-200 bringt knapp 1,2 kg auf die Waage. Die NX wiegt mit 18-55mm Objektiv gerade mal 636 g. Und zusammen mit dem 50-200mm immer noch nur 1.064 g. Zudem ist sie sehr kompakt und passt prima in die Jackentasche. Meine ist jetzt vielleicht etwas größer, aber kein Vergleich zur D90.

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Was gibt es noch – im kurzen Überblick:

  • Videofunktion in guter Qualität. Verschiedene Effekte auch hier einstellbar. Man hört natürlich das Objektiv arbeiten auf der Tonspur, bzw das „Knacken“, wenn man am Gehäuse rumfummelt während der Aufnahme. Aber das ist bei meiner D90 auch so. Die D90 hat übrigens ein HD-Video Limit von 5 Minuten pro Film. Bei der NX20 habe ich keine Angaben dazu gefunden. Mit dem schwenkbaren Monitor sieht man sich auch immer selbst bei Aufnahmen, die man von sich macht. Das hilft viel und vermeidet Videos mit übergroßer und unscharfer Nase, wenn ich mich mit der D90 mal wieder selber in Szene setzen möchte.
  • Panorama Funktion, mit die NX durch schwenken aus Einzelbildern in der automatischen Aufnahme Panorama Bilder zusammensetzt. Wenn es aber zu dunkel ist, dann versagt diese Funktion manchmal, weil sie da nicht richtig messen kann. Aber ein Panorama in schwarz ist ja im Prinzip auch sinnlos. Ich habe versucht ein Lagerfeuer zu fotografieren, ein echt großes, aber da hat es versagt und konnte entweder das Schwenken der Kamera nicht erkennen, oder hat nicht alle Bilder richtig aufgenommen.
  • Eine 3D Funktion, die Bilder auf 3D Effekt hochrechnet. Kann man sich dann halt nur am Fernseher anschauen, wenn der 3D kann. Aber wer braucht das schon wirklich?
  • Die NX kann schnell sein: mit 8 Bildern pro Sekunde ist das schon großes Kino. Kann man immer mal gebrauchen.
Die NX20 - als Pressebild / Copyrights Samsung

Die NX20 – als Pressebild / Copyrights Samsung

Soweit so toll. Aber es gibt auch ein paar Schwächen, die mich zum Grübeln bringen, ob die NX20 Island-Radtour tauglich ist:

Der Akku!

Wenn ich unterwegs bin, dann spiele ich viel mit der Kamera rum. Schaue mir meine Bilder und Filme an, bearbeite Bilder nach und – na klar – fotografiere und filme viel. Im Test jetzt fiel mir auf, dass der Akku sehr schnell alle war. Und tatsächlich liegt die Leistungsfähigkeit bei durchschnittlich 270 Bildern. Im Vergleich mit der D90 schon lustig, denn die kann 800 bis 900 Bilder mit einer Akkufüllung machen. Und da ich in Island nicht weiß, ob und wie häufig ich an das Stromnetz komme, ist da leider ein für mich kritischer Punkt, der gegen die NX spricht. Klar könnte ich mir einen Ersatzakku mitnehmen, was ich dann auch machen würde.

Der Autofokus!

Der ist gefühlt etwas behäbiger, nein, er IST behäbiger, bei der NX als bei der D90. Aber da vergleiche ich jetzt einfach auch die falschen Systeme miteinander. Die Spiegelreflex Autofokusse sind meinen Informationen nach immer noch fixer, als die der Systemkameras. Aber trotzdem ein Punkt, der aber vermutlich in meiner finalen Bewertung für Island jetzt nicht weiter ins Gewicht fallen wird.

Die Objektive!

Wie oben beschrieben sind sie nicht gerade die Helden. Im Vergleich zu meinem Sigma ein Rückschritt. Aber ist dieser Qualitätsunterschied auch wirklich relevant? Schaue ich mir die Bilder in Megagröße an? Zeige ich sie Euch Bildschirmfüllend? Mach ich eine Vernissage? Für Presseverwendung reichen die ohnehin. Hmmm…

Wer einen professionellen Test der NX20 sucht, den gibt es hier bei Cnet und hier bei Chip.

Empfehlenswert ist auch noch ein Beitrag der Kollegen vom BackPacker Blog, die sich der Grundsatzfrage „Welche Digitalkamera für die Weltreise/Backpacking?“ widmen.

Die NX20 - als Pressebild / Copyrights Samsung

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So, viel geschrieben und doch keine Entscheidung gefällt. ;-(

Ich jedenfalls bin noch am Zögern die NX20 mitzunehmen.

<Schlaumeier Mode an>Menschen brauchen ja im Schnitt und ohne Druck sieben Jahre, um ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten zu ändern. Und selbst mit Druck drei Jahre. <Schlaumeier Mode aus>

Schaffe ich das schneller und wage den Test mit der NX20 im Norden?

Meine Mutter sagt immer: mach mal eine Pro und Con Liste und dann weißte Bescheid!

meme

Also:

Pro NX:

  • Gewicht
  • Geiler Technikscheiß
  • Hoher Spielfaktor
  • Wifi
  • Kompaktheit

Con NX:

  • Akku
  • Akku
  • Akku
  • Objektivqualität

Mist, weiß immer noch nicht Bescheid.

Was meint ihr?

Hinweis
Alle Tests, die ich hier auf BiketourGlobal vorstelle, werden von mir subjektiv durchgeführt. Ich teste viele Produkte, die ich mir selber gekauft habe. Wenn mir Produkte für einen Test gestellt wurden, so mache ich dies im Text für den Leser klar und deutlich. Vor allem aber teste ich nur Produkte, die mich persönlich interessieren. Meine Bewertungen und Einschätzungen erfolgen unabhängig von einer Produktstellung. Ich stelle sowohl positive, als auch negative Eigenschaften dar. Dabei steht meine persönliche Meinung im Vordergrund, meine Begeisterung für das Produkt und meine Einschätzung, inwieweit dieses Produkt für einen Tour-Alltag tauglich ist.

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