So groß kann klein sein: der Lezyne Mini-GPS im Test

Das sieht man wie klein der Mini ist
Das sieht man wie klein der Mini ist

Ich suche schon länger eine Alternative zu meinem jetzigen Radcomputer und möchte nicht ausschließlich ein Navi benutzen. Auf der Eurobike dann habe ich zum ersten Mal die neuen GPS-Fahrradcomputer von Lezyne gesehen und war ganz angetan vom Konzept. Besonders den Mini-GPS mit seinem unglaublich geringen Gewicht und der kompakten Größe fand ich sehr interessant.

Der Kleine ganz groß: Lezyne Mini-GPS am Lenker

Der Kleine ganz groß: Lezyne Mini-GPS am Lenker

Kann der Mini also die Alternative sein? Dank des Pressedienst Fahrrad kam ich an ein Testgerät und konnte so ein paar Tage den Mini-GPS Probe fahren. Und nicht nur das: neben dem Mini konnte ich auch einen Blick auf die großen Brüder Power- und Super-GPS werfen.

Mit den neuen GPS hat Lezyne den Fahrradcomputermarkt geentert. Neben den normalen Funktionen wie Geschwindigkeit, Temperatur, Höhe, Zeit etc. zeichnen die Lezyne GPS Geräte auch die Fahrt auf. Diese Strecke lässt sich anschließend am PC über das Lezyne GPS Portal auswerten und ausgeben.

Datendarstellung der mit dem Mini-GPS gefahrenen Strecke

Datendarstellung der mit dem Mini-GPS gefahrenen Strecke

Dort bekommt man nicht nur einen exakten Verlauf der Geschwindigkeit und Strecke, sondern auch auf einer Karte die gefahrene Route ausgegeben. Der Mini-GPS zeichnet bis zu 100 Stunden Fahrt auf, bevor der Speicher voll ist.

Darstellung der aufgezeichneten Route im Lezyne GPS Portal (übrigens meine #bike2work Strecke)

Darstellung der aufgezeichneten Route im Lezyne GPS Portal (übrigens meine #bike2work Strecke)

Mein Interesse galt vor allem dieser Aufzeichnungsfunktion, denn es ist schon schön, wenn man auf Tour die gefahrene Strecke anschließend gleich dokumentiert hat und auch teilen kann. Zudem finde ich die GPS-basierten Funktionen wie Höhe und Geschwindigkeit auch besser als bei einem normalen Computer, der das nur aufgrund von Reifenumfang und Barometer misst.

Dabei darf man jetzt aber natürlich kein Navi erwarten: die GPS-Funktion bedeutet nicht, dass die Computer auch Karten darstellen oder Wegpunkte. Sie dient lediglich zur genauen Vermessung der Fahrt und der Bestimmung der Leistungswerte.

Das Beste ist aber: er wiegt nur 29 Gramm und hat die Größe eines Daumens! 

Die Befestigung ist kinderleicht und hält sicher

Die Befestigung ist kinderleicht und hält sicher

Beim Mini-GPS finden sich folgende Funktionalitäten:

– Zeit: gefahrene, vergangene, bewegte

– Uhrzeit

– Distanz: aktuell, Trip gesamt, Trip 2, Kilometerzähler total

– Geschwindigkeit: aktuell, Durchschnitt, max.

– Höhenmesser: Höhenmeter bergauf, bergab, aktuell

– Runden-Messung

– Temperatur

– GPS Signalstärke und aktueller Batteriestand

Damit ist der Mini eher einfach ausgestattet, was aber aus meiner Sicht völlig reicht. Dafür braucht der Mini-GPS keinen extra Sensor und lässt sich ohne Werkzeug einfach und sehr stabil am Lenker befestigen. X-Lock Standard heißt diese Art der Befestigung, die wirklich sicher sitzt und sich gut dem Lenker anpasst.

Die X-Lock Befestigung

Die X-Lock Befestigung

Ehrlicherweise fand ich beim Power-GPS die Funktionsvielfalt schon störend, aber ich bin dafür auch nicht die richtige Zielgruppe. Aus meiner Sicht richten sich Power und Super an die Radler, die hiermit ihr Training professionell dokumentieren und verwalten wollen.

Die drei von Lezyne: Mini, Power und Super

Die drei von Lezyne: Mini, Power und Super

Bei den beiden großen Geräten kann man via Bluetooth noch weitere Geräte und Sensoren einbinden. Zum Beispiel lässt sich so das Smartphone an den Computer koppeln und während der Fahrt werden eintreffende Anrufe und Nachrichten als Infos auf dem Display angezeigt. Das finde ich ziemlich smart. Weiterhin kann man Trittfrequenz- oder Herzfrequenz-Messer mit den Power- und Super-GPS Geräten koppeln und so alle notwendigen Daten für sein Training erfassen.

