Flaschen „Post“

Ja, dies ist ein Flaschen Post (haha), denn ich habe heute meine alten SIGG Flaschen in Rente geschickt. Naja, in Vorruhestand, man weiss ja nie, wie sich die Neuen so machen.

Diese Neuen sind aus Plaste (ich weiß, man sagt Plastik) und selbst das stimmt nicht, denn sie sind aus Tritan. Das ist wohl besser, oder klingt besser, jedenfalls sind sie geschmacksneutral. Und das war entscheidend, denn der Grund, warum ich 1993 meine erste SIGG Alu Flasche gekauft habe (es war eine 0,5 Liter), war, dass die damals verfügbaren Plastikflaschen einen verdammt unangenehmen Beigeschmack hatten. Nach Chemie halt. Als Leipziger Jung, mit Bitterfeld um die Ecke, hat mich das natürlich nicht gestört, aber egal ob schädlich oder nicht: es schmeckte einfach Schei…

 

Und daher die Aluflaschen und da gab es keine anderen als SIGG. Und nun, im 20sten Jahr, trenne ich mich vorerst von ihnen. Die original 0,5 Liter gibt es noch. Immer wieder gewaschen, entkeimt, gepflegt, ist sie nun aber reif für die Rentenbox. Die roten SIGGs habe ich mir übrigens 1999 gekauft, in Vorbereitung meiner Tour im Jahr darauf nach Timbuktu. Und seitdem haben sie mich immer begleitet und wie man sieht auch alles durchgemacht, ohne schlapp zu machen. Vor allem die am Unterrohr befestigte Flasche war immer besonders den Attacken zahlloser Steine und unendlich viel Schlamm und Dreck ausgesetzt. Sie fungierte nur als Wassertransport zum Nachfüllen der im Rahmendreieck mitgeführten Flaschen.

Mit den neuen Flaschen von Nalgene breche ich auch das erfahrene Trio der SIGGs am Rad: 0,5 Liter am Sitzrohr, 0,75 Liter am Unterrohr oben (listige Beschreibung) und 0,75 Liter am Unterrohr unten. Insgesamt also zwei Liter. Nun kommen oben zwei Nalgene 0,65 Liter dran und unten bleibt es bei einer Aluflasche. Diesmal eine von Meru. Die muss ja auch nix können, außer Wasser halten. Da kann der Verschluss, bzw die Staubkappe schon mal abreißen. Das tut sie ohnehin, aber diesmal mit Erlaubnis. Bin aber gespannt, ob die Meru mit Steinschlägen und ähnlichem so gut umgehen kann, wie die SIGGs.

Meine 1 Liter SIGG wird ebenfalls durch eine 1 Liter Nalgene ersetzt. Vom Durchmesser sind sie fast gleich und vom Gewicht her sind die SIGGS gefühlt etwas schwerer.

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Das wird jetzt also in Island ein Test, ob es auch die preiswerten Nalgene Flaschen im Vergleich zu den teureren, aber robusten SIGGs auch so einen Trip aushalten. Die Abdeckkappen der Nalgene Flaschen sind aus transparentem Tritan und haben ein Gelenk, das diesen Deckel an der Flasche hält. Ich bin gespannt wie lange 😉

Insgesamt – für die Statistik – transportiere ich diesmal mein Wasser in drei Flaschen am Rahmen (2×0,65 und 1×0,75), eine 1 Liter Flasche in der Packtasche hinten und einen 5 Liter Wassersack von Ortlieb. Dieser fährt zur Sicherheit mit, falls es doch mal mehr Wasser sein muss auf Island.

Und wenn die Tritanflaschen nicht durchhalten? Dann war das ein Test und meine SIGG Rentner können sich dann wieder auf weitere Touren freuen. (Aber sie werden mir schon fehlen irgendwie 😉 )

Dieser Flaschen „Post“ ist eine Reminiszenz an meine alten Flaschen und treuen Begleiter. (OMG, der bloggt über Flaschen – cool/krank). Sie waren immer mit dabei, standen nie im Mittelpunkt (nur früher manchmal, wenn das Foto noch etwas „Fahrradiges“ brauchte) und waren doch so elementar für das Gelingen meiner Radreisen.

1 Kommentar

  • Da bin ich ja gespannt, was Du mit den Flaschen von Nalgene erleben und darüber schreiben wirst. Sie sind mittlerweile auch die Flaschen meiner Wahl, allerdings ganz gezähmt im Einsatz.
    Was hat Sigg aber immer noch? Sie sind kultig zuverlässig!

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