Allerdings sind Power und Super auch mit 76 Gramm etwas schwerer als der Mini und natürlich fast doppelt so groß. Dafür zeichnen sie aber auch bis zu 200 Stunden (Power) und 400 Stunden (Super) lang die gefahrene Strecke auf und der Akku hält laut Hersteller 22 Stunden.

Größenvergleich Mini, Power und Super im Hipster-Style

Größenvergleich Mini, Power und Super im Hipster-Style

Die Lezyne GPS-Computer sind sehr gut verarbeitet und wirken durch den Rahmen aus gefrästem Aluminium sehr hochwertig. Dabei ist der Mini nur 33,4 mm x 50,8 mm x 22,5 mm (BLH) klein, aber das superscharfe Display ist mit 20,9 mm x 24,4 mm angenehm groß.

Die Bedienung ist sehr einfach: die drei Knöpfe lassen sich intuitiv bedienen und man hat schnell das Menü verstanden. Im Kern ist es Computer anmachen und via „Lap“ die Aufzeichnung starten. Und wenn man fertig ist, kann man darüber die Aufzeichnung wieder stoppen. Während der Aufzeichnung kann man sich dann einfach durch die Daten klicken. Auch mit Handschuhen konnte ich den Mini-GPS gut bedienen.

Der Akku hält beim Mini laut Hersteller 10 Stunden. Das kann ich bestätigen. Geladen wird der Mini GPS (und auch die anderen GPS-Computer) über eine Micro-USB Schnittstelle. Diese ist mit einem harten Gummi während der Fahrt isoliert und geschützt.

Aber hier kommen wir zu einem Punkt, der mich stört: wenn der Mini geladen wird, dann steht keinerlei Funktion zur Verfügung. Man kann also entweder fahren und aufzeichnen oder laden. Beides zusammen funktioniert nicht. Das heißt, ich kann unterwegs auf Radtour den Mini-GPS nicht mittels Powerakku oder Plug laden und gleichzeitig die Fahrt aufzeichnen. Bei 10 Stunden Akkuleistung muss ich also jeden Tag nachladen. Wenn abends ein Stromnetz zur Verfügung steht, dann ist das kein Thema. Wenn man in einsamen Gegenden ohne Stromversorgung unterwegs ist, dann muss man entweder einen extra Akku zum Laden verwenden, oder man lädt während der Fahrt – muss dann aber auf die Funktion verzichten.

Der Lezyne Mini-GPS am Lenker

Der Lezyne Mini-GPS am Lenker

Ist nun der Mini eine mögliche Alternative für mich? Jein!

Ja,

weil sehr leicht, sehr kompakt, sehr gut verarbeitet, sehr hochwertig und durch die GPS-basierte Datenerhebung und das Tracking mit anschließender Auswertung interessant und praktisch.

Nein,

weil ich auf Tour jeden Tag laden müsste und damit ein weiteres Gerät ans Rad kommt, dass stromhungrig ist. Und weil aktuell 140 Euro für den Mini-GPS echt richtig viel Geld sind.

Der Mini-GPS von der Seite

Der Mini-GPS von der Seite

Fazit:

Der Mini-GPS ist in jedem Fall ein tolles Stück Technik, das Spaß macht und mit seinem Gewicht und der kompakten Bauart Maßstäbe setzt.

Er stellt alle notwendigen Daten dar, lässt sich leicht und einfach bedienen und problemlos montieren. Er benötigt keine zusätzlichen Sensoren und zeichnet bis zu 100 Stunden Strecke auf. Diese kann zusammen mit allen fahrtrelevanten Daten anschließend über das Lezyne GPS-Portal angeschaut und ausgewertet werden.

Wer über die Akkulaufzeit von 10 Stunden und den Preis von 140 Euro hinwegsehen kann, dem kann ich den Mini-GPS nur ans Herz legen.

Im Überblick:

Name: Lezyne Mini-GPS

Maße: 33,4 mm x 50,8 mm x 22,5 mm (BLH)

Gewicht: 29 Gramm

Akku-Laufzeit: 10 Stunden

Speicherkapazität: 100 Stunden

Preis: um die 140 Euro

 

Weitere Testberichte zum Lezyne Mini findet ihr hier:

 

Hinweis

Alle Tests, die ich hier auf BiketourGlobal vorstelle, werden von mir subjektiv durchgeführt. Ich teste viele Produkte, die ich mir selbst gekauft habe. Wenn mir Produkte für einen Test gestellt wurden, so mache ich dies im Text für den Leser klar und deutlich.

Vor allem aber teste ich nur Produkte, die mich persönlich interessieren. Meine Bewertungen und Einschätzungen erfolgen unabhängig von einer Produktstellung. Ich stelle sowohl positive als auch negative Eigenschaften dar.

Dabei steht meine persönliche Meinung im Vordergrund, meine Begeisterung für das Produkt und meine Einschätzung, inwieweit dieses Produkt für einen Tour-Alltag tauglich ist.

